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Veröffentlicht am 27.07.2025

Spannender Krimi im verschneiten Schweden

Im Herzen so kalt (Ein Fall für Maya Topelius 1)
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Sandra Åslunds Krimi „Im Herzen so kalt“ entführt die Leser:innen in eine verschneite schwedische Winterlandschaft, die perfekt zur aktuellen Jahreszeit passt. Von Beginn an fesselnd, erzählt das Buch ...

Sandra Åslunds Krimi „Im Herzen so kalt“ entführt die Leser:innen in eine verschneite schwedische Winterlandschaft, die perfekt zur aktuellen Jahreszeit passt. Von Beginn an fesselnd, erzählt das Buch aus verschiedenen Perspektiven, hauptsächlich jedoch aus der von Ermittlerin Maya, und besticht durch einen flüssigen und packenden Schreibstil.

Die Geschichte beginnt mit dem Fund eines Toten durch die neunjährige Frida im verschneiten Wald von Östersund. Parallel sitzt Maya in Stockholm mit zwei Freundinnen zusammen, von denen Sanna sich ungewöhnlich ruhig und abwesend verhält – die Gründe werden später in der Geschichte noch wichtig. Maya und ihr Kollege Pär werden aus der Hauptstadt Stockholm in die Provinz berufen, um die dortigen Polizisten bei der Aufklärung des Falls zu unterstützen - so wie es scheint, ist der Mann, den Frida gefunden hat, ermordet worden. Während die örtlichen Polizisten den Vorfall zuerst als Jagdunfall abtun wollen, und gar nicht begeistert über die Unterstützung der Hauptstädter sind, weisen doch einige Details auf einen Mord hin. Die Ereignisse verweben sich geschickt mit persönlichen Verflechtungen und Geheimnissen der Charaktere, was die Handlung rätselhaft und fesselnd macht.

Die Dynamik zwischen den Hauptcharakteren ist stark und facettenreich. Maya und ihre Kollegen stoßen auf Intrigen, persönliche Konflikte und ungelöste Rätsel, die die Leser:innen dazu anregen, mitzurätseln. Die Autorin gelingt es, die Charaktere lebendig und greifbar zu machen, wodurch sich eine enge Bindung zwischen Leser:innen und Protagonist:innen entwickelt. Vor allem Fridas Mitter Annika und die Frau des Ermordeten scheinen etwas zu verbergen zu haben - sind sie in den Mord verwickelt?

Während die Handlung voranschreitet, taucht ein weiterer Toter auf. Die Umstände haben scheinbar nicht direkt etwas mit dem ersten Todesfall zu tun, dennoch scheint es eine Verbindung zu geben. Es wird immer rätselhafter, da viele Personen ein Motiv für den Mord gehabt haben.

Vor allem Maya, Pär und natürlich Frida sind sehr sympathische Charaktere, mit denen man sofort sympathisiert. Durch ihre manchmal unüberlegte Art bringt Maya sich nur etwas zu oft in brenzlige Situationen - das kann schnell mal schief gehen, bringt aber natürlich auch Spannung in die Geschichte.

Die Autorin schafft es, verschiedene Themen sensibel und natürlich in die Geschichte einzuflechten. Sie behandelt nicht nur die Ermittlungen und die Spannung des Falls, sondern thematisiert auch wichtige gesellschaftliche Aspekte wie sexualisierte Gewalt, Umweltthemen und den Umgang mit persönlichen Traumata. Dies verleiht dem Buch Tiefe und regt zum Nachdenken an.

Die Auflösung erfolgt in einem packenden und rasanten Finale, das überrascht und die offenen Enden der Handlung zu einem schlüssigen Abschluss führt. Der Schreibstil bleibt mitreißend und fesselt bis zur letzten Seite.

Alles in allem hat mir der Krimi sehr gut gefallen. Der Schreibstil war super angenehm (es war mein erstes Buch der Autorin) und die Geschichte durchgehend spannend, so dass man bis zuletzt zwar Vermutungen hatte, aber die Auflösung trotzdem eine Überraschung war. Die Szenerie auch toll beschrieben und passend zum aktuellen Wetter (Minus 21 Grad brauche ich zwar nicht, aber Schnee wäre toll!). Und dass die Schweden sich generell duzen fand ich sehr erfrischend zu lesen. Zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig, habe mich aber sehr schnell daran gewöhnt.

Der spannende Krimi besticht nicht nur durch seinen fesselnden Plot und die interessanten Charaktere, sondern auch durch die geschickte Integration gesellschaftlicher Themen. Für Liebhaber packender Kriminalgeschichten in atmosphärischen Settings ist dieses Buch definitiv empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Die Suche nach dem perfekten Vater

Ein guter Plan ist die halbe Liebe
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Lydia Schmölzls Roman "Ein guter Plan ist die halbe Liebe" nimmt die Leser:innen mit auf eine ungewöhnliche Reise durch die Gedankenwelt der Protagonistin Roxy. Die Geschichte dreht sich um die eigenständige ...

Lydia Schmölzls Roman "Ein guter Plan ist die halbe Liebe" nimmt die Leser:innen mit auf eine ungewöhnliche Reise durch die Gedankenwelt der Protagonistin Roxy. Die Geschichte dreht sich um die eigenständige 35-jährige Frau, die sich mit der Tatsache konfrontiert sieht, dass ihre "biologische Uhr" tickt und sie sich entscheiden muss, ob sie noch Kinder haben möchte.

Roxy, eine erfolgreiche Personalchefin, präsentiert sich als kalkuliert und berechnend in ihrem Vorhaben, einen Vater für ihr Kind zu finden, ohne dabei eine traditionelle Beziehung eingehen zu wollen. Die Idee, potenzielle Väter einem Test zu unterziehen, mag auf den ersten Blick witzig erscheinen, jedoch kam mir diese Herangehensweise sehr fragwürdig vor.

Der Roman ist in Roxys Ich-Perspektive verfasst und flüssig geschrieben, mit einem Hauch von Humor und Wortwitz. Trotzdem gerät die Geschichte mMn an einigen Stellen ins Stocken und lässt die Leser:innen mit dem Eindruck zurück, dass etwas Wesentliches fehlt.

Die Figuren des Romans sind weitgehend gut ausgearbeitet, aber die Hauptfigur Roxy wirkt zeitweise zu selbstbezogen und berechnend, was es mir schwer machte, eine emotionale Bindung zu ihr aufzubauen. Ihr Verhalten gegenüber den potenziellen Vätern und ihr Fokus auf Kontrolle und Rationalität machen sie auch nicht gerade sympathisch.

Trotz der originellen Grundidee und des flüssigen Schreibstils fand ich die Umsetzung steigerungsfähig - ich hatte mehr erwartet. Mir fehlten oft mehr Tiefe und Emotionen sowie eine stärkere Entwicklung der Hauptfigur.

Insgesamt bleibt "Ein guter Plan ist die halbe Liebe" ein Buch, das mit einer interessanten Ausgangssituation beginnt, aber leider keine Begeisterung bei mir auslösen konnte. Eine nette Unterhaltung für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Was tun, wenn einem niemand glaubt?

Ein dunkler Abgrund
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Tess ist Mutter einer dreijährigen Tochter, Poppy. Von deren Vater Jason hat sie sich vor einem Jahr einvernehmlich - so glaubte sie zumindest bisher - getrennt. Nach einem Wochenende bei ihrem Vater und ...

Tess ist Mutter einer dreijährigen Tochter, Poppy. Von deren Vater Jason hat sie sich vor einem Jahr einvernehmlich - so glaubte sie zumindest bisher - getrennt. Nach einem Wochenende bei ihrem Vater und dessen neuer Frau (Emily) kommt Poppy jedoch irgendwie verändert zurück. Und dann findet Tess zwischen ihren Sachen auch noch eine Zeichnung einer Frau, die von einem Turm fällt. Ihr ist sofort klar, dass Poppy etwas Schreckliches mitbekommen hat.

Auf einmal erscheinen Tess alle Menschen (vor allem die Männer) in ihrem Umfeld verdächtig. Allen voran Poppys Vater Jason, Emilys Bruder Ben, der Mann einer Freundin, ihr eigener Freund Aidan, ihr etwas zu aufdringlicher Nachbar ... Aber was genau passiert ist, weiß sie nicht. Poppy verhält sich immer auffälliger, macht ins Bett, wird anhänglich, aggressiv etc. Sie wendet sich in ihrer Verzweiflung an die Polizei, Kinderpsychiater, Ärzte - aber niemand nimmt sie ernst. Also beginnt Tess, auf eigene Faust nachzuforschen. Von ihrem Umfeld wird sie als immer "verrückter" wahrgenommen, dabei will sie doch nur ihre Tochter beschützen!

Ich fand das Buch super spannend geschrieben, bis ganz zum Schluss hätte es jeder sein können. Tess handelt oft mutig, aber auch leichtsinnig - trotzdem konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Was soll man auch tun, wenn man absolut sicher ist, dass etwas Schlimmes passiert ist, man weiß aber weder, wer Täter, noch wer Opfer ist? Man wird für hysterisch gehalten, eine überbesorgte Mutter, während die Gefahr immer näher kommt! Plötzlich wirkt jeder verdächtig, hat etwas zu verbergen - obwohl ich selbst keine Kinder habe, hat mich die Geschichte echt gepackt!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Langatmig und wenig Spannung

Die Chemie des Todes
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Dieses Buch ist ja quasi schon ein Klassiker Im Thriller-Genre. Nachdem ich viel Positives darüber gehört habe, bin ich nun endlich dazu gekommen, es auch zu lesen (war auch mein erstes von Beckett). Ich ...

Dieses Buch ist ja quasi schon ein Klassiker Im Thriller-Genre. Nachdem ich viel Positives darüber gehört habe, bin ich nun endlich dazu gekommen, es auch zu lesen (war auch mein erstes von Beckett). Ich muss ehrlich sagen, dass ich mehr erwartet habe. Vielleicht liegt es daran, dass es mittlerweile über 20 Jahre "alt" ist und der Inhalt damals noch schockierender war - ich fand die forensischen Beschreibungen eher standardmäßig und nicht besonders ekelerregend. Natürlich möchte man so etwas in der Realität nie sehen, aber für einen Thriller, der ja nunmal menschliche Abgründe behandelt, fand ich die Szenen nicht so schockierend. Generell war es mir dafür, dass im Titel sogar die "Chemie" des Todes genannt wird, viel zu wenig chemisch - Ich hätte aus rein wissenschaftlicher Perspektive gerne noch mehr über die Verwesungsstadien und wie man sie erkennt erfahren.

Den Spannungsaufbau fand ich auch mittelmäßig, teilweise richtig langatmig. So richtig mitgerissen wurde ich nicht und habe teilweise mehrere Seiten überblättert. Ich mag es auch nicht, wenn am Ende von Kapiteln Sätze stehen wie "Da wusste ich ja noch nicht, was auf mich zukommen würde" o. ä. In einem Thriller kann man ja davon ausgehen, dass es noch schlimmer kommt. Vielleicht lag es auch an der schlechten Übersetzung (es gab auch mehrere Rechtschreib- und Grammatikfehler).

Die Vorgeschichte des Protagonisten David wird immer mal wieder angedeutet, aber auch auf eine so langweilige Weise, dass ich nicht wirklich Mitgefühl entwickelt habe. Sowieso ist irgendwie kein Protagonist sympathisch, was auch daran liegt, dass alle nur sehr oberflächlich beschrieben werden. Am meisten hat mir noch Mackenzie gefallen (der Hauptermittler). Aus seiner Perspektive geschrieben wäre es wahrscheinlich spannender gewesen.

Zum Inhalt selbst will ich gar nicht viel sagen, das wurde schon oft genug gemacht. Die Auflösung fand ich okay, wenn auch irgendwie sehr plump und teils konstruiert. Im Epilog gab es noch einen kleinen Überraschungsmoment, das war es dann aber auch. Viele Stereotype, oberflächliche Charaktere und klischeehaftes Motiv.

Ich weiß nicht, ob ich noch weitere Bücher des Autors lesen werde, vielleicht gebe ich ihm mit etwas Abstand nochmal eine Chance.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Familiendrama und ein bisschen Liebe

A Place to Belong
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Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen. Schon in den ersten Bänden merkt man ja, dass auf der Farm, so idyllisch sie auch erscheint, nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Themen wie schlechte ...

Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen. Schon in den ersten Bänden merkt man ja, dass auf der Farm, so idyllisch sie auch erscheint, nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Themen wie schlechte Arbeitsbedingungen, finanzielle Probleme oder der Verlust eines Elternteils sind vielleicht nicht typisch für dieses Genre, aber gerade das finde ich gut.

Nun kommt noch ein Thema hinzu (will nicht Spoilern, für die drei Schwestern ist es aber ein Schock und schwer zu glauben).

Die neue Protagonistin Maggie war vorher nicht bekannt, zunächst fand ich sie aber sehr sympathisch und konnte ihre Beweggründe und ihr Handeln nachvollziehen. Im Verlauf des Buches hat sie mich aber irgendwie mehr und mehr genervt, weil sie alles zu verkomplizieren scheint und sich selbst auf nervige Art im Weg steht. Dazu blieb sie nach dem guten Einstieg als Figur irgendwie blass und ich konnte nicht wirklich mit ihr und Flynn mitfühlen. Generell entwickelte sich alles sehr schnell und war trotzdem viel hin und her. Warum die beiden sich jetzt verlieben, habe ich nicht verstanden. Außer beim allerersten Treffen kam nicht viel Knistern auf.

Das Zueinanderfinden der Paare fand ich in den ersten Bänden deutlich besser und detaillierter geschrieben. Auch die anderen Schwestern haben sich diesmal irgendwie unsympathisch verhalten, in den ersten Bänden wirkten sie empathischer.

Maggie betont selbst, dass sie ja eigentlich nur ihre Schwestern kennenlernen will. Meiner Meinung nach wäre hier noch viel Luft nach oben gewesen, weil sowohl dieses Thema als auch die Liebesgeschichte an sich mehr hergeben, insgesamt wurde aber alles sehr schnell und eher oberflächlich abgehandelt, sodass beide Stränge nicht ganz zuende gedacht wirkten.

Der Schreibstil war sehr flüssig lesbar, zum Ende hin haben mich aber einige Formulierungen genervt. Wie oft kann das Herz, der Magen oder sonstwas "krampfen", bevor man ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommt? Auch blinzeln die Figuren oft und flattern mit den Augenlidern, die Szenen kann ich irgendwie nicht ganz ernst nehmen.

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