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Veröffentlicht am 27.07.2025

Was tun, wenn einem niemand glaubt?

Ein dunkler Abgrund
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Tess ist Mutter einer dreijährigen Tochter, Poppy. Von deren Vater Jason hat sie sich vor einem Jahr einvernehmlich - so glaubte sie zumindest bisher - getrennt. Nach einem Wochenende bei ihrem Vater und ...

Tess ist Mutter einer dreijährigen Tochter, Poppy. Von deren Vater Jason hat sie sich vor einem Jahr einvernehmlich - so glaubte sie zumindest bisher - getrennt. Nach einem Wochenende bei ihrem Vater und dessen neuer Frau (Emily) kommt Poppy jedoch irgendwie verändert zurück. Und dann findet Tess zwischen ihren Sachen auch noch eine Zeichnung einer Frau, die von einem Turm fällt. Ihr ist sofort klar, dass Poppy etwas Schreckliches mitbekommen hat.

Auf einmal erscheinen Tess alle Menschen (vor allem die Männer) in ihrem Umfeld verdächtig. Allen voran Poppys Vater Jason, Emilys Bruder Ben, der Mann einer Freundin, ihr eigener Freund Aidan, ihr etwas zu aufdringlicher Nachbar ... Aber was genau passiert ist, weiß sie nicht. Poppy verhält sich immer auffälliger, macht ins Bett, wird anhänglich, aggressiv etc. Sie wendet sich in ihrer Verzweiflung an die Polizei, Kinderpsychiater, Ärzte - aber niemand nimmt sie ernst. Also beginnt Tess, auf eigene Faust nachzuforschen. Von ihrem Umfeld wird sie als immer "verrückter" wahrgenommen, dabei will sie doch nur ihre Tochter beschützen!

Ich fand das Buch super spannend geschrieben, bis ganz zum Schluss hätte es jeder sein können. Tess handelt oft mutig, aber auch leichtsinnig - trotzdem konnte ich mich gut in sie hineinversetzen. Was soll man auch tun, wenn man absolut sicher ist, dass etwas Schlimmes passiert ist, man weiß aber weder, wer Täter, noch wer Opfer ist? Man wird für hysterisch gehalten, eine überbesorgte Mutter, während die Gefahr immer näher kommt! Plötzlich wirkt jeder verdächtig, hat etwas zu verbergen - obwohl ich selbst keine Kinder habe, hat mich die Geschichte echt gepackt!

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Langatmig und wenig Spannung

Die Chemie des Todes
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Dieses Buch ist ja quasi schon ein Klassiker Im Thriller-Genre. Nachdem ich viel Positives darüber gehört habe, bin ich nun endlich dazu gekommen, es auch zu lesen (war auch mein erstes von Beckett). Ich ...

Dieses Buch ist ja quasi schon ein Klassiker Im Thriller-Genre. Nachdem ich viel Positives darüber gehört habe, bin ich nun endlich dazu gekommen, es auch zu lesen (war auch mein erstes von Beckett). Ich muss ehrlich sagen, dass ich mehr erwartet habe. Vielleicht liegt es daran, dass es mittlerweile über 20 Jahre "alt" ist und der Inhalt damals noch schockierender war - ich fand die forensischen Beschreibungen eher standardmäßig und nicht besonders ekelerregend. Natürlich möchte man so etwas in der Realität nie sehen, aber für einen Thriller, der ja nunmal menschliche Abgründe behandelt, fand ich die Szenen nicht so schockierend. Generell war es mir dafür, dass im Titel sogar die "Chemie" des Todes genannt wird, viel zu wenig chemisch - Ich hätte aus rein wissenschaftlicher Perspektive gerne noch mehr über die Verwesungsstadien und wie man sie erkennt erfahren.

Den Spannungsaufbau fand ich auch mittelmäßig, teilweise richtig langatmig. So richtig mitgerissen wurde ich nicht und habe teilweise mehrere Seiten überblättert. Ich mag es auch nicht, wenn am Ende von Kapiteln Sätze stehen wie "Da wusste ich ja noch nicht, was auf mich zukommen würde" o. ä. In einem Thriller kann man ja davon ausgehen, dass es noch schlimmer kommt. Vielleicht lag es auch an der schlechten Übersetzung (es gab auch mehrere Rechtschreib- und Grammatikfehler).

Die Vorgeschichte des Protagonisten David wird immer mal wieder angedeutet, aber auch auf eine so langweilige Weise, dass ich nicht wirklich Mitgefühl entwickelt habe. Sowieso ist irgendwie kein Protagonist sympathisch, was auch daran liegt, dass alle nur sehr oberflächlich beschrieben werden. Am meisten hat mir noch Mackenzie gefallen (der Hauptermittler). Aus seiner Perspektive geschrieben wäre es wahrscheinlich spannender gewesen.

Zum Inhalt selbst will ich gar nicht viel sagen, das wurde schon oft genug gemacht. Die Auflösung fand ich okay, wenn auch irgendwie sehr plump und teils konstruiert. Im Epilog gab es noch einen kleinen Überraschungsmoment, das war es dann aber auch. Viele Stereotype, oberflächliche Charaktere und klischeehaftes Motiv.

Ich weiß nicht, ob ich noch weitere Bücher des Autors lesen werde, vielleicht gebe ich ihm mit etwas Abstand nochmal eine Chance.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Familiendrama und ein bisschen Liebe

A Place to Belong
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Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen. Schon in den ersten Bänden merkt man ja, dass auf der Farm, so idyllisch sie auch erscheint, nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Themen wie schlechte ...

Die Grundidee des Buches hat mir gut gefallen. Schon in den ersten Bänden merkt man ja, dass auf der Farm, so idyllisch sie auch erscheint, nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen ist. Themen wie schlechte Arbeitsbedingungen, finanzielle Probleme oder der Verlust eines Elternteils sind vielleicht nicht typisch für dieses Genre, aber gerade das finde ich gut.

Nun kommt noch ein Thema hinzu (will nicht Spoilern, für die drei Schwestern ist es aber ein Schock und schwer zu glauben).

Die neue Protagonistin Maggie war vorher nicht bekannt, zunächst fand ich sie aber sehr sympathisch und konnte ihre Beweggründe und ihr Handeln nachvollziehen. Im Verlauf des Buches hat sie mich aber irgendwie mehr und mehr genervt, weil sie alles zu verkomplizieren scheint und sich selbst auf nervige Art im Weg steht. Dazu blieb sie nach dem guten Einstieg als Figur irgendwie blass und ich konnte nicht wirklich mit ihr und Flynn mitfühlen. Generell entwickelte sich alles sehr schnell und war trotzdem viel hin und her. Warum die beiden sich jetzt verlieben, habe ich nicht verstanden. Außer beim allerersten Treffen kam nicht viel Knistern auf.

Das Zueinanderfinden der Paare fand ich in den ersten Bänden deutlich besser und detaillierter geschrieben. Auch die anderen Schwestern haben sich diesmal irgendwie unsympathisch verhalten, in den ersten Bänden wirkten sie empathischer.

Maggie betont selbst, dass sie ja eigentlich nur ihre Schwestern kennenlernen will. Meiner Meinung nach wäre hier noch viel Luft nach oben gewesen, weil sowohl dieses Thema als auch die Liebesgeschichte an sich mehr hergeben, insgesamt wurde aber alles sehr schnell und eher oberflächlich abgehandelt, sodass beide Stränge nicht ganz zuende gedacht wirkten.

Der Schreibstil war sehr flüssig lesbar, zum Ende hin haben mich aber einige Formulierungen genervt. Wie oft kann das Herz, der Magen oder sonstwas "krampfen", bevor man ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommt? Auch blinzeln die Figuren oft und flattern mit den Augenlidern, die Szenen kann ich irgendwie nicht ganz ernst nehmen.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Gelungener Thriller

Was sie nicht wusste
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Die Bücher von Nicci French haben mich bisher noch nie enttäuscht. Auch "Was sie nicht wusste" kommt in dem gewohnt angenehmen, unaufgeregten Schreibstil daher. Neve hat eine Affäre mit ihrem Chef - als ...

Die Bücher von Nicci French haben mich bisher noch nie enttäuscht. Auch "Was sie nicht wusste" kommt in dem gewohnt angenehmen, unaufgeregten Schreibstil daher. Neve hat eine Affäre mit ihrem Chef - als sie sich eines Morgens mit ihm in seiner Wohnung treffen will, findet sie ihn dort niedergeschlagen auf. Damit die Affäre nicht herauskommt, putzt sie die Wohnung akribisch, um alle Spuren, dass sie je da war, zu entfernen. Wieder Zuhause fällt ihr ein, dass sie ihr Armband dort vergessen hat. Als sie es aus der Wohnung holen will, ist es weg - und auch die Tatwaffe ist verschwunden. Da sie niemandem erzählen kann, dass sie den Toten gefunden hat, beginnt sie selbst, Nachforschungen anzustellen und auf einmal wirkt jeder verdächtig, selbst ihre besten Freunde, die eigene Tochter, der Ehemann.

Man hätte den Mittelteil des Buches sicher kürzer halten können, ich habe mich selbst beim Lesen regelrecht erschöpft gefühlt, weil Neve nicht mehr schläft und nur noch (hauptsächlich Nachts und/oder bei Regen) mit dem Rad unterwegs ist, um herauszufinden, wer ihren Chef auf dem gewissen hat. Und nebenbei muss sich auch noch die von allen geliebte und geschätzte Ehefrau, Freundin und vor allem Mutter spielen: Pausenbrote schmieren, kochen, das Meerschweinchen füttern, Gäste bewirten, die einfach nicht mehr gehen wollen. Manchmal wollte ich echt an ihrer Stelle schreien, dass alle endlich mal verschwinden und sie in Ruhe lassen sollen. Noch dazu schneit ständig ein Detective herein, der etwas zu ahnen scheint.

Obwohl nicht so richtig viel passiert, passiert in Neve doch ganz schön viel, sodass die Bezeichnung "Psychothriller" sehr passend ist. Jede:r hat irgendwelche Geheimisse und Neve weiß nicht, wem sie noch trauen kann. Die Auflösung am Ende war auch stimmig.

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Veröffentlicht am 27.07.2025

Toller Thriller!

Eine bittere Wahrheit
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Ein wirklich guter Thriller! Die 500 Seiten fühlen sich beim Lesen an wie 100 - es wird einfach nie langweilig.
Tabitha sitzt in Untersuchungshaft, weil ihr vorgeworfen wird, ihren Nachbarn getötet zu ...

Ein wirklich guter Thriller! Die 500 Seiten fühlen sich beim Lesen an wie 100 - es wird einfach nie langweilig.
Tabitha sitzt in Untersuchungshaft, weil ihr vorgeworfen wird, ihren Nachbarn getötet zu haben - an den ganzen Tag des angeblichen Geschehens kann sie sich aber nicht erinnern. Obwohl das Buch über weite Strecken ausschließlich im Gefängnis spielt, ist es so interessant und gut geschrieben, wie Tabitha innerlich kämpft und versucht, zu rekonstruieren, was wirklich passiert ist.

Tolle Charaktere, unglaubliche Geschichte und eine starke Protagonistin - solche Bücher liebe ich!

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