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Veröffentlicht am 15.03.2026

Erschreckend Reslistisch

EDEN - Wenn das Sterben beginnt
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Ich bin zwiegespalten, wie ich das Buch bewerten soll. Thematisch sind es 5/5 Sternen, allerdings bin ich bis zum Schluss mit dem Schreibstil nicht warm geworden. Durch die zum Großteil sehr kurzen Kapitel ...

Ich bin zwiegespalten, wie ich das Buch bewerten soll. Thematisch sind es 5/5 Sternen, allerdings bin ich bis zum Schluss mit dem Schreibstil nicht warm geworden. Durch die zum Großteil sehr kurzen Kapitel (meist nur 1-2 Seiten) kommt man beim Lesen schnell weiter und die über 700 Seiten fühlen sich weniger an (umwelttechnisch sicher auch eine interessante Frage, wie viel Papier man hätte sparen können, wenn nicht so viele Seiten mit nur 3-4 Zeilen „gefüllt“ wären).
Die Erde steuert auf eine Katastrophe zu – viele verschiedene ökologische Krisen summieren sich und sich kaum noch zu stoppen. Wir erfahren die Geschichte aus zahlreichen Perspektiven: Polotiker:innen, Investor:innen, Bäuer:innen, Biolog:innen, Journalist:innen, und mittendrin ein schwedischer Influencer, der sich vom sorglosen Surferboy zum „Ökoterroristen“ mausert.
Die KI „Vysyon“ trifft zwar sehr genaue Vorhersagen und warnt vor den herannahenden Krisen, viele Protagonist:innen wollen das aber nicht so recht wahrhaben
Es fiel mir etwas schwer, alles zu behalten, weil es SO viele Schauplätze und Protagonist:innen gibt. Ich weiß nicht, ob ich ein Buch in der Art, mit so vielen verschiedenen Perspektiven schon mal gelesen habe, zum einen entsteht auf diese Weise ein richtiger Sog, weil man immer wissen möchte, wie es weitergeht, zum anderen bleiben die Menschen selbst recht blass, weil sehr "beschreibend" erzählt wird. Mir fehlte etwas die Innensicht der Menschen; welche Gefühle und Sorgen haben sie? Was geht ihnen durch den Kopf? Mir fiel es schwer, eine Bindung zu den Protagonist:innen aufzubauen.
Die Story selbst ist sehr interessant (und auch erschreckend), denn so ein Szenario könnte durchaus jederzeit passieren. Eine Umweltkatastrophe bahnt sich an, manche haben den Ernst der Lage verstanden und wollen davor warnen, andere nehmen es (noch) nicht ernst und wieder andere wollen davon profitieren ...
Es ist richtig frustrierend, zu lesen, wie die Leute, die die Gefahren richtig erkannt haben, kaum gehört werden. Die meisten versuchen, die sich anbahnende Katastrophe herunterzuspielen oder sogar die Warnenden zu diskreditieren.
Insgesamt ist das Buch schon sehr spannend, wenn auch kein Thrill in dem Sinne entsteht, dass man mit konkreten Protagonist:innen mitfühlt, sondern eher aufgrund des durchgehend beklemmenden Gefühls beim Lesen – vor allem, weil alles so realistisch ist. Ich habe mir nie bewusst gemacht, wie diese ganzen Dinge zusammenhängen und wie "leicht" es ist, dass solche Krisen sich gegenseitig verstärken. Hier zu wenig Plankton wegen Überfischung, da zu viel Nitrat im Wasser, verunreinigte Böden ... zack brechen die ganze Wirtschaft und Energieversorgung zusammen.

Und wem soll man als "normale Bürger:innen" glauben? Es wird auf jeden Fall deutlich, wie wichtig es ist, wen man wählt und wo man sich informiert.
Ich kann mir (leider) immer besser vorstellen, dass wir tatsächlich auf so eine Katastrophe zusteuern ... zu viele Menschen versuchen, sich mit "wird schon nicht so schlimm werden" selbst zu beruhigen (oder keine Wählerstimmen zu verlieren), während für die breite Bevölkerung ja kaum ersichtlich ist, welche Erkenntnisse wirklich glaubwürdig sind.
Generell fand ich alle Szenen, in denen Tiere sterben, schlimm. Diese ganze Massentierhaltung, egal ob Land- oder Wassertiere, ekelt mich einfach an. Was das angeht, hoffe ich andererseits fast, dass es mal soweit kommt und die Menschen kapieren, wie scheiße es ist, Tiere für den eigenen Konsum derart auszubeuten!

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Berührend und authentisch

Narbenmädchen
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Lara ist 15 und in einer 4-wöchigen Kur gelandet, in der sie durch verschiedene Therapieangebote wieder „auf den rechten Weg“ gebracht werden soll. Ich fand die Perspektive der Teenagerin (auch wenn das ...

Lara ist 15 und in einer 4-wöchigen Kur gelandet, in der sie durch verschiedene Therapieangebote wieder „auf den rechten Weg“ gebracht werden soll. Ich fand die Perspektive der Teenagerin (auch wenn das bei mir schon ein paar Jahre her ist) sehr realistisch dargestellt, auch die teilweise Benutzung von Jugendsprache kam mir authentisch vor (soweit ich das eben beurteilen kann).
Zuerst findet Lara alles ziemlich scheiße, die Therapien unnötig und nutzlos und die anderen Patient:innen nerven sie zum Großteil auch. Nach und nach erfahren die Leser:innen, warum Lara und die anderen überhaupt in der Kur sind. Die Triggerwarnung am Anfang des Buches war dementsprechend auf jeden Fall angebracht. Lara hat vor einigen Monaten angefangen, sich in die Arme und Beine zu schneiden, weil sie kein anderes Ventil für ihre angestauten Emotionen gefunden hat. Ihre Eltern waren damit anscheinend überfordert und haben sie in die Kur „abgeschoben“.
Einige Probleme der Jugendlichen fand ich zu „extrem“ für diese Art von Kur (ich denke, in der Realität wären stark essgestörte oder suizidgefährdete Jugendliche nicht mehr in einer präventiven Maßnahme untergebracht).
Langsam freundet Lara sich aber mit Neo und Finn an und die drei beginnen, mehr über ihre Probleme zu sprechen. Die Gespräche fand ich sehr gut beschrieben, sehr nachvollziehbar, vor allem das Gefühl, nicht reinzupassen, gar nicht zu wissen, was man mit seinem Leben anfangen soll, etc. – was (vielleicht in abgeschwächter Form) wahrscheinlich jede:r kennt).
Etwas gefehlt hat mir die Auseinandersetzung von Lara mit ihren Eltern. Gerade als langsam herauskommt, warum ihre Probleme überhaupt angefangen haben. Hier habe ich gefragt, ob nicht auch die Therapeut:innen der Klinik in der Pflicht wären, die Eltern mehr einzubeziehen. Vor allem die Beziehung zur Mutter – wie schlimm muss es sein, dass sie der eigenen Tochter nicht glaubt, Lara zum Problem macht, ihr einredet, „krank“ zu sein und sie lieber wegschickt, als gemeinsam an den Problemen zu arbeiten.
Auch in die Therapiesitzungen hätte ich mir einen etwas konkreteren Einblick gewünscht, so bleibt sehr vage, was Lara in den 4 Wochen mit den Therapeut:innen konkret besprochen hat. Allerdings lag der Fokus ja auf der Freundschaft der Jugendlichen, und diese wurde sehr authentisch und intensiv dargestellt.

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Veröffentlicht am 22.02.2026

Zwischen Grabrede und Gewissen

Die Totenklägerin
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Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Seiten sind nur so verflogen. Auch die Idee fand ich super, habe ich in der Form noch nie gelesen. Matilda, ursprünglich Anwältin, jetzt Trauerrednerin, hat ...

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, die Seiten sind nur so verflogen. Auch die Idee fand ich super, habe ich in der Form noch nie gelesen. Matilda, ursprünglich Anwältin, jetzt Trauerrednerin, hat es sich zur Aufgabe gemacht, in ihren Trauerreden im Sinne der Verstorbenen die Wahrheit ans Tageslicht zu befördern – auch wenn das den Hinterbliebenen nicht immer gefällt.

Während des Lesens erfährt man immer mehr über ihre familiären Hintergründe, das war durch einige Kapitel aus Matildas Ich-Perspektive stilistisch schön gelöst. So erfahren wir nach und nach, warum es sie ausgerechnet in das winzige Dorf Reuth geführt hat, im tiefsten Bayern, in das Haus ihrer Großmutter aus dem ihre Mutter als Teenagerin wiederum nicht schnell genug flüchten konnte.

Für ihren neuesten Fall wird sie ausgerechnet von einem 12-jährigen Mädchen beauftragt. Jackie vermutet, dass die Mutter ihrer Nachhilfelehrerin, obwohl sie schon 86 war, umgebracht wurde. Doch wer sollte ein Interesse daran haben und warum? Zuerst als Schnapsidee abgetan, fängt Matilda dann doch an, nachzuforschen, und fördert si einige Geheimnisse der Dorfbewohner:innen zutage …

Ich mochte sehr, wie Matilda, die zuerst sehr schroff und abweisend war, und Jackie sich immer mehr angefreundet haben und wie Matilda auch gemerkt hat, dass es sich durchaus lohnen kann, offener zu ihren Mitmenschen zu sein.

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Wieder ein spannender Page Turner

Das Signal
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Ich mag den Schreibstil von Ursula Poznanski sehr, auch dieses Buch war wieder toll zu lesen. Auch die Idee hat mir gut gefallen. Viola ist nach einem schweren Unfall, bei dem sie ein Bein verloren hat, ...

Ich mag den Schreibstil von Ursula Poznanski sehr, auch dieses Buch war wieder toll zu lesen. Auch die Idee hat mir gut gefallen. Viola ist nach einem schweren Unfall, bei dem sie ein Bein verloren hat, ans Haus gefesselt. Ihr Mann Adam gibt siech bemüht und liebevoll, hat jedoch ohne Absprache eine schlechtgelaunte Pflegekraft eingestellt. Bei Viola verstärkt sich der Verdacht, dass ihr Mann etwas im Schilde führt und so beginnt sie, ihm kleine Tracker unterzujubeln, deren Signal ihr seinen Standort jederzeit übermittelt. Was verheimlicht er ihr?

Und auch Ottilie, die Pflegerin, scheint etwas gegen Viola zu haben. Alleine in ihrem abgelegenen Haus, auf den Rollstuhl angewiesen, fühlt sie sich machtlos und das Misstrauen steigt.

Die Auflösung fand ich an sich auch gut, auch wenn es mir am Ende dann fast etwas zu schnell und "einfach" ging.

Etwas gestört haben mich einige Fehler, bspw. wurde Otilie manchmal "Olivia" genannt und einige Bands waren falsch geschrieben, S. 127: Es heißt "Panic! at the Disco" (nicht "Panic in the Disco), S, 240, es heißt "My Chamical Romance", da fehlte das "My".

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Veröffentlicht am 15.02.2026

Ein neuer Fall für Frieda Klein

Schwarzer Mittwoch
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Frieda Klein ist noch dabei, sich von den Vorfällen am Ende des letzten Bandes zu erholen, als sie unfreiwillig wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Gleichzeitig versucht der unsympathische Polizei-Psychologe, ...

Frieda Klein ist noch dabei, sich von den Vorfällen am Ende des letzten Bandes zu erholen, als sie unfreiwillig wieder in einen Mordfall hineingezogen wird. Gleichzeitig versucht der unsympathische Polizei-Psychologe, sie mit einem gefakten Psychopathen hereinzulegen, der sie im Endeffekt aber auf die Spur zahlreicher verschwundener Mädchen bringt. In ihrem gewohnten Stil macht Frieda sich natürlich auf, um Licht ins Dunkel zu bringen.
Dieser Band las sich für mich leider mühsamer als die bisherigen. Mit über 500 Seiten ist es recht lang und streckenweise auch (zu) langatmig geschrieben. Die Stimmung ist durchgehend düster und regnerisch, gleichzeitig ist es irgendwie überall, wo Frieda hinkommt – durch die Umstände auch in ihrem eigenen Zuhause – chaotisch, laut und dreckig.
Ganz London, so bekommt man den Eindruck, ist eigentlich ein dreckiges Loch, voller unfertiger Baustellen, Müll und ungewaschener Menschen. Da Frieda immer zu Fuß geht und dabei ausführlich beschrieben wird, was sie sieht, wird dieser Eindruck auch stetig aufrecht erhalten.
Auch DCI Karlsson und Yvette sind natürlich wieder dabei, diesmal ermitteln die Protagonist:innen aber parallel an zwei unterschiedlichen Fällen, sodass man teilweise den Eindruck hat, zwei Bücher gleichzeitig zu lesen. Für mich hätte es insgesamt temporeicher erzählt werden können, das Ende war gewohnt tragisch und irgendwie hoffnungslos.

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