nett für zwischendurch
AnatomyHazel möchte Ärztin bzw. Chirurgin werden. Doch das ist im 19. Jahrhundert gar nicht so leicht (oder eher unmöglich?) für eine Frau! Zu ihrem Glück trifft sie auf Dr. Beecham, einen hochangesehen Arzt. ...
Hazel möchte Ärztin bzw. Chirurgin werden. Doch das ist im 19. Jahrhundert gar nicht so leicht (oder eher unmöglich?) für eine Frau! Zu ihrem Glück trifft sie auf Dr. Beecham, einen hochangesehen Arzt. Mit ihm geht sie einen Deal ein - wenn sie die königliche Ärzteprüfung besteht, darf sie bei ihm arbeiten und weiter lernen.
Die Medizin des 19. Jahrhundert ist brutal, Hygiene ein absolutes Fremdwort und doch so interessant! Das Buch konnte mich in dieser Hinsicht sehr überzeugen. Die verschiedenen Methoden und Operationen waren gut beschrieben und mehr als einmal saß ich mit offenen Mund da!
Hazel war unglaublich. Obwohl ihr Traum für diese Zeit so abwegig ist, hält sie daran fest und würde alles dafür geben. Sie wurde von fast allen Männern als naives, kleines Dummerchen behandelt, aber das konnte sie auch nicht davon abhalten weiterzumachen.
Jack hat mich mit seinem Beruf zum einen fasziniert und zum anderen echt verstört. Sich selbst nennt er einen „Auferstehungsmann“. Kurz gesagt, gräbt er kürzlich beerdigte Leichen aus und verkauft sie an Ärzte und Anatomen, damit sie an ihnen lernen können. Abgesehen davon fand ich ihn echt toll. Wie er Hazel unterstützt und ihr vorhaben nicht für völlig absurd hält.
Das Ende war für mich irgendwie fehlt am Platz. Auf einmal ging alles ziemlich schnell - im vergleich zur restlichen Handlung, die sich doch auch an manchen Stellen gezogen hat. Der Plottwist hat mich sehr überrascht, aber im Endeffekt fand ich ihn etwas unrealistisch und nicht zu 100% stimmig.
Insgesamt fand ich das Buch ganz nett. Eine schöne Geschichte für zwischendurch und bekommt daher von mir gute 3 Sterne.