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Veröffentlicht am 19.11.2017

Utopie oder Dystopie?

Scythe – Die Hüter des Todes
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Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer (21. September 2017)
ISBN-13: 978-3737355063
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Scythe – Arc of a Scythe
Preis: 19,99€
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer (21. September 2017)
ISBN-13: 978-3737355063
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Scythe – Arc of a Scythe
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Utopie oder Dystopie?

Inhalt:
Citra und Rowan leben in einer perfekten Welt. Krankheiten und Tod sind besiegt. Keiner muss hungern. Um die dadurch explodierende Bevölkerungszahl unter Kontrolle zu halten, werden die weisesten Menschen zu Scythe berufen. Sie sind die Hüter des Todes. Sie entscheiden, wer weiterleben darf und wer „nachgelesen“ wird, d.h. sterben muss. Doch das Scythetum ist dabei, sich zu spalten. Während die einen bei ihren Nachlesen sanft vorgehen und mit den Nachgelesenen mitleiden, gewinnen andere immer mehr Spaß am Töten.

Citra und Rowan werden von einem Scythe als Lehrlinge angenommen. Doch am Ende der Lehrzeit wird nur einer von ihnen als Ehrenwerter Scythe berufen werden. Und seine erste Aufgabe wird es sein, den anderen nachzulesen. Nur dumm, dass die beiden Gefühle füreinander entwickeln …

Meine Meinung:
Neal Shusterman wollte nach seiner eigenen Aussage eine Utopie schreiben – als Gegengewicht zu all den Dystopien, die in den letzten Jahren den Jugendbuchmarkt überschwemmten. Er hat also eine perfekte Welt kreiert, eine Welt ohne Krieg, ohne Krankheit, ohne Tod. Halt, nicht ganz! Ohne Tod kommt auch diese Welt nicht aus, allerdings haben die Menschen den natürlichen Tod überwunden. Um das Gleichgewicht zu erhalten, darf die Zahl der Menschen aber nicht unkontrolliert steigen. Um kontrolliert zu töten, werden die Scythe berufen. Doch ist es wirklich besser, willkürlich oder nach bestimmten Gesichtspunkten von einem Scythe für die Nachlese ausgewählt zu werden, als eines natürlichen Todes zu sterben? Mir gefielen die vielen ethisch-moralischen Überlegungen zu diesem Thema, die einige Scythe, aber auch die Lehrlinge Citra und Rowan anstellen.

Neal Shusterman versteht es, eine Geschichte auf geniale Weise zu erzählen. Sein Schreibstil ist unheimlich fesselnd. Man fliegt nur so durch die Seiten. Dabei ist auch die Handlung sehr spannend, entwickelt sich doch das Scythetum in eine üble Richtung. Es gibt Scythe, die sich einfach nicht an die selbst auferlegten Regeln halten und auch vor Verbrechen nicht zurückschrecken.

Wie sich Citra und Rowan unter diesen Voraussetzungen entwicklen, ist sehr interessant zu verfolgen. Oft wissen sie nicht, wem sie vertrauen können oder ob sie der ihnen bevorstehenden Aufgabe überhaupt gewachsen sind. Und dann hängt ja noch ständig das Damoklesschwert der gegenseitigen Nachlese über ihnen. So befindet man sich als Leser ständig in einem Wechselbad der Gefühle.

Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Mal begleiten wir Citra, mal Rowan, dann wieder beide. Dazwischen gibt es Tagebucheinträge von verschiedenen Scythe, die uns noch mehr Hintergrundinformation geben. Alles zusammen ergibt dann eine stimmige und sehr spannende Handlung, wobei die kleine Liebesgeschichte von Citra und Rowan sich sehr im Hintergrund hält. Ich fand das perfekt.

Fazit:
„Scythe. Die Hüter des Todes“ ist der Auftakt einer Social-Fiction-Trilogie, der spannend und gefühlvoll erzählt wird und den Leser in eine (fast) perfekte Welt entführt.

Die Scythe-Trilogie:
Scythe 01. Die Hüter des Todes
Scythe 02. (erscheint voraussichtlich im März 2018)

★★★★★

Veröffentlicht am 17.11.2017

Der Kampf gegen die allmächtige Firma NeuroLink geht weiter

Cassandra - Niemand wird dir glauben
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Der Kampf gegen die allmächtige Firma NeuroLink geht weiter

Das Cover:
Wie schon beim 1. Band hat auch hier das Cover mit der Handlung nichts zu tun. Ich würde bei diesem Bild auf jeden Fall einen sehr ...

Der Kampf gegen die allmächtige Firma NeuroLink geht weiter

Das Cover:
Wie schon beim 1. Band hat auch hier das Cover mit der Handlung nichts zu tun. Ich würde bei diesem Bild auf jeden Fall einen sehr romantischen, evtl. auch fantastischen Roman erwarten. Doch damit liegt man ziemlich daneben. Ein Mädchen im wallenden Ballkleid kommt in der Geschichte einfach nicht vor, und auch sonst nichts, was annähernd in diese Richtung geht.

Inhalt:
Nachdem Liz und Sophie dem Sandmann entkommen sind, arbeitet Liz als Journalistin für den Blog Pandoras Wächter, wo sie immer wieder gegen die Machenschaften von NeuroLink anschreibt. Als sie eine Einladung zum Interview mit dem Firmenchef Harald Winter erhält, ergreift sie die Chance natürlich. Doch am nächsten Tag wird Winter tot aufgefunden und Liz kann sich an nichts erinnern …

Meine Meinung:
Etwa ein Jahr ist in der Geschichte vergangen seit dem Ende des 1. Bandes „Pandora. Wovon träumst du?“. In diesem Jahr sind einige Dinge geschehen, die nach und nach erwähnt werden, sodass die Lücke zwischen den Bänden allmählich geschossen wird.

Einige Ereignisse aus dem 1. Band werden hier zwar auch noch mal kurz erwähnt, ich sehe das aber eher als eine Auffrischung für diejenigen, die das Buch vor längerer Zeit gelesen haben. Für all die Leser, die „Pandora“ nicht kennen, stelle ich es mir sehr schwierig vor, die Handlung ganz zu verstehen.

Wie gewohnt wechselt die Erzählperspektive zwischen Sophie und Liz. Beide erzählen in der Ich-Form. Auch wenn ich meistens keine Probleme mit der Zuordnung hatte, kam es doch auch mal vor, dass ich zurückblättern musste, um nachzuschauen, wer jetzt gerade dran ist. Die beiden hatten sich im 1. Band noch mehr unterschieden. Durch ihr Zusammenleben sind sie sich anscheinend ein bisschen ähnlicher geworden. ?

Die Handlung ist von Anfang an spannend, konnte mich aber doch nicht ganz so mitreißen wie bei „Pandora“, wo alles noch neu und besonders war. Inzwischen ist man als Leser mit der Thematik dieser Dystopie ziemlich vertraut und so kann einen nicht so schnell etwas überraschen. Dabei hat die Autorin sogar einige Wendungen eingebaut, die ich so nicht vorhergesehen habe. Trotzdem fehlte mir einfach das gewisse Etwas, das ein Buch unsterblich macht.

Dabei kann ich mich auch mit dem Schluss nicht ganz anfreunden. Keine Frage, er ist logisch und verständlich. Ich kann alle Handlungen nachvollziehen. Aber ich hätte mir doch ein anderes Ende gewünscht, auch wenn das nicht so realistisch gewesen wäre. Aber das ist ja nur mein ganz persönliches Empfinden. Andere werden vielleicht gerade diesen Schluss als etwas Besonderes ansehen.

Fazit:
„Cassandra. Niemand wird dir glauben“ ist die spannende Fortsetzung eines dystopischen Jugendromans mit Thrillerelementen. Auch wenn mich der 2. Band nicht ganz so begeistern konnte wie der 1., hat mir das Lesen doch viel Spaß gemacht und ich habe Liz und Sophie gerne bei der Lösung ihrer Probleme begleitet.

Die Pandora-Dilogie:
1. Pandora. Wovon träumst du?
2. Cassandra. Niemand wird dir glauben

Veröffentlicht am 16.11.2017

Colleen Hoover hat dieses Mal eine wichtige Message

Nur noch ein einziges Mal
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Broschiert: 416 Seiten
Verlag: dtv (10. November 2017)
ISBN-13: 978-3423740302
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Originaltitel: It Ends With Us
Preis: 14,95€
auch als E-Book erhältlich


Colleen Hoover hat ...

Broschiert: 416 Seiten
Verlag: dtv (10. November 2017)
ISBN-13: 978-3423740302
empfohlenes Alter: ab 16 Jahren
Originaltitel: It Ends With Us
Preis: 14,95€
auch als E-Book erhältlich


Colleen Hoover hat dieses Mal eine wichtige Message

Früher habe ich immer behauptet, ich würde Bücher schreiben, um meine Leser zu unterhalten, nicht um irgendeine Botschaft weiterzugeben oder andere von meiner Meinung zu irgendeinem Thema zu überzeugen. Bei diesem Buch war das anders. (Nachwort, S. 405f.)

Inhalt:
Lily und Atlas haben beide eine schwere Jugend hinter sich. Sie stützen sich gegenseitig und entwickeln Gefühle füreinander. Doch dann verlieren sie sich aus den Augen.

Jahre später zieht Lily nach Boston und fängt dort ein neues Leben an. Alles scheint sich endlich zu fügen, Wohnung, Job usw. Da begegnet Lily dem charismatischen Ryle. Die beiden verlieben sich unsterblich ineinander. Das Leben könnte kaum schöner sein. Doch Ryle hat ein düsteres Geheimnis …

Meine Meinung:
ACHTUNG: Im Folgenden gehe ich auf das Thema des Buches ein. Manche Leserin könnte das bereits als SPOILER betrachten. Ich finde aber, dass man wissen sollte, worauf man sich hier einlässt. Wer also ganz sicher nicht gespoilert werden will, sollte bitte die nächsten zwei Abschnitte überspringen.

Colleen Hoover versteht es so gut, herzzerreißende Geschichten zu erzählen. Auch ihr neuestes Werk ist da keine Ausnahme. Dabei wirkt die Story sehr realistisch – kein Wunder, schreibt Hoover doch über ein Thema, das leider in viel zu vielen Familien zum Alltag gehört: häusliche Gewalt. Auch die Eltern der Autorin waren nach ihren Aussagen damit konfrontiert.

Dies erklärt vielleicht, wie Colleen Hoover es so locker schafft, dass man als Leser Verständnis für all ihre Protagonistinnen entwickelt. Warum man nachvollziehen kann, dass sie ihre prügelnden Männer nicht auf der Stelle verlassen. Es sagt sich so leicht, dass man sich so etwas nicht gefallen lassen würde, wenn man nicht selbst betroffen ist. Doch in der jeweiligen Situation kann das ganz anders aussehen. Es gibt so viele Faktoren, die bedacht werden müssen. Und oft ist da ja auch einfach die unbändige Liebe für diesen Mann, dem im Affekt mal die Hand ausgerutscht ist, der einen sonst aber auf Händen trägt. Diese Liebe lässt sich nicht so leicht abstellen.

Mit ihrem lockeren, mitreißenden Schreibstil konnte Colleen Hoover mich wieder einmal über die gesamte Länge des Romans fesseln. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen, wenn man einmal zu lesen angefangen hat. Denn man ist sofort mittendrin. An der Seite von Lily. Man leidet mit ihr, liebt mit ihr, bangt mit ihr, spürt ihre innere Zerrissenheit, ihre Zweifel und Selbstzweifel.

Die Ereignisse haben mich mehr als einmal wütend gemacht, mir aber auch immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Hoover hat mich mal wieder in ein Wechselbad der Gefühle gestürzt. Wie kaum eine andere Autorin kann sie wunderbare Liebesgeschichten erzählen, ohne kitschig zu klingen. Besonders beeindruckend fand ich hier, dass sie in den Lesenden Verständnis wecken kann für eigentlich absurde Handlungen. Dass man Figuren mag, die man eigentlich verabscheuen müsste. Insofern klingt das Buch noch lange nach, denn diese verdrehten Empfindungen muss man erst mal in seinem Kopf sortieren.

Fazit:
„Nur noch ein einziges Mal“ ist eine emotionale und fesselnde Liebesgeschichte mit ernstem Hintergrund, locker und mitreißend erzählt, tief bewegend und nachhaltig. Meine Empfehlung: lesen!

★★★★★

Vielen Dank an den dtv für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.11.2017

Hilfreiche Vorschläge für das Anlegen einer Schreibwerkstatt

Mit dem Schreiben anfangen
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Gebundene Ausgabe: 158 Seiten
Verlag: Duden (1. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3411749041
Preis: 14,95€


Hilfreiche Vorschläge für das Anlegen einer Schreibwerkstatt

Im vorliegenden Büchlein „Mit dem Schreiben ...

Gebundene Ausgabe: 158 Seiten
Verlag: Duden (1. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3411749041
Preis: 14,95€


Hilfreiche Vorschläge für das Anlegen einer Schreibwerkstatt

Im vorliegenden Büchlein „Mit dem Schreiben anfangen“, das in der Reihe Kreatives Schreiben im Dudenverlag erschienen ist, leitet Ortheil angehende Autoren beim Anlegen einer Schreibwerkstatt an und führt sie erst einmal ganz zurück an den Anfang.

Beginnend mit der Auswahl eines Raumes zum Schreiben, eines Schreibtischs und eines Stuhls, sodann der Auswahl des Schreibgeräts usw. sind zuerst einige Dinge zu erledigen, die mit dem fertigen Buch noch wenig zu tun haben, aber doch unerlässlich sind.

Schließlich geht es darum, kleine Schriftstücke anzufertigen. Auch hier wird wieder ganz am Anfang begonnen. Mit dem Abschreiben fremder Texte, dem Aufschreiben eigener Wörter, Sätze, eines kurzen Abschnitts. Mit der Sammlung von Zeitungsausschnitten, Einkaufszetteln, Beschreibungen einzelner Personen oder Räume, ohne dass bereits eine Geschichte erzählt wird. Diese können aber später in eine Erzählung eingebaut werden. Ortheil regt zum Beobachten alltäglicher Situationen an, die als Notiz oder Tagebucheintrag Eingang in die Schreibwerkstatt finden. So baut man mit der Zeit einen reichen Fundus auf, aus dem man sich später bedienen kann.

Der Hauptteil des Buches besteht aus fünf Teilen, die jeweils fünf Kapitel umfassen. Ortheil zitiert andere Autoren, solche aus der Gegenwart, aber auch welche, die vor Jahrzehnten, ja sogar vor Jahrhunderten, gelebt und geschrieben haben. Hier zeigt er auf, auf welche verschiedene Weise man eine Aufgabe angehen kann. Welche Art für einen selbst die richtige ist, muss der angehende Autor/Leser dieses Buchs selbst herausfinden. Dabei helfen sicher die kleinen und größeren Schreibaufgaben, die Ortheil am Ende jedes Kapitels stellt.

Über den Autor:
Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 geboren. Er ist Autor vieler Romane, Sachbücher und Drehbücher. Neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ist er Professor für Kreatives Schreiben an der Universität Hildesheim. Für sein Werk wurde er mit vielen Preisen ausgezeichnet.

★★★★☆

Vielen Dank an Literaturtest und den Dudenverlag für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.11.2017

Erschreckendes Szenario, dabei gar nicht so weit hergeholt

Leere Herzen
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Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (13. November 2017)
ISBN-13: 978-3630875231
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Erschreckendes Szenario, dabei ...

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Luchterhand Literaturverlag (13. November 2017)
ISBN-13: 978-3630875231
Preis: 20,00€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Erschreckendes Szenario, dabei gar nicht so weit hergeholt

Inhalt:
Deutschland, 2025. Britta Söldner und ihr Partner Babak Hamwi betreiben offiziell eine Heilpraxis für Psychotherapie. Dabei haben sie nur selbstmordgefährdete Menschen im Visier. Von denen gibt es genug, denn viele empfinden ihr Leben in dieser Gesellschaft als sinnlos. Doch das Ziel von Britta und Babak ist es nicht, diese Menschen zu heilen, sondern mit ihrem Tod Geld zu verdienen. Das funktioniert auch sehr gut, bis sich jemand in das lukrative Geschäft einmischt und Britta und Babak plötzlich in Gefahr sind …

Meine Meinung:
Der Verlag deklariert Juli Zehs Buch einfach als Roman. Doch steckt auch ein bisschen Dystopie darin, ebenso wie ein Teil Politthriller und ein Teil Psychothriller. Ich denke, die Autorin will die politikverdrossenen Wähler bzw. Nichtwähler aufrütteln, indem sie aufzeigt, wohin es führen kann, wenn wir nicht alle Verantwortung für unsere Gesellschaft übernehmen. Im Buch musste zum Beispiel Angela Merkel ihren Posten Regula Freyer von der BBB (Besorgte BürgerBewegung) überlassen, die der Demokratie immer mehr zusetzt und die Freiheiten der Bürger einschränkt. Bei aller Gesellschaftskritik, die Juli Zeh vorbringt, empfinde ich aber keinen erhobenen Zeigefinger. Sie stellt einfach dar, was sein könnte.

Mir gefiel die Erzählweise der Autorin sehr gut. Die Sprache ist klar, präzise und lebendig. Sie versteht es, eine bedrohliche Atmosphäre heraufzubeschwören und den Leser zu fesseln. Bereits auf den ersten Seiten, wo ein Familienidyll beschrieben wird, ahnt man schon, dass sich etwas zusammenbraut. Es ist eine unterschwellige Spannung zu spüren, die sich im Verlauf des Romans immer weiter steigert. Mir fiel es sehr schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

Dabei war mir die Protagonistin Britta alles andere als sympathisch. Sie wirkt zuweilen sehr kalt und abgeklärt, gleichzeitig aber auch etwas mitgenommen, sodass sie einem dann wieder leidtut. Trotzdem musste ich sie für ihren gelungenen Spagat zwischen heiler Welt mit ihrer Familie und ihrem illegalen beruflichen Tun bewundern. Sie ist eine vielschichtige Persönlichkeit, die ich sehr interessant fand. Auch Babak hat gleich mein Interesse geweckt. Er erscheint wesentlich umgänglicher als Britta, hat aber auch sein Päckchen zu tragen.

Das Ende konnte mich überraschen, ist aber stimmig und rund, sodass ich das Buch zufrieden und nachdenklich zuschlagen konnte.

Fazit:
„Leere Herzen“ ist eine sehr gelungene und provokante Gesellschaftskritik, die in einer spannenden Handlung verpackt ist.

★★★★★

Herzlichen Dank an das Bloggerportal und den Luchterhand Verlag für das Rezensionsexemplar.