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Veröffentlicht am 28.11.2017

Fesselnd, ergreifend, tragisch, aber auch mal witzig

Nächstes Jahr am selben Tag
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Broschiert: 373 Seiten
Verlag: dtv (10. März 2017)
ISBN-13: 978-3423740258
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: November 9
Preis: 14,95€
auch als E-Book erhältlich


Fesselnd, ergreifend, tragisch, ...

Broschiert: 373 Seiten
Verlag: dtv (10. März 2017)
ISBN-13: 978-3423740258
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: November 9
Preis: 14,95€
auch als E-Book erhältlich


Fesselnd, ergreifend, tragisch, aber auch mal witzig

Inhalt:
Fallon und Ben sind 18 Jahre alt, als sie sich kennenlernen und es gleich funkt zwischen ihnen. Nur dumm, dass Fallon gerade im Begriff ist, von Los Angeles nach New York zu ziehen. Und außerdem will sie den Rat ihrer Mutter beherzigen, sich nicht zu binden, bevor sie 23 ist. Also beschließen die beiden, sich fünf Jahre lang nur ein Mal im Jahr zu treffen, genau am 9. November, und ansonsten keinen Kontakt zu haben, um sich nicht vom Leben abhalten zu lassen.

Meine Meinung:
Ich habe alle Bücher von CoHo gelesen und liebe einfach ihren erfrischenden Schreibstil. Kaum eine andere Autorin versteht es, Liebesszenen so gefühlvoll zu schreiben, ohne kitschig zu klingen.

Auch „Nächstes Jahr am selben Tag“ ist in dieser Hinsicht wieder ein Volltreffer.

Ein besonderes Bonbon in diesem Roman ist, dass Colleen Hoover sich selbst auf die Schippe nimmt. Sie lässt ihre Protagonistin allerlei an Liebesromanen bemängeln, was sie in ihren eigenen Romanen aber selbst schreibt. Das ist echt toller Humor, ich musste oft grinsen.

Ansonsten ist dieses Buch mal wieder eine Achterbahn der Gefühle. Ich war gerührt, himmelhochjauchzend, traurig, schockiert, wütend, glückselig – alles, was man sich nur vorstellen kann. Man weiß nie, welches Gefühl einen auf der nächsten Seite erwartet, denn die Autorin reißt immer wieder das Ruder herum und sorgt für eine Überraschung, die man niemals erwartet hätte.

Als Leserin leidet man mit Fallon und Ben mit, verflucht die Jahre zwischen all den 9. Novembern und seufzt erleichtert auf, wenn sich die beiden endlich wiedersehen. Sehr schön fand ich, dass die Perspektive immer zwischen Fallon und Ben wechselt. So lernt man beide Protagonisten sehr gut kennen und kann beide gut verstehen und ihre Handlungsweisen nachvollziehen. Durch die Ich-Form der Erzählung fühlt man sich ihnen ganz nah.

Beide Protagonisten waren mir einfach nur super sympathisch. Ich wollte ihnen ihr Glück so gerne gönnen, doch das Schicksal funkt immer wieder dazwischen (manchmal auch die Sturheit der ein oder anderen Person), sodass es bis zum Ende offen bleibt, ob die beiden nun richtig zusammenkommen oder nicht.

Fazit:
Ein wunderbarer Roman über die erste Liebe, der von der ersten Seite an zu fesseln vermag und die Leserin auf eine Achterbahn der Gefühle schickt. Absolute Leseempfehlung!

★★★★★

Veröffentlicht am 22.11.2017

Ein Abbild der US-amerikanischen Gesellschaft

Frank
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Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
Verlag: Hanser Berlin (28. September 2015)
ISBN-13: 978-3446249233
Originaltitel: Let Me Be Frank With You
Preis: 19,90€
auch als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erhältlich

Ein ...

Gebundene Ausgabe: 219 Seiten
Verlag: Hanser Berlin (28. September 2015)
ISBN-13: 978-3446249233
Originaltitel: Let Me Be Frank With You
Preis: 19,90€
auch als Taschenbuch, E-Book und Hörbuch erhältlich

Ein Abbild der US-amerikanischen Gesellschaft

Viele Leser werden Frank Bascombe von früher kennen; wenn nicht, ist das kein Beinbruch. Man braucht für dieses Buch keine Vorkenntnisse. Es geht ums Jetzt. In vier Episoden begleiten wir den mittlerweile 68 Jahre alten Frank durch die Vorweihnachtszeit 2012.

Der Hurrikan Sandy hat die Ostküste der USA verwüstet. Betroffen ist auch Franks ehemaliges Haus, das er vor acht Jahren verkauft hat.

Eine unbekannte Frau bittet darum, das Haus, das Frank jetzt bewohnt, sehen zu dürfen, denn sie hat dort ihre Kindheit verbracht und eine grausige Geschichte zu erzählen.

Franks erste Frau, Ann, lebt in einem Luxus-Pflegeheim, wo Frank sie mehr oder weniger widerwillig besucht.

Schließlich besucht er einen alten Freund, der im Sterben liegt und Frank ein lang gehütetes Geheimnis anvertraut.

Man sieht schon, dass Richard Ford sich hauptsächlich mit der Vergänglichkeit befasst, Naturkatastrophe, Krankheit, Tod. Was einem eine Riesenangst bereiten könnte, lässt Frank Bascombe relativ kalt. Er laviert sich durchs Leben, ohne große Ansprüche, aber doch mit seiner ganz eigenen Meinung zu allem. Mal trocken, mal sarkastisch nimmt er die Ereignisse aufs Korn und die Gesellschaft auseinander.

Richard Ford lässt seinen Protagonisten in der Ich-Form erzählen, wodurch eine gewisse Nähe entsteht. Die Sprache ist anspruchsvoll, aber trotzdem locker zu lesen. Der Spagat zwischen ernst, humorvoll und traurig ist gelungen.

Insgesamt hat mir „Frank“ recht gut gefallen. Die paar Sätze zum Thema Transgender hätte Ford sich allerdings besser gespart. Oder besser recherchieren müssen …

★★★★☆

Veröffentlicht am 21.11.2017

Iskari hält einige Überraschungen bereit

Iskari - Der Sturm naht
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Gebundene Ausgabe: 415 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (2. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3453271234
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Iskari - The Last Namsara
Preis: 16,99€
auch als ...

Gebundene Ausgabe: 415 Seiten
Verlag: Heyne Verlag (2. Oktober 2017)
ISBN-13: 978-3453271234
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Iskari - The Last Namsara
Preis: 16,99€
auch als E-Book erhältlich

Iskari hält einige Überraschungen bereit

Inhalt:
Als Kind lockte Asha mit den verbotenen alten Geschichten den mächtigsten Drachen, Kozu, zu sich. Doch dieser legte die Stadt Firgaard in Schutt und Asche. Um das von seiner Tochter Asha verursachte Leid zu sühnen, versprach der König sie dem Kommandanten Jarek zur Frau, sobald sie alt genug wäre. Und Asha hat sich seitdem der Drachenjagd verschrieben, sie ist eine Iskari, eine Todbringerin. Nun steht die Hochzeit kurz bevor, doch Asha verabscheut Jarek und versucht, der Pflicht zu entkommen.

Meine Meinung:
Mir gefiel die Welt, in die uns Kristen Ciccarelli entführt, sehr gut. Sie wirkt magisch, orientalisch angehaucht und fast ein bisschen märchenhaft. Völker, die verfeindet sind. Ein Volk, das andere unterdrückt und versklavt. Und die wunderbaren Drachen. Dazu gibt es eine Menge Geheimnisse und Intrigen, die später nach und nach ans Tageslicht kommen und für viele Überraschungen sorgen. Ich war immer wieder erstaunt, wie schnell sich das Blatt wendet, weil eine Figur sich als gänzlich anders entpuppt, als ich zuerst dachte. Man kann dieses komplexe Konstrukt wirklich nicht von Anfang an durchschauen. Das ist toll gemacht.

Die Geschichte wird hauptsächlich aus Ashas Perspektive in der 3. Person erzählt. Trotzdem blieb mir die Protagonistin relativ fern. Ich konnte mir die Umgebung und selbst die Nebenfiguren besser vorstellen als Asha. Das mag vielleicht ein wenig damit zusammenhängen, dass sie mir nicht unbedingt sympathisch war. Was aber nicht ihre Schuld war, sie wurde eben so erzogen und braucht eine Weile, bis sie über ihren Schatten springen kann. Am Ende mochte ich sie

Dabei ist Asha ein sehr interessanter Charakter. Das Volk fürchtet sie als Todbringerin. Sie hadert mit sich selbst und ihrer Rolle, die sie hasst. Doch tapfer bemüht sie sich, ihre Schuld aus Kindheitstagen abzutragen, indem sie Drachen für Drachen aufspürt und tötet.

Emotional viel näher waren mir zum Beispiel der Sklave Torwin, der sehr selbstbewusst wirkt und sich nicht so schnell einschüchtern lässt, aber auch Gefühle zeigen kann. Oder Ashas Bruder Dax, der schon als Kind für zu dumm gehalten wurde, um jemals den Thron besteigen zu können.

Interessant fand ich auch die alten Geschichten, die die Haupthandlung für ein paar Seiten unterbrechen und mehr von der Vergangenheit dieser Stadt und ihrer Bewohner erzählen.

„Iskari. Der Sturm naht“ ist der Auftaktband einer Trilogie.

Fazit:
Alles in Allem ist es eine spannende Geschichte mit vielen überraschenden Wendungen. Trotzdem konnte sie mich nicht restlos begeistern. Das gewisse Etwas, das mein Herz berührte, fehlte mir einfach.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Verlag Heyne fliegt und die buchflüsterer, die mir ein Rezensionsexemplar zugeschickt haben.

Veröffentlicht am 20.11.2017

So hätte es durchaus sein können

Der Junge auf dem Berg
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Gebundene Ausgabe: 301 Seiten
Verlag: FISCHER KJB (24. August 2017)
ISBN-13: 978-3737340625
empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: The Boy at the Top of the Mountain
Preis:16,99€
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 301 Seiten
Verlag: FISCHER KJB (24. August 2017)
ISBN-13: 978-3737340625
empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
Originaltitel: The Boy at the Top of the Mountain
Preis:16,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich



So hätte es durchaus sein können

Inhalt:
1930er Jahre. Pierrot ist sieben Jahre alt, als er Waise wird. Seine Tante holt ihn zu sich in den Haushalt, in dem sie als Hauswirtschafterin arbeitet. Der Herr ist streng und Pierrot tut alles, damit er dort bleiben darf. Es ist kein anderer als Adolf Hitler. Pierrot, dessen bester Freund in Paris ein Jude war, wird zu Hitlers glühendstem Anhänger.

Meine Meinung:
Wie schon „Der Junge im gestreiften Pyjama“ hat mich auch dieser Roman stark beeindruckt. Es gelingt Boyne locker, die unheilvolle Entwicklung des kleinen Pierrot darzulegen. Die Nähe zu dem charismatischen Hitler beeinflusst den Jungen mehr, als es seine Erziehung tun könnte. Ganz allmählich, fast unmerklich ändern sich seine Ansichten und Verhaltensweisen, bis es (für manchen) zu spät ist.

Was auf Pierrot zutrifft, kann natürlich auch auf die übrige Bevölkerung übertragen werden. So wird klar, warum Hitler so viele Anhänger hatte bzw. sich so wenige gegen ihn aufgelehnt haben.

Von der Sprache her ist es wirklich ein Kinderbuch. Da es aber einige schreckliche Szenen gibt, halte ich das empfohlene Alter von etwa 12 Jahren für angemessen. Gerade auch als Schullektüre könnte ich mir dieses wichtige Werk gut vorstellen.

Fazit:
Ein ergreifender und erschütternder Roman über den Untergang eines jungen Menschen im Nationalsozialismus. Er zeigt auf, wie leicht Menschen manipuliert werden können und was das Gefühl von Macht alles anrichten kann.

★★★★★

Veröffentlicht am 19.11.2017

Utopie oder Dystopie?

Scythe – Die Hüter des Todes
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Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer (21. September 2017)
ISBN-13: 978-3737355063
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Scythe – Arc of a Scythe
Preis: 19,99€
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer (21. September 2017)
ISBN-13: 978-3737355063
empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: Scythe – Arc of a Scythe
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Utopie oder Dystopie?

Inhalt:
Citra und Rowan leben in einer perfekten Welt. Krankheiten und Tod sind besiegt. Keiner muss hungern. Um die dadurch explodierende Bevölkerungszahl unter Kontrolle zu halten, werden die weisesten Menschen zu Scythe berufen. Sie sind die Hüter des Todes. Sie entscheiden, wer weiterleben darf und wer „nachgelesen“ wird, d.h. sterben muss. Doch das Scythetum ist dabei, sich zu spalten. Während die einen bei ihren Nachlesen sanft vorgehen und mit den Nachgelesenen mitleiden, gewinnen andere immer mehr Spaß am Töten.

Citra und Rowan werden von einem Scythe als Lehrlinge angenommen. Doch am Ende der Lehrzeit wird nur einer von ihnen als Ehrenwerter Scythe berufen werden. Und seine erste Aufgabe wird es sein, den anderen nachzulesen. Nur dumm, dass die beiden Gefühle füreinander entwickeln …

Meine Meinung:
Neal Shusterman wollte nach seiner eigenen Aussage eine Utopie schreiben – als Gegengewicht zu all den Dystopien, die in den letzten Jahren den Jugendbuchmarkt überschwemmten. Er hat also eine perfekte Welt kreiert, eine Welt ohne Krieg, ohne Krankheit, ohne Tod. Halt, nicht ganz! Ohne Tod kommt auch diese Welt nicht aus, allerdings haben die Menschen den natürlichen Tod überwunden. Um das Gleichgewicht zu erhalten, darf die Zahl der Menschen aber nicht unkontrolliert steigen. Um kontrolliert zu töten, werden die Scythe berufen. Doch ist es wirklich besser, willkürlich oder nach bestimmten Gesichtspunkten von einem Scythe für die Nachlese ausgewählt zu werden, als eines natürlichen Todes zu sterben? Mir gefielen die vielen ethisch-moralischen Überlegungen zu diesem Thema, die einige Scythe, aber auch die Lehrlinge Citra und Rowan anstellen.

Neal Shusterman versteht es, eine Geschichte auf geniale Weise zu erzählen. Sein Schreibstil ist unheimlich fesselnd. Man fliegt nur so durch die Seiten. Dabei ist auch die Handlung sehr spannend, entwickelt sich doch das Scythetum in eine üble Richtung. Es gibt Scythe, die sich einfach nicht an die selbst auferlegten Regeln halten und auch vor Verbrechen nicht zurückschrecken.

Wie sich Citra und Rowan unter diesen Voraussetzungen entwicklen, ist sehr interessant zu verfolgen. Oft wissen sie nicht, wem sie vertrauen können oder ob sie der ihnen bevorstehenden Aufgabe überhaupt gewachsen sind. Und dann hängt ja noch ständig das Damoklesschwert der gegenseitigen Nachlese über ihnen. So befindet man sich als Leser ständig in einem Wechselbad der Gefühle.

Erzählt wird die Geschichte aus wechselnden Perspektiven. Mal begleiten wir Citra, mal Rowan, dann wieder beide. Dazwischen gibt es Tagebucheinträge von verschiedenen Scythe, die uns noch mehr Hintergrundinformation geben. Alles zusammen ergibt dann eine stimmige und sehr spannende Handlung, wobei die kleine Liebesgeschichte von Citra und Rowan sich sehr im Hintergrund hält. Ich fand das perfekt.

Fazit:
„Scythe. Die Hüter des Todes“ ist der Auftakt einer Social-Fiction-Trilogie, der spannend und gefühlvoll erzählt wird und den Leser in eine (fast) perfekte Welt entführt.

Die Scythe-Trilogie:
Scythe 01. Die Hüter des Todes
Scythe 02. (erscheint voraussichtlich im März 2018)

★★★★★