Profilbild von Lilli33

Lilli33

Lesejury Star
offline

Lilli33 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lilli33 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.04.2017

Ein Tag voller Liebe

The Sun Is Also a Star
0

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Dressler (20. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3791500324
empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre
Originaltitel: The Sun is also a star
Preis: 19,99€
auch als E-Book ...

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten
Verlag: Dressler (20. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3791500324
empfohlenes Alter: 14 – 16 Jahre
Originaltitel: The Sun is also a star
Preis: 19,99€
auch als E-Book erhältlich



Ein Tag voller Liebe

Inhalt:
Natasha soll am Abend dieses Tages abgeschoben werden. Sie versucht bis zu letzten Minute, dies zu verhindern. Daniel hat ein Vorstellungsgespräch für die Uni. Als Folge vieler kleiner Zufälle laufen die beiden sich mitten in New York über den Weg. Daniel ist schnell fasziniert von dem hübschen Mädchen und setzt alles daran, ihr näher zu kommen. Natasha ist dagegen erst mal ziemlich abweisend. Es wird ein intensiver Tag für die beiden mit nachhaltigen Gesprächen über die Liebe, über das Leben und über ihre Träume. Ein Tag voller Gefühle und voller Hoffnungen.

Meine Meinung:
Nicola Yoon hat mich mit ihrem neuen Jugendroman absolut gefesselt. Der Schreibstil ist jugendlich leicht und sehr lebendig. Die kurzen Kapitel spiegeln abwechselnd Daniels und Natashas Perspektive wider, ergänzt von anderen Personen und auch mal informativen Einschüben. Die Handlung ist durchzogen von einem Auf und Ab der unterschiedlichsten Gefühlen – eine wahre Achterbahn. Mir ging die Geschichte von Natasha und Daniel unter die Haut, und ich war so manches Mal nah dran zu heulen.

Eigentlich mag ich Liebe-auf-den-ersten-Blick-Geschichten nicht so sehr. Aber hier ist es ja nicht so, dass die beiden sich sehen und sich sofort restlos verfallen sind. Sie verbringen an diesem Tag einfach sehr viel Zeit miteinander und lernen sich dabei nach und nach immer besser kennen. Das hat auch ein bisschen Magisches an sich, wirkt aber absolut nicht aus der Luft gegriffen, sondern lässt sich sehr gut nachvollziehen.

Als Leser lernt man die beiden Jugendlichen und ihren Hintergrund auch immer besser kennen. Natasha ist illegal in den USA. Sie stammt aus Jamaika, während Daniels Eltern aus Korea eingewandert sind. Die Probleme von Einwanderern spielen daher auch eine Rolle in diesem Buch. Man setzt sich automatisch mit den fremden Kulturen auseinander und erhält ein buntes Bild vom Big Apple.

Mir waren sowohl Natasha als auch Daniel auf Anhieb sehr sympathisch. Es fiel mir leicht, mich in diese Charaktere hineinzuversetzen und ihre Handlungsweisen zu verstehen. Dabei sind beide sehr unterschiedlich. Daniel ist mehr der Träumer, der Gedichte schreibt, während Natasha sich für Naturwissenschaften begeistert und recht pragmatisch veranlagt ist. Ich fand es toll, wie die beiden sich im Lauf des Tages auf den jeweils anderen einlassen und von den fremden Ansichten profitieren können.

Fazit:
Ein lesenswertes Jugendbuch, das einerseits um Toleranz für Angehörige fremder Kulturen wirbt, andererseits dazu auffordert, seinen eigenen Weg im Leben zu finden und seine Träume nicht aufzugeben. Dies alles ist wunderbar verpackt in eine Liebesgeschichte, die mich wirklich berührt hat.

★★★★★

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Dressler Verlag für das Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise zugeschickt wurde.

Veröffentlicht am 02.04.2017

Kein Thriller, aber trotzdem eine gute Geschichte

Good as Gone
0

Format: 1 MP3 CD
Länge: Gekürzte Lesung, Laufzeit 7h 31min
Sprecher: Nellie Thalbach und Anna Thalbach
Verlag: der Hörverlag (27. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3844525403
auch als broschiertes ...

Format: 1 MP3 CD
Länge: Gekürzte Lesung, Laufzeit 7h 31min
Sprecher: Nellie Thalbach und Anna Thalbach
Verlag: der Hörverlag (27. Februar 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3844525403
auch als broschiertes Taschenbuch und als E-Book erhältlich



Kein Thriller, aber trotzdem eine gute Geschichte

Inhalt:
Die 13-jährige Julie wird aus ihrem Elternhaus entführt. Ihre jüngere Schwester Jane ist die einzige Zeugin. Acht Jahre später steht eine junge Frau vor der Haustür und behauptet, Julie zu sein. Doch bald ergeben sich Zweifel daran …

Meine Meinung:
Gleich zu Anfang ist die Spannung sehr hoch. Wir erleben Julies Entführung und Janes Ängste hautnah mit. Leider flacht die Spannungskurve dann bald ab, um erst gegen Ende wieder anzusteigen. Der Mittelteil ist doch ein klein wenig langatmig und auch verwirrend, bis man kapiert hat, wer die vielen Frauen sind, die hier zu Wort kommen und was sie miteinander zu tun haben.

Ein Großteil der Handlung wird aus Annas Sicht erzählt, und zwar in der Ich-Form. Anna ist Julies und Janes Mutter. Dieser Part wird im Hörbuch genial interpretiert von Anna Thalbach. Ich finde zwar ihre Stimme ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber sie kann mich locker bei der Stange halten, ohne dass ich einschlafe oder mit den Gedanken abschweife. Sie liest sehr energisch, legt ganz viel Gefühl in den Charakter, rasante Stellen werden im Turbotempo, aber doch gut verständlich gelesen, sodass man als Zuhörer einfach mitgerissen wird.

Julie und die anderen Frauen/Mädchen werden von Nellie Thalbach gesprochen. Sie liest nicht schlecht, aber ein wenig mehr Pathos könnte nicht schaden. Außerdem nervte es mich auf Dauer, dass sie oft „ü“ statt „i“ sagt, also zum Beispiel „ürgendwann“, „Pfürsich“, „Tüsch“ oder „würkte“. Ich gebe aber zu, dass ich in dieser Hinsicht etwas überempfindlich bin.

Während Annas und Julies Kapitel in der Gegenwart spielen, beleuchten die anderen die Geschehnisse während der vergangenen acht Jahre. Anna versucht in der Gegenwart mehr über die angebliche Julie herauszufinden, als Leser erfahren wir vieles aus den Erzählungen von Violet, Esther und Co. So nähert sich die Geschichte von zwei Seiten ihrem Knackpunkt. Und der hat es wirklich in sich. Die Auflösung ist ziemlich haarsträubend und berührend, nicht unbedingt wahrscheinlich, aber doch in sich logisch und nachvollziehbar.

Fazit:
Das Hörbuch „Good as Gone“ hat mir ein paar schöne Stunden beschert. Teilweise spannend, teilweise berührend, wird die Geschichte einer Kindesentführung aufgedeckt. Besonders Anna Thalbach hat mir dabei als Sprecherin der Mutterrolle imponiert.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Hörverlag und das Bloggerportal, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellten.

Veröffentlicht am 31.03.2017

Acht Autorinnen, acht Liebesgeschichten, null Happy End

#herzleer
0

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Oetinger (20. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3789104954
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Acht Autorinnen, ...

Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
Verlag: Oetinger (20. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3789104954
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 13 – 16 Jahre
Preis: 14,99€
auch als E-Book erhältlich

Acht Autorinnen, acht Liebesgeschichten, null Happy End

Inhalt:
Lena Gorelik: Die letzte Nachricht
Anke Weber: Herz Pogo
Sabine Schoder: Herzspieß
Ruth Olshan: Sockenkonferenz
Tanja Heitmann: Nur einmal
Katrin Zipse: Erdbeermond
Jennifer Benkau: Ungesagtes
Maike Stein: Ein halber Sommer lang

Meine Meinung:
Eigentlich bin ich gar kein Fan von Kurzgeschichten oder Erzählungen. Doch weil ich die meisten der hier beteiligten Autorinnen von ihren Romanen her kenne und schätze, wollte ich auch dieses Gemeinschaftswerk gerne lesen. Und ich habe es nicht bereut! Trotz der Kürze der Texte habe ich in diesem Buch wahre Perlen entdeckt, die auf wenigen Seiten so viel aussagen können. Zwei der Geschichten haben mich nicht so mitgerissen, die anderen dafür umso mehr.

Die einzelnen Geschichten sind total unterschiedlich, sowohl was die Protagonisten angeht als auch den Schreibstil und die Erzählweise betreffend. Und da auch die Leser ganz unterschiedlich sind, wird bestimmt jeder Leser seine Lieblingsgeschichte finden und jede Geschichte ihren Fan.

Mal betrachtet eine Autorin eine zu Ende gegangene Liebe, mal den Tod des Geliebten, mal geht es um eine verpasste Gelegenheit, mal um widrige Umstände, die dafür sorgen, dass eine Liebe nicht sein kann. Immer erlebt man beim Lesen intensive Emotionen und weiß doch aufgrund des Buchtitels schon, dass die Liebe nicht Bestand haben wird. Trotzdem habe ich mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mit den Protagonisten hoffte und ihnen die Daumen drückte. Obwohl keine der Geschichten ein Happy End hat, sind sie nicht nur traurig und melancholisch. Bei einigen blitzt auch immer wieder ein Fünkchen Humor durch.

Bei den Protagonisten handelt es sich in der Mehrzahl um Teenager, sodass diese Zielgruppe sich am meisten angesprochen fühlen dürfte. Doch auch Erwachsene können durchaus etwas für sich aus diesen wunderbaren Geschichten mitnehmen.

Durch ihre Länge von ca. 25 – 30 Seiten eignen sich die Geschichten hervorragend, um immer mal wieder eine zwischendurch zu lesen. Ich habe das Lesen dieser acht Geschichten sehr genossen.

★★★★☆

Ich bedanke mich ganz herzlich beim Oetinger Verlag für das Rezensionsexemplar, das mir freundlicherweise zugeschickt wurde.

Veröffentlicht am 31.03.2017

Fesselnder Psychothriller

Mein Wille geschehe
0

Broschiert: 334 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (16. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3431039818
empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Preis: 15,00€
auch als E-Book und als Hörbuch-Download erhältlich



Fesselnder ...

Broschiert: 334 Seiten
Verlag: Bastei Lübbe (16. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3431039818
empfohlenes Alter: Ab 16 Jahren
Preis: 15,00€
auch als E-Book und als Hörbuch-Download erhältlich



Fesselnder Psychothriller

Inhalt:
Derya hat eine schlimme Ehe hinter sich. Ihr Ex-Mann Robert belästigt sie weiterhin. Und dann wird Derya immer öfter verfolgt, jemand dringt in ihre Wohnung ein und verwüstet sie. Steckt Robert dahinter? Derya kann sich niemandem anvertrauen außer ihrer Freundin Sonne und ihrem Kater Odin. Erst als ihre Jugendliebe Jakob aus Amerika zurückkehrt, fühlt Derya sich sicher. Doch Jakob hat ein Geheimnis …

Meine Meinung:
Mit ihrem lebhaften Schreibstil kann Jennifer Benkau mich immer wieder begeistern. Sie reißt mich einfach mit und tief hinein in ihre Geschichten, so auch in „Mein Wille geschehe“. Die Figuren wirken sehr lebendig, und es fiel mir nicht schwer, sie mir gedanklich vorzustellen. Auch ihre Handlungsweisen, so abstrus sie manchmal wirken, sind nachvollziehbar erklärt.

Derya war mir auf Anhieb sympathisch, obwohl sie schon etwas seltsam ist. Doch warum sie so ist, warum sie sich so verkriecht und kaum Freunde hat, wird im Laufe des Romans deutlich. Besonders gut hat es mir gefallen, dass Derya Autorin ist, aber nach ihrem ersten Bestseller, einem Thriller, nichts mehr auf die Beine bringt. Die Handlung von Deryas Roman wird perfekt mit der Handlung von Jennifer Benkaus Roman verwoben.

Immer wieder konnte Benkau mich von Neuem überraschen, sei es durch die Charaktere oder durch unerwartete Wendungen in der Handlung. Dabei steigt die Spannungskurve stetig an. Nach den ersten ca. 50 Seiten war es mir unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Ich wollte unbedingt sofort wissen, wer nun hinter der Bedrohung steckt und wie Derya da wieder raus kommt. Ihre Panik, die sie wegen all des Psychoterrors hat, habe ich direkt mit empfunden.

Fazit:
Ein spannender Thriller mit vielen Psychoelementen, fesselnd erzählt und mit einigen Überraschungen garniert. Für Thriller-Fans, die auf allzu viel Blut gerne verzichten.

★★★★★

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich beim Verlag Bastei Lübbe und Literaturschock ganz herzlich.

Veröffentlicht am 28.03.2017

Zutiefst berührend

Ein fauler Gott
0

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (6. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3518425879
Preis: 22,00€
auch als E-Book erhältlich


Zutiefst berührend

Inhalt:
Hamburg, 1972. Der achtjährige ...

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Suhrkamp Verlag (6. März 2017)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3518425879
Preis: 22,00€
auch als E-Book erhältlich



Zutiefst berührend

Inhalt:

Hamburg, 1972. Der achtjährige Jonas stirbt. Zurück bleiben sein elfjähriger Bruder Ben und seine Mutter Ruth. Beide trauern um Jonas – jeder auf seine Weise. Und das Leben geht weiter …

Meine Meinung:
Stephan Lohse hat in seinem Debütroman ein sehr trauriges Thema aufgegriffen. Und tatsächlich ist die Grundstimmung auch sehr melancholisch. Aber trotzdem konnte der Autor mich ab und zu sogar zum Lachen bringen, ohne dass es pietätlos gewirkt hätte. Diese Gratwanderung ist ihm sehr gut gelungen.

Abwechselnd wird aus den Perspektiven von Ben und Ruth erzählt. Dabei merkt man sehr schnell, dass Ruth viel mehr mit ihrer Trauer zu kämpfen hat. Ihr fällt es sehr schwer, wieder in den Alltag zurückzufinden. Immer wieder wird sie von der Trauer um ihren Sohn überrollt.

Währenddessen ist Ben viel auf sich allein gestellt, findet allerdings Halt bei seinen Freunden und einem Herrn in der Nachbarschaft, wo er sich nicht verstellen muss, sondern einfach Kind sein darf. Fragt Ben sich anfangs noch, ob der Teil der Mutterliebe, der bisher Jonas vorbehalten war, nun auf ihn übergeht, muss er bald feststellen, dass der tote Jonas sogar eine noch größere Konkurrenz ist als der lebende. Ein toter Jonas kann sich alles erlauben, über ihn darf man nichts Schlechtes sagen.

Eindringlich erzählt Lohse von der Beziehung zwischen Ben und Ruth, von ihren Gemeinsamkeiten und ihren Unterschieden. Dabei zeichnet er ein authentisches Bild der frühen 1970er Jahre, die sich doch von der heutigen Zeit in vielem unterscheiden. Leser, die in den sechziger Jahren geboren sind, werden sich in der Geschichte mit ihren Anspielungen auf politische Ereignisse oder bestimmte Markennamen eher zurechtfinden als sehr junge Leser. Doch wenn man offen für Altes und Neues ist, sollte einen das nicht hindern, dieses Buch zu lesen. Eine Bereicherung ist es allemal.

Einige kleine Kritikpunkte habe ich aber doch. So sind leider nicht alle verwendeten französischen Ausdrücke korrekt, und die Verwendung von Metaphern finde ich zum Teil etwas übertrieben. Einige Ereignisse fand ich zu langatmig beschrieben, ohne dass sie viel zum Fortgang der Handlung beigetragen hätten. Doch das sind wirklich nur Kleinigkeiten, die nicht allzu schlimm sind. Im Großen und Ganzen ist es ein wunderbares Buch, das einen zutiefst berührt.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Suhrkamp Verlag für das Rezensionsexemplar für die Leserunde auf LovelyBooks.de.