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Veröffentlicht am 15.09.2016

Ich hatte mir bei dieser Thematik mehr Emotionen erwartet

Zwischenlandung
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Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351133
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 14,99 €

Ich hatte ...

Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Sauerländer; Auflage: 1 (22. Oktober 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3737351133
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 14,99 €

Ich hatte mir bei dieser Thematik mehr Emotionen erwartet

Inhalt:

Gregor, sein älterer Bruder Mathis und Mira sind „Blutsbrüder“ von kleinauf. Ihre Freundschaft hat einen Knacks bekommen, als Gregor plötzlich ganz andere Gefühle für Mira entwickelte, diese aber nicht auf Gegenseitigkeit beruhten. Gerade in dem Moment, als Gregor eine Möglichkeit sieht, Mira doch noch von sich zu überzeugen, wird er von einem Golfball am Kopf getroffen und ins Wachkoma befördert. Seine Eltern, Mathis und Mira pflegen ihn hingebungsvoll. Und Gregor kämpft um seine Rückkehr ins Leben.

Meine Meinung:
Verglichen wird dieser Jugendroman zum Beispiel mit „Solange du schläfst“ von Antje Szillat. Allerdings besteht die Gemeinsamkeit vor allem im Thema „Koma“ bzw. „Wachkoma“ und natürlich „junge Liebe“. Während der Roman von Szillat mich zutiefst berührt hat, habe ich „Zwischenlandung“ als trivialer und weniger emotional empfunden.

Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen. Er ist jugendlich frisch und lässt sich flott lesen. Auch der Wechsel der Perspektiven zwischen Gregor und Mira, die beide in der Ich-Form erzählen, war sehr passend. Dass wir die Gedanken und Gefühle eines Wachkomapatienten zu lesen bekommen, ist schon etwas Besonderes. Es trauen sich eher weniger Autoren zu, in diese Patienten hineinzusehen. Ich hatte auch nicht unbedingt den Eindruck, dass Gregors Sicht besonders authentisch dargestellt wird, aber das muss ja auch nicht zwingend sein – es ist ja Fiktion. Man kann sich auf jeden Fall vorstellen, wie wirr und unvollständig es in Gregors Kopf zugeht, wie gerne er mit Mira reden möchte und ihr seine Liebe gestehen und wie es ihn belastet, dass kein Wort aus seinem Mund kommt und er nicht mal willentlich blinzeln kann, um ein Lebenszeichen von sich zu geben.

Die Charaktere Gregor und Mira sind sehr gut ausgearbeitet. Im Laufe des Buches kann man sich allmählich ein gutes Bild von ihnen machen. Auch wenn Gregor nicht immer sympathisch erscheint, werden seine seltsam wirkenden Handlungen doch plausibel erklärt, sodass man trotzdem Verständnis für ihn entwickeln kann. Die Figur des Mathis ist mir leider es zu farblos geblieben.

Nachdem die Handlung erst ganz langsam voranschreitet, geht es zum Schluss plötzlich sehr schnell. Das hat mich etwas gestört. Wahrscheinlich hätte es mich aber auch gestört, wenn der Autor hier noch ewig drum herum geschrieben hätte. Dann hätte eine gewisse Szene wohl an Wirkung verloren. Trotzdem habe ich am Ende das Buch nicht ganz zufrieden weggelegt.

Bei der Bewertung schwanke ich zwischen 3 und 4 Sternen, runde daher wohlwollend auf 4 auf.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Interessanter Weltentwurf

Das Juwel - Die Gabe
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Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (20. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421043
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Originaltitel: The Jewel
Preis: ...

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
Verlag: FISCHER FJB; Auflage: 1 (20. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3841421043
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Originaltitel: The Jewel
Preis: 16,99 €

Interessanter Weltentwurf

Inhalt:

Violet Lasting wurde ihrer Familie entrissen, da sie eine besondere Gabe hat, die im innersten Kern der Einzigen Stadt, dem Juwel, benötigt wird. Hier lebt sie zwar in Prunk und Glitzer, ist aber das Eigentum der Herzogin vom See, für die sie als Leihmutter ein Kind austragen soll. Sie ist eine Gefangene im goldenen Käfig, und ihre Zukunft ist in Gefahr.

Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch gerne gelesen. Es ist sehr unterhaltsam und auch spannend. Oft ähneln sich im Moment Jugend-Romantasy-Geschichten ja sehr. Zumindest was das Setting angeht, kann sich „Das Juwel“ etwas abheben. Der Weltentwurf ist mal etwas Neues. Es hat mir gut gefallen, dass man direkt die Hintergründe darüber erfährt, wie diese Gesellschaft entstanden ist. Das erscheint mir alles wohl durchdacht.

Was die Charaktere angeht, muss ich aber leider sagen, dass diese nichts wirklich Besonderes sind. Violet ist ein junges Mädchen, das immer wieder an sich zweifelt und erstaunt ist, wenn andere sie für hübsch halten, und das sich in den erstbesten gut aussehenden jungen Mann verliebt. Und ab diesem Moment geht es dann ein bisschen abwärts mit ihr, die Hormone nehmen überhand und bestimmen die Handlung. Das fand ich ein bisschen schade, denn der Plot hatte doch recht viel Potenzial, das zum Teil leider verschenkt wurde. Violet verhält sich manchmal dann doch recht unklug, was ich nicht immer nachvollziehen konnte.

Der Schreibstil ist in Ordnung, es gibt nichts daran auszusetzen, aber übermäßig toll ist er auch nicht gerade. Viele Dialoge und Gedanken der Ich-Erzählerin Violet lassen die Geschichte sehr lebendig wirken.

Vorne und hinten im Buch findet man Zeichnungen und Erklärungen zur Stadt und zu den einzelnen Adelshäusern sowie ein Personenverzeichnis. Letzteres sollte man während des Lesens allerdings mit Vorsicht genießen, da es einige Entwicklungen des Romans bereits beinhaltet und somit ein wenig spoilern würde.

Das Buch endet mit einem gewaltigen Cliffhanger. Zum Glück ist mittlerweile der 2. Band schon erschienen.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Nicht so mitreißend wie der zweite Band der Trilogie

Dark Elements 3 - Sehnsuchtsvolle Berührung
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Format: E-Book
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 350 Seiten
Verlag: HarperCollins ya! (15. August 2016)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Every Last Breath
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
Preis: ...

Format: E-Book
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 350 Seiten
Verlag: HarperCollins ya! (15. August 2016)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: Every Last Breath
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 16 Jahre
Preis: 14,99€
auch als Gebundene Ausgabe und als Hörbuch erhältlich

Nicht so mitreißend wie der zweite Band der Trilogie

Inhalt:

Nachdem Layla von den Wächtern fast umgebracht worden wäre, ist sie bei Roth untergeschlupft. Umso dringender muss sie sich nun endlich mal zwischen dem Wächter Zayne und dem Dämon Roth entscheiden. Im Übrigen steht auch noch die Jagd auf die Lilin an, die überall für Chaos und Tod sorgt.

Meine Meinung:
Nachdem mir der 2. Band recht gut gefallen hat, konnte ich es kaum erwarten, den Abschlussband dieser Trilogie zu lesen. Leider konnte er mich nicht hundertprozentig begeistern.

Wie schon beim 1. Band zog sich für mich die Handlung insgesamt zu sehr in die Länge - hier etwa über die erste Hälfte des Buches, wo nicht besonders viel passiert, außer dass Layla sich für einen Lover entscheidet. Damit hätte ich allerdings erst zum Ende des Buches hin gerechnet. Leider spielt der „Verlierer“ ab diesem Zeitpunkt auch nur noch eine sehr untergeordnete Rolle, was ich sehr schade fand. Denn gerade diese Hin- und Hergerissenheit von Layla und die Eifersüchteleien zwischen Zayne und Roth machten für mich bisher einen großen Reiz dieser Reihe aus.

In der zweiten Buchhälfte geht es dann etwas rasanter zur Sache, hier wird es spannend. Layla muss einige Male ihren ganzen Mut zusammennehmen, um etwas erreichen zu können oder es zumindest zu versuchen. Nach und nach kristallisiert sich immer mehr heraus, was für ein Wesen sie ist und dass nur sie die Lilin unschädlich machen kann. Keine leichte Aufgabe! Es gibt einige Kämpfe und sehr unschöne Szenen, aber auch sanfte Sexszenen. Aus diesen Gründen würde ich das Buch keinesfalls wie bei Amazon angegeben ab 12 Jahren empfehlen, sondern frühestens ab 14.

Sprachlich ging mir einiges auf die Nerven. Ständig kamen solche Sprüche wie „Heiliger Müsliriegel!“ oder Ähnliches, was wohl witzig sein sollte, in der Wiederholung aber einfach nur lahm war. Überhaupt gab es sehr viele Wiederholungen. Zum Beispiel „erschauerte“ Layla jedes Mal, wenn ihr Lover sie irgendwo berührte, und das tat er gefühlt tausend Mal. Auch die jugendliche Umgangssprache war dieses Mal so gar nicht nach meinem Geschmack, aber das ist sicher Ansichtssache.

Fazit:
Nach dem Cliffhanger am Ende des 2. Bandes sollte man sich den 3. natürlich nicht entgehen lassen. Für einen Abschlussband bringt er zwar eher wenig Spannung, aber die Geschichte kommt zu einem guten Abschluss und wirkt insgesamt rund.

Die Reihe:
1. Dark Elements – Steinerne Schwingen
2. Dark Elements – Eiskalte Sehnsucht
3. Dark Elements – Sehnsuchtsvolle Berührung

Prequel (nur als E-Book erhältlich):
Dark Elements – Bittersüße Tränen

★★★☆☆

Herzlichen Dank an NetGalley und HarperCollins ya!, die mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar überlassen haben.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Das Cover täuscht, aber der Inhalt ist trotzdem klasse

Glimmernächte
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Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Arena (1. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3401602165
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: 16,99€
auch als E-Book erhältlich

Das Cover täuscht, ...

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: Arena (1. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3401602165
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
Preis: 16,99€
auch als E-Book erhältlich

Das Cover täuscht, aber der Inhalt ist trotzdem klasse

Inhalt:

Als Pippas Mutter nach dem Tod des Vaters erneut heiratet, muss die 17-Jährige ihre Heimatstadt Berlin und ihre Freundinnen verlassen und nach Dänemark ziehen. Dort lebt die Familie in einem Schloss, denn Pippas Stiefvater ist ein dänischer Graf. Kirsten, Pippas Stiefschwester, heißt Pippa aufs Herzlichste willkommen. Doch schnell merkt Pippa, dass hier etwas faul ist. Es geschehen merkwürdige Dinge, und Pippa kann schon bald nicht mehr zwischen Realität und Einbildung unterscheiden.

Meine Meinung:
Cover und Titel sind leider recht irreführend. Es geht hier nicht um Prinzessinnen und Ballkleider, nicht um glänzenden Schmuck und durchtanzte Nächte. Ganz im Gegenteil. Vieles auf Schloss Ravensholm ist nur vorgetäuscht. Und Pippa versucht mit aller Macht, hinter die Machenschaften zu kommen. Natürlich gerät sie dadurch auch in Gefahr. Doch nicht nur das. Sie verliebt sich auch.

Mir hat das neue Jugendbuch von Beatrix Gurian aka Beatrix Mannel ein paar ausgesprochen faszinierende Lesestunden beschert. Lange Zeit habe ich gerätselt, mit welchem Genre ich es hier zu tun habe. Dass die seltsamen Vorgänge eine realistische Ursache haben könnten, konnte ich mir nicht wirklich vorstellen. Es war aber auch nicht wirklich fantasymäßig. Ein bisschen Thriller ist auf jeden Fall dabei. Und natürlich eine Liebesgeschichte. Dieser Mix hat mir wirklich gut gefallen.

Beatrix Gurian hat es geschafft, mich von Anfang an zu fesseln. Pippa ist eine recht sympathische und pragmatische Protagonistin, an deren Seite ich mich beim Lesen sehr wohl gefühlt habe. Die Atmosphäre ist fast durchweg ein bisschen düster, es passieren auch mal etwas gruselige Dinge, aber die kleine Liebesgeschichte setzt dann immer wieder hellere Akzente. Wobei man sich auch bei Niels, wie bei allen anderen Charakteren, nicht sicher sein kann, ob man ihm trauen kann. Immerhin benimmt er sich auch das ein oder andere Mal extrem merkwürdig.

Das war also mein Haupteindruck von diesem Buch: Alles ist irgendwie merkwürdig, die Menschen und auch die Ereignisse. Jeder hat etwas zu verbergen, keiner ist wirklich ehrlich. Man muss eigentlich jedem misstrauen und weiß nicht im Geringsten, wem man noch trauen kann. Dabei war es für mich absolut undurchsichtig, was hier gespielt wird und ich konnte mir nicht vorstellen, wie es der Autorin gelingen sollte, dies schlüssig aufzulösen. Aber ich kann euch verraten: Sie hat es geschafft. Am Ende ist alles klar und einleuchtend und die Puzzlestückchen der Geschichte fügen sich nahtlos zusammen.

Wer gerne Bücher abseits der ausgetretenen Wege liest und sich auch auf Ungewöhnliches einlassen und beim Lesen die Kontrolle abgeben kann, ist hier goldrichtig.

★★★★★

Für die Leserunde auf leserunden.de wurde mir vom Arena Verlag ein Freiexemplar zur Verfügung gestellt. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Grotesk, komisch, authentisch

Am kürzeren Ende der Sonnenallee
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Format: E-Book
Dateigröße: 922 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: FISCHER E-Books (6. September 2015)
Sprache: Deutsch

Grotesk, komisch, authentisch

Inhalt:
Die Berliner Sonnenallee ...

Format: E-Book
Dateigröße: 922 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 160 Seiten
Verlag: FISCHER E-Books (6. September 2015)
Sprache: Deutsch

Grotesk, komisch, authentisch

Inhalt:

Die Berliner Sonnenallee ist kilometerlang. Sie wird durch die Mauer zerschnitten. Ein kläglicher Rest von 60 Metern gehört zur DDR, der Großteil zur BRD. Micha Kuppisch wohnt im Osten, direkt an der Mauer, wo er sich Tag für die Tag den hämischen Rufen der westdeutschen Schüler ausgesetzt sieht, ebenso wie den Schikanen eines Volkspolizisten. Doch all das steckt der junge Mann weg, hat er doch nur ein Ziel: die schöne Miriam zu erobern. Und das ist gar nicht so einfach, denn die Konkurrenz ist groß.

Meine Meinung:
Mit viel Einfühlungsvermögen und Humor schildert Thomas Brussig den Alltag in der DDR in den 1970er Jahren. Dabei zeichnet er seine Figuren sehr liebevoll. So nennt Michas Mutter ihren Sohn konsequent „Mischa“ und lässt extra das „Neue Deutschand“ aus dem Briefkasten hängen, um Micha das Studium an der Universität in Moskau zu ermöglichen. Der Vater „rebelliert“ gegen die Obrigkeit, indem er ständig androht „Ich mach ne Eingabe“, es dann aber doch sein lässt. Und der Westonkel hat so viel Angst, dass er sogar (legale) Gummibärchen in der Unterhose schmuggelt. Dabei wünscht Micha sich doch so sehr eine Westschallplatte. Doch da traut Onkel Heinz sich nicht ran. Aber die jungen Leute sind ganz pfiffig und finden ihren eigenen Weg, um ans Ziel zu kommen.

Thomas Brussig hat zusammen mit Detlev Buck und Leander Haußmann das Drehbuch zum Film „Sonnenallee“ geschrieben, der 1999 gedreht wurde. Das Buch „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ erschien zum ersten Mal ebenfalls 1999, will von Thomas Brussig aber nicht als Buch zum Film verstanden wissen, da die Schwerpunkte hier anders gesetzt sind und die Handlung um einige Szenen erweitert ist.

Fazit:
„Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ bietet ein kurzweiliges Lesevergnügen und einen lockeren Einblick in den Alltag der DDR-Jugend in den 1970er Jahren, den man allerdings nicht zu ernst nehmen sollte.

★★★★☆