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Veröffentlicht am 15.09.2016

Alte Weisheiten wild durcheinander

Wo geht’s denn hier zum Glück?
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Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (20. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810522979
Preis: 18,99 €

Alte Weisheiten wild durcheinander

Auf der Suche nach dem Glück ...

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger; Auflage: 3 (20. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810522979
Preis: 18,99 €

Alte Weisheiten wild durcheinander

Auf der Suche nach dem Glück begibt sich Maike van den Boom in die 13 Länder, die von den Glücksforschern als die glücklichsten der Welt angesehen werden. Hier versucht sie, in Gesprächen mit den unterschiedlichsten Menschen – jung und alt, arm und reich, Mann und Frau, Einheimische und deutsche Einwanderer – herauszufinden, warum man in diesen Ländern glücklicher ist als in Deutschland.

Die Faktoren, die dazu führen, dass Menschen sich glücklich fühlen, sind dabei nichts Neues. Das weiß man schon lange, dazu hätte es nicht noch ein Buch gebraucht.

In den „glücklichen Ländern“ sind alle Menschen gleich viel wert und werden respektiert, egal welchen Beruf sie ausüben oder was sie sonst machen. Die Familie und soziale Bindungen spielen eine große Rolle, ebenso eine gewisse Gelassenheit. Man nimmt sich selbst nicht so wichtig und übt sich in Toleranz gegen andere.

Für ein Sachbuch ist dieses Werk recht unterhaltsam geschrieben, dafür waren aber die Erkenntnisse etwas mau. Wie gesagt, ich habe nichts Neues dabei erfahren. Trotz des lockeren Schreibstils musste ich mich teilweise durch Längen quälen. Unnötig fand ich zum Beispiel Beschreibungen der Interviewpartner, die nichts zur Sache beitrugen.

Margot, die attraktive Mathematikprofessorin aus Costa Rica, schüttelt lachend ihre blonden Locken. (S. 277)

Des weiteren hat mich die Sprunghaftigkeit der Autorin genervt. Sie springt wild zwischen den bereisten Ländern hin und her, teilt uns hier eine Aussage eines Interviewpartners mit, dann zig Seiten später eine andere Aussage desselben Menschen, dazwischen eine Unmenge von anderen.

Wohl um das Ganze etwas witzig zu gestalten, erzählt Maike van den Boom immer wieder, dass sie die falschen Klamotten mithatte, weil sie sich vorher nicht über ihr Reiseziel informiert hatte. Sorry, aber das macht auf mich keinen seriösen Eindruck. Ich fand das nur ätzend.

Noch ein weiterer Punkt hat mich gestört: Glück wird hier zuweilen mit Zufriedenheit gleichgesetzt. Dabei hat das eine mit dem anderen nicht unbedingt etwas zu tun.

Fazit:
Für ein Sachbuch ganz unterhaltsam zu lesen, aber großartige Erkenntnisse bietet das Buch nicht. Nichtsdestotrotz lohnt es sich, über die ein oder andere Aussage nachzudenken.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine gute Idee langweilig umgesetzt

Wir fangen gerade erst an
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Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (20. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596196814
Originaltitel: Kaffe med ran
Preis: 9,99 €

Eine gute Idee langweilig umgesetzt

Inhalt:
Märtha, ...

Taschenbuch: 416 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch; Auflage: 2 (20. April 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3596196814
Originaltitel: Kaffe med ran
Preis: 9,99 €

Eine gute Idee langweilig umgesetzt

Inhalt:

Märtha, Stina, Anna-Greta, Snille und Kratze sind Freunde. Sie leben im selben Altersheim und fühlen sich dort gar nicht wohl. Ständig wird an allem gespart und die alten Leute werden von früh bis spät gegängelt. In einem Fernsehfilm sehen sie, dass selbst die Häftlinge im Gefängnis es besser haben. Und schon entwickelt die Rentner-Gang einen Plan, um genau dahin zu kommen – ins Gefängnis …

Meine Meinung:
Die Idee der „Outlaw Oldies“ gefällt mir wirklich gut. Die Zustände im Altersheim sind mir so, wie sie beschrieben werden, auch bekannt und ich kann es den mehr oder weniger rüstigen älteren Menschen nicht verdenken, dass sie mehr erleben wollen. Eigentlich hätte das Buch mit dieser Idee wirklich lustig werden können, zumal den Herrschaften natürlich auch das ein oder andere Missgeschick passiert und die Coups nicht ganz so glatt ablaufen wie geplant.

Aber leider plätschert alles ein bisschen vor sich hin – mir fehlte der Knaller oder besser noch die Knaller in der Geschichte. Klar gibt es einige Überraschungen und Wendungen, aber das ist halt einfach nichts wirklich Außergewöhnliches.

Auch der Schreibstil hat das Seine zur Langeweile beigetragen. Er wirkt manchmal richtig bemüht, nicht so als ob die Worte der Autorin locker aus der Feder fließen würden, sondern als müsste sie (oder die Übersetzerin) um jedes Wort kämpfen. Es passt dann zwar alles zusammen und wirkt auch nicht holprig, aber es fehlt einfach das gewisse Etwas und vor allem der Wortwitz, den ich in einer solchen Geschichte auf jeden Fall erwarte.

Die fünf Protagonisten, allen voran der Kopf der Gruppe, Märtha, sind mir aber doch ans Herz gewachsen. Und da ich den zweiten Band gerade gewonnen habe, werde ich ihn auch bald lesen.

Die Reihe:
1. Wir fangen gerade erst an
2. Jetzt kriegt jeder was ab

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Humorvoll und traurig zugleich

Britt-Marie war hier
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Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger (23. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810524119
Originaltitel: Britt-Marie var här
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Humorvoll ...

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Krüger (23. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3810524119
Originaltitel: Britt-Marie var här
Preis: 19,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich

Humorvoll und traurig zugleich

Inhalt:

Britt-Marie hat ihren Mann Kent verlassen, da bekannt geworden ist, dass er sie betrügt. Auf der Suche nach Arbeit landet sie mitten in der Pampa in dem kleinen Örtchen Borg. Hier liegt vieles im Argen. Doch Britt-Marie räumt auf die ihr eigene Art und Weise mit den unzumutbaren Zuständen auf …

Meine Meinung:
Dieser Roman, der dritte von Fredrik Backman, ist wie schon die ersten beiden, sehr berührend. Die Protagonistin Britt-Marie, die mancher Leser schon aus „Oma lässt grüßen und sagt, es tut ihr leid“ kennt, ist hier die Figur, die alles überstrahlt. Doch keine Angst! Man muss das Vorgängerbuch nicht gelesen haben, um „Britt-Marie war hier“ genießen zu können. In „Oma“ hat man sie als Meckerziege kennengelernt. Aber sie hat dort eher eine Nebenrolle gespielt. Hier erfahren wir nun, warum Britt-Marie so geworden ist, wie sie nun mal ist. Und dabei lernen wir einen Menschen kennen, der sehr unsicher ist, der es eigentlich doch gut meint und es jedem recht machen will und dabei eben auf der Einhaltung jedweder Regeln besteht, denn wo käme man denn sonst hin? Dabei entpuppt sich die 63-Jährige im Endeffekt aber als eine Frau mit einem großen Herzen, die es schließlich sogar schafft, über ihren eigenen Schatten zu springen. Sie macht eine wirklich tolle und bemerkenswerte Entwicklung durch – und das ganze Dorf Borg mit ihr.

Inhaltlich hat mir dieses Buch eigentlich hervorragend gefallen. Fredrik Backman konnte mich immer wieder überraschen. Er hat Dinge passieren lassen, mit denen ich im Leben nicht gerechnet hätte, und er hat mir gezeigt, dass sich ein Blick hinter die Fassade eines Menschen sehr oft lohnen kann.

Mit dem Schluss war ich leider nicht ganz glücklich. Er war mir einfach zu offen. Hier hätte ich mir mehr Klarheit gewünscht. Aber so kann eben jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich selbst zusammenreimen, wie es weitergehen könnte.

Der Schreibstil ist einerseits klasse, weil flott und lebendig und mit viel Ironie und Humor gespickt. Andererseits gibt es furchtbar viele Wiederholungen, die zum Teil den Witz ausmachen, mir aber insgesamt dann doch ein bisschen zu viel waren.

Messer. Gabeln. Löffel.
Genau in dieser Reihenfolge.
Britt-Marie gehört sicher nicht zu denen, die andere verurteilen, bestimmt nicht, doch welcher zivilisierte Mensch käme auf die Idee, das Besteck in der Küchenschublade in einer anderen Reihenfolge zu sortieren? Britt-Marie verurteilt niemanden, bestimmt nicht, aber wir sind doch schließlich keine Tiere! (S. 9)


Fazit:
Wer „Ove“ und „Oma“ mochte, wird auch „Britt-Marie“ lieben. Wer die ersten beiden noch nicht kennt, aber humorvolle und doch tiefgründige Bücher mag, sollte es gerne einmal mit dem aktuellen Roman versuchen. Trotz kleiner Kritikpunkte hatte ich einige schöne Lesestunden.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Fischer Krüger Verlag, der mir freundlicherweise ein Leseexemplar für die Leserunde auf LovelyBooks zur Verfügung stellte.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Eine Anthologie von Que(e)rdenkern

Unicorns don't swim
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Broschiert: 256 Seiten
Verlag: AvivA (16. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3932338823
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Preis: 14,90€

Eine Anthologie von Que(e)rdenkern

Antje Wagner ...

Broschiert: 256 Seiten
Verlag: AvivA (16. März 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3932338823
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
Preis: 14,90€

Eine Anthologie von Que(e)rdenkern

Antje Wagner hat in diesem Band 20 Erzählungen von 16 Autorinnen zusammengestellt, die sich alle um Mädchen bzw. junge Frauen drehen, die in irgendeiner Weise aus der typischen Mädchenrolle fallen, oder um Mädchen in besonderen Lebenssituationen. Dazu kommen ein Vorwort der Herausgeberin und am Schluss eine Übersicht der verschiedenen Autorinnen samt literarischem Werdegang und O-Ton. Besonders der O-Ton hat mir sehr gut gefallen, schafft er doch eine gewisse Nähe zwischen Leser und Autor.

Die einzelnen Erzählungen sind zwischen 3 und 23 Seiten lang und vom Inhalt her sehr unterschiedlich, wenngleich es immer in irgendeiner Form um die Geschlechterrolle geht. Mal handelt die Erzählung von der Geschlechtsidentität, mal von mädchenuntypischem Verhalten. Mal sind die Geschichten realistisch, mal phantastisch. Aber ich kann sagen, alle 20 Erzählungen haben es geschafft, mich zu fesseln, die eine mehr, die andere weniger. Manche habe ich geradezu verschlungen, bei manchen blieb mir eine zu große Distanz zu den Protagonisten.

Aber lesenswert fand ich jede einzelne dieser Erzählungen. Weil sie den Blick über den eigenen Tellerrand ermöglichen. Weil sie zum Nachdenken anregen. Weil sie zum Teil verblüffen. Weil sie zum Teil spannend erzählt sind. Weil sie von interessanten Menschen handeln.

Dies ist ein wichtiges Buch, da es zeigt, dass es durchaus erlaubt ist, anders zu sein. Dass es vielleicht ein „Normal“ gar nicht gibt und somit auch kein „Anders“. Dass jeder das Recht haben sollte, so zu leben, wie er sich fühlt. Und dass wir alle nicht Mädchen und Jungen, Lesben und Schwule, Transgender und Cisgender sind, sondern einfach Menschen.

★★★★☆

Vielen Dank an den AvivA Verlag und Literaturschock, die mir freundlicherweise ein Leseexemplar zur Verfügung stellten.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Berührende Geschichte - locker zu lesen

Alles, was ich sehe
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Format: E-Book
Dateigröße: 3779 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Königskinder (18. März 2016)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The One Thing
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: ...

Format: E-Book
Dateigröße: 3779 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 432 Seiten
Verlag: Königskinder (18. März 2016)
Sprache: Deutsch
Originaltitel: The One Thing
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Preis: 10,99€
auch als gebundenes Buch erhältlich

Berührende Geschichte – locker zu lesen

Inhalt:

Die 17-jährige Maggie ist seit einem halben Jahr blind und tut sich alles andere als leicht mit ihrer neuen Situation. Als sie sich durch ein Missgeschick den Kopf anschlägt, kann sie plötzlich einen Jungen vor sich sehen, den 10-jährigen Ben. Warum sieht sie ausgerechnet ihn? Als sie sich dann noch in Bens großen Bruder Mason verliebt, ist das (Gefühls-) Chaos komplett.

Meine Meinung:
Ich war sehr gespannt auf dieses Jugendbuch, nachdem die Bewertungen fast durchweg bei 5 Sternen liegen. Vielleicht waren dadurch meine Erwartungen etwas zu hoch, oder meine Ansprüche sind einfach höher als die anderer Leser.

Das Buch ist toll und lässt sich super lesen, keine Frage! Der Schreibstil hat mich mitgerissen. Die Geschichte ist eigentlich ziemlich ernst, aber durchsetzt mit humorvollen Dialogen und Gedanken. Hierfür ist die Protagonistin Maggie mit ihrem Sarkasmus verantwortlich. Als Ich-Erzählerin zieht sie den Leser ganz nah an ihre Seite. Sie war mir sofort sympathisch und ich konnte ihre, gelinde gesagt, Unzufriedenheit mit ihrer Blindheit und ihr leicht rebellisches Wesen absolut gut nachvollziehen.

Aber es geht in diesem Buch noch um viel mehr, um das Verhältnis zu ihren Eltern und zu ihren Freundinnen, das seit der Erblindung doch sehr gelitten hat. Dieser Aspekt wurde zwar immer wieder aufgegriffen, wurde aber doch recht schnell und oberflächlich abgehandelt.

Auch mit der Liebesgeschichte kam ich nicht ganz klar. Das ging mir zu hoppladihopp. Die Entwicklung war mir etwas zu sprunghaft. Vor allem blieb Mason für mich ziemlich unscheinbar. Was bei ihm den großen Reiz ausmachen soll, sodass ihm die Mädchen in Scharen zu Füßen liegen, ist leider nicht zu mir durchgedrungen.

Aber den kleinen Ben mit seiner großen Klappe und seinem noch größeren Herzen muss man einfach mögen. Mal wirkt er ganz kindlich, dann wieder so reif und altklug, dass es einen schier von den Socken haut. Sein Frohsinn ist furchtbar ansteckend und so musste ich während der Lektüre ganz oft vor mich hin schmunzeln.

Trotz kleiner Kritikpunkte empfehle ich das Buch gerne weiter, denn es sorgt ganz sicher für ein paar schöne Lesestunden und auch etwas Stoff zum Nachdenken. Als Zielgruppe werden Jugendliche ab 14 Jahren angegeben. Ich denke aber, dass auch 12-Jährige schon gut damit klarkommen.

★★★★☆

Herzlichen Dank an NetGalley und an Königskinder, ein Imprint des Carlsen Verlags, die mir ein Gratis-E-Book zukommen ließen.