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Veröffentlicht am 15.09.2016

Zuckersüße Liebesgeschichte ohne viel Dramatik

Klar ist es Liebe
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Audio CD
Verlag: Argon Sauerländer Audio; Auflage: 1 (20. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839847091
Originaltitel: A Little Something Different
Preis: 19,99 €
Sprecher: Simon Jäger (Mitbewohner ...

Audio CD
Verlag: Argon Sauerländer Audio; Auflage: 1 (20. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3839847091
Originaltitel: A Little Something Different
Preis: 19,99 €
Sprecher: Simon Jäger (Mitbewohner Casey), Inka Löwendorf (Mitbewohnerin Maribel), Elias Emken (großer Bruder Sam), Tanja Geke (Dozentin Inga), Mechthild Großmann (Parkbank), Jacob Weigert (Victor), Cathlen Gawlich (Eichhörnchen), Detlef Bierstedt (Busfahrer), Dirk Kauffels (Danny), Karin David (Kellnerin Maxine), Ulrike Kapfer (Pam), Britta Steffenhagen (Barista Charlotte), Vera Teltz (Hilary) und Nils Nelleßen (Frank)

Zuckersüße Liebesgeschichte ohne viel Dramatik

Inhalt:

Lea und Gabe lernen sich im College kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick und damit könnte die Geschichte schon wieder zu Ende sein. Doch ganz so einfach machen die beiden Protagonisten es sich nicht. Denn sie sind beide super schüchtern und wagen nicht, den anderen anzusprechen. Stattdessen lassen sich von Freunden oder dem Bruder Tipps geben und vermasseln doch immer wieder alles.


Meine Meinung:
Zwar wirkt die Handlung auf mich sehr realistisch, aber trotzdem konnte ich mich nicht hundertprozentig dafür begeistern. Auch ich kenne Leute, die so schüchtern sind wie Lea und Gabe und sich und ihrem Umfeld das Leben dadurch unnötig schwermachen. Aber wenn ich ein Buch lese oder in diesem Fall höre, will ich meinem Alltag entfliehen und nicht das lesen, was ich täglich sowieso erlebe.

Dass ich die Liebesgeschichte zwischen Lea und Gabe trotzdem als zuckersüß empfunden habe, liegt zum einen an den humorvollen Momenten und zum anderen an dem besonderen Erzählstil. Die Protagonisten selbst kommen gar nicht zu Wort, dafür aber zwölf Personen aus ihrem Umfeld, ein Eichhörnchen und eine Parkbank. Durch deren Beobachtungen nehmen wir als Leser wahr, wie Lea und Gabe sich ganz langsam gegenseitig nähern, was zuweilen schon etwas meine Geduld strapazierte. Ein bisschen mehr Tempo und etwas Dramatik hätte nicht geschadet.

Die häufigen Perspektivwechsel haben den Mangel an Handlung etwas ausgeglichen. Hier möchte ich vor allem die Sprecher loben, die wirklich alle gut gelesen haben. Auch die Auswahl ist gelungen, denn die Stimmen unterscheiden sich charakteristisch und stellen die jeweilige Person nahezu perfekt dar. Es wird zwar vor jedem Kapitel gesagt, wer nun spricht, aber auch ohne diese Information hätte ich schon bald die Stimmen von allein zuordnen können.

Meine Favoriten waren die Parkbank und der Busfahrer. Das Eichhörnchen fand ich dagegen ziemlich nervig mit seiner kieksigen Stimme und seinem Getue, was natürlich perfekt zu einem Eichhörnchen passt. Aber mir war das einfach zu unangenehm.

Obwohl ich mich sonst gar nicht so für Hörbücher begeistern kann, finde ich dieses Medium hier besser als das gedruckte Buch, weil durch die verschiedenen Stimmen einfach noch ein bisschen Pepp reinkommt. Außerdem ist es dadurch so abwechslungsreich, dass man nicht so leicht mit den Gedanken abschweift, was für mich sonst ein Problem bei Hörbüchern ist.

Fazit:
Eine nette Liebesgeschichte für zwischendurch ohne viel Dramatik und Tiefgang. Einfach lockere Unterhaltung.

Herzlichen Dank an Argon Sauerländer und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar.

Veröffentlicht am 15.09.2016

Ein berührender Schachtelroman

Bis ans Ende der Geschichte
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Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570102176
Originaltitel: The Storyteller


Ein berührender Schachtelroman

In Jodi Picoults ...

Gebundene Ausgabe: 560 Seiten
Verlag: C. Bertelsmann Verlag (31. August 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570102176
Originaltitel: The Storyteller


Ein berührender Schachtelroman

In Jodi Picoults neuestem Roman finden wir drei Handlungsebenen: die Rahmenhandlung mit Sage Singer als Protagonistin, die Geschichte ihrer Großmutter Minka während des 2. Weltkriegs und eine Erzählung um eine Bestie, die Minka sich damals ausgedacht hat. Immer geht es um Schuld, Vergebung und Menschlichkeit.

Sage ist Mitte zwanzig, als sie in einer Trauergruppe den 95-jährigen Josef Weber kennenlernt. Der alte Mann hat eine dunkle Vergangenheit und daraus resultierend ein besonderes Anliegen an die junge Frau jüdischer Herkunft. Sage ist sich nicht sicher, wie sie damit umgehen soll. Soll sie Josefs Wunsch entsprechen und sich damit gegen das Gesetz stellen? Soll sie auf ihren Kopf oder auf ihr Bauchgefühl hören?

An den Romanen von Jodie Picoult liebe ich zum einen die eindringliche, deutliche Sprache. Aber vor allem liebe ich, wie sie Themen aufgreift, die polarisieren, die die Protagonisten in eine Zwickmühle bringen, die zu einem inneren Konflikt führen. Und wie dann dieser seelische Konflikt von verschiedenen Seiten beleuchtet wird. Meistens kann ich mir gar nicht vorstellen, wie Picoults Protagonisten es schaffen könnten, aus dem Zwiespalt herauszukommen, was ich sehr spannend finde. Auch „Bis ans Ende der Geschichte“ bietet diesen Zwiespalt, aber leider nicht in dem Maß, wie ich es von Picoult erwartet habe. Hier fehlte mir etwas die Tiefe in der Rahmenhandlung. Sage blieb mir relativ fremd, obwohl ich sie sehr sympathisch fand.

Dagegen ist Minkas Erzählung über ihre Erlebnisse während des Holocausts einfach nur wahnsinnig fesselnd und berührend. Sie wirkt schockierend ehrlich und gut recherchiert. Zwar habe ich schon etliche Romane über diese Zeit gelesen, doch kann es nie genug sein. Nur so können die grauenhaften Verbrechen der Nationalsozialisten nicht in Vergessenheit geraten.

Wie meistens bei Romanen von Picoult kommen verschiedene Ich-Erzähler zu Wort. An den unterschiedlichen Schriftarten, aber auch aufgrund verschiedener Erzählstile, sind sie sehr leicht auseinanderzuhalten. Ich mag diese verschiedenen Perspektiven ja sehr gerne, geben sie doch einen umfassenderen Einblick in ein Thema, als wenn es nur aus einem einzigen Blickwinkel betrachtet wird.

„Bis ans Ende der Geschichte“ bietet reichlich Stoff zum Nachdenken und ist fesselnd geschrieben, allerdings nicht so wahnsinnig spannend. Denn das meiste ist relativ vorhersehbar. Auf die eine große Überraschung, die Jodi Picoult eingebaut hat, wird man schon frühzeitig mit dem Zaunpfahl gestoßen, was ich ein bisschen schade fand.

Fazit:
Trotz kleiner Kritikpunkte ist das Buch sehr lesenswert. Fans von Jodi Picoult werden es sicher mögen, aber auch Leser, die sich auf eingängige Art mit unserer unrühmlichen Vergangenheit auseinandersetzen wollen, sind hier richtig.

★★★★☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Psychologischer Spannungsroman mit zähem Anfang

Dark Memories - Nichts ist je vergessen
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Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz (23. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3651025424
Originaltitel: All Is Not Forgotten
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Psychologischer ...

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Scherz (23. Juni 2016)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3651025424
Originaltitel: All Is Not Forgotten
Preis: 14,99€
auch als E-Book und als Hörbuch erhältlich


Psychologischer Spannungsroman mit zähem Anfang

Inhalt:

Die 15-jährige Jenny wird während einer Party brutal vergewaltigt und verletzt. Um ihr das Trauma zu ersparen, wird ihr medikamentös die Erinnerung an das schreckliche Ereignis genommen, und damit die Möglichkeit, das Geschehene zu verarbeiten und den Täter zu überführen.

Als sie nicht mehr alleine klarkommt, beginnt sie endlich eine Therapie bei dem Psychiater Alan Forrester, der mit Jenny zusammen Stück für Stück die Erinnerungen wieder ans Tageslicht bringen will.


Meine Meinung:
„Dark Memories. Nichts ist je vergessen“ ist der Debütroman von Wendy Walker. Er wird vom Verlag als „Thriller des Jahres“ angepriesen und von verschiedenen Personen hoch gelobt. Angeblich stellt der Roman „alles in den Schatten“ und „Alles andere können Sie vergessen“. Vielleicht hat dies meine Erwartungen hochgeschraubt und letztendlich enttäuscht.

Ich würde diesen Roman keinesfalls als Thriller bezeichnen – dafür fehlen praktisch sämtliche Merkmale eines Thrillers, allen voran über weite Strecken die Spannung. Vielleicht kann man am ehesten von einem psychologischen Spannungsroman sprechen. Denn es geht hier um die psychologische Entwicklung einer Person, und dabei handelt es sich nicht um Jenny, auch wenn sie im Mittelpunkt der Ereignisse steht.

Ich fand die erste Hälfte des Buches zwar vom Inhalt her ein klein wenig interessant, aber die ausschweifende Art des Erzählers langweilte mich nur. Wendy Walker hat sich nämlich für einen ganz besonderen Erzählstil entschieden. Der Ich-Erzähler ist der Psychiater Alan, der Jenny sowie ihre Eltern Charlotte und Tom therapiert. Durch ihn erfahren wir kleine Häppchen der Geschichte, vieles aus zweiter Hand und nur so viel, wie er im Moment preiszugeben bereit ist. Dabei legt er ein großes manipulatives Geschick an den Tag, sowohl was seine Patienten als auch was die Leser angeht. Diese werden übrigens immer wieder direkt angesprochen:

„Blicken Sie sich um. Jeder, den Sie sehen, wird in hundert Jahren tot sein. Sie. Ihr Ehepartner. Ihr Kind. Ihre Freunde. Die Menschen, die Sie lieben. Die Menschen, die Sie hassen.“ (S. 292)

Trotzdem wirken Alan und das, was er berichtet, sehr distanziert. Ich konnte weder zu ihm noch zu den anderen Charakteren eine Nähe aufbauen. Nicht einmal die detailliert beschriebene Vergewaltigung löste große Emotionen in mir aus. Es erschien mir einfach so unwirklich und fern.

Etwa ab der Hälfte kommt endlich Leben in die Handlung, und damit auch ein bisschen Spannung. Wer bis dahin noch nicht abgebrochen hat, wird durch eine recht gut durchdachte und komplex konstruierte Geschichte belohnt. Es werden Verdächtige aufgefahren und Zweifel gesät. Und immer wieder gibt Alan uns kleine Hinweise auf eine nahende Katastrophe, gerade so viel, dass man endlich wissen möchte, wie die Sache ausgeht, ob Jenny ihre Erinnerungen in vollem Maß wiedererlangt und wer der Täter ist.

Der Schluss konnte mich dann zwar einigermaßen befriedigen, aber nicht begeistern. Wendy Walker hat mich überrascht, doch die Erklärungen dafür waren mir etwas zu dünn.

Fazit:
Nach einer anfänglichen Durststrecke mausert sich der Roman zu einer einigermaßen spannenden Geschichte, die ich insgesamt nicht als Zeitverschwendung ansehen würde, weil sie einem Stoff zum Nachdenken gibt, aber den hohen Erwartungen, die die Werbung für das Buch evoziert, kann es nicht gerecht werden.

★★★☆☆

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Titel ist Programm …

How to Be Gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe
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Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3733500924
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: ...

Taschenbuch: 304 Seiten
Verlag: FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch; Auflage: 1 (23. Juli 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3733500924
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 14 Jahren
Originaltitel: This book is gay
Preis: 9,99 €

Der Titel ist Programm …

… und herrlich zweideutig. Denn „gay“ bedeutet zum einen „schwul“, zum anderen aber auch „fröhlich“. Und genau darum geht es dem Autor. Er will zeigen, dass es sehr gut möglich ist, ein fröhliches, glückliches Leben zu führen, obwohl oder weil man homosexuell oder auch transgender oder * ist. Wobei das Sternchen * für jede beliebige sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität steht. Dass man es dabei mit mehr oder auch anderen Schwierigkeiten zu tun hat als heterosexuelle Cismenschen, verschweigt er dabei aber nicht. Doch zeigt er zu allen Problemen auch gleich Lösungsmöglichkeiten. Mit einem Satz: Er macht jungen Menschen Mut, genau das Leben zu leben, das ihrer Identität entspricht und sich nicht in irgendwelche Schubladen pressen zu lassen, die nicht passen.

Das Buch richtet sich an junge Menschen, die sich bezüglich ihrer sexuellen Orientierung oder bezüglich ihrer Geschlechtsidentität noch unsicher sind bzw. nicht wissen, wie sie damit umgehen sollen. Es richtet sich aber auch an deren soziales Umfeld, Freunde, Familie, Schule. Und natürlich richtet es sich an alle Menschen, egal ob homo oder hetero oder trans oder ganz anders, die sich für andere Menschen interessieren und einfach gerne mehr wissen wollen.

James Dawson ist Lehrer und homosexuell. Man merkt, dass er weiß, wovon er spricht. Und er trifft mit seiner lockeren Sprache und viel Humor den Nerv der Jugend. Nun fragt man sich vielleicht, wie denn ein männlicher Homosexueller für weibliche Homosexuelle oder Transsexuelle sprechen kann. Richtig – gar nicht! Und deshalb hat er viel recherchiert und viele verschiedene entsprechende Menschen befragt, die in diesem Buch zu Wort kommen und ihre Sicht schildern.

Bei vielen Kapiteln werden die Mitglieder der LGBT
*-Community (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans) gemeinsam betrachtet, zum Beispiel, wenn es ums Coming-out geht oder um Mobbing, denn dies betrifft alle gleichermaßen. Andere Dinge werden für jede Gruppe einzeln abgehandelt, zum Beispiel Sexualpraktiken, Beschreibungen der einzelnen Varianten.

Abgerundet wird das Buch durch eine Liste von hilfreichen Adressen, die man ganz am Ende findet.

LGBT
*-Menschen sind in der Minderheit, aber deswegen sind sie noch lange nicht unnormal. Menschen mit blauen Augen sind auch in der Minderheit, aber halten wir sie deshalb für abartig? (S. 17)

★★★★★

Veröffentlicht am 15.09.2016

Berührender Roman über eine lebenslange Liebe

Etta und Otto und Russell und James
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Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Droemer HC (1. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426281086
Originaltitel: Etta and Otto and Russell and James
Preis: 19,99 €

Berührender Roman über eine ...

Gebundene Ausgabe: 336 Seiten
Verlag: Droemer HC (1. September 2015)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426281086
Originaltitel: Etta and Otto and Russell and James
Preis: 19,99 €

Berührender Roman über eine lebenslange Liebe

Inhalt:

Etta ist fast 83 Jahre alt, als sie eines Tages beschließt, auf Wanderschaft zu gehen. Ihr Ziel ist das Meer, das sie noch nie gesehen hat. Sie hinterlässt ihrem Mann Otto einen Brief und einige Rezeptkarten, packt ein paar Dinge ein, schnürt ihre Wanderstiefel und macht sich mit einem Gewehr auf den Weg. Über 3000 Kilometer und viele Erinnerungen liegen vor ihr.


Meine Meinung:
Der Roman im Ganzen hat mir gut gefallen.

Die Charaktere sind detailliert ausgearbeitet. Sie standen mir bildlich vor Augen, ich konnte ihre Handlungsweisen stets gut nachvollziehen. Besonders die Protagonisten waren mir auch auf Anhieb sympathisch. Es sind vielschichtige Personen, die sofort mein Interesse geweckt haben. Eine lebenslange Freundschaft und Liebe verbindet Etta, Otto und Russell. Nach und nach erfahren wir alles über ihre Kindheit und Jugend, ihr Kennenlernen, ihre Beziehungen zueinander, die nicht so geradlinig sind, wie es auf den ersten Blick scheint.

Der Schreibstil und die Sprache haben mir sehr gut gefallen. Mit den einfachen, meist kurzen Sätzen, aber treffender Wortwahl, passen sie gut zu den betagten Protagonisten. Warum man neuerdings immer die Anführungszeichen bei der wörtlichen Rede weglässt, erschließt sich mir allerdings nicht. Es führt immer wieder zu Verwirrung, weil nicht immer sofort ersichtlich ist, dass es sich um Gesprochenes handelt. Eine gewisse Surrealität passt perfekt zu Ettas Demenz.

Verwirrend fand ich manchmal auch die Perspektivwechsel, die nicht deutlich gekennzeichnet sind. Emma Hooper springt nicht nur zwischen Etta, Otto und Russell hin und her, sondern auch in die Vergangenheit dieser Menschen. Zum Teil handelt es sich dabei um Rückblenden, zum Teil um echte Erinnerungen, also Gedanken. Dann bekommen wir aber auch Briefe zu lesen, die sich Etta und Otto schrieben, als Otto im Krieg war. Diese fand ich besonders berührend, wurde damit doch ein dramatisches Ereignis subtil aufgearbeitet.

Das harte Leben dieser drei Menschen, der Lebensmut und die Liebe, die sie trotzdem bewahren konnten, hat mich wirklich berührt. Mit dem Ende war ich dann leider nicht ganz glücklich, es war mir zu offen. Es blieben für mich einfach noch zu viele Fragen, auf die ich eine Antwort erwartet hätte.

★★★★☆

Herzlichen Dank an den Droemer Knaur Verlag und an vorablesen.de für das Leseexemplar.