Nette Unterhaltung
Die wilden JahreDie Geschwister Thora und Hannes stammen aus einer wohlhabenden
Fabrikantenfamilie. Es sind bewegte Zeiten.
Gerade ist der 1. Weltkrieg vorbei. Die Bewohner des Rheinlandes
bekommen die Auswirkungen der ...
Die Geschwister Thora und Hannes stammen aus einer wohlhabenden
Fabrikantenfamilie. Es sind bewegte Zeiten.
Gerade ist der 1. Weltkrieg vorbei. Die Bewohner des Rheinlandes
bekommen die Auswirkungen der vier Kriegsjahre erst jetzt in voller Tragweite zu spüren.
Es sind wirklich sehr bewegte Zeiten.
Thora hat trotz aller Widerstände ihr Schauspielstudium durchgezogen
und Hannes ist unversehrt aus dem Krieg heimgekehrt. Was nicht jedem der Soldaten vergönnt ist.
Hannes, der Architektur studieren wollte, wird allerdings des Mordes angeklagt.
Thora ist verzweifelt. Hannes spricht nicht über die Tat. Will auch keinen Anwalt. Thora setzt
alles in Bewegung, um Hannes zu helfen.
Ein sehr mitreißender Klappentext, der große Lust auf dieses Buch macht.
Das Thema ist sehr interessant, ist es doch eine relativ unbekannte Zeit. Das Leiden und der Mangel, dem die Bevölkerung ausgesetzt ist, werden wunderbar wiedergegeben. Auch der Umbruch in eine neue Zeit ist gut umgesetzt.
Man spürt förmlich die Kraft, die Thora ausstrahlt.
Ihre Leidenschaft, ihren Willen, sich gegen eine Männerwelt zu behaupten.
Wie sie sich gegen die gesellschaftlichen Regeln auflehnt und sich
selbst immer dabei treu bleibt.
Leider ist die Schreibweise sehr steif und emotionslos. Dadurch bleiben die Charaktere fremd. Es fällt schwer, eine Verbindung zu ihnen aufzubauen.
Es ist zwar nett zu lesen, wie sich eine junge Frau in dieser Männergesellschaft durchsetzt.
Das alleine reicht aber nicht aus.
Diesem Roman fehlen das Herzliche und die Leichtigkeit, die dieses Thema verdaulich machen. Etwas mehr Spannung würde ihm auch guttun.