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Veröffentlicht am 17.05.2020

Vater und Sohn

JuniNebel
0

Bernard macht sich auf die Suche nach seinem verschwundenen

Vater. Er kehrt zurück an die Küste, an den Ort den er vor

acht Jahren fluchtartig verlassen hat.

Als er auf den Weggefährten und besten Freund ...

Bernard macht sich auf die Suche nach seinem verschwundenen

Vater. Er kehrt zurück an die Küste, an den Ort den er vor

acht Jahren fluchtartig verlassen hat.

Als er auf den Weggefährten und besten Freund seines Vaters trifft,

lernt er einen ganz anderen Menschen kennen.

Er wird mit der Vergangenheit konfrontiert und er gerät in einen Sog,

der ihn in die tiefsten Geheimnisse zieht.

Zitat:
"Das Mosaik, aus dem sich Vaters Leben zusammensetze, begann sich in seiner
festgefügten Ordnung aufzulösen und ein neues erschien."
Die Autorin hat hier eine wunderbare Geschichte über das Vergessen und die schlimmen Folgen des Schweigens geschrieben.

Der Schreibstil ist zeitweilig poetisch und doch völlig klar.

Die Charaktere sind so stark und authentisch, man kann sich so richtig mit ihnen identifizieren.

Bernards Suche nach seinem Vater, das erkennen wie er war und vor allem warum er so war, führt direkt in eine schlimme Zeit. Nichts ist so wie es scheint.

Wunderbar wie hier die einzelnen Mosaiksteinchen auseinander genommen und wieder zu einem neuen Bild zusammengesetzt werden.

Wie sich der Nebel langsam lichtet und der Sohn sich endlich geliebt fühlt. Sich auf sein Leben einlassen kann.

Ein wunderbarer Roman über Vater und Sohn, über die Liebe und was passiert, wenn nicht

geredet wird. Dass man nicht ruhig im jetzt leben kann, wenn man die Vergangenheit nicht kennt.

Die Autorin nimmt uns mit auf eine Reise, der man sich nicht mehr entziehen kann.

Das Buch ist traurig und fröhlich, bitter und süß und einfach nur schön.

Es ist kein leichter Roman aber so ist das Leben. Das wird hier unverfälscht wieder gegeben.

Ein Roman, der nachdenklich macht und sehr lesenswert ist.

Ein mehr als gelungenes Debüt!

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Veröffentlicht am 15.05.2020

Die Geschichte zweier Frauen

Margos Töchter
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Die Hauptcharaktere Jana ist auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte.
Der Roman spielt auf verschiedenen Zeitebenen.
Janas Geschichte in der Gegenwart und Leonores und Claras Leben in der Vergangenheit.
Keine ...

Die Hauptcharaktere Jana ist auf der Suche nach ihrer Familiengeschichte.
Der Roman spielt auf verschiedenen Zeitebenen.
Janas Geschichte in der Gegenwart und Leonores und Claras Leben in der Vergangenheit.
Keine einfache Reise im geteilten Land von 1960 bis in die 90er Jahre.
Der Erzählstil ist flüssig und der Leser kann so richtig in die Zeiten
eintauchen. Die Autorin legt sehr großen Wert auf Genauigkeit.
Die Figuren sind sehr realistisch und mit den Augen von Leonore und Clara,
erleben wir u.a. die Geschichte der RAF und des Kommunismus in der DDR.
Das wird in Rückblendungen erzählt bis hin zum Mauerfall.
Keine einfache Reise im geteilten Land von 1960 bis in die 90er Jahre.
Alles ist sehr gut recherchiert und wird sehr detailliert wiedergegeben.
Der historische Hintergrund wird wunderbar in die Geschichte eingebunden.
Eine fiktive Geschichte, historische Fakten, dies alles hat die Autorin
geschickt verbunden. Die Charaktere sind gut gezeichnet. Sie sind sehr
realistisch mit ihren Ecken und Kanten.
Leider bleiben sie einem fremd und unnahbar, es ist schwer eine Beziehung zu ihnen aufzubauen.
Der politische Hintergrund erdrückt die eigentliche Familiengeschichte.
Dadurch wird es teilweise etwas langatmig.
Ein interessanter Roman den man sich erarbeiten muss.

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Veröffentlicht am 07.05.2020

Enttäuschend

Mrs Fletcher
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Dieser als herrlich provokant und rasend komisch angepriesener Roman kann leider nicht überzeugen. Die Schreibweise ist gut, aber die Charaktere sind wenig überzeugend. Sie entsprechen zu sehr den gängigen ...

Dieser als herrlich provokant und rasend komisch angepriesener Roman kann leider nicht überzeugen. Die Schreibweise ist gut, aber die Charaktere sind wenig überzeugend. Sie entsprechen zu sehr den gängigen Klischees. Der Sohn zieht aus, um auf das College zu gehen und seine Alleinerziehende Mutter versucht sich neu zu definieren. Wenn sie nicht ihrem Sohn nachtrauert, ist sie auf der Suche nach einer neuen weiblichen und sexuellen Identität. Im Internet entdeckt sie dann eines Tages, erst zögerlich und dann von Schamgefühlen begleitet, die Vorzüge der Internet-Pornografie. Sie beginnt ihre Mitmenschen aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen. Z.b. Margot, eine schwarze Transsexuelle oder ihre Mitarbeiterin Amanda, mit der sie sich plötzlich eine Affäre vorstellen kann. Dann ist da auch noch ein ehemaliger Mitschüler ihres Sohnes, dem sie nicht abgeneigt ist. Zu guter Letzt steht sie im Brautkleid vor dem Altar. Die angekündigte Provokation und die rasende Komik konnte ich nirgends entdecken. So bleibt es eine Geschichte ohne Tiefgang und mit Charakteren die einem fremd bleiben. Schade!

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Veröffentlicht am 06.05.2020

Drei Leben gleichzeitig: Lieben, Denken, Handeln.

Die drei Leben der Hannah Arendt
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Der Cartoonist Ken Krimstein erzählt in seinem Comic in kleinen, wichtigen Episoden, vom Leben der Hannah Arendt.
Allerdings ist es ein ziemlich distanzierter Comic aber mit sehr schönen zarten Skizzen.
Die ...


Der Cartoonist Ken Krimstein erzählt in seinem Comic in kleinen, wichtigen Episoden, vom Leben der Hannah Arendt.
Allerdings ist es ein ziemlich distanzierter Comic aber mit sehr schönen zarten Skizzen.
Die Dialoge sind zwar recht kühl aber ab und an sehr humorvoll.
Leider bekommt der Leser nur einen sehr kurzen Einblick in ihr Leben.
Alles wirkt etwas sehr steif, man kann schwerlich in die Geschichte eintauchen.
Es wäre schön gewesen die Persönlichkeit Hannah Arendts stärker zu beschreiben.
Das wäre dann aber vielleicht doch zu viel für ein Graphic Novel.
Am Ende des Buches, gibt es eine Anmerkung, dass dieses Buch keine Biografie Arendts im wissenschaftlichen Sinne darstellt. Es ist eher eine Interpretation ihres Lebens.
Gut gefällt mir das ausführliche und informative Personenverzeichnis am Ende des Buches.
Auf jeden Fall macht dieses Buch große Lust auf Hannah Arendt, ihre Texte und ihr Leben.
Ihr Denken und Handeln ist nach wie vor Hochaktuell!

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Veröffentlicht am 06.05.2020

Eine beklemmende Geschichte über eine Familie

Das wirkliche Leben
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In einer kleinen Reihenhaussiedlung wohnt eine vierköpfige Familie.
Sie wohnen im schönsten und hellsten Haus. Aber die Idylle trügt.
Der Vater ist ein brutaler Mann. Die Jagd und der Alkohol steht an
erster ...

In einer kleinen Reihenhaussiedlung wohnt eine vierköpfige Familie.
Sie wohnen im schönsten und hellsten Haus. Aber die Idylle trügt.
Der Vater ist ein brutaler Mann. Die Jagd und der Alkohol steht an
erster Stelle. Regelmäßig verprügelt er die Mutter. In dieser
Atmosphäre aufzuwachsen ist nicht leicht. Darum versucht das Mädchen
seinem Bruder das Lachen zu bewahren. Als sie versucht sich aus der weiblichen
Opferrolle zu befreien, passiert ein großes Unglück.

Die Autorin hat hier ein fesselndes und auch ungewöhnliches Buch geschrieben.
Es ist zeitweilig sehr brutal und dann wieder fast lieblich mit ganz viel Hoffnung.
Die Geschichte entwickelt eine Explosivkraft und verlangt dem Leser einiges ab.
Man ist im Wechselbad der Gefühle. Die Charaktere sind sehr vielseitig. Man spürt
ihre Kraft, lebt und leidet mit ihnen. Hofft das alles brutale und unbeschreibliche
einfach nur aufhört. Das Buch zur Seite legen ist so gut wie unmöglich. Es entwickelt
einen Sog, dem man sich wahrlich schwer entziehen kann.
Ein gelungenes Debüt mit einer großartigen Erzählweise, brillant und schonungslos.

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