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Veröffentlicht am 14.11.2021

Der Briefträger

Das geheime Leben des Albert Entwistle
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Der Buchtitel bringt es – allein das Wort geheim. Geheimnisse ziehen uns doch an. Und so will jeder dem Geheimnis des Briefboten auf den Grund gehen. Wer ist George? Auf was beruht Alberts Sozialphobie? ...

Der Buchtitel bringt es – allein das Wort geheim. Geheimnisse ziehen uns doch an. Und so will jeder dem Geheimnis des Briefboten auf den Grund gehen. Wer ist George? Auf was beruht Alberts Sozialphobie? Und wird die Suche nach seiner Liebe fündig? Dazu im Rahmen einer kleinen englischen Stadt (mit Charme, heißt es, denken wir da nicht an Cornwall und ähnliche, literarisch bereits gut beackerte, Regionen des britischen Königreichs?)

Stil: Leicht zu lesen, es geht ja meistens um Alltagsbeschreibungen von Albert und seinen inneren Ängsten, dass er nicht mit Leuten reden möchte. Er taut zweimal auf: Als er vor lauter Angst, den offiziellen Brief lesen zu müssen, zu seiner Beruhigung tanzte. Die Worte dazu bringen einem Albert ziemlich nahe und macht neugierig auf das schreckliche Geheimnis. Das zweite Mal, als er einen Weihnachtspullover kaufen muss und ihn die Verkäuferin ungemein geschickt um den Finger wickelt. So gut beschrieben, dass man meint daneben zu stehen. Dann ist da auch der Neuzuzug in seiner Postbotenrunde und da meint man seinem Geheimnis doch ein Stück näher gekommen zu sein.

Buchumschlag: Ein englisch roter Briefkasten, eine graue Katze, die Umrandung wie ein Luftpostbrief, Briefe, die über das Bild flattern. Sehr romantisch gemacht, anziehend!

Ich empfehle gern das Buch! Mit Albert um die Ecke ziehen. Der stille Held des Romans ist ein liebenswürdiger Mensch, den man einfach gernhaben möchte. Und wer Matt Cain kennt, mag erraten in welche Richtung Alberts Suche geht...

Matt Cain, Das geheime Leben des Albert Entwistle, Ullstein Verlag
(Dieses Buch ist das dritte von Matt Cain)

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Fälschung!

Rochade
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Ein Attentat auf ein Bild; ein Restaurateur, der selbst Maler ist. Das Vergnügen ein großartiges Bild in Händen zu haben – es anfassen zu können. Was nur wenige dürfen. Er muss – der Restaurateur. Es ist ...

Ein Attentat auf ein Bild; ein Restaurateur, der selbst Maler ist. Das Vergnügen ein großartiges Bild in Händen zu haben – es anfassen zu können. Was nur wenige dürfen. Er muss – der Restaurateur. Es ist beschädigt. Nun strömen seine Gedanken zum Bild, zur Malerei, zum Kunstverständnis. Angesichts der Tatsache, dass gerade ein anscheinend bekannter Künstler eine ‚unsichtbare Skulptur‘ für 15.000 Dollar verkauft bekam, stellt sich die Frage nach ‚Kunst‘, was ist Kunst, wer ist Künstler und welche Kunstobjekte sind authentisch?

Die Gedanken des Restaurateurs fließen so auch zum Kunstgeschäft aufs Papier. Zu den Besitzenden und den Schauenden.

Der Roman spielt im Jahr 2022 und er erinnert an das aktuelle österreichische Geschehen. Der Kanzler will das zerstörte Bild restauriert für sich, der Restaurateur will das aber nicht.

Stil: Ich-Erzähler, der Ahnung hat vom Kunstgeschäft

Reinhard Tötschinger, 'Rochade', 2021, Picus Verlag

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Veröffentlicht am 12.11.2021

Vögel und andere Lebewesen

Der Mauersegler
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Buchumschlag: Drei Vögel, Mauersegler?, zwei in schwarz, einer in rot. Sie fliegen über den Titelumschlag. Dazu der in hellblau gehaltene Hintergrund. Optisch gut ausgewählt.

Buchinhalt: Die Geschichte ...

Buchumschlag: Drei Vögel, Mauersegler?, zwei in schwarz, einer in rot. Sie fliegen über den Titelumschlag. Dazu der in hellblau gehaltene Hintergrund. Optisch gut ausgewählt.

Buchinhalt: Die Geschichte eines Mannes auf der Flucht, der andere Menschen, Frauen, trifft, die ebenfalls nicht unbedingt gesprächig sind.
Prometheus (die Mutter, Hebamme, liebt griechische Mythologie; der andere Name, väterlicherseits gegeben, wird verschmäht. Wer will schon ein Marvin sein?) fährt mit seiner Arztdroschke, einem schwarzen Mercedes durch die Nacht bis zur dänischen Grenze.

Stil: Der Eichborn Verlag steht für erstklassige Literatur. Die Autorin hat sich bereits in kurzer Zeit einen Namen gemacht, einen Namen, den es gilt sich zu merken. Denn wer von Mauersegler, Nackmulchen und Ähnlichem schreibt, der ist interessant! Es ist lebendig geschrieben und die beschriebenen Szenen lassen sich leicht vorstellen.

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Veröffentlicht am 10.11.2021

Rosalie

Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher
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Beate, Rygiert (als Autorin bereits bekannt für gut geschriebene Lektüren)
Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher

Eines der wichtigsten deutschen Verlagshäuser: Der Ullstein – Verlag, gegründet von ...

Beate, Rygiert (als Autorin bereits bekannt für gut geschriebene Lektüren)
Die Ullsteinfrauen und das Haus der Bücher

Eines der wichtigsten deutschen Verlagshäuser: Der Ullstein – Verlag, gegründet von einer jüdischen Familie. Die Geschichte um Rosalie und Franz - Franz verliebt sich, nach dem Tod seiner ersten Frau, in die schillernde Rosalie, eine selbstbewusste Frau. Eine starke Frau. Doch die Brüder von Franz sind gegen diese Verbindung. Berlin in den Goldenen Zwanzigern
Eine zarte Liebesgeschichte, die jedoch sich nicht gegen Intrigen halten kann...

Beate Rygierts Schreibstil ist fesselnd, die Autorin nimmt den Lesenden an die Hand und führt durch das Romangeschehen. Wobei sie ihre Charaktere (z.B. Rosalie Gräfenberg, selbstbewusst und intelligent) auch scharfsinnig ihre Umgebung beobachten lässt. Zuweilen lässt Frau Rygiert fein dosierten Humor einfließen: Seite 70 „Frau Böß beugte sich interessiert vor, und Rosalie hatte Sorge, ihr ausladender Busen könnte Bekanntschaft mit dem Rest Soße auf ihrem Teller machen“.

Das Umschlagsbild ist angenehm gestaltet: In zarten Farben, passend zu den Zwanziger Jahren, befinden sich jeweils zwei schöne, verführerische Frauen in eleganter Abendkleidung auf die linke und rechte Seite drapiert. Mittig ein historisches Bild des alten Berlins. Auffallend für jeden an Historie interessierten Leser.

Und schön, dass sich der Ullstein – Verlag sich seiner eigenen Verlagsgeschichte stellt!
Macht Spaß den Roman zu lesen, gleichzeitig ist man auf einer Zeitreise

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Veröffentlicht am 08.11.2021

Wuppernder Boogelbie, Kinderentführender Nachtalp, Dämonen- und Monsterjäger

Das ewige Glas (Glas-Trilogie Band 3)
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Wuppernder Boogelbie, Kinderentführender Nachtalp, Dämonen- und Monsterjäger

Ein Ritt durch 300 Jahre von Prag, 1501, bis nach Prag, so um 1800 herum, mehr oder weniger. Ein Roman über Freundschaft zwischen ...

Wuppernder Boogelbie, Kinderentführender Nachtalp, Dämonen- und Monsterjäger

Ein Ritt durch 300 Jahre von Prag, 1501, bis nach Prag, so um 1800 herum, mehr oder weniger. Ein Roman über Freundschaft zwischen jungen Menschen, Älteren und Kreaturen, die Uneingeweihte vielleicht Monster nennen würden. Und natürlich Baba Jaga!
Es geht darum jemanden zu helfen, der anderen selbstlos geholfen hat und deswegen in eine äußerst missliche Lage geraten ist.

„Das Ewige Glas“ von Heiko Hentschel ist der dritte Band der Glas-Reihe: Das Hungrige Glas, Das Flüsternde Glas und nun Das Ewige Glas, wo es um Monsterjäger und Magie geht. Jüngere und auch ältere Fantasy Leser kommen voll auf ihre Kosten. Auch wenn jedes Buch für sich alleine gelesen werden kann, die Geschehnisse in den anderen Büchern haben sehr viel Einfluss auf die Hauptcharaktere: Das Geschwisterpaar Brenner, Moritz und Konstanze, und das Geschwisterpaar van Lichtholm, Edgar und Helene. In dezenten Rückgriffen am Anfang vom Ewigen Glas und in den Kapiteln dazwischen erklären sich einige Charaktere, die einem Neuling nicht unbedingt bewusst sind.

Durch spannende Abenteuer, risikoreiche Handlung und Aktionen führen die Hauptfiguren über 361 Seiten ihre Leserschaft in eine kreative Fantasiewelt. Hier ist dem Autor ein wirklich ansehnliches Jugendbuch für Jugendliche ab 12 bis 100+ gelungen. Selbst die Glossare am Ende des Bandes sind lesenswert, nicht nur um den Text zu verstehen, sondern auch die Wortschöpfungskraft des Autors zu bewundern.

Heiko Hentschel vermag sehr gut zu schreiben, einleuchtende Sätze, zudem seine Kreativität, auch unter Einarbeitung historischem Wissen
Zitat: Louis, der Junge, der irgendwann auftaucht und seine geduldige Mutter: "Was man aus Liebe tut, ist niemals falsch..." Es steckt so viel Weisheit in diesen Worten. Wenn man jedoch bei Hausarbeiten bereits vor sich murmelt und Boogelbie sagt, dann hat wohl der Autor so richtig seine Fantasie in die Leserin verpflanzt.

Das Titelbild von 'Das Ewige Glas' so etwas von aufregend. Der von Furcht niedergedrückte Jüngling auf dem Boden, die Ratten hinter ihm. Das Geistwesen, was über allem thront, sieht so entsetzlich aus... der Zugriff scheint sicher zu sein...Das Ganze in diesem knalligen Rot, was den Augen keinen Ausweg lässt als sofort mitten ins Geschehen zu springen. Die grünen Einsprengsel (Geist, Jüngling, Ratten) was sich im Lesebändchen wiederholt, akzentuiert ganz großartig. Wunderbares Layout!

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