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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.01.2026

Sehr berührend – Eine zarte erste Liebe, gegen viele Widerstände

Mo & Moritz
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Mit ihrem Roman „Mo & Moritz“ hat mich Autorin Julya Rabinowich wirklich sehr berührt. Äußerst feinfühlig gelingt ihr ein bemerkenswertes Gleichgewicht zwischen zarter Verliebtheit und der harten Realität ...

Mit ihrem Roman „Mo & Moritz“ hat mich Autorin Julya Rabinowich wirklich sehr berührt. Äußerst feinfühlig gelingt ihr ein bemerkenswertes Gleichgewicht zwischen zarter Verliebtheit und der harten Realität zu schaffen. Es ist eine Coming of Age Geschichte aber gleichzeitig noch so viel mehr. Es geht außerdem auch um Flucht- Traumata, Antisemitismus, Homophobie und Fremdenfeindlichkeit. Dennoch ist die Handlung keinesfalls überladen, manches davon klingt nur dezent an. Trotz wenigen Seiten geht es also richtig in die Tiefe und stets konnte ich ohne Probleme mit Mo & Moritz mitfühlen. Beide sind tolle Charaktere und gerade durch ihre Unterschiedlichkeit gelungen. Der Schreibstil liest sich spielerisch leicht und transportiert ganz viel Gefühl. Auch dadurch fällt die Lektüre leicht. Da der Roman meine Erwartungen sogar übertroffen hat, empfehle ich ihn uneingeschränkt weiter. Besonders die Perspektive des wenig privilegierten Mo empfand ich als sehr bereichernd.

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Veröffentlicht am 17.01.2026

Heiß und unberechenbar

Firewatch
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Durchgehend ist die Spannung hoch, weshalb man „Firewatch“ von Colin Hadler kaum aus der Hand legen kann. Der Autor versteht es wirklich eine faszinierende, wie auch leicht gruselige Geschichte zu erzählen. ...

Durchgehend ist die Spannung hoch, weshalb man „Firewatch“ von Colin Hadler kaum aus der Hand legen kann. Der Autor versteht es wirklich eine faszinierende, wie auch leicht gruselige Geschichte zu erzählen. Der Schreibstil liest sich toll und lässt unterschiedliche Szenerien lebendig werden und auch durch die unterschiedlichen Perspektiven und Zeitsprünge entsteht eine spannende Dynamik. Wenn ich überhaupt etwas kritisieren kann, dann höchstens, dass mir der grundsätzliche Plot mit der Aufgabe der Firewatcher doch weit vom Alltag entfernt scheint. Bei einem guten Thriller ist mir das aber eigentlich auch egal. Vor allem wenn wie hier, einfach sonst alles stimmt. Gerade die Figurenzeichnung ist sehr gelungen und die spicy Szenen sind wirklich nicht ohne. Auch mit überraschenden Plottwists punktet das Buch. Mitreißend, intensiv und fesselnd ist diese besondere Geschichte, eine Mischung aus Abenteuer und Laienhafter Krimi-Ermittlung. Natürlich vergebe ich insgesamt gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 15.01.2026

Düster, hochaktuell und ereignisreich

Waldmann
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„Waldmann“ von Thomas Ziebula war für mich keine „normale“ Krimilektüre. Durch die hohe Aktualität und detailreiche Ausarbeitung des Themas der Zwangsprostitution und dem Vorgehen beim Menschenhandel, ...

„Waldmann“ von Thomas Ziebula war für mich keine „normale“ Krimilektüre. Durch die hohe Aktualität und detailreiche Ausarbeitung des Themas der Zwangsprostitution und dem Vorgehen beim Menschenhandel, nimmt die Geschichte emotional durchaus mit. Und auch was die gewaltvollen Details betrifft, ist die Handlung nicht leicht auszuhalten. Prinzipiell finde ich es aber toll, dass sich der Autor vor einem solchen wichtigen Thema nicht scheut und außerdem eine gründliche Recherche in sein Buch investiert hat. Johannes Waldmann ist als Ermittler dabei stets im Mittelpunkt der Geschehnisse, kämpft stark mit seinen eigenen Dämonen und gerade der Umgang mit seiner psychischen Erkrankung nimmt Raum ein. Ehrlicherweise bin ich mit der gewählten Behandlung manchmal etwas unglücklich, zum Beispiel wenn eigenmächtig Medikamente abgesetzt werden um stattdessen Drogen einzunehmen. Aber halten wir fest, Waldmann ist sowieso ein spezieller Protagonist und von Ecken und Kanten zu sprechen wäre noch untertrieben. Als Ausgleich hätte ich es gut gefunden, wenn die weiblichen Perspektiven genauso viel Raum erhalten hätten wie er. Denn gerade Suse und Pia sind für den Handlungsverlauf extrem wichtig, bleiben aber in ihrer Ausarbeitung etwas blass. Mein größtes Problem hatte ich allerdings mit gleich zwei Männern, deren absolut übergriffiges Verhalten, im Buch als positiv und beschützend dargestellt wurde. Gerade im Kontrast mit den kritisierten Verhaltensweisen der Zuhälter, fand ich dies merkwürdig und eben auf andere Weise schlimm. Alles in allem ist „Waldmann“ sicher kein Buch, welches sich eben mal so einfach weg liest. Unbequem und schonungslos präsentiert es uns ein Problem, welches uns allen bewusst sein sollte. Und auch wenn ich konkrete Kritikpunkte habe, bin ich insgesamt doch angetan von der spannenden, brisanten und actionreichen Handlung. Weitere Bänden deuten sich schon an, denn auch wenn die jetzigen Ereignisse soweit aufgeklärt sind, sind gerade für Waldmann in Bezug auf seine Vergangenheit noch viele Fragen offen.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Fesselnde Familiengeschichte

Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel
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Wie auch schon die beiden vorhergehenden Romane kann auch „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder alleinstehend gelesen werden. Der volle Zauber entfaltet sich meiner Meinung ...

Wie auch schon die beiden vorhergehenden Romane kann auch „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ von Alena Schröder alleinstehend gelesen werden. Der volle Zauber entfaltet sich meiner Meinung aber nach erst, wenn man alle Bücher der Trilogie kennt. Und so bildet „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ einen würdigen Abschluss dieser eindrücklichen Familienerzählung in deren Mittelpunkt die Frauen stehen. Auch diesmal überzeugen die authentischen Figuren und in besonderer Weise fängt die Autorin aktuelle und auch generationsübergreifende Themen ein. Der Schreibstil liest sich wunderbar leichtgängig und zieht durch die lebendige Schilderungen, mitten ins Geschehen. Sehr kurzweilig fliegen die gut 350 Seiten deshalb nur so dahin und ich war schon etwas traurig, mich nun endgültig von den liebgewonnenen Charakteren verabschieden zu müssen. Wer vielschichtige und Charakter-fokussierte Bücher, mit ruhigem aber prägnanten Erzählton mag, ist hier genau richtig. Gerne vergebe ich für dieses überzeugende Leseerlebnis 5 Sterne und eine große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Aufrüttelnder Roman über ein wichtiges Stück Zeitgeschichte

Zurück unter Mördern
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„Zurück unter Mördern“ des Autoren Michael Jensen ist sicherlich keine Wohlfühllektüre, die Geschichte wühlt auf, bewegt und macht auch immer wieder wütend. Gerade deshalb ist das Buch aber wirklich grandios. ...

„Zurück unter Mördern“ des Autoren Michael Jensen ist sicherlich keine Wohlfühllektüre, die Geschichte wühlt auf, bewegt und macht auch immer wieder wütend. Gerade deshalb ist das Buch aber wirklich grandios. Einen klassischen Krimi sollte man hingegen nicht erwarten, obwohl ein unfassbares Verbrechen die Handlung bestimmt. Auf bedachte und feinfühlige Weise verknüpft Michael Jensen dabei reale Geschehnisse mit Fiktion. So gab es etwa Protagonist Oswald Lassally wirklich und auch die systematische Plünderung des Vermögens und Besitzes von jüdischen Menschen durch staatliche Behörden vor und während des zweiten Weltkrieges, ist traurige Realität. Darüber hinaus fängt der zweite Erzählstrang aber auch eindrucksvoll die weiterhin stark antisemitische Stimmung in der Nachkriegszeit ein. Gegen das Vergessen schreibt der Autor wirklich mit voller Überzeugung an und verliert trotzdem nicht die Spannung aus dem Blick. Der Schreibstil liest sich mühelos und gefiel mir richtig gut. „Zurück unter Mördern“ ist ein wirklich interessanter Roman, welcher mich voll und ganz gefangen nehmen konnte und vollumfänglich überzeugt. Auch den nächsten Band möchte ich unbedingt lesen. Nun vergebe ich aber zunächst für diesen eindrucksvollen Reihenauftakt volle 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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