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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2024

Intensiv und düster- Ein Dorf im Porträt

Die Schönheit der Rosalind Bone
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„Die Schönheit der Rosalind Bone“ von Alex McCarthy ist ein beeindruckender, wenn auch kein leichter Roman. Auf nur 160 Seiten entfaltet die Autorin eine erstaunlich vielschichtige Handlung. Zwar hätte ...

„Die Schönheit der Rosalind Bone“ von Alex McCarthy ist ein beeindruckender, wenn auch kein leichter Roman. Auf nur 160 Seiten entfaltet die Autorin eine erstaunlich vielschichtige Handlung. Zwar hätte ich mir stellenweise ein paar Seiten mehr gewünscht, um bei manchen Figuren noch mehr in die Tiefe gehen zu können. Dennoch ist der Plot insgesamt in sich stimmig und letztlich rund. Besonders gelungen fängt die Autorin die Atmosphäre und die ungeschriebenen Regeln des Ortes Cwmcysgod ein. Dabei zeichnet sie überwiegend ein vernichtendes Menschenbild, nur die Entwicklung von wenigen Figuren macht letztendlich etwas Hoffnung. Thematisch ist die Geschichte finde ich emotional herausfordernd. Auch wenn der Kindesmissbrauch nur angedeutet wird, ist er und auch der Umgang des Dorfes damit einfach heftig zu lesen. Ein weiteres großes Thema des Buches ist zudem noch Misogynie und auch deshalb ist der Titel sehr treffend gewählt. Unterschiedliche Perspektiven geben vielfältige Einblicke und fangen ein breites Spektrum ein. Auch der Schreibstil der Autorin trägt viel zum Erfolg der Geschichte bei. Ihr Tonfall ist dabei eine einzigartige Mischung aus klarer Nüchternheit und doch voller poetischer Sprachbilder und feinen Nuancen. Ich brauchte zwar etwas um mich daran zu gewöhnen, dann gefiel mir der Stil aber ausgesprochen gut. Allgemein gewann der Roman aufs Ende zu an Stärke. Und so vergebe ich für das Gesamtwerk verdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Treffender Titel - Unterhaltsam, aber doch voller Nuancen

Funny Story
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„Funny Story“ von Emily Henry war für mich ein richtiger Wohlfühlroman. Er beginnt mit der wirklich witzigen, oder doch eher absurden Trennungsgeschichte, durch welche Daphne und Miles Mitbewohner:innen ...

„Funny Story“ von Emily Henry war für mich ein richtiger Wohlfühlroman. Er beginnt mit der wirklich witzigen, oder doch eher absurden Trennungsgeschichte, durch welche Daphne und Miles Mitbewohner:innen werden. Was dann folgt hat mich dann aber positiv überrascht. Die Autorin erzählt nämlich eine vielschichtige Geschichte, voller einzigartig authentischer Figuren. Egal ob Haupt- oder Nebencharaktere, alle wirken überaus lebendig und bringen ihre eigene Persönlichkeit mit. Auch wenn die Atmosphäre humorvoll und einladend ist, geht es doch auch um ernste Themen wie Selbstfindung, Freundschaft und Eltern-Kind-Beziehungen. Das zauberhafte amerikanische Kleinstadtsetting bietet dafür die perfekte Kulisse und mit Bibliothekarin Daphne stellt uns Emily Henry wieder mal eine sympathische bücherliebende Figur zur Seite. Der Schreibstil liest sich gewohnt flüssig und ich bin nur so durchs Buch geflogen. Insgesamt passte für mich einfach alles, inklusive Ende. „Funny Story“ ist ein wunderbar moderner Liebesroman mit viel Witz und starken Charakteren. Natürlich vergebe ich dafür 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Vielfältige Blickpunkte, empowerende Texte

Unlearn Patriarchy 2
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Zunächst einmal kann ich leider keinen Vergleich zum ersten Band von Unlearn Patriarchy anstellen, da ich diesen (bisher) nicht kenne. Da die 13 Essays aber völlig unabhängig voneinander gelesen werden ...

Zunächst einmal kann ich leider keinen Vergleich zum ersten Band von Unlearn Patriarchy anstellen, da ich diesen (bisher) nicht kenne. Da die 13 Essays aber völlig unabhängig voneinander gelesen werden können stellt dies kein Problem dar. Die Themen wurden auf jeden Fall bunt gemischt ausgewählt, sprechen aber alle super wichtige Themenfelder unseres Alltags an. Jede Autorin weiß wovon sie schreibt und so ist hier jede Menge Expertise zu finden. Logischerweise unterscheiden sich die Schreibstile untereinander, gut lesbar sind aber alle. Gemeinsam sind ihnen außerdem die starken Emotionen, welche sie beim lesen auslösen. Es ist toll das Feminismus stets solidarisch gedacht wird. Trotz der benannten Ungerechtigkeiten war „Unlearn Patriarchy 2“ für mich eine äußerst inspirierende Lektüre, welche ich aus ganzem Herzen weiterempfehlen mag. Natürlich vergebe ich dafür 5 Sterne und hoffe auf eine Fortsetzung der Reihe!

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Veröffentlicht am 01.05.2024

Doch mehr Quantentheorie, als Bullshit

Quanten-Bullshit
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„Quanten-Bullshit Wie man sein Leben mit Quantenphysik ruiniert“ von Chris Ferrie würde ich auf jeden Fall bei den anspruchsvolleren Sachbüchern einordnen. Denn um zu erkennen was Quatsch und/oder Geldmache ...

„Quanten-Bullshit Wie man sein Leben mit Quantenphysik ruiniert“ von Chris Ferrie würde ich auf jeden Fall bei den anspruchsvolleren Sachbüchern einordnen. Denn um zu erkennen was Quatsch und/oder Geldmache ist, muss man die tatsächlichen Begriffe und Konzepte der Quantentheorie kennen. Und genau diese vermittelt Autor und Quantenphysiker Chris Ferrie auf eine einzigartige Weise. Zugegeben, seinen unkonventionellen Stil muss man schon mögen. An sich komme ich mit Sarkasmus gut klar und mag auch den vorherrschenden Humor, stellenweise übertreibt es der Autor aber und wird einfach nur böse und unverschämt. Auch uns Leser:innen gegenüber ist er nicht immer wohlgesonnen, sein Anliegen uns vor Betrug unter dem Quantendeckmantel zu schützen, nehme ich ihm aber voll und ganz ab. Und auch wenn er es teils für meinen Geschmack übertreibt, gelingt es ihm doch ein hochkomplexes Thema, verständlich zu erklären. Ich möchte zwar nicht behaupten, dass ich wirklich alles restlos verstanden hätte. Grundlegendes habe ich aber auf jeden Fall verinnerlicht und mein Bullshit-Detektor ist nun geschärft. Insgesamt vergebe ich für die anspruchsvolle, aber hilfreiche Lektüre 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 29.04.2024

Musikalisches und kreatives Kinderbuch

In mir spielt Musik
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„In mir spielt Musik“ von Melanie Laibl mit Illustrationen von Cansu Yakin ist ein Fest für fast alle Sinne. Empfohlen wird das Buch ab 2 Jahren, ich persönlich würde sogar noch etwas länger warten. So ...

„In mir spielt Musik“ von Melanie Laibl mit Illustrationen von Cansu Yakin ist ein Fest für fast alle Sinne. Empfohlen wird das Buch ab 2 Jahren, ich persönlich würde sogar noch etwas länger warten. So kann das Kind Text und Bilder auch vollumfänglich aufnehmen. Zunächst einmal ist die Idee eines Aufwachbuchs mal etwas ganz Anderes. Gute-Nacht-Geschichten gibt es ja viele, aber auch dieses Buch kann das Einschlafen erleichtern, nämlich dann wenn es die Vorfreude auf den nächsten Morgen steigert. Die Aufmachung ist ansprechend, das Buch fasst sich hochwertig an und hält auf seinen 13 Doppelseiten auch Einiges bereit. Inhaltlich ist das Buch auch für Erwachsene beim Vorlesen eine wahre Freude. Auf platte Reime wird verzichtet, dafür ist der Text kreativ, klangvoll und absolut einzigartig. Passend dazu muten auch die Illustrationen künstlerisch an. Ein kleiner Kritikpunkt sind hier für mich die doch sehr vielen Details, sowie die Realitätsferne. Dies passt für mich nicht ganz zu 2-Jährigen. Aber hier mag ich nicht verallgemeinern, anderen Kindern gefällt vielleicht genau das. Insgesamt vergeben wir für das spaßige Leseerlebnis gute 4 Sterne.

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