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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2024

Cooles neues Crime-Konzept, inhaltlich aber noch ausbaufähig

Murder in the Family
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Mir ihrem Buch „Murder in the Family“ hat Cara Hunter ein ganz spezielles Leseerlebnis geschaffen, welches mir von der Idee her richtig gut gefiel. Das gesamte Buch dreht sich um die Aufklärung eines Cold ...

Mir ihrem Buch „Murder in the Family“ hat Cara Hunter ein ganz spezielles Leseerlebnis geschaffen, welches mir von der Idee her richtig gut gefiel. Das gesamte Buch dreht sich um die Aufklärung eines Cold Cases, soweit erst mal nichts Neues. Die Ermittlungen finden allerdings in Form einer TV-Show statt und wir Leser:innen bekommen davon das Skript und weiteres Zusatzmaterial zu lesen. Dabei sind die Kapitel relativ gleich aufgebaut. Zunächst liest man die jeweilige Serienfolge, diese Passagen bestehen nur aus wörtlicher Rede und sind ein Gespräch über die Ermittlungen zwischen den Expert:innen. Im Anschluss daran folgen dann immer ein Medienecho in Form von Zeitungsartikeln, Socia-Media-Kommentaren und auch E-Mails, Sprachnachrichten und Ähnliches, in welchen die Betroffenen im Hintergrund kommunizieren. Wenn man sich erst mal an diese ganz neue Textform gewöhnt hat, liest sich das Buch richtig gut und so kam ich auch flott voran. Miträtseln kann man hier durchaus, da einem als Leser:in aber leider nicht immer alle Infos zur Verfügung stehen ist dies nicht gerade einfach. Die Autorin setzt dafür mehrmals auf sehr überraschende Wendungen und erhält sich damit bis zuletzt die Spannung. Mit der Auflösung bin ich persönlich leider nicht ganz glücklich, denn obwohl sehr viel aufgebaut wurde, war alles dann doch profaner als gedacht. Meiner Meinung nach wurde hier leider Potenzial verschenkt. Dennoch ist das Buch für Spannungsfans einen Blick wert, vor allem für alle die Lust auf ein ganz neues Erzählkonzept haben. Von mir gibt es solide 3 ½ Sterne.

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Veröffentlicht am 18.02.2024

Atmosphärischer Mystery-Thriller

Der flüsternde Abgrund
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„Der flüsternde Abgrund“ von Veronica Lando war für mich eine durchgehend spannende Lektüre, welche mich absolut fesseln konnte. Der Schreibstil liest sich richtig angenehm, wodurch ich flott durchs Buch ...

„Der flüsternde Abgrund“ von Veronica Lando war für mich eine durchgehend spannende Lektüre, welche mich absolut fesseln konnte. Der Schreibstil liest sich richtig angenehm, wodurch ich flott durchs Buch kam. Auch der Spannungsaufbau, sowie die geschickt gesetzten Twists überzeugen. Die Geschichte bringt durch ihren Handlungsort im Regenwald eine ganz eigene Atmosphäre mit. Die Autorin schreibt zudem dermaßen bildlich, dass ich mir die Szenerie richtig gut vorstellen konnte. Gerade zu Beginn ist der Mystery-Anteil hoch, später verschieben sich dann die Prioritäten etwas hin zu „gewöhnlicheren“ Thriller Themen bzw. Erklärungen. Ein Hauch des Unerklärlichen bleibt aber bis zu Schluss. Für meinen Geschmack hätte gerade der titelgebende flüsternde Abgrund, noch mehr im Mittelpunkt stehen können. Dennoch handelt es sich um eine stimmige und runde Handlung, welche mit ihrer Logik überzeugt. Callum Haffenden ist zudem ein sympathischer Protagonist und so habe ich seine Perspektive gerne verfolgt. Gekonnt verweben sich dabei Vergangenheit und Gegenwart miteinander, wobei kurze Kapitel aus der Zeit von vor 30 Jahren nach und nach für Aufklärung sorgen. Nichts ist hier, wie es zunächst scheint und so wird einem das miträtseln nicht leicht gemacht. Insgesamt konnte mich das Buch dennoch gut unterhalten, weswegen ich 4 ½ Sterne vergebe.

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Veröffentlicht am 14.02.2024

Subtile Spannung und gelungene Perspektiven

Notizen zu einer Hinrichtung
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"Notizen zu einer Hinrichtung“ von Danya Kukafka ist trotz des Themas kein Krimi im eigentlichen Sinne. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen unterschiedliche Frauen, welche alle einen anderen Bezug zum ...

"Notizen zu einer Hinrichtung“ von Danya Kukafka ist trotz des Themas kein Krimi im eigentlichen Sinne. Im Mittelpunkt der Erzählung stehen unterschiedliche Frauen, welche alle einen anderen Bezug zum Täter haben. Die Perspektiven unterschieden sich sowohl inhaltlich, als auch stilistisch voneinander und sorgen so für genügend Abwechslung. Ganz verzichtet die Autorin aber nicht auf die gedankliche Perspektive des Täters. Dieser kommt in kurzen Kapiteln, welche sich als Countdown der Hinrichtung nähern, zu Wort. Etwas stimmiger hätte ich es gefunden, wenn seine Sichtweise ganz ausgespart worden wäre. Aber auch so stehen ganz klar die „Opfer“ im Mittelpunkt. Insgesamt besticht die Geschichte durch eine klare Sprache und eine eher zurückhaltende aber stetige Spannung. Von Beginn an wissen wir, dass sich der Täter in Haft befindet und auf seine Hinrichtung wartet. Der lange Weg dahin wird aber stimmig und aus den unterschiedlichen Frauenperspektiven heraus erzählt. Der Roman liest sich flüssig, ist aber wie ich finde keine leichte Kost. Auch wenn er in Amerika spielt, können viele Gedanken, bezüglich Serientätern bzw. unserem Umgang mit Tätern allgemein, auch auf Europa und Deutschland übertragen werden. Die Lektüre lohnt sich gerade auch deshalb auf jeden Fall. Gerne vergebe ich insgesamt verdiente 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die Lust auf eine neue Sicht auf „Crime“ haben.

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Veröffentlicht am 13.02.2024

Nach einer wahren Geschichte – Wertvolle Einblicke in ein geteiltes Deutschland

Der Tunnelbauer
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„Der Tunnelbauer“ von Maja Nielsen beruht auf der wahren Lebensgeschichte von Joachim Neumann und ist eine wichtige wie auch bewegende Lektüre für Jugendliche und Erwachsene. Viele der darin vorkommenden ...

„Der Tunnelbauer“ von Maja Nielsen beruht auf der wahren Lebensgeschichte von Joachim Neumann und ist eine wichtige wie auch bewegende Lektüre für Jugendliche und Erwachsene. Viele der darin vorkommenden Informationen kannte ich zwar bereits aus dem Geschichtsunterricht, oder auch aus anderen Quellen. Der große Pluspunkt dieses Buchs ist aber die Intensität mit welcher hier persönliche Schicksale mit der bekannten deutschen Zeitgeschichte verknüpft werden. Wie fühlt es sich an keinen anderen Ausweg als die lebensgefährliche Flucht zu sehen? Und warum verbringt man danach Monate seines neuen Lebens damit als Fluchthelfer diesen Weg auch Anderen zu ermöglichen? Diese und noch viele weitere Fragen werden in „Der Tunnelbauer“ beantwortet. Wer aber jetzt denkt es handelt sich um eine trockene Lektüre, der täuscht sich. Denn Maja Nielsen schreibt wirklich unglaublich spannend und versteht es ihre Leser:innen bis zuletzt zu fesseln. Authentische Einblicke, persönliche Erlebnisse und erschreckende Einsichten in die Methoden der DDR. Dies alles wird in kurzen aber prägnanten Kapiteln erzählt und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg. Im Anschluss an die Handlung gibt es dann noch Ausblicke wie es damals für die echten Personen weiterging und zusätzliche Informationen. Mich persönlich hat die Erzählung absolut berührt und so hoffe ich, dass dieses Werk möglichst viele Menschen erreicht. Ob als Schullektüre oder als persönliche Zeitreise, von mir bekommt das Buch eine große Leseempfehlung und verdiente 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 12.02.2024

Wahnsinnig spannend und so ganz anders als gedacht

Die Insel des Zorns
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„Die Insel des Zorns“ war mein erstes Buch des Autors Alex Michaelides und konnte mich absolut überzeugen. Die Erzählweise ist speziell, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, gefiel mir diese aber recht ...

„Die Insel des Zorns“ war mein erstes Buch des Autors Alex Michaelides und konnte mich absolut überzeugen. Die Erzählweise ist speziell, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, gefiel mir diese aber recht gut. Im Buch erzählt Protagonist Elliot uns die Geschichte und enthüllt nach und nach was auf der Insel wirklich geschah. Dabei durchbricht er die dritte Wand, spricht uns Leser:innen direkt an, und wechselt mehrmals die Zeitebenen. Beides sorgt für Abwechslung und einen guten Lesefluss. Auch der Spannungsaufbau ist grandios gelungen. Zum Ende hin fühlt man sich dank der zahlreichen Twists regelrecht durchgeschüttelt. Die Auflösung ist auch deshalb nahezu nicht zu erraten und die Spannung bleibt bis zur letzten Seite hoch. Das malerische Inselsetting setzt die Geschehnisse finde ich gut in Szene, besonders gelungen sind darüber hinaus die Figurenzeichnungen des Autors. Diese wirken unglaublich lebendig und man meint fast diese selbst zu kennen. Wer auf psychologisch durchdachte Thriller, welche vom üblichen Schema abweichen steht, ist hier definitiv richtig! Insgesamt ist der Plot auf den Punkt erzählt und versteht, trotz oder gerade auch wegen aller Tragik, gut zu unterhalten. Da ich nichts zu kritisieren habe, vergebe ich gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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