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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.07.2021

Starker Beginn, schwächelnder Hauptteil und ein zu offenes Ende

Die Wütenden und die Schuldigen
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Der Titel des Romans „Die Wütenden und die Schuldigen“ des Autoren John von Düffel ist wirklich gut gewählt, weil er die Geschichte um die es geht auf den Punkt bringt. Doch die Grenzen zwischen Wut und ...

Der Titel des Romans „Die Wütenden und die Schuldigen“ des Autoren John von Düffel ist wirklich gut gewählt, weil er die Geschichte um die es geht auf den Punkt bringt. Doch die Grenzen zwischen Wut und Schuld sind manchmal fließend und jeder der vier vorgestellten Hauptcharaktere hat seine eigenen Themen. Das Buch startete für mich wirklich toll, mit vielen starken Passagen und einer sehr gewählten, aber interessanten Sprache. Vor allem die erste Begegnung zwischen Maria und dem Rabbi, war äußerst faszinierend und hatte mehrere eindrückliche Aussagen zu bieten. Im weiteren Verlauf nimmt die Qualität, dann allerdings ab, so dass sich die Handlung ins Beliebige verliert. Für mich fand zu wenig Auseinandersetzung mit dem Thema Quarantäne, Abstand halten, Nähe zulassen bzw. die psychischen Auswirkungen dieser Themen statt. Vielmehr geht es um sehr persönliche Erlebnisse der Protagonist:innen, welche teilweise aber nur angeschnitten, dann aber nicht weiter aufgegriffen werden. Durch die vielen begonnenen Erzählsträngen, welche aber nicht zu Ende erzählt werden, wirkt die Geschichte unfertig und lässt mich unbefriedigt zurück. Da der Schreibstil eher anspruchsvoll war, dauerte es ein wenig sich an diesen zu gewöhnen. Trotz mancher Stärken dieser Familiengeschichte kann ich nicht mehr als 3 ½ Sterne vergeben, da es inhaltlich und erzählerisch einfach nicht mit anderen Romanen mithalten kann, welche ich besser bewertet habe.

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Veröffentlicht am 15.07.2021

Definitiv ein Lesehighlight 2021!

Das Glück am Ende der Straße
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Selten habe ich eine Geschichte gelesen welche mich so schnell in ihren Bann gezogen hat und dabei auch noch so lebensnah wirkte. In ihrem Roman „Das Glück am Ende der Straße“ nimmt sich die Autorin Ulrike ...

Selten habe ich eine Geschichte gelesen welche mich so schnell in ihren Bann gezogen hat und dabei auch noch so lebensnah wirkte. In ihrem Roman „Das Glück am Ende der Straße“ nimmt sich die Autorin Ulrike Herwig dem schwierigen Thema Obdachlosigkeit an. Als Kontrast zu Ellie, welche seit Jahren auf der Straße lebt, lernen wir auch noch eine recht normale Familie kennen. Vor allem mit der jüngsten Tochter Leonie kommt Ellie immer wieder ins Gespräch, wobei zauberhafte Aussagen über das Leben an sich entstehen. Alle Protagonist:innen waren unglaublich lebensecht und authentisch. Ich habe mir gut vorstellen können, das sich genau diese Geschichte ein paar Straßen weiter abspielen könnte. Trotz der Schwere des Themas strahlt das Buch eine unglaubliche Leichtigkeit aus. So mochte ich die Atmosphäre der Geschichte total gerne. Aus der Sicht von Ellie erfährt man außerdem jede Menge praktischer Belange und Details, was das Leben auf der Straße genau so schwierig macht. Körperhygiene bzw. mangelnde Möglichkeiten für diese, ist dabei zum Beispiel ein essentieller Punkt. Dieses Buch öffnet die Augen für eine ganz andere Welt, welche um uns herum existiert, ohne dabei mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen. Mein Fazit: Berührende Geschichte, welche zum Nachdenken anregt. Für mich ein absolutes Lesehighlight, für welches ich gerne auch mehr als 5 Sterne vergeben würde!

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Veröffentlicht am 15.07.2021

Atemloser Wettlauf gegen die Zeit

Der böse Mann: Thriller
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„Der Böse Mann“ ist der bereits 6. Band der Laura Kern Reihe der Autorin Carherine Sheperd. Auch in diesem Thriller konnte sie mich erneut, mit ihrem packenden Schreibstil und einem komplizierten Fall, ...

„Der Böse Mann“ ist der bereits 6. Band der Laura Kern Reihe der Autorin Carherine Sheperd. Auch in diesem Thriller konnte sie mich erneut, mit ihrem packenden Schreibstil und einem komplizierten Fall, begeistern. Das Buch kann wie immer auch unabhängig von den anderen Bänden gelesen werden. Die Spannung ist bis zum Ende so hoch, das man einfach immer weiterlesen muss. Erzählt wird dabei nicht nur aus Ermittlersicht, sondern auch aus der von Opfern und sogar des Täters. Die Vergangenheit des „bösen Mannes“, sowie die Einblicke in seine Psyche fand ich am interessantesten. Ein paar Fragen bleiben am Ende dennoch offen, was ich schade fand. Relativ schnell gibt es viele Verdächtige, so das man als Leser:in prima mit rätseln kann. Laura und ihr Partner Max waren mir sympathisch und wirkten lebensnah, auch privat erfährt man ein wenig über die Beiden. Aber auch die anderen Protagonist:innen waren authentisch. Mein Fazit: Thrillerfans finden hier eine fesselnde Lektüre. Dafür gibt es von mir gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 13.07.2021

Satire, mögliche Realität oder doch nur reine Fiktion?

Die Morgenröte – Sie nehmen dir dein Leben
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„Die Morgenröte – Sie nehmen dir dein Leben“ ist auf jeden Fall am Nerv der Zeit und da es auch um die Bundestagswahl im September geht, durchaus aktuell. Dennoch hat der Autor Noah Richter in seiner Erzählung ...

„Die Morgenröte – Sie nehmen dir dein Leben“ ist auf jeden Fall am Nerv der Zeit und da es auch um die Bundestagswahl im September geht, durchaus aktuell. Dennoch hat der Autor Noah Richter in seiner Erzählung stellenweise etwas übertrieben. Für meinen Geschmack waren die Protagonist*innen zu überspitzt und stereotyp dargestellt, um authentisch wirken zu können. Nicht alle Figuren wirken darüber hinaus frei erfunden, manche Charaktere erscheinen sogar wie die Karikaturen bekannter Persönlichkeiten. Die eigentliche Geschichte bzw. die zugrunde liegenden Gedanken fand ich dennoch interessant. Die Vergangenheit zeigt, dass eine solche gesellschaftliche Veränderung wie die Morgenröte, durchaus entstehen kann. Die dessen zugrunde liegenden Prozesse fand ich im Buch wirklich toll dargestellt. Auch der Schreibstil gefiel mir und las sich schnell und angenehm. Für einen Roman artet mir die Geschichte aber, vor allem am Ende, in zu viele Gewaltexzesse und kollektiven Irrsinn aus. Um wiederum nur als Satire gelesen werden zu können, fehlt doch noch etwas Witz. So bleibt die Geschichte zwischen mehreren Genres hängen und konnte mich letztendlich nicht restlos begeistern.

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Veröffentlicht am 12.07.2021

Inspirierend, informativ und voller praktischer Tipps

Urban Farming
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Ich bin wirklich begeistert von diesem unglaublich liebevoll gestalteten Sachbuch „Urban Farming“ der Autorinen Juliane Ranck und Laura Setzer. Hier bekommt man als Leser:in die gewohnte Qualität des Löwenzahnverlags ...

Ich bin wirklich begeistert von diesem unglaublich liebevoll gestalteten Sachbuch „Urban Farming“ der Autorinen Juliane Ranck und Laura Setzer. Hier bekommt man als Leser:in die gewohnte Qualität des Löwenzahnverlags geboten! Ansprechende grafische Gestaltung und inhaltliche Expertise gehen hier Hand in Hand. Doch worum gehts genau? Im Buch stellen die Autorinnen ein ganz konkretes Urban Farmingprojekt, nämlich die GemüseheldInnen in Frankfurt welches sie selbst gegründet haben, vor. Anhand ihres positiven Vorbildes und vieler ganz konkreter Tipps bekommt man hier Anstöße für ein ähnliches Projekt in der eigenen Stadt. Außerdem wird auch das Konzept der Permakultur (welches mir zuvor noch gar nicht bekannt war), als spannende Methode für effizienten Gemüseanbau auf kleinsten Raum im Einklang mit der Natur, beschrieben. Hier findet man auch für den eigenen Garten Anregungen und Bauanleitungen, wie z.B. für ein französisches Hügelbeet oder ein Recycling-Hochbeet. Auch Pionier:innen aus anderen Ländern, kommen zu Wort. Durch die gelungene Verbindung zwischen sachlichen Informationen und der Geschichte des Projekts, las sich das Buch außerdem angenehm und kurzweilig. Diesen Ratgeber werden ich sicherlich immer wieder zur Hand nehmen. Seine positive und inspirierende Aufmachung fordert auf jeden Fall zum Loslegen auf. Mein Fazit: Diese Anschaffung lohnt sich! Natürlich vergebe ich 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle Gärtner:innen und die es noch werden wollen!

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