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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Lustig und informativ

Mord im Nacktschnecken-Milieu
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Zunächst hatte ich tatsächlich gedacht, es handelt sich bei dem Buch über einen ganz besonders albernen Krimi. Aber es ist ein Sachbuch. Es geht um Pflanzen und Tiere in unserem Garten und wer ihnen Schaden ...

Zunächst hatte ich tatsächlich gedacht, es handelt sich bei dem Buch über einen ganz besonders albernen Krimi. Aber es ist ein Sachbuch. Es geht um Pflanzen und Tiere in unserem Garten und wer ihnen Schaden zufügt. Diese Schäden gehen von Einbruch und Vandalismus über Raub und Diebstahl bis zu Mord und Totschlag. Hier wird professionell vorgegangen: Zuerst wird der Kriminalfall vorgestellt, der Tatort genau untersucht und Indizien werden gesammelt. Zeugenbefragungen werden durchgeführt. So kommt man jeweils auf einige Verdächtige, die nun genauer unter die Lupe genommen werden, bis Täter und dessen Motiv eindeutig feststehen. Am Schluss jeden Falles ist noch zu lesen, was man als Gärtner tun kann, damit nicht wieder etwas passiert, oder um die Schäden in Zukunft zumindest einzudämmen. Man kann bei jedem Fall mitraten. Und manchmal ist die Auflösung nicht, wie zuerst gedacht, ein ganz fies aussehendes Insekt sondern ein süsses Tierchen wie zum Beispiel die Blaumeise.
Ich finde das Buch großartig. Es ist lustig geschrieben und trotzdem sehr informativ. Weniger zum einmal schnell Durchlesen als zum immer wieder Nachschauen, wenn man etwas Seltsames im Garten entdeckt. Die Fotos sind auch toll.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Kinder, Kinder!

Es ist hell und draußen dreht sich die Welt
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Zwei befreundete Paare machen zusammen Urlaub an der Côte d'Azur. Die einen haben Kinder, die anderen nicht, die einen sind reich, die anderen nicht.
Man erwartet von Anfang an, dass das Ganze in einer ...

Zwei befreundete Paare machen zusammen Urlaub an der Côte d'Azur. Die einen haben Kinder, die anderen nicht, die einen sind reich, die anderen nicht.
Man erwartet von Anfang an, dass das Ganze in einer Katastrophe endet und hofft gleichzeitig, dass es doch nicht so ist. Der Schluss ist dann ganz überraschend, völlig anders als von mir erwartet. Ehrlich gesagt habe ich ihn nicht zu hundert Prozent verstanden.
Man lernt die vier Personen im Lauf des Buches sehr gut kennen, mit ihren jeweiligen Gedanken und Wünschen. Zwischendurch tritt auch noch die Putzfrau und Gärtnerin auf, die wiederum einen völlig anderen Lebenshintergrund als die beiden deutschen Paare hat.
Hauptthema des Buches ist der Kinderwunsch, und obwohl mich dieses Thema persönlich zur Zeit so gar nicht beschäftigt, hat mich das Buch total gepackt.
Ich habe den dünnen Roman mit seinen nur 219 Seiten fast in einem Rutsch durchgelesen, konnte gar nicht aufhören, weil mich die Personen, obwohl sie mir nicht unbedingt sympathisch waren, sehr angesprochen haben. Und sie werden mich sicher auch nach Ende der Lektüre noch eine Weile begleiten.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Mütter und Töchter

Niemands Töchter
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"Niemands Töchter" erzählt von vier Müttern und Töchtern, eigentlich noch mehr, wenn man Oma und die kleinste Tochter dazuzählt. Die Geschichte beginnt 1981 und entwickelt sich von da an weiter, springt ...

"Niemands Töchter" erzählt von vier Müttern und Töchtern, eigentlich noch mehr, wenn man Oma und die kleinste Tochter dazuzählt. Die Geschichte beginnt 1981 und entwickelt sich von da an weiter, springt aber auch zwischen diesem Jahr und dem Jahr 2020 hin und her.
Marie bekommt in Berlin ein kleines Mädchen aber fühlt sich mit ihren siebzehn Jahren und ohne jede Hilfe von außen nicht reif für die Mutterrolle. Fast vierzig Jahre später ist Isabell Mutter einer Dreijährigen, eine überforderte Mutter. Alma ist bei Gabriele in der Eifel aufgewachsen und lebt nun in Berlin und fühlt sich hintergangen und enttäuscht. Wie hängen diese Lebensgeschichten zusammen, und wie gehen sie weiter?
Das war spannend und interessant zu lesen. Die Kapitel sind kurz, was ich eigentlich gut finde. Aber durch die ständigen Sprünge zwischen Zeiten und Orten habe ich lange gebraucht, um ins Buch reinzukommen. Und nach einer Lesepause musste ich jedesmal wieder überlegen, wer nun eigentlich wer ist. Und manche Personen gingen mir auch ganz schön auf die Nerven, vor allem Leonard. Genauer lernte man keine kennen, von jeder bekam ich nur ein oberflächliches, klischeehafte Bild. Insgesamt konnte ich mich also in keine der Figuren so recht reinversetzen. Wahrscheinlich auch deshalb, weil es einfach zu viele waren und ich mich immer konzentrieren musste, wie sie miteinander verbunden sind. Diese Kritikpunkte klingen ziemlich hart, aber eigentlich habe ich das Buch gerne gelesen und bewerte es mit vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 22.12.2025

Acht junge Frauen

Was vor uns liegt
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Alba de Céspedes schreibt in ihrem Roman über acht Studentinnen, die in einem Konvikt in Rom leben. Es ist das Jahr 1934, und wir begleiten die Frauen ungefähr ein Jahr lang und lernen sie ganz gut kennen. ...

Alba de Céspedes schreibt in ihrem Roman über acht Studentinnen, die in einem Konvikt in Rom leben. Es ist das Jahr 1934, und wir begleiten die Frauen ungefähr ein Jahr lang und lernen sie ganz gut kennen. Den größten Raum nimmt Emanuela ein, die ein uneheliches Kind hat, welches aber in einem Internat lebt. Von dem Kind darf niemand wissen, nicht mal ihre Freundinnen im Konvikt und ihr Verlobter. Jede dieser jungen Frauen hat so ihre Geschichte, ihre Geheimnisse, ihre geheimen Wünsche und Pläne. Sie müssen sich mehr oder weniger ihren Lehrern, Eltern, Liebhabern unterordnen. Die großen politischen Ereignisse um sie herum haben nur wenig Einfluss auf ihr Leben. Ich frage mich, warum das Buch damals auf dem Index stand. Die Frauen führen ein völlig angepasstes Leben, ihre Wünsche leben sie nur sehr beschränkt und im Geheimen aus. Sogar das war damals in der sehr autoritären Gesellschaft wohl zu viel.
Ich habe das Buch gerne gelesen. Das Leben der sehr unterschiedlichen Freundinnen hat mich berührt, jedes auf andere Weise. Trotzdem frage ich mich, was ich davon zurückbehalte. Keiner der Lebensläufe ist außergewöhnlich. Und traurigerweise auch nicht so viel anders als heutzutage, wenn auch die Erwartungen an eine junge Frau jetzt andere sind und ihr nicht mehr ganz so viele Steine in den Weg gelegt werden.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Bin zwiegespalten

Der unsichtbare Elefant
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Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen. Es brachte mir einen interessanten Gedankenanstoss: Kann das Leben meiner Eltern oder sogar das Leben von Vorfahren, die ich nicht einmal mehr kennengelernt habe, ...

Ich habe das Buch insgesamt gern gelesen. Es brachte mir einen interessanten Gedankenanstoss: Kann das Leben meiner Eltern oder sogar das Leben von Vorfahren, die ich nicht einmal mehr kennengelernt habe, immer noch mein eigenes Leben beeinflussen? Wenn ja, wie kann ich mich davon befreien? Die Hauptperson im Buch, der sehr nette aber nicht unbedingt durchsetzungsfähige Rechtsanwalt Thomas, hat das jedenfalls nicht geschafft, er hat sich das Leben genommen. Die Kollegen María und Simon und der Krisenhelfer Victor versuchen, Thomas' Handeln nachträglich zu verstehen und graben dazu auch in der Vergangenheit seiner Familie. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen erscheint mir allzu einfach. Auch manches andere im Buch war mir zu platt, zum Beispiel, dass alle Personen irgendwie miteinander verbunden sind. Auch die Wiederholung mancher Motive, wie die Wildgänse, der Bergbau, usw., das war mir zu gewollt. Deshalb lässt mich das Buch zwiegespalten zurück. Einerseits hab ich es ja ganz gerne gelesen, andererseits hat mich vieles genervt.

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