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Veröffentlicht am 27.07.2025

Ein Nachruf auf die ermordete Schwester

Lilianas unvergänglicher Sommer
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Vor knapp dreißig Jahren wurde Liliana, die Schwester der Autorin, im Alter von zwanzig Jahren stranguliert aufgefunden. Als Mörder steht schon bald ihr Ex-Freund Angel fest, zu dem sie eine toxische Beziehung ...

Vor knapp dreißig Jahren wurde Liliana, die Schwester der Autorin, im Alter von zwanzig Jahren stranguliert aufgefunden. Als Mörder steht schon bald ihr Ex-Freund Angel fest, zu dem sie eine toxische Beziehung hatte. Er wurde jedoch niemals für seine Tat vor Gericht gestellt, da er sich durch Flucht entzogen hat – für die Familie bis heute ein wunder Punkt.
Das Buch beginnt mit der Suche der Autorin nach der Ermittlungsakte ihrer Schwester. Eine Odyssee, man schickt sie in Mexiko-Stadt von einem Büro ins andere, am Schluss vergeblich. Da beschließt sie, ihre Schwester mit Erinnerungen zu verewigen, es kommen die Eltern, zahlreiche Mitstudentinnen und -studenten, sowie ihre Freundinnen, Nachbarn und sonstige Wegbegleiter zu Wort. Auch Briefe und Notizen von Liliana finden ihren Platz. Sie ergeben das Bild eines lebenslustigen, fröhlichen Mädchens, das ihr Dasein genossen hat und von allen geliebt wurde, jedoch sich selbst mit der Liebe zu den Männern schwergetan hat.
Man gewinnt Einblicke in das Leben in Mexiko, über den Umgang mit den Frauen in diesem Land und die Entwicklung in den dreißig Jahren nach Lilianas Tod. Unglaublich, wie Frauen behandelt und unterdrückt wurden, teilweise zieht sich das bis heute. Die Arbeitsmoral der Behörden ist bestenfalls als gleichgültig zu bezeichnen. Dass Ermittlungsakte einfach verschwinden, obwohl der Täter nie gefasst wurde, ist unerhört. Die Autorin verarbeitet nach so vielen Jahren den Tod ihrer Schwester, das ist durchaus gelungen. Besonders schockiert hat mich, dass die Eltern zum Zeitpunkt der Tat außer Landes waren und als sie zurückkamen, war ihre Tochter Liliana bereits beerdigt. Heutzutage mit den Handys undenkbar, sogar in Mexikol
Für mich war es interessant und informativ zu lesen, doch ich hätte mir ein wenig mehr Ordnung und Struktur gewünscht. Beispielsweise wäre eine geschlossene Berichterstattung des Tathergangs am Anfang hilfreich gewesen, nicht die schichtartige Enthüllung durch Zeitungsartikel und Zeugen im letzten Drittel. Über Lilianas Charakter erfährt man nur puzzleartig manches und nicht alles lässt sie sympathisch erscheinen. Mir fehlte zudem ein wenig die Beziehung zu ihrer Schwester, der Autorin, die für mich am Rand bleibt. Auch die Autorin selbst hält sich bedeckt, und sie gibt kaum etwas über sich preis.
Unter dem Strich eine literarische Erzählung, einem Bild von Mexiko und einem offen gehaltenen Schluss. Warum die Akte verschwunden ist – schließlich handelt es sich um einen Cold Case, hat sich mir leider nicht erklärt.

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Eine unerwartete Erbschaft, Gin und Liebe

Unwiderstehlich verliebt in den schottischen Highlands
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Lana hat wenig Selbstbewusstsein, lässt sich sowohl von ihrem Verlobten Sean als auch von ihrer Mutter. Da flattert ein Brief in ihr Haus, ein unbekannter Lord aus Schottland hat ihr sein Schloss plus ...

Lana hat wenig Selbstbewusstsein, lässt sich sowohl von ihrem Verlobten Sean als auch von ihrer Mutter. Da flattert ein Brief in ihr Haus, ein unbekannter Lord aus Schottland hat ihr sein Schloss plus Destillerie vermacht. Obwohl ihr Verlobter dagegen ist, reist sie hin, zieht in das Schloss ein und möchte zusammen mit Roland, dem Brandmeister der Destillerie, die Firma fortführen. Doch ihr Verlobter drängt auf Verkauf ...

In der Story war ich vom ersten Augenblick an mitten drin und habe mit Lana gelitten, die sich sogar bei den Hochzeitsvorbereitungen bevormunden lassen muss.
Die Autorin hat einen erfrischend fröhlichen Schreibstil, der mit lebendigen Dialogen durch die Story trägt. Ein Wohlfühlbuch, das mit liebenswerten Figuren und einem fantastisch spürbaren Ambiente aufwartet. Zudem gibt es Wendungen und Überraschungen, die den Spannungsbogen aufrecht erhalten. Die Entwicklung von Lana am Schluss hat mich befriedigt zurückgelassen. Eine leichte Sommerlektüre, die ich allen Lesenden für schöne Stunden empfehle.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Wenn schlimme Erinnerungen verdrängt werden

Furye
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Alec ist über vierzig und hat sich ein erfolgreiches Berufsleben aufgebaut, sie leitet eine Agentur und betreut hauptsächlich einen exzentrischen Musiker. Privat versucht sie verzweifelt, mit Hilfe künstlicher ...

Alec ist über vierzig und hat sich ein erfolgreiches Berufsleben aufgebaut, sie leitet eine Agentur und betreut hauptsächlich einen exzentrischen Musiker. Privat versucht sie verzweifelt, mit Hilfe künstlicher Befruchtung schwanger zu werden, ein emotional und finanziell aufwändiges Unterfangen, das von zahlreichen Fehlschlägen begleitet ist. Zudem plagen sie Albträume und Halluzinationen. Ein Anruf verleitet sie dazu, an den Ort ihrer Vergangenheit zu fahren. Damals als sie siebzehn war und mit ihren beiden Freundinnen Meg und Tess viel Zeit verbracht hat. Auch ihre erste Liebe Romain durfte sie erleben. Doch eines Tages wird Tess tot im Pool aufgefunden und die scheinbare Idylle findet ein jähes Ende ...

Den richtigen Namen der Protagonistin und ihren Freundinnen wird man nie erfahren, sie haben sich nach den drei Furien benannt, das gibt der Geschichte einen besonderen Touch. Es dauerte ein wenig, bis ich mich auf die Story einlassen konnte, der Schreibstil ist ungewöhnlich, viele direkten Reden werden nicht mit Apostroph gekennzeichnet, viele schon, das irritierte mich. Auch die kryptischen Sätze, die ihre Informationen nur tröpfchenweise preisgeben, waren anfangs anstrengend. Doch die Handlung nimmt schnell an Fahrt auf, mosaikartig werden die Geschehnisse der Vergangenheit enthüllt. Es sind erschütternde Enthüllungen, die nach und nach entblättert werden. So war beispielsweise der Vater von Tess ein Schläger, der seine Familie tyrannisiert, Meg wurde sexuell belästigt und auch Alec fand kein Glück in der Liebe zu Romain. Gegenwart und Vergangenheit werden schichtweise erzählt. Es ist kein leicht verdaulicher Roman, den man schnell »weglesen« kann, vieles wird nur in wenigen einprägsamen Worten vermittelt, manches steht zwischen den Zeilen. Der Schluss kam mit einer versöhnlichen Überraschung, die ich so nicht erwartet hätte.
Ein tiefgründiges Buch, dass mich nach kurzen Startschwierigkeiten berührt und begeistert hat, eine Leseempfehlung für alle, die tiefsinnige Literatur mit nicht alltäglicher Sprache mögen.


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Veröffentlicht am 04.07.2025

Ein One-Night-Stand mit ungewöhnlichen Folgen

Standing Ovations
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Nachdem der Kritiker Alex eine vernichtende Kritik über Hayley nach deren Aufführung verfasst und abgegeben hat, treffen sich die beiden in einer Bar. Und obwohl Alex Hayley natürlich erkennt, verbringen ...

Nachdem der Kritiker Alex eine vernichtende Kritik über Hayley nach deren Aufführung verfasst und abgegeben hat, treffen sich die beiden in einer Bar. Und obwohl Alex Hayley natürlich erkennt, verbringen sie die Nacht zusammen. Bereits am nächsten Morgen liest Hayley den Verriss in der Zeitung und holt zum Gegenschlag aus. Sie baut die Story von Alex’ Artikel und der anschließenden Nacht in ihr Programm ein. Unerwartete Sympathien schlagen ihr entgegen, andere Frauen, die Ähnliches erlebt haben, schließen sich ihr an und die Entrüstungswelle rollt auf Alex zu.

Die Idee hinter der Story fand ich super. Trotzdem kam ich nicht so richtig ins Buch hinein. Alex kommt als überheblicher von sich selbst überzeugter Mistkerl dargestellt, dem man die Abreibung von Herzen gönnt. Ein Hoch auf die Protagonistin Hayley, die sich nicht jammernd in eine Ecke verkriecht, sondern tatkräftig an einem Gegenschlag arbeitet. Ihr Einarbeiten über Alex’ krudes Verhalten in ihrer Show verhilft ihr zu neuem Ruhm, doch das Ganze eskaliert in ungeahnten Bahnen. Eine hervorragende Plotidee, die mich leider nicht in allen Facetten abholen konnte.
Da ist einmal der ungewöhnliche Schreibstil, aus der Ich-Perspektive einer dritten Person, nämlich Alex’ WG-Genossin Sophie. Ihre Gefühle zu Alex sind ambivalent, er hat sie früher mal gekränkt, ihr andererseits geholfen, als Journalistin Fuß zu fassen. Und irgendwie fühlt sie sich zu ihm hingezogen, sein »Bad-Boy-Image« turnt sie an. Die Story driftet an vielen Stellen ab. Sophies Privatleben, Erzählungen aus dem Journalismus sowie Rückblenden in Alex‹ Jugend, die mich den roten Faden verlieren ließen, die Handlung nicht weiterbringen und mich schlichtweg gelangweilt haben. Teilweise musste ich mich dazu zwingen, weiterzulesen. Erst im letzten Drittel wird es schwungvoller und es kam Spannung durch einen unvorhergesehenen Twist auf.
Fazit: Eine außergewöhnliche Idee, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht restlos überzeugen.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Wenn der Ex nervt

Der Feind in meinem Beet
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Nach über zwanzig Jahren konnte sich Maren endlich von ihrem Ehemann lösen, hat das Trennungsjahr hinter sich und Lars muss lediglich die Scheidungspapiere unterzeichnen. Der ziert sich und taucht sogar ...

Nach über zwanzig Jahren konnte sich Maren endlich von ihrem Ehemann lösen, hat das Trennungsjahr hinter sich und Lars muss lediglich die Scheidungspapiere unterzeichnen. Der ziert sich und taucht sogar als Nachbar in Marens neuem Schrebergarten auf, obwohl er doch nie etwas mit Pflanzen am Hut hatte. Plötzlich bemüht er sich und legt sich ins Zeug, seine baldige Ex-Frau zurückzugewinnen, nur ist es für Maren zu spät. Die genießt die gewonnene Freiheit, kämpft mit Gefühlen für Tammaro, der am Rand der Gartenanlage in einem Haus wohnt, hat Sorgen um Tochter Emilie, die Liebeskummer hat. Tatkräftig zur Seite steht ihr Freundin Evi – bis sich diese selbst verliebt ...

Von Anfang an mochte ich die bodenständige Protagonistin Maren. Ihr Aufatmen, endlich in Freiheit zu sein und selbst über ihr Leben zu bestimmen, ist sogar zwischen den Zeilen fühlbar. Der Beginn ist spritzig und obwohl der nervende Ex für Außenstehende amüsant klingt, konnte ich mir bildlich vorstellen, wie sehr Maren sein Verhalten zermürbt. Die Autorin hat zahlreiche Nebenhandlungen eingeflochten, weniger wäre mehr gewesen. Da ist mal Tochter Emilie, die eine Beziehung zur sieben Jahre älteren Xenia führt, der Altersunterschied wird (zu) oft betont. Sie steckt in einer Krise, die für mich auf eigenartige Weise aufgelöst wird, nach langem Hin- und Her versteht sich.
Maren lernt Tammaro kennen, traut sich jedoch nicht, sich mit ihm einzulassen – das zieht sich bis zum Eklat. Und ihre Freundin Evi hängt mit »best Friend« Markus ab, kommt aber zu spät drauf, dass sie mehr von ihm möchte.
Dazwischen gibt es viel Garten, Pflanzen und Baumschnitt – unter dem Strich flüssig zu lesen, der Humor bleibt jedoch irgendwann auf Sparflamme. Das Verhalten des Ex nervte nicht nur Maren, sondern mich als Leserin ebenso. Zudem konnte ich einige der Handlungen von Maren und Evi nicht nachvollziehen. Streckenweise dachte ich sogar, dass das Auftreten der jungen Emilie reifer rüberkommt, als das ihrer Mutter und deren Freundin.
Unter dem Strich eine Wohlfühlgeschichte, die sich an manchen Stellen etwas träge vorwärtsbewegt, daher gebe ich 3,5 Sterne.

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