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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.02.2026

Gute Idee – aber wir arbeiten noch dran

A Fire in the Sky - Feuerschwur-Chroniken, Band 1
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Sobald irgendwo Drachen draufstehen, stehe ich innerlich schon in der ersten Reihe und rufe: „Nehmt mein Geld!“ Natürlich musste also auch A Fire in the Sky bei mir einziehen. Und fairerweise: Die Idee ...

Sobald irgendwo Drachen draufstehen, stehe ich innerlich schon in der ersten Reihe und rufe: „Nehmt mein Geld!“ Natürlich musste also auch A Fire in the Sky bei mir einziehen. Und fairerweise: Die Idee ist stark. Wirklich stark. Schon die Leseprobe hat mich komplett abgeholt. Besonders das Konzept rund um das „Prügelmädchen“ fand ich spannend – ein Begriff, den man kennt, über den man aber selten wirklich etwas liest.
Tamsyn als Figur hat mich schnell berührt. Ihre Loyalität zu ihrer Familie – trotz Folter, trotz Ausbeutung – ist intensiv und glaubwürdig. Wie weit sie für ihre Schwestern und Zieheltern gehen würde, hat der Geschichte echtes emotionales Gewicht gegeben. Das war kein oberflächliches „Ich beschütze euch“, sondern ein schmerzhaftes, konsequentes Festhalten an Liebe.
Und dann wäre da noch Fell. Ich sag’s, wie es ist: Ich war schneller überzeugt, als ich zugeben möchte. Die Dynamik zwischen ihm und Tamsyn? Großartig. Spannend, knisternd, emotional aufgeladen – da hat es einfach gestimmt.

Aber. (Und dieses Aber kommt leider nicht leise.)

Was meine anfängliche Begeisterung zunehmend ausgebremst hat, waren die ständigen Wiederholungen. Die Handlung wurde immer wieder in Nebensätzen neu erklärt – als hätte das Buch Sorge, ich könnte mich nicht mehr erinnern, was drei Seiten zuvor passiert ist. Für LeserInnen, die Bücher über Wochen hinweglesen und zwischendurch komplett vergessen, worum es ging, mag das hilfreich sein. Für mich war es eher… nun ja… anstrengend.
Dazu kamen Wortwiederholungen, die irgendwann unfreiwillig komisch wurden. Ein Beispiel? Die Größe eines gewissen Mannes. Ja, er ist groß. Sehr groß. Unglaublich groß. Größer als groß. Ich habe es verstanden. Wirklich. Aber wenn ich noch einmal „der große Mann“ gelesen hätte, hätte ich ihm vermutlich einen Zollstock geschenkt – einfach aus Prinzip.
Dieses Problem zog sich leider durch mehrere Details. Dinge wurden so oft betont, dass sie eher an Wirkung verloren haben, statt stärker zu werden. Irgendwann habe ich manche Passagen nur noch überflogen – nicht, weil die Story schlecht war, sondern weil sie sich selbst ein wenig im Kreis drehte.

Und trotzdem: Die Grundidee, die Figuren und die emotionale Spannung haben mich genug gepackt, um wissen zu wollen, wie es weitergeht. Das spricht eindeutig für die Geschichte.

Fazit: Ein starker Anfang, tolle Figuren, viel Potenzial – aber die Wiederholungen nehmen dem Ganzen Tempo und Schärfe. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen. Trotz meiner Genervtheit war ich investiert. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen – mit der Hoffnung, dass im nächsten Teil etwas mehr Vertrauen in die Merkfähigkeit der LeserInnen steckt.

Veröffentlicht am 09.02.2026

Arvelle trägt die Story, Tiernon stolpert hinterher

We Who Will Die
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„We Who Will Die“ hat mich insgesamt gut unterhalten – auch wenn ich zwischendurch öfter dachte: „Da wäre noch mehr drin gewesen.“

Der Einstieg hat mich nämlich direkt gepackt. Arvelle ist genau die Art ...

„We Who Will Die“ hat mich insgesamt gut unterhalten – auch wenn ich zwischendurch öfter dachte: „Da wäre noch mehr drin gewesen.“

Der Einstieg hat mich nämlich direkt gepackt. Arvelle ist genau die Art Protagonistin, die ich mag: innerlich angeknackst, aber absolut nicht hilflos. Sie fällt hin, steht wieder auf und beißt sich durch – vor allem für die Menschen, die ihr wichtig sind. Mit ihr konnte ich mich sofort identifizieren, und ihretwegen habe ich sehr gern weitergelesen.

Dann wäre da noch Tiernon. Der Mann, der Arvelle schon einmal das Herz gebrochen hat – und mir beim Lesen die Geduld raubte. Sein Auftauchen im Buch war ungefähr so subtil wie ein Presslufthammer und entsprechend vorhersehbar. Leider wollte der Funke zwischen uns auch danach nicht überspringen. Die ersten Liebesszenen habe ich gelesen wie eine Pflichtaufgabe, bei der man hofft, dass sie schnell vorbei ist. Gegen Ende wurde es zwar erträglicher, aber als Book-Boyfriend fällt Ti bei mir gnadenlos durch.

Punkten konnte dafür die Story an sich. Die Grundidee ist spannend und hätte locker für sich allein gestanden. Stattdessen wurde sie stellenweise mit so vielen Fremdwörtern und Begriffen zugeschüttet, dass es wirkte, als wolle man unbedingt eine extrem komplexe Weltordnung etablieren – auch wenn das Buch das gar nicht gebraucht hätte. Weniger wäre hier definitiv mehr gewesen.

Fazit: Ich mochte „We Who Will Die“, aber die ganz große Begeisterung blieb aus. Trotz einiger Kritikpunkte hat mich das Buch genug überzeugt, um neugierig auf die Fortsetzung zu sein. Daher gibt es von mir 4 von 5 Sternen – mit leichtem Augenrollen, aber ehrlichem Interesse daran, wie es weitergeht ⭐⭐⭐⭐.

Veröffentlicht am 07.02.2026

Das Finale hat meine Erwartungen nicht ganz erfüllt

Seal My Fate - Oxford Legacy
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Ich muss das gleich vorwegsagen: das klingt dramatischer, als es gemeint ist. Bitte legt die Mistgabeln wieder weg. Ich habe diese Reihe wirklich geliebt. So richtig. Mit Herz, Nervenkitzel und gelegentlichem ...

Ich muss das gleich vorwegsagen: das klingt dramatischer, als es gemeint ist. Bitte legt die Mistgabeln wieder weg. Ich habe diese Reihe wirklich geliebt. So richtig. Mit Herz, Nervenkitzel und gelegentlichem „Okay, noch ein Kapitel… ups, 2 Uhr morgens“. Die Spannung war durchgehend hoch, genau diese Art von Sog, bei der man sich vornimmt, nur kurz reinzulesen, und plötzlich ist das halbe Buch weg.

Und reden wir kurz über den Spice: grandios. Punkt. Danke dafür! 🌶️🔥

Aber (ja, hier kommt das kleine „aber“): Das Ende kam für mich etwas zu plötzlich. Als hätte jemand beim großen Finale leicht aufs Gaspedal gedrückt, wo ich mir noch eine Ehrenrunde gewünscht hätte. Die Auflösung war für mich nicht ganz schlüssig – nicht schlecht, aber eher „Hm, okay?“ als „WOW, ich bin emotional zerstört und dankbar dafür“.

TROTZDEM (und das ist wichtig): Ich mochte die Reihe unheimlich gerne. So gerne, dass ich jetzt schon weiß, dass ein Reread definitiv passieren wird. Manche Geschichten verlieren beim zweiten Lesen ja ihren Zauber – diese hier gehört für mich nicht dazu.

Und dann wären da natürlich noch Tessa und Saint. Diese zwei 🖤. Sie haben sich absolut einen festen Platz in meinem Herzen gesichert. Ihre Dynamik war grandios: bissig, intensiv, emotional – genau die Art von Paar, bei der man gleichzeitig seufzt, grinst und sie gelegentlich sanft anschreien möchte.

Fazit: kein perfektes Finale für mich, aber eine sehr geliebte Reihe, die mich bestens unterhalten hat und definitiv hängen bleibt. Von mir gibt es ⭐ 4 von 5 Sternen ⭐.

Veröffentlicht am 03.02.2026

Selbst die Verwirrung war verwirrt

Böser, böser Wolf
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Am Anfang hatte mich das Buch tatsächlich am Haken. Die Grundidee ist stark: Ein Mann mit Wolfsmaske entführt eine Krimiautorin und zwingt sie, Mordgeschichten im Märchenstil zu schreiben – Geschichten, ...

Am Anfang hatte mich das Buch tatsächlich am Haken. Die Grundidee ist stark: Ein Mann mit Wolfsmaske entführt eine Krimiautorin und zwingt sie, Mordgeschichten im Märchenstil zu schreiben – Geschichten, die er anschließend in die Tat umsetzt.
Düster, originell, verstörend.
Warum dieser Mann seine Anweisungen ausgerechnet in Gedichtform verfasst, während er ansonsten völlig normal mit ihr spricht, bleibt zwar rätselhaft, aber gut – darüber konnte ich noch hinwegsehen. Das war nicht der Punkt, an dem mich das Buch verloren hat.
Ab dem zweiten Teil kippt das Buch jedoch zunehmend ins Chaos. Der Thriller, den man zu Beginn liest, verabschiedet sich schleichend, und an seine Stelle tritt ein wilder Fantasy-Mix aus magischen Zähnen, Zahnfee und diversen übernatürlichen Einfällen. Überraschend? Ja. Passend? Leider nein. Und das sage ich als jemand, der eigentlich aus dem Fantasygenre kommt. Hier wirken diese Elemente nicht wie eine durchdachte Erweiterung, sondern wie ein Fremdkörper, der die Handlung eher stört als vertieft.
Dazu kommt eine extreme Überfrachtung: zu viele Ebenen, zu viele Zeitsprünge, zu viele Perspektiven. Das permanente Hin und Her sorgt weniger für Spannung als für Orientierungslosigkeit. Überschriften oder klare Strukturierungen hätten dringend geholfen, um überhaupt noch zu wissen, wo man sich gerade befindet – in welcher Realität, in welchem Kopf oder in welchem Plotstrang.
Als wäre das alles nicht genug, setzt das Ende noch einen drauf: Cliffhanger reiht sich an Cliffhanger, bis schließlich nichts mehr hängen bleibt. Statt cleverer Ambivalenz bleibt vor allem Ratlosigkeit zurück. Am Ende wusste ich nicht mehr, was real sein sollte – und schlimmer noch: Es war mir fast egal. Ein Buch, das so viel will und dabei so wenig zusammenhält, lässt selbst die Verwirrung irgendwann ratlos zurück.
Fazit: Von mir gibt es noch 3 von 5 Sternen für die anfängliche Spannung und die gute Grundidee, trotzdem bleibe ich enttäuscht.

Veröffentlicht am 28.01.2026

Ein Einzelband, der sich liest wie eine ganze Reihe (nur ohne Warten auf Band 2)

The Second Death of Locke
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Ich gebe es zu: Der Einstieg war ein kleines Warm-up. Ich habe ein bisschen gebraucht, um richtig in die Geschichte reinzukommen – so dieses vorsichtige „Okay Buch, zeig mir mal, was du kannst“. Aber kaum ...

Ich gebe es zu: Der Einstieg war ein kleines Warm-up. Ich habe ein bisschen gebraucht, um richtig in die Geschichte reinzukommen – so dieses vorsichtige „Okay Buch, zeig mir mal, was du kannst“. Aber kaum war ich drin, hat es zack gemacht und ich war komplett verloren. Ab diesem Moment: Liebe. Große Liebe. Unwiderruflich.
Grey und Kier sind dabei eindeutig das Herz der Geschichte. Ihre Dynamik ist einfach einmalig. Sie verstehen sich blind, ohne viele Worte, und ihre Bindung fühlt sich so echt an, dass man fast neidisch wird. Diese Art von Verbindung ist nicht nur schön zu lesen, sondern auch genau das, was man sich selbst heimlich wünscht – nur halt ohne die Weltuntergangsstimmung bitte.
Der Plotttwist in der Mitte? Ja, den konnte man ein bisschen kommen sehen. Aber ehrlich: Das hat der Story absolut keinen Abbruch getan. Auch wenn man eine Ahnung hatte, blieb es spannend und vor allem unterhaltsam. Und am Ende wurde dann nochmal ordentlich angezogen – Herzklopfen, Mitfiebern, „Nur noch ein Kapitel“-Lügen inklusive.
Fazit: Ein grandioser Einzelband, der sich anfühlt wie eine komplette Reihe in einem Buch. Emotional, spannend, mit tollen Charakteren und genau der richtigen Portion Drama. Für mich ganz klar: 5 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐⭐ – ein Buch, das man viel zu schnell durchgelesen hat, obwohl man eigentlich gar nicht wollte.