Profilbild von Lissi_Filibuster

Lissi_Filibuster

Lesejury Star
online

Lissi_Filibuster ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lissi_Filibuster über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2024

Hilfreiches Sachbuch zum Thema Tod für Kinder jeden Alters

Wenn wir ins Gras beißen - Das Buch vom Tod für große und kleine Menschen
0

Als das Buch "Wenn wir ins Gras beißen" von Eric Wrede bei uns angekommen ist, wurde es direkt interessiert von meinem 12-jährigen Sohn gelesen. Zwar richtet sich das Buch an Kinder ab 5 Jahren und ist ...

Als das Buch "Wenn wir ins Gras beißen" von Eric Wrede bei uns angekommen ist, wurde es direkt interessiert von meinem 12-jährigen Sohn gelesen. Zwar richtet sich das Buch an Kinder ab 5 Jahren und ist von den Illustrationen her auch auf diese junge Leser- bzw. Zuhörerschaft angepasst, thematisch ist es aber auch für ältere Kinder und Erwachsene sehr interessant.
Fragen zum Tod kommen bei den meisten Kindern ab einem gewissen Alter - bei meinen war es im Vorschulalter - auf. Als Elternteil versucht man natürlich alle möglichen Fragen zu beantworten. Das Buch "Wenn wir ins Gras beißen" hilft dabei sehr, denn es richtet sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene, die das Buch mit Kindern lesen. So gibt es neben den Texten zum Vorlesen blaue Infoboxen mit Tipps, wie man das Thema kindgerecht behandelt und wie man zum Beispiel mit Fragen von Kindern umgehen kann.
Das Buch geht zunächst darauf ein, was der Tod rein körperlich bedeutet und wie oder warum Menschen sterben. Die Texte dazu sind leicht verständlich, erklären sachlich, was passiert, sprechen aber auch die Gefühle an, die der Tod bei den Hinterbliebenen auslösen und wie damit umgegangen werden kann.
Unterstützt werden die Texte von sehr gelungenen Illustrationen von Emily Claire Völker. Es ist schön, dass dabei auf Inklusion geachtet wurde und sich jeder Mensch in dem Buch wiederfinden kann. Außerdem sind die Bilder sehr einfühlsam und vielen Figuren kann man ihre Gefühle sehr gut ansehen. Bei der Darstellung der toten Menschen wurde darauf geachtet, dass sie zwar zeigen, wie sich der Körper nach dem Tod verändert, die Bilder machen aber keine Angst.
Besonders interessant fanden meine Kinder und ich, wie unterschiedlich Beisetzungen gestaltet werden können - nicht nur in kultureller oder religiöser Hinsicht, sondern auch mit Blick auf Nachhaltigkeit oder Bestattungsformen der Zukunft. Dabei wird zum Beispiel erklärt, wie eine Einäscherung funktioniert oder was die Arbeit eines Bestattungsinstituts ist.
Auch für Familien, die gerade von dem Thema persönlich betroffen sind, ist das Buch hilfreich, da der Umgang mit Trauer angesprochen wird. Dabei wird gezeigt, was Kindern helfen kann, mit ihrer eigenen Traurigkeit umzugehen und wie man Kinder in Vorbereitungen einbeziehen kann, um ihnen zu helfen.
Für uns ist es ein sehr hilfreiches Sachbuch für Kinder jeden Alters und Erwachsene zum Thema Tod und den vielen Fragen, die dazu aufkommen können. Die Altersempfehlung ab 5 Jahren ist sehr passend, aber auch ältere Kinder, die sich für das Thema interessieren, können sich hier sehr gut informieren.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.12.2024

Besinnliche Weihnachtsgeschichte

Ein Weihnachtswunder namens Fred
0

Bei uns werden im Winter immer wieder gerne weihnachtliche Geschichten gelesen. "Ein Weihnachtswunder namens Fred" von Rebecca Elbs habe ich meinem 7-jährigen Sohn gemütlich auf dem Sofa vorgelesen und ...

Bei uns werden im Winter immer wieder gerne weihnachtliche Geschichten gelesen. "Ein Weihnachtswunder namens Fred" von Rebecca Elbs habe ich meinem 7-jährigen Sohn gemütlich auf dem Sofa vorgelesen und sie hat uns beide nachdenklich und besinnlich gestimmt.
Die Geschichte um Emma und ihre Familie startet ein wenig chaotisch und traurig zugleich. Emmas Eltern wollen die Feiertage weit weg auf den Kanaren verbringen, doch durch einen Fehler ihres Papas fällt der geplante Weihnachtsurlaub aus. Zwischen Umzugskartons und ohne ihren geliebten Opa Fred, der erst vor kurzem verstorben ist, kann doch jetzt keine Weihnachtsstimmung mehr aufkommen, oder doch? Zum Glück taucht ein kleines Weihnachtswunder auf - ein Frettchen, das allen ein Lächeln ins Gesicht zaubert und ihnen dabei hilft, sich auf das zu besinnen, was ihnen als Familie wichtig ist.
Die Gefühle der Hauptfiguren konnten wir sehr gut nachvollziehen. Emmas Mutter ist nach Opas Tod noch immer sehr traurig und hat immer wieder Tränen in den Augen. Auch Emma wirkt etwas unglücklich, weil sie am liebsten so wie jedes Jahr feiern würde und das seit dem Tod ihres Opas nicht mehr geht.
Das Ende ist dann wirklich schön und passend, denn die Traurigkeit ist nicht komplett verschwunden, aber es ist trotzdem besinnlich und weihnachtlich und Emma und ihre Familie wirken - auch dank des Frettchens - viel zufriedener und sind zumindest in Gedanken bei Opa Fred.
Mein Sohn fand die Geschichte schon etwas traurig, aber auch schön und sie hat uns beide nachdenklich gestimmt. Das Frettchen war für uns immer wieder ein kleiner Lichtblick, der die Stimmung aufgehellt hat.
Die Geschichte lässt sich sehr gut vorlesen und ist von der Sprache her einfach gehalten allerdings kein Erstlesebuch. Das Buch ist in vier kurze Kapitel aufgeteilt und durchgehend von bunten Illustrationen begleitet. Die Bilder haben uns gut gefallen, vor allem die vom kleinen Frettchen und die vielen Details aus dem Text, die sich auch in den Bildern wiederfinden.
Wer Lust auf eine besinnliche Geschichte zur Weihnachtszeit hat, in der es nicht um den Weihnachtsmann, Elfen oder dergleichen geht, sondern um ein kleines tierisches Weihnachtswunder, ist hier genau richtig. Es ist ein Buch voller Gefühle - Traurigkeit und Freude - das die meisten Kinder und vorlesende Erwachsene berühren wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2024

Ein Buch für alle, denen die Fragen nicht ausgehen

BiBiBiber hat da mal 'ne Frage: Welche Farben hat der Regenbogen?
0

Zum Glück gehen BiBiBiber die Fragen nicht aus und so fragt er diesmal: "Welche Farben hat der Regenbogen?" Die Antwort darauf ist doch eigentlich ganz einfach, oder? Mein 7-jähriger Sohn hat die Farben ...

Zum Glück gehen BiBiBiber die Fragen nicht aus und so fragt er diesmal: "Welche Farben hat der Regenbogen?" Die Antwort darauf ist doch eigentlich ganz einfach, oder? Mein 7-jähriger Sohn hat die Farben schon früh mit einem englischen Lied gelernt. Also was könnte man bei dieser Frage groß dazulernen?
Erst mal, dass unser englisches Lied falschlag und Pink nicht dazugehört. Aber darüber hinaus noch sooo viel mehr. Mai Thi Nguyen-Kim und Marie Meimberg schaffen es wieder meisterhaft aus einer scheinbar einfachen Frage ein Buch vollgepackt mit spannendem, komplexem Wissen zu schreiben, sodass es auch schon 7-Jährige verstehen.
Denn die Frage nach den Farben des Regenbogens führt sie zu vielen weiteren Fragen: Was ist Licht? Wie nimmt der Mensch Farben wahr? Wie entstehen die Farben des Regenbogens in unserem Kopf? Nehmen alle Menschen und auch Tiere Farben gleich wahr? Und wie ist das bei anderen Gefühlen? Fühlt sich alles für jeden Menschen gleich an? Wie ist das zum Beispiel mit der Liebe?
Die Antworten darauf sind wieder sehr verständlich und kindgerecht formuliert und werden von anschaulichen Bildern und witzigen Zeichnungen begleitet. So reiten BiBiBiber und OttoOtter zum Beispiel mit ihren Surfbrettern auf den Wellenbergen und MoMoMöwe misst den Abstand zwischen den beiden, um zu erklären, was die Wellenlänge ist.
Besonders eindrücklich war für meinen Sohn und mich, wie die Augen mithilfe verschiedener Zapfen die Lichtwellen wahrnehmen, die Informationen dann an unser Gehirn senden und wie dieses daraus die Farben zusammensetzt. Nicht nur für meinen 7-Jährigen war das sehr spannend, auch ich selbst habe einiges dazugelernt.
So ist "BiBiBiber hat da mal 'ne Frage. Welche Farben hat der Regenbogen?" nicht nur ein Buch für Kinder ab 7 Jahren, denen die Fragen nicht ausgehen, sondern auch für ältere Geschwister, die Optik gerade im Physikunterricht durchnehmen und da nicht so ganz durchblicken oder auch Eltern und Großeltern, die bei den Fragen der Kinder manchmal verzweifeln, weil der eigene Physik- oder Biologieunterricht einfach schon zu lange her ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2024

Schöne, nur leicht gruselige Geistergeschichte

Alice und die Geister von nebenan
0

Was gibt es Schöneres, als zusammen auf dem Sofa zu sitzen und ein schönes Buch zu lesen. Wir haben gerade "Alice und die Geister von nebenan" von Jacqueline Davies gelesen und es hat uns sehr gut gefallen.
Alice ...

Was gibt es Schöneres, als zusammen auf dem Sofa zu sitzen und ein schönes Buch zu lesen. Wir haben gerade "Alice und die Geister von nebenan" von Jacqueline Davies gelesen und es hat uns sehr gut gefallen.
Alice ist ein außergewöhnliches Mädchen, denn sie lebt in einem ganz besonderen Umfeld. Am College, an dem ihre Mutter als Dozentin unterrichtet, kann Alice sich eigenen Projekten widmen, mit denen sie allerhand lernt. Ihr neuestes Projekt führt sie in das abbruchreife Nachbarhaus, das auf sie eine ganz besondere Anziehungskraft ausübt. Während sie dort anfängt, den Salon zu renovieren, begegnen ihr die Seelen verstorbener Menschen, die dringend Alice Hilfe brauchen.
Was zunächst ein bisschen unheimlich klingt, ist in dieser Geschichte eigentlich gar nicht gruselig. Alice fürchtet sich nicht vor den Geistern und so ist es auch für uns der Gruselfaktor sehr gering gewesen. Bei ihr überwiegen die Neugier und der Tatendrang, etwas zu verändern und den Seelen zu helfen.
Die Darstellung der Geister hat uns dabei sehr gut gefallen. Während sie zu Beginn nur wenig greifbar und nicht viel mehr als ein Gefühl oder eine Stimme sind, werden sie mit jedem Besuch fassbarer. Alice lernt sie besser kennen und damit auch viel über ihre Geschichte und die Gründe, warum sie nicht zu ruhenden Seelen werden konnten.
Besonders gut konnten wir uns in Ivy einfühlen, die schon als junges Mädchen verstorben ist, als Mensch also nie erwachsen werden konnte, als Geist aber dafür umso mehr gesehen hat. Auch die anderen Seelen sind sehr gut dargestellt und haben bewegende Geschichten. Lediglich mit einem Geist konnte mein 7-jähriger Sohn eher wenig anfangen, da dessen Geschichte als Soldat im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg für ihn einfach zu weit weg war.
Das Vorlesen der Geschichte hat bei uns sehr gut geklappt und mein Sohn hat gerne zugehört. Es gibt immer wieder Szenen, in denen Alice im Haus arbeitet oder Recherchen zu den Seelen macht. Das hat sich für uns an manchen Stellen etwas gezogen, dafür war das letzte Drittel des Buches aber umso spannender und hat uns richtig gepackt.
Sprachlich ist es für ein Kinderbuch durchaus anspruchsvoll. Das zeigt sich vor allem in Situationen, wenn Alice Mutter anfängt Vorträge zu halten oder wenn es um Architektur geht. Es waren einige Begriffe (z. B. Anthropologie, Dereliktion, Kapitell) dabei, die meinem Sohn absolut nichts gesagt haben und die ich dann erklären musste. Das war für uns durch das Vorlesen kein großes Problem, könnte auf Kinder, die das Buch selbst lesen, jedoch etwas abschreckend wirken.
Da uns das Buch an sich aber wirklich gut gefallen hat, empfehlen wir "Alice und die Geister von nebenan" allen Kinder ab ca. 10 Jahren (zum Vorlesen auch schon früher), die gerne ruhigere Geschichten mit einigen spannenden Szenen aus dem Bereich Freundschaft und Familie lesen. Auch Kindern, denen leicht gruselige Geschichten um Geister gefallen, sind hier richtig.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.11.2024

Spannender Auftakt zu einer Schatzsucher-Reihe

Amanda Black – Die Mission beginnt
0

Meine Kinder und ich mögen Geschichten voller Action und Spannung. Da hatten uns die ersten Seiten von "Amanda Black. Die Mission beginnt" von Juan Gómez-Jurado gleich gepackt. Denn das erste Kapitel startet ...

Meine Kinder und ich mögen Geschichten voller Action und Spannung. Da hatten uns die ersten Seiten von "Amanda Black. Die Mission beginnt" von Juan Gómez-Jurado gleich gepackt. Denn das erste Kapitel startet mit einem Vorausblick, der uns richtig neugierig auf die Geschichte gemacht hat. Wie landet Amanda bloß in dieser gefährlichen Situation und wird sie es schaffen, sich zu retten?
Es folgt eine spannende Schatzsucher-Geschichte der modernen Art, die uns mit einigen interessanten Erfindungen überrascht hat. Zu Beginn weiß aber auch Amanda noch gar nichts über ihr familiäres Erbe und das damit verbundene Schicksal.
Aus unserer Sicht ist sie einfach ein ganz normales, cooles Mädchen, das an ihrer neuen Schule eher eine Außenseiterin ist. Zum Glück lernt sie dort gleich zu Beginn Eric kennen, der sehr nett und hilfsbereit ist und sich mit ihr in das Abenteuer stürzt.
Es wird bei diesem sogar ein kleines bisschen fantastisch. Amanda hat nämlich besondere Fähigkeiten, die sich erst seit ihrem 12. Geburtstag zeigen, und auch das Haus und der Butler verbergen noch einige Geheimnisse.
Besonders gut gefallen haben uns dazu auch die ganzseitigen Bilder, in denen der Fokus stark auf den Hauptfiguren und der Villa der Familie Black liegt. So kriegt man einen guten ersten Eindruck von allen und kann sich auch die Umgebung gut vorstellen.
Das Buch liest sich sehr schnell und die Geschichte schreitet rasch voran. Es gibt einige actionreiche Szenen und viele Geheimnisse um das Anwesen der Familie Black, Amandas Herkunft und natürlich den ersten Auftrag, die es zu lüften gilt.
Dabei ist in diesem ersten Band leider nicht viel Zeit für eine Entwicklung der Charaktere und ihre Hintergründe. Da die Geschichte aber als längere Buchreihe konzipiert ist, bleibt dafür in den kommenden Bänden bestimmt mehr Raum.
Als Auftakt für eine Schatzjäger-Reihe für Kinder ab ca. 9 Jahren ist das Buch sehr gelungen. Es werden einige erste Rätsel gelöst, es bleiben noch viele Fragen offen. Wir sind schon gespannt, welche magischen Schätze Amanda noch bergen muss und ob die Geheimnisse über ihre Familie gelüftet werden können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere