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Veröffentlicht am 30.10.2025

KI, Kontrolle, Widerstand - Lesetipp für alle, die Dystopien lieben

Evermind. Sie kennt dich
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Dystopien faszinieren mich immer ganz besonders, wenn sie in Teilen schon nah an unsere Realität herankommen und aktuelle Themen aufgreifen. Deshalb war ich sehr gespannt auf "Evermind. Sie kennt dich" ...

Dystopien faszinieren mich immer ganz besonders, wenn sie in Teilen schon nah an unsere Realität herankommen und aktuelle Themen aufgreifen. Deshalb war ich sehr gespannt auf "Evermind. Sie kennt dich" von Melissa C. Hill. Denn obwohl das Buch mehr als 200 Jahre in der Zukunft spielt, kann man manche Entwicklungen, was Künstliche Intelligenz betrifft, schon jetzt erahnen.
Livia lebt in der City, die komplett von einer KI namens MAM kontrolliert wird. Fast jede Entscheidung wird von MAM getroffen - sei es, welche Zusammensetzung der morgendliche Proteindrink hat oder welchen Beruf sie ergreifen muss. Dabei berechnet die KI jederzeit, was die beste Wahl ist.
Allein diese Ausgangssituation hat mich gleich zu Beginn komplett gepackt. Auch der gesellschaftliche Aufbau hat mich besonders fasziniert. Die Menschen leben in einer Dreiklassengesellschaft in einer abgeschlossenen City unter der Erde, da die Erdoberfläche nicht mehr bewohnbar ist. So sind die Menschen auf einen relativ kleinen Lebensraum beschränkt. Die fast einzige Ablenkung bieten die Sims, Simulationen, in denen sie der Realität entfliehen können. Aber auch hier ist MAM überall und kontrolliert alles, was eine sehr beklemmende Stimmung schafft.
Doch ein spannendes Setting wäre nichts ohne interessante Charaktere. Livia als Hauptfigur mochte ich sehr gerne, denn sie überwindet schnell ihre anfängliche Naivität und entwickelt einen Mut, der ihr dabei hilft, die gesellschaftliche Ordnung in Frage zu stellen. Es ist so spannend zu lesen, wie Livia erst Hoffnung in ihre Zukunft hat, dann aber immer mehr Zweifel bekommt und anfängt, das System zu hinterfragen und mit ihren Worten und Ideen andere bewegt. Hier zeigt die Autorin Melissa C. Hill wunderschön, welche Kraft Geschichten von Menschen über Menschen haben können.
Neben Livias Stärke und Mut haben mir aber auch die vielen Nebencharaktere sehr gut gefallen. Sie bringen alle ihre eigenen Geschichten mit, die sie interessant und authentisch machen. Außerdem wird durch sie eine persönliche Ebene geschaffen, die zeigt, wie wichtig echte zwischenmenschliche Beziehungen für Menschen sind.
Die Geschichte wird komplett aus der Sicht der 16-jährigen Livia erzählt, sodass man immer sehr nah bei ihren Handlungen und Gedanken ist und sich gut in ihre Situation hineinversetzen kann. Sie spricht damit aber nicht nur Jugendliche ab 14 Jahren an - auch für Ältere ist das Buch sehr spannend. Deshalb empfehle ich "Evermind. Sie kennt dich" allen, die gerne Dystopien lesen oder sich Gedanken um den Einsatz von KI und die immer größer werdende Abhängigkeit von Technologie machen.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

Magische Comic-Reihe mit wunderschönen Bildern

Elfies Zauberbuch. Band 5
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Es gibt eine Comic-Reihe, die uns schon einige Male verzaubert hat: „Elfies Zauberbuch“ von Christophe Arleston und Audrey Alwett. Auch der fünfte Band, „Der Zauber der Walpurgisnacht“, hat beim Lesen ...

Es gibt eine Comic-Reihe, die uns schon einige Male verzaubert hat: „Elfies Zauberbuch“ von Christophe Arleston und Audrey Alwett. Auch der fünfte Band, „Der Zauber der Walpurgisnacht“, hat beim Lesen wieder eine ganz besondere Magie erschaffen. Wer die Reihe noch nicht kennt, kann auch bei diesem Band problemlos einsteigen, denn die Grundzüge der Geschichte werden zu Beginn vorgestellt.

Elfie reist mit ihren zwei Schwestern in einem Bücherbus durch Frankreich. Dabei kommen sie an besondere Orte und treffen auf interessante Menschen. Das Besondere ist aber, dass Elfie Magie von ihrer verstorbenen Mutter geerbt hat. Diese kann sie durch Geschichten, die sie in ihr Zauberbuch schreibt, aktivieren, und ihre Origamifiguren erwachen daraufhin zum Leben.

Auch in dieser Geschichte spielt eine Origamifigur wieder eine ganz entscheidende Rolle, wenn Elfie mit ihren Schwestern zur Walpurgisnacht in ein Moor reist und dort auf viele andere Hexen trifft. Besonders gut gefallen hat uns diesmal, dass neben der Magie auch der Umweltschutz eine Rolle spielte, der aber wunderschön mit einer magischen Legende verbunden wurde.

Die Comic-Zeichnungen von Mini Ludvin gefallen uns immer besonders gut. Sie sind schön anzuschauen und enthalten viele Details, die zum langen Betrachten der Bilder einladen.

Wir sind jedes Mal begeistert von der Kombination aus schönen Bildern und magischer Geschichte. Kinder können den Comic schon ab etwa neun Jahren problemlos selbst lesen. Der Comic lässt sich aber auch gut vorlesen, dabei lassen sich dann auch schon jüngere Kinder gerne verzaubern.

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Veröffentlicht am 26.10.2025

Originell, witzig, spannend - und ein Dieb mit Herz

Robin the Hood – Wie klaut man eine Stadt?
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Manchmal macht allein der Titel eines Buches neugierig auf eine Geschichte. Bei meinen Kindern und mir war das gerade bei "Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt" von Rüdiger Bertram so. Den Autor kennen ...

Manchmal macht allein der Titel eines Buches neugierig auf eine Geschichte. Bei meinen Kindern und mir war das gerade bei "Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt" von Rüdiger Bertram so. Den Autor kennen wir schon von einigen witzigen Comics, deshalb war die Vorfreude auf das Buch umso größer.
Die Story war genau nach unserem Geschmack: Robin ist Meisterdieb, steht aber in der Tradition seines berühmten Vorfahren Robin Hood - er stiehlt und gibt die Beute an Bedürftige weiter. Nichts ist für Robin in unklaubar. Doch sein Übermut bringt ihn in eine heikle Lage. So muss er sich bald einer unlösbaren Mission stellen: Robin muss die Welt retten - zusammen mit seiner größten Rivalin.
Die Charaktere sind alle ein wenig schräg und genau das mögen wir an Rüdiger Bertrams Geschichten. Besonders Sam hat uns zum Lachen gebracht - wer das ist, muss man am besten selbst lesen. Denn auch die Handlung ist so originell, dass einiges passiert, das man nicht erwarten würde. Das merkt man auch gleich zu Beginn bei einem Banküberfall, der ganz anders verläuft als normalerweise.
Meine Kinder und ich mussten beim Lesen viel lachen. Gleichzeitig waren wir von der Geschichte gefesselt, denn wir wollten unbedingt erfahren, ob Robin am Ende wirklich die Welt retten kann.
Die Illustrationen und kurzen Comic-Strips stammen von Horst Hellmeier, der schon bei einigen Comics mit Rüdiger Bertram zusammengearbeitet hat. Wir mögen seinen Zeichenstil sehr gerne, denn die Bilder haben uns oft zum Lachen gebracht und sie erzählen die Story sehr gut weiter.
Wer Lust auf eine originelle Geschichte voller Diebe, Agenten und einer spannenden Mission mit Verfolgungsjagden und Spezialeinsätzen hat, dem wird genau wie uns "Robin the Hood - Wie klaut man eine Stadt" mit Sicherheit gefallen. Ich habe das Buch meinen Söhnen (8 und 11 Jahre) vorgelesen. Genau für diese Altersstufe ist es perfekt geeignet.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Autofahrt zum Schlapplachen: Nach diesem Hörbuch wirkt alles halb so wild

Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat
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Auf längeren Autofahrten höre ich mit meinen Kindern gerne Hörbücher. Eines zu finden, das uns allen gefällt, ist jedoch gar nicht so einfach. Zuletzt hatten wir aber großes Glück: Wir haben gleich eine ...

Auf längeren Autofahrten höre ich mit meinen Kindern gerne Hörbücher. Eines zu finden, das uns allen gefällt, ist jedoch gar nicht so einfach. Zuletzt hatten wir aber großes Glück: Wir haben gleich eine ganze Buchreihe gefunden, die als Hörbuch großartig funktioniert und uns alle zum Lachen bringt: "Der Tag, an dem…“ von Marc-Uwe Kling.
Deshalb haben wir gerade den fünften Band "Der Tag, an dem Max dreimal ins Auto gekotzt hat" gehört. Ein passenderes Buch zum Autofahren mit Kindern oder der Familie gibt es wirklich nicht, denn im Vergleich zu dem, was Tiffanys Familie erlebt, wirken unsere eigenen Fahrten geradezu harmlos.
Tiffanys Familie kennen wir mittlerweile sehr gut, denn bereits die ersten Episoden aus ihrem Familienleben haben uns schon zum Lachen gebracht. Doch auch wenn man diese nicht kennt, ist der Einstieg problemlos möglich. Wer jedoch alle witzigen Querverweise verstehen möchte, sollte beim ersten Band "Der Tag, an dem die Oma das Internet kaputt gemacht hat" beginnen.
Bei der Autofahrt, die uns hier erwartet, läuft schief, was nur schieflaufen kann - die einzige, die die meiste Zeit gut gelaunt bleibt, ist die achtjährige Tiffany. Bei allen anderen herrscht schlechte Stimmung - vor allem bei ihrem Bruder Max, dem es nach einer langen Nacht mit seinen Kumpeln gar nicht gut geht. Was da bloß passiert sein könnte?
Uns gefällt der Humor von Marc-Uwe Kling hier wieder sehr gut. Wir haben uns über die Autofahrt köstlich amüsiert und mussten oft laut lachen, weil die Situationen so komisch und die Figuren überzogen, aber doch realistisch sind.
Dabei bringt der Autor bei der Lesung genau die richtige Stimmung rüber - mal genervt (Luisa, die große Schwester), ärgerlich (Papa, der einen Kratzer ins Auto gefahren hat), aber auch gut gelaunt (Tiffany, die sich als Einzige auf die Kurztrip freut).
Jüngere Kinder werden einige der Witze vermutlich noch nicht verstehen, da manche Themen für sie noch nicht so gut nachvollziehbar sind. Deshalb sollte die Altersempfehlung, die hier bei etwa 8 Jahren liegt, am besten beachtet werden. Dafür hat man als Elternteil aber auch seinen Spaß beim Zuhören. Und vor allem merkt man - so schlimm hat es einen selbst noch nicht getroffen.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Drei Schlüssel, viele Rätsel - Fantasy-Spannung pur

Legende der Schattenwächter – Kampf um die magischen Schlüssel
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Eigentlich wollte ich "Legende der Schattenwächter. Kampf um die magischen Schlüssel" von Lars Meyer gemeinsam mit meinen Jungs lesen. Ein historischer Fantasy-Roman mit Abenteuern in einer unterirdischen ...

Eigentlich wollte ich "Legende der Schattenwächter. Kampf um die magischen Schlüssel" von Lars Meyer gemeinsam mit meinen Jungs lesen. Ein historischer Fantasy-Roman mit Abenteuern in einer unterirdischen Stadt, einem magischen Labyrinth und in den Tiefen des Ozeans klang für uns sehr vielversprechend. Leider kam mir für diesen Vorleseplan ein zu guter Spannungsbogen dazwischen. Das Buch war einfach so fesselnd, dass mir das Vorlesen zu lange gedauert hätte und ich es schon einmal schnell alleine ausgelesen habe. (Das Vorlesen werden wir aber natürlich noch nachholen.)
Die Story erinnert ein wenig an Schatzsucher-Geschichten und startet im Jahr 1897 in Hamburg mit Armin, der sich und seinen Vater als Hafenhilfsarbeiter über die Runden bringt. Das ändert sich nach einer düsteren Begegnung in einer dunklen Gasse. Eine Erbschaft erwartet ihn, die nicht nur ein großes Anwesen mit sich bringt, sondern auch viele Geheimnisse und Gefahren. Es geht auf eine spannende Reise mit Armin und seinen zwei Gefährtinnen Nari und Viktoria und auf die Suche nach drei Schlüsseln, die das gefährliche Dunkeltor öffnen können.
Die fantastischen Elemente entfalten sich mit dem Eintauchen in die Geschichte immer mehr. Es gibt magische Gegenstände, Zaubertränke, die einen alle Sprachen der Welt verstehen lassen, und mystische Wesen wie eine geflügelte Katze, die noch viel mehr ist als nur das. Auch die dunklen Mächte stecken voller Magie, und sie hegen einen tiefen Groll gegen die Menschheit.
Die Erzählperspektive der Geschichte wechselt immer wieder zwischen Armin, Nari und Viktoria hin und her, und sogar die Verkörperung der dunklen Mächte zeigt ihre Sicht auf die Geschehnisse. Gerade das Beleuchten des Antagonisten hat mir besonders gut gefallen, denn es bringt eine Komplexität in die Geschichte, die einen fragen lässt, was Gut und Böse eigentlich bedeuten.
Auch Armins, Naris und Viktorias Gefühlswelt wird immer wieder beleuchtet, und man erlebt mit ihnen, wie sie sich Fragen über Fragen stellen und dabei manchmal in einer so verzwickten Lage stecken, dass man denkt, dieser Gefahr könnten sie gar nicht entkommen.
Das Tempo der Geschichte ist meist sehr hoch, sodass ich immer wieder Lust hatte, schnell weiterzulesen. Dabei wird es teilweise sogar etwas blutig bei den Kämpfen, sodass die Altersempfehlung von 12 Jahren für das gesamte Buch durchaus passend ist.
Lediglich der Schluss hat mir zu viele Fragen offen gelassen. Ja, die Geschichte um die drei magischen Schlüssel ist erst einmal abgeschlossen, aber ich hätte mir ein paar mehr Antworten auf die großen, tiefergehenden Fragen gewünscht. Die werden aber alle hoffentlich im nächsten Band folgen. Auf den freue ich mich schon jetzt sehr. "Legende der Schattenwächter" empfehle ich daher allen, die Fantasy-Abenteuer mögen und auch gerne mal die Sicht des Bösen einnehmen.

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