Profilbild von Lissi_Filibuster

Lissi_Filibuster

Lesejury Star
offline

Lissi_Filibuster ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Lissi_Filibuster über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.09.2025

Historischer Jugendkrimi mit realem Hintergrund und kluger Ermittlerin

Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten
0

Historische Kriminalromane für Jugendliche finde ich persönlich sehr interessant, und auch einer meiner Söhne kann sich für solche Bücher begeistern. Deshalb war ich sehr gespannt auf "Greta Grimaldi und ...

Historische Kriminalromane für Jugendliche finde ich persönlich sehr interessant, und auch einer meiner Söhne kann sich für solche Bücher begeistern. Deshalb war ich sehr gespannt auf "Greta Grimaldi und der Junge aus dem Schatten" von Davide Morosinotto.
Greta Grimaldi kommt im Jahr 1829 nach Nürnberg, um dort mit ihrem Vater an einem besonderen Kriminalfall zu arbeiten. Kaspar Hauser, ein junger Mann, dessen Herkunft ein großes Rätsel ist, wird bedroht. Dr. Grimaldi soll ermitteln und auch Greta beginnt sogleich mit den Nachforschungen, denn sie besitzt einen außerordentlich scharfen Verstand.
Der Fall Kaspar Hauser beruht auf wahren Begebenheiten. Bis heute ist seine wahre Herkunft nicht geklärt. Davide Morosinotto vermischt in diesem Buch Fiktion und Wahrheit und schafft eine fiktive, aber durchaus mögliche Erklärung für einige wahre Begebenheiten dieser Zeit.
Dabei kommt das historische Setting der Geschichte ganz wunderbar heraus. Die Figuren sind mit Kutschen oder Sänften unterwegs, und es gibt gewisse gesellschaftliche Erwartungen an Greta, denen sie eher weniger entspricht. Auch die Dialoge passen sprachlich in Zeit, sind aber trotzdem gut verständlich. Dazu ist die Gestaltung des Buches wirklich gelungen: Es gibt Illustrationen von historischen Dokumenten und Bilder, die das Nürnberg dieser Zeit zeigen.
Greta ist eine sehr interessante Figur, da sie ihrer Zeit ein wenig voraus scheint und sehr eigenständig die Ermittlungen vorantreibt. Gleichzeitig ist sie in manchen Situationen aber auch naiv, was zu ihrem Alter durchaus passt. Durch ihre Neugier und ihren scharfen Verstand kann sie jedoch viel erreichen. Allerdings wird immer wieder deutlich, dass sie als Mädchen in dieser Zeit nicht viel zu sagen hat. So ist Greta zwar fortschrittlich, muss sich aber den gesellschaftlichen Anforderungen an sie immer wieder anpassen.
Die Ermittlungen selbst haben sich für meinen Geschmack teilweise ein wenig gezogen, aber trotzdem kommt gerade zum Schluss eine gute Spannung auf. Man möchte einfach wissen, was hinter der Bedrohung für Kaspar Hauser steckt und wie die verschiedenen historischen Figuren, die teilweise wirklich existiert haben, in den Fall verstrickt sind.
Die Altersempfehlung ab 12 Jahren ist durchaus passend. Dabei sollte man sich aber bewusst sein, dass der Fall gerade zum Ende hin einen eher tragischen Verlauf nimmt. Es empfiehlt sich daher, die Triggerwarnung am Ende des Buches zu lesen, falls man sich unsicher ist, ob das Buch für das eigene Kind passend ist.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.09.2025

Ein Hexencomic voller Spannung und ausdrucksstarker Illustrationen

Fortuna
0

Meine Kinder und ich lesen sehr gerne Comics aus ganz verschiedenen Genres. Mittlerweile haben wir eine ganz schöne Sammlung, die immer wieder gerne gelesen wird. Neu dazugekommen ist gerade ein ganz besonderer ...

Meine Kinder und ich lesen sehr gerne Comics aus ganz verschiedenen Genres. Mittlerweile haben wir eine ganz schöne Sammlung, die immer wieder gerne gelesen wird. Neu dazugekommen ist gerade ein ganz besonderer Hexencomic: "Fortuna - Der Geist der Herberge" von Élisabeth Jammes, der sich an Kinder ab etwa 10 Jahren richtet.
Fortuna ist Hexenschülerin und entstammt einer Familie mit einer großen Begabung für die Wahrsagerei. Zusammen mit ihren Mitschülerinnen Belladonna und Mandragora arbeitet sie daraufhin, die Hexenprüfung zu bestehen. Doch Fortuna tut sich sehr schwer mit dem Wahrsagen und die Erwartungen ihrer Familie setzen sie stark unter Druck. Voller Verzweiflung sucht sie einen anderen Weg, ihr drittes Auge zu öffnen. Doch dabei könnte sie böse Mächte entfesseln.
Die magische Welt, die Élisabeth Jammes in diesem Comic erschaffen hat, ist durchaus faszinierend. Er spielt in der heutigen Zeit, doch gleichzeitig gibt es eine ganz ursprüngliche Magie mit Hexenbesen, Pflanzenkunde, Zaubertränken in Kesseln, Kristallkugeln und Dämonen. Diese Mischung mögen wir immer sehr gerne; sie macht das Buch für Kinder sehr leicht zugänglich.
Anfangs ist die Atmosphäre noch eher fröhlich. Doch es gibt einige düstere und dämonische Szenen, die mit den passenden Illustrationen eine sehr finstere, magische Stimmung verbreiten und für ein gutes Spannungsgefühl sorgen.
Die Illustrationen haben uns insgesamt sehr gut gefallen. Der Fokus der Bilder liegt oft auf den verschiedenen Charakteren, die sehr ausdrucksstark gezeichnet sind. So kommt gerade Fortunas Gefühlswelt in diesem Comic ganz klar heraus. Dabei kann man ihre Hoffnungslosigkeit auch in den Bildern deutlich erkennen.
Das Ende dieses Comics hat Fortunas Geschichte noch nicht zu Ende erzählt. Wir würden uns deshalb freuen, Fortunas Schicksal weiterverfolgen zu können, um zu erfahren, welchen Weg sie einschlagen wird.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.09.2025

Wenn Gummistiefel fliegen und ein Schaf ermittelt - tierisch-lustiger Lesespaß

Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen
0

Mein 8-jähriger Sohn und ich haben gerade ein richtig lustiges Kinderbuch gelesen: "Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen" von Carola Becker.
Darin geht es nach Schottland, auf die Wiese von ...

Mein 8-jähriger Sohn und ich haben gerade ein richtig lustiges Kinderbuch gelesen: "Mäc Mief und das total verrückte Baumstammwerfen" von Carola Becker.
Darin geht es nach Schottland, auf die Wiese von Mäc Mief. Der wundert sich, warum seine Menschen sich plötzlich so komisch verhalten: Heusäcke und Gummistiefel fliegen durch die Luft und die Mutter der Familie, Jenny Olifant, läuft die Hügel rauf und runter. Die Highland Games stehen an und auch Mäc Mief darf als Glücksbringer mit. Doch vor Ort muss er mehr als nur Glück bringen, denn ein kleiner Kriminalfall erwartet ihn.
Mäc Mief ist wirklich ein außergewöhnliches Schaf, das mein Sohn und ich schon nach den ersten Seiten ins Herz geschlossen haben. Er möchte seine Menschen jederzeit unterstützen, aber denkt auch mit und handelt fast wie ein Detektiv. Dabei bleibt er gleichzeitig immer ein Schaf und kann nur mit der Hündin Bonnie sprechen. Das hat uns richtig gut gefallen.
Außerdem lädt die Geschichte zum Mitraten ein, auch wenn der Fall selbst nicht allzu kompliziert ist. Dafür gibt es aber einige sehr lustige Momente, die von den lebendigen Bildern der Illustratorin Ina Krabbe witzig in Szene gesetzt werden. So gibt es eine amüsante Verfolgungsjagd und Mäc Mief hat sogar eine royale Begegnung, bei er sich ganz schön zusammenreißen muss.
Das Lesen der Geschichte hat uns beiden viel Spaß gemacht, denn bei der Textmenge und Schriftgröße können auch schon Kinder ab 7 Jahren meist gut mitlesen oder sogar schon ganz alleine lesen. Mäc Miefs Geschichte kann man aber auch wunderbar jüngeren Kindern vorlesen. Durch die farbigen Bilder gibt es hier viel zu entdecken und die kurzen Kapitel lassen die Geschichte wie im Flug vergehen.
Wir werden uns auf jeden Fall auch noch die anderen Bücher von Mäc Mief anschauen, denn es gibt noch weitere Abenteuer mit diesem sympathischen Schaf aus Schottland, die wir sehr gerne kennenlernen möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.09.2025

Kreative Abenteuerreise mit lustigen Comicelementen

Abenteuer ohne Ende - Im Land der verlorenen Dinge
0

Manchmal gibt es Kinderbücher, die einfach nur Spaß machen sollen. „Abenteuer ohne Ende - Im Land der verlorenen Dinge“ von Andy Griffiths und dem Illustrator Bill Hope war für mich und meinen 8-jährigen ...

Manchmal gibt es Kinderbücher, die einfach nur Spaß machen sollen. „Abenteuer ohne Ende - Im Land der verlorenen Dinge“ von Andy Griffiths und dem Illustrator Bill Hope war für mich und meinen 8-jährigen Sohn genau so eines.
Die Protagonisten sind „Du“ und „Ich“, die auf der Suche nach einer glücksbringenden Hasenpfote in ein verrücktes Abenteuer ins Land der verlorenen Dinge fliegen. Die Welt ist voller skurriler Gestalten, die alle auf der Suche nach etwas sind. So werden Du und Ich bald von einem wütenden Stier, einer fliegenden Armbanduhr und Johnny Faustdick begleitet.
Das Lesen der Geschichte geht wirklich sehr schnell, denn die Textmenge ist gering, mit vielen Comicelementen aufgelockert und mit einer großen Portion Humor versehen. Besonders die vielen Wortspiele haben uns sehr gefallen: So kann man nicht nur Dinge verlieren, sondern auch die Selbstbeherrschung, Freunde oder den roten Faden.
In dem Abenteuer geht es drunter und drüber. Du und ich begeben sich bald auf eine Schatzsuche, in einen Pfotenladen und sogar auf ein Piratenschiff. Die Figuren und Orte sind außergewöhnlich und sehr kreativ gestaltet. Das sieht man auch an den vielen witzigen schwarz-weißen Zeichnungen, die jede Seite begleiten.
Die Kreativität ist ein großes Plus der Geschichte. Es gab ein paar wenige Szenen, die für meinen Geschmack ein bisschen derb waren, aber das hat nichts daran geändert, dass uns „Abenteuer ohne Ende - Im Land der verlorenen Dinge“ sehr gut gefallen hat. Wir würden jederzeit wieder mit Du und Ich auf Abenteuerreise gehen. Daher empfehlen wir das Buch allen Kindern ab etwa 8 Jahren, die humorvolle und kreative Geschichten mit wenig Text und vielen Bildern mögen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 25.09.2025

Schaurige Geistergeschichte für alle mit starken Nerven

Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister
0

Wir haben bereits einige Geistergeschichten gelesen, doch die meisten waren nicht wirklich gruselig. Ganz anders jedoch unser letztes Buch: "Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister" von Sabrina Schmohl.
Bodhi ...

Wir haben bereits einige Geistergeschichten gelesen, doch die meisten waren nicht wirklich gruselig. Ganz anders jedoch unser letztes Buch: "Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister" von Sabrina Schmohl.
Bodhi möchte eigentlich nur noch ein paar letzte Dinge in seinem Heimatdorf erledigen, bevor es komplett wegen des Tagebaus abgerissen wird: Ameisen umsiedeln, Treppenstufen zählen, das Grab seines verstorbenen Katers verlegen, seine Hütte im Wald abreißen - solche Dinge eben. Er rechnet nicht mit dem, was ihn dort erwartet: Geister, die ihr Unwesen treiben, und Joe, die sich zum Ziel gesetzt hat, ihnen zu helfen.
Bodhi und Joe sind beide ganz besondere Charaktere, die auf ihre eigene Art sympathisch sind und interessante Hintergrundgeschichten haben. Bodhi ist eher ein Einzelgänger mit ausgefallenen Interessen. Joe ist eine richtige Geister-Expertin. Ihre Methoden sind etwas gewöhnungsbedürftig und von Horrorfilmen inspiriert. Dafür sind sie effektiv und das ist auch dringend notwendig.
Denn die Geister in Nebelheim sind gefährlich und sehen nicht nur gruselig aus. Sabrina Schmohl gelingt es mit ihrem ausgezeichneten Schreibstil, mit nur wenigen Sätzen Gänsehautstimmung zu erzeugen. Ja, wir haben mitgezittert, und das Buch ist definitiv nichts für Leute mit schwachen Nerven.
Jedoch werden diese unheimlichen Szenen immer wieder abgemildert - durch einige sehr kreative Ideen zur Geisterberuhigung, die uns zum Schmunzeln gebracht haben. Die Mischung aus unheimlichen und humorvollen Szenen ist wirklich sehr gelungen.
Dabei werden gleichzeitig auch noch wichtige Themen angesprochen. So geht neben dem Thema Freundschaft zum Beispiel auch um die Bedeutung des Zuhauses: nicht nur für Bodhi, auch für Joe und sogar die Geister. Alle suchen nach einem "sicheren Hafen". Das kommt in der Geschichte sehr gut heraus, auch wenn man sich dafür erst einmal ordentlich gruseln muss.
Wer also beim (Vor-)Lesen so richtig Gänsehaut bekommen und mitzittern möchte, sollte sich "Bodhi, Joe und ein Dorf voller Geister" von Sabrina Schmohl unbedingt merken. Die Altersempfehlung von 9 Jahren ist hier gut gewählt. Jüngeren Kindern sollte man das Buch nur vorlesen, wenn diese gut mit unheimlichen Szenen und den Themen Tod, Geister und Friedhof umgehen können.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere