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Veröffentlicht am 30.08.2025

Packender Reihenauftakt über Kinder mit ganz besonderen Fähigkeiten

Wilderland – Der Wald
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Auf "Wilderland - der Wald" von Gina Mayer war ich sehr gespannt. Das Cover hat mich mit dem ausdrucksstarken Wolf gleich fasziniert und der Klappentext klang für mich richtig gut.
Calum ist ein Waisenjunge, ...

Auf "Wilderland - der Wald" von Gina Mayer war ich sehr gespannt. Das Cover hat mich mit dem ausdrucksstarken Wolf gleich fasziniert und der Klappentext klang für mich richtig gut.
Calum ist ein Waisenjunge, der in einer neuen Wohngruppe landet, mit anderen Jugendlichen, die ihn ausschließen, aber viel mehr mit ihm gemeinsam haben, als er zunächst glaubt. Denn alle vier sind das Ergebnis eines wissenschaftlichen Experiments. Sie haben besondere Fähigkeiten, die sie nicht nur für die amerikanischen Behörden interessant machen. Als Calum, Jasleen, Skye und Miro merken, dass sie unter ständiger Beobachtung stehen, beginnt eine spannende Flucht.
Was mir gleich zu Beginn besonders gut gefallen hat, ist die Beschreibung der Sinneseindrücke, die für Calum so anders sind als für normale Menschen. Er ist etwas Besonderes, auch wenn er sich selbst lieber zurückzieht und den meisten Menschen misstraut. So ist es auch verständlich, dass er zunächst mit seinen Mitbewohnern nicht so gut klarkommt.
Trotzdem merkt man gleich, dass eine gewisse Verbindung zwischen den vieren besteht. Und als die Jugendlichen Stück für Stück mehr herausfinden, bildet sich langsam ein interessantes Team. Auch Calum entwickelt sich charakterlich weiter, was in kleinen Momenten des Vertrauens immer deutlicher wird und mir gut gefallen hat.
Ab der Flucht wird das Buch dann richtig spannend, auch wenn es immer wieder ruhige Momente gibt, in denen Calum und die anderen neue Erkenntnisse gewinnen und besondere, tierische Erfahrungen machen.
Das Ende des Buches ist natürlich noch lange kein Ende der ganzen Geschichte, da es lediglich der Auftakt zu einer Reihe ist. Wirklich viel erreicht haben Calum, Jasleen, Skye und Miro noch nicht und es bleiben sehr viele Fragen unbeantwortet. Das macht große Lust auf den nächsten Band, ist jedoch auch etwas unbefriedigend.
Wer aber bereit für eine neue spannende Buchreihe ist mit interessanten Charakteren, Verbindungen zu wilden Tieren und skrupellosen Wissenschaftlern, der wird mit "Wilderland" von Gina Mayer ein paar fesselnde Lesestunden erleben. Die Altersempfehlung ab 11 Jahren ist hier durchaus passend, da die Charaktere alle mit etwa 14 Jahren schon sehr jugendlich sind und auch Themen angesprochen werden, die erst ab diesem Alter interessant werden.

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Veröffentlicht am 30.08.2025

Verrücktes, lustiges Hexenabenteuer mit schönen Botschaften

Felina Fingerhut und der verflixte Schmetterlingseffekt
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Mit Felina Fingerhut wird es wieder lustig und chaotisch werden. Das war meinen Kindern und mir schon nach den ersten paar Seiten aus „Felina Fingerhut und der verflixte Schmetterlingseffekt“ von Katja ...

Mit Felina Fingerhut wird es wieder lustig und chaotisch werden. Das war meinen Kindern und mir schon nach den ersten paar Seiten aus „Felina Fingerhut und der verflixte Schmetterlingseffekt“ von Katja Hemkentokrax klar. Wir haben schon den ersten Band sehr gerne gelesen, aber dieses total verflixte Hexenabenteuer hat uns sogar noch ein kleines bisschen mehr verzaubert.
Felina Fingerhut darf ihr Praktikum bei Patina Grünspans Versand für Scherzartikel, Glücksbringer und Hexenutensilien aller Art absolvieren. Viel mehr muss man eigentlich gar nicht wissen, denn Felina sorgt mit ihrer fröhlichen, aber auch etwas chaotischen und unkonventionellen Art für eine lustige Geschichte, bei der so manches schiefgeht. Zwar kommen einige Charaktere aus dem vorherigen Band wieder vor, aber im Grunde kann man diesen zweiten Band auch sehr gut ohne Vorwissen lesen.
Gleich zu Beginn erfährt man durch das Spaghetti-Orakel der Hexe Wolke Donnerwetter, dass uns einiges beim Lesen erwarten wird. Wie ein Tintenfleck in Form eines Hinterns, ein zwinkerndes Astloch, zischende Knoten, ein miauendes Sahnetörtchen und noch viele weitere abgedrehte Dinge zusammenhängen, ist unglaublich lustig zu lesen und ja, es hat definitiv mit dem verflixten Schmetterlingseffekt zu tun.
Es gibt verrückte Wortspiele, Palindrome, Elfchen und Reime, aber auch Mathemagik und die fabelhafte Theorie der relativen Ordentlichkeit. Wir lieben die vielen verrückten Ideen, die Katja Hemkentokrax in der Geschichte untergebracht hat, von Medusa, die mit ihren Schlangen im Callcenter arbeitet, bis hin zu einem gefährlichen Spiegel.
Wenn man das zusammengefasst so liest, klingt das wohl alles ein bisschen abgedreht, aber es macht riesigen Spaß, Felina zu begleiten und durch die tollen Illustrationen von Phine Wolff kann man einige fantastische Szenen nicht nur lesen, sondern auch betrachten.
Bei diesem Abenteuer ist Felina manchmal kindlich unbedacht, jedoch macht sie eine schöne Entwicklung durch. Gleichzeitig vermittelt das Buch einige wirklich schöne Botschaften, wie etwa „Sich Hilfe holen ist ein Zeichen von wahrer Stärke“ (S. 158) oder „Du kannst lernen, mit Fehlschlägen und unglücklichen Zufällen umzugehen.“ (S. 282)
Außerdem sind so viele weitere tolle Charaktere dabei, die uns in der kurzen Zeit ans Herz gewachsen sind. Natürlich der Hexenkater Knopf, der Felina begleitet, und ihre Hexenlehrerin Wolke Donnerwetter. Aber es gibt auch viele Nebenfiguren, wie Patina Grünspan, die Chefin des Versandhandels, die außergewöhnliche A. A. Algebra oder Turbina, die alle zeigen, dass Frauen stark sind und wichtige, leitende Rollen übernehmen.
Als leidenschaftliche Vorleserin empfehle ich allen mit Kindern im Grundschulalter, die verrückte Magie und Zauberei mögen dieses Buch vorzulesen. Es macht einfach so viel Spaß. Kinder ab 9 Jahren werden es aber mit Sicherheit auch lieben, „Felina Fingerhut und der verflixte Schmetterlingseffekt“ selbst zu lesen.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Was macht eine Pandemie mit uns, wenn das Virus Glückseligkeit verspricht?

All Better Now
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"All Better Now" war mit Sicherheit nicht das letzte Buch, das ich von Neal Shusterman gelesen habe. Es ist eine außergewöhnliche Geschichte über eine Pandemie, die in Teilen an das erinnert, was wir vor ...

"All Better Now" war mit Sicherheit nicht das letzte Buch, das ich von Neal Shusterman gelesen habe. Es ist eine außergewöhnliche Geschichte über eine Pandemie, die in Teilen an das erinnert, was wir vor ein paar Jahren selbst erleben mussten und doch ganz anders ist.
Wieder breitet sich ein Virus auf der ganzen Erde aus. Ein Virus mit einer hohen Sterblichkeitsrate für gewisse Bevölkerungsgruppen. Doch die Überlebenden sind plötzlich glücklich, selbstlos und auf das Gemeinwohl orientiert. Für einige scheint dies erstrebenswert zu sein. Andere sehen darin nur Gefahren für ihre Unternehmen, ihre Politik oder ihre persönlichen Ziele. Daher wollen sie möglichst schnell einen Impfstoff entwickeln.
Das Ausgangsszenario fand ich direkt faszinierend. Einerseits weil es mich sehr an die Pandemie erinnert hat und ich gleich wusste, wie schnell die unterschiedlichen Meinungen gegeneinander prallen könnten. Andererseits weil diese Pandemie so anders verlaufen könnte, denn die Überlebenden scheinen von Grund auf zufrieden und mit sich im Reinen.
Auch die Umsetzung von Neal Shusterman ist für mich absolut gelungen. Erzählt wird "All Better Now" aus vielen verschiedenen Perspektiven. So erfährt man, wie die Pandemie für Mariel, eine obdachlose junge Frau, verläuft, genauso wie es für den Sohn eines Milliardärs ist, dem eigentlich die besten Voraussetzungen für ein glückliches Leben gegeben sind. Auch weitere spannende Blickwinkel von anderen Personen werden verfolgt. Manche spielen nur am Rande eine Rolle, andere nehmen tatsächlich ganz zentrale Positionen ein.
Die vielen verschiedenen Perspektiven machen das Verfolgen der Geschichte nicht immer einfach. Mir persönlich hat dieser umfängliche Blick jedoch sehr gut gefallen. So wird noch deutlicher, wie die Pandemie von unterschiedlichen Akteuren beeinflusst wird. Gleichzeitig gibt es ganz individuelle Schicksale, die die persönliche Ebene toll eingebunden haben.
Besonders fasziniert hat mich, wie diese Einzelgeschichten auf interessante Weise miteinander verknüpft sind. Das Wettrennen um einen Impfstoff auf der einen Seite und der Wunsch, das Virus möglichst schnell zu verbreiten auf der anderen, machen die Geschichte äußerst spannend.
Ich konnte "All Better Now" einfach nicht beiseite legen, denn die dystopischen und utopischen Elemente haben mich gefesselt und die persönlichen Schicksale haben mich berührt. Daher empfehle ich das Buch allen, die Lust auf eine besondere Pandemie-Geschichte haben, in der es um Weltpolitik, Macht aber auch ganz individuelle Probleme und Entscheidungen geht. Ich habe mich lange gefragt, ob ich mich für oder gegen das Virus entschieden hätte, bis ich das Ende gelesen habe. Da war für mich die Entscheidung ziemlich klar.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Fantastische Geschichte mit realen Bezügen

Dämmernachtstraum
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"Dämmernachtstraum. Das Erbe der Lichtgeister" von Anne Ameling war für mich ein kleines Überraschungsbuch. Denn ich muss gestehen, die ersten paar Seiten, in denen man den Hirten der Tagholde Faradun ...

"Dämmernachtstraum. Das Erbe der Lichtgeister" von Anne Ameling war für mich ein kleines Überraschungsbuch. Denn ich muss gestehen, die ersten paar Seiten, in denen man den Hirten der Tagholde Faradun kennenlernt, ließen mich zunächst ein wenig irritiert zurück. Ich ahnte nicht, was das für eine fantastische Geschichte werden würde.
Das lag vor allem an der sehr starken Hauptfigur: Lilimott Förster, die als "Große Retterin" die Lichtgeister befreien soll und den Streit zwischen Tagholden und Nachtspinsten schlichten muss, um die ganze Stadt zu retten. Es ist eine sehr magische Geschichte, die allerdings viele Bezüge zu realen Problemen aufweist und in unser ganz normalen Realität verortet sein könnte.
Lilimott ist zuerst so gut wie unsichtbar, will nicht auffallen und bleibt an der Eliteschule für sich, da sie als Kind aus einem ärmeren Viertel nie das Gefühl hat, bei den reichen Kindern dazuzugehören. Doch mit dem Erscheinen der Lichtgeister ändert sich für Lilimott alles. Sie muss schwierige Entscheidungen treffen, ihre eigenen Grenzen überwinden und Vertrauen in andere Menschen, Wesen und sich selbst fassen.
Lilimotts sozialer Hintergrund, als Kind, das in einer Hochhaussiedlung aufwächst, mit einer alleinerziehenden Mutter, die sich mit ihrer harten Arbeit so gerade über Wasser halten kann, kommt immer wieder klar heraus. Vorurteile und Schwierigkeiten, die Menschen in solchen Vierteln begegnen können, werden durch Lilimotts Geschichte für alle Leserinnen und Leser erleb- und nachvollziehbar.
Gleichzeitig entspannt sich eine fantastische Geschichte mit mystischen Wesen. Anne Amelings Schreibstil bringt eine ganz besondere Atmosphäre mit sich und schafft es dabei, alle besonderen Wesen und Geschehnisse vor dem inneren Auge erscheinen zu lassen. Die magischen Elemente der Geschichte sind faszinierend und zeigen gleichzeitig auf, wie wichtig Natur auch in der modernen Welt ist.
Dabei ist es dann schön zu lesen, welche positiven Entwicklungen Lilimott und mit ihr auch die ganze Hochhaussiedlung durchmacht. Wie sich zwischen all den düsteren Entwicklungen in der ganzen Stadt dieser zuvor trübe Ort wandelt. Es sendet die schöne Botschaft, dass die Herkunft eines Menschen nichts über dessen Charakter, Fähigkeiten oder Lebensträume aussagt.
In "Dämmernachtstraum" steckt eine ganz besondere Geschichte, voller Magie und mystischer Wesen, aber auch ganz realer Probleme wie die Zerstörung der Natur oder soziale Konflikte. Die Altersempfehlung ab 10 Jahren passt daher sehr gut. Alle Kinder, die gerne magische Geschichten mit einem Bezug zu realen Problemen lesen, werden das Buch lieben.

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Veröffentlicht am 29.08.2025

Ruhige Dystopie, die zum Nachdenken anregt

1000 und ich. Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht.
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"Vielleicht ist all das hier gar nicht wirklich, vielleicht ist es nur ein Traum." (Kapitel Traum)

Ein Buch, das mich gerade sehr überrascht hat, ist "1000 und ich - Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage ...

"Vielleicht ist all das hier gar nicht wirklich, vielleicht ist es nur ein Traum." (Kapitel Traum)

Ein Buch, das mich gerade sehr überrascht hat, ist "1000 und ich - Zweifle nicht, zögere nicht, hinterfrage nicht." von Yorick Goldwijk.
8 ist der Name der Hauptfigur dieser Geschichte, einer Unbeseelten. Sie lebt jeden Tag das gleiche durchstrukturierte Leben wie alle anderen Mädchen um sie herum, die ihr in Aussehen und Verhalten gleichen sollten. Doch 8 ist anders, denn sie fühlt, denkt, träumt - alles, was sonst für ihresgleichen verboten ist. Sogar Einsamkeit kann sie empfinden. Bis sie ein Mädchen sieht, das ebenso anders erscheint und in ihr Hoffnung und den Wunsch zu fliehen weckt.
Yorick Goldwijks Schreibstil ist meist ruhig und nachdenklich. Es passiert tatsächlich gar nicht so viel und durch die Ich-Perspektive liegt der Fokus sehr stark auf 8 und ihren Gedanken. Ihre Welt erscheint so fremd und unwirklich und vor allem der Umgang mit Abtrünnigen ist erschreckend. Doch ihre Gefühle des Andersseins und des Nicht-dazu-Gehörens sind stark und greifbar.
Beim Lesen der Geschichte hatte ich zunächst an manchen Stellen große Fragezeichen im Kopf: Was ist Traum? Was ist Wirklichkeit? Außerdem kommen tiefgründige Fragen zum Tragen, wenn sich 8 Gedanken über ihre Existenz macht. Wer ist sie? Was unterscheidet sie von anderen? Die Auflösung ist überraschend und klärt einiges auf, stimmt aber nachdenklich und berührt auf eine ganz andere Weise.
"1000 und ich" ist eine langsame und tiefgründige Dystopie für Jugendliche über Individualität, das Wesen des Seins und die Realität. Die Altersempfehlung ab 12 Jahren ist durchaus passend. Mein 13-jähriger Sohn fand das Buch ganz okay, ihm wäre mehr Handlung und Spannung lieber gewesen. Dafür hat ihm aber das Ende und die Auflösung der Geschichte gut gefallen. Für Jugendliche, die gerne ruhigere Geschichten mit philosophischen Fragen lesen und auch zunächst verwirrende Szenen wertschätzen, ist das Buch auf jeden Fall zu empfehlen.

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