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Veröffentlicht am 29.08.2025

Mehr Hexengeschichte als Lovestory

Rewitched
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Manchmal gibt es Bücher, bei denen ich etwas zwiegespalten zurückbleibe. In "Rewitched" von Lucy Jane Wood gab es viele schöne Momente, die ich sehr gerne gelesen habe und die Grundidee der Geschichte ...

Manchmal gibt es Bücher, bei denen ich etwas zwiegespalten zurückbleibe. In "Rewitched" von Lucy Jane Wood gab es viele schöne Momente, die ich sehr gerne gelesen habe und die Grundidee der Geschichte und das herbstliche Setting haben mir wirklich gut gefallen.
Belle führt ein relativ normales Leben. Sie lebt mit einer Katze und ihrer besten Freundin in einer WG, arbeitet in einem süßen Buchladen und hadert damit, ob sie nicht doch das Geschäft hätte übernehmen sollen, da ihr neuer Chef ein richtiges Ekelpaket ist. Dass sie auch eine Hexe ist, verdrängt sie die meiste Zeit und sie nutzt ihre Magie nur für Kleinigkeiten. Doch zu ihrem 30. Geburtstag soll sie sich überraschenderweise einer Hexenprüfung unterziehen. So dreht sich Belles Leben bald größtenteils um die Magie, da Belle diese, obwohl sie sie kaum nutzt, nicht verlieren möchte.
Die Ausgangssituation hat mir, wie gesagt, richtig gut gefallen. Vor allem der Buchladen und die kleinen Zaubereien, die Belle nutzt, um für Kunden die richtigen Bücher zu finden oder in der Kinderbuchabteilung für Ordnung zu sorgen, schaffen eine schöne Atmosphäre. Da der Verlag das Buch mit "Cosy Fantasy Romance" beworben hat, hoffte ich auch auf eine schöne Liebesgeschichte.
Die Romance hat mich in diesem Buch leider jedoch überhaupt nicht erreicht. Zu Beginn dachte ich noch, das könnte schön werden, weil der Typ ein bisschen mysteriös wirkte. Leider ist daraus für mich nichts geworden. Viele Momente zwischen Belle und dem Mann, an dem sie ein Interesse entwickelt, kamen bei mir einfach nicht romantisch rüber. Außerdem verbringen die beiden so wenig Zeit miteinander, dass sich da einfach kaum etwas entwickelt hat. In dieser Hinsicht war das Buch für mich leider enttäuschend.
Dass mich die Romance nicht erreicht hat, ist zwar schade, aber auch Fantasy-Bücher lese ich gerne. Deshalb habe ich versucht, mich beim Lesen mehr auf die Zaubereien und Hexerei zu fokussieren. Der Teil hat mir auch wesentlich besser gefallen. Vor allem in der zweiten Hälfte des Buches, wenn Belle sich auf die Hexenprüfung vorbereitet, gibt es viele schöne Momente und es kommt zum Schluss sogar etwas Spannung auf, mit der ich in einem Cosy Fantasy Roman gar nicht gerechnet habe.
Leider gab es aber auch einen Aspekt, der für mich einfach nicht logisch war. Da einige Figuren des Hexenzirkels ihre Lebensspanne durch das Ablegen des Kesseleids verlängern können, passte für mich die zeitliche Ebene der Geschichte einfach nicht mehr. Vielleicht habe ich etwas nicht richtig verstanden, aber ich bin einfach nicht drüber weggekommen.
Dafür gab es aber einige Charaktere, die mir wirklich sehr gefallen haben. Die Hauptfigur Belle hat ein paar Probleme: Ihr fehlt es teilweise an Selbstbewusstsein, und vor allem glaubt sie nicht an sich selbst. Allerdings macht sie in der Story eine ganz gute Entwicklung durch. Viel besser gefallen haben mir ein paar Nebencharaktere, wie die Mitbewohnerin, Belles Mutter, die Katze oder ein älterer Herr, der etwas später eine wichtige Rolle bekommt. Diese Figuren haben für mich die gemütlichen Momente ausgemacht und mir den Fantasy-Teil versüßt.
Da mich die Liebesgeschichte in "Rewitched" einfach nicht überzeugt hat, würde ich das Buch nicht als Romance empfehlen. Ja, es geht auch um Liebe, aber der Fokus liegt eindeutig auf der (hexischen) Entwicklung von Belle. Wer also auf eine tolle Lovestory hofft, könnte enttäuscht werden. Allen, die einfach Lust auf eine cosy Hexengeschichte haben, kann ich das Buch aber empfehlen.

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Veröffentlicht am 26.08.2025

Lustige Freundschaftsgeschichte mit vielen Tieren zum Vor- oder Selberlesen

Schule mit Juli
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Ich freue mich immer riesig, wenn wir eine neue Kinderbuch-Reihe für uns entdecken, von der es schon ein paar Bände gibt. Mein 8-Jähriger und ich haben gerade "Schule mit Juli" von Petra Eimer gelesen ...

Ich freue mich immer riesig, wenn wir eine neue Kinderbuch-Reihe für uns entdecken, von der es schon ein paar Bände gibt. Mein 8-Jähriger und ich haben gerade "Schule mit Juli" von Petra Eimer gelesen und wir wollen unbedingt mehr von Juli lesen. In diesen sechsten Band kann man problemlos ohne Vorwissen einsteigen, aber Achtung: Er macht Lust auf mehr!
Im Buch wird vorweg erklärt, wie das Pferd Juli zu Paul kam und wer alle anderen Charaktere sind. Man merkt gleich, dass es eine lustige Truppe ist, bei der nicht immer alles nach Plan verläuft. Diesmal muss aber alles gut gehen, denn Max' Versetzung ist gefährdet und seine letzte Chance ist eine sehr gute Präsentation bei der Projektwoche zum Thema "Was wir von Tieren lernen können".
Zum Glück ist Max nicht alleine und kann sich der Unterstützung seiner Freunde Paul und Anna sicher sein. Auch die Pferde Juli und Juno und der Hund Watson helfen natürlich fleißig mit. Dabei entstehen einige sehr lustige Szenen. Mein Sohn und ich haben wirklich viel gelacht und uns über den Verlauf der Geschichte gefreut.
Besonders hervorzuheben sind die ganz tollen Illustrationen der Autorin, die wirklich jede Doppelseite auflockern und witzige, aber auch ernste Momente der Geschichte eindrücklich zeigen. Diesmal habe ich die Geschichte vorgelesen, aber für Kinder ab 8 Jahren ist die Gestaltung des Buches wirklich sehr gut, da die Textmenge durch die Bilder nicht so groß wirkt und beim Betrachten der Bilder immer wieder kleine Lesepausen zur Entspannung eingelegt werden können.
Auch die Story selbst hat uns sehr gut gefallen. Es ist eine tolle Freundschaftsgeschichte, in der sich die Kinder gegenseitig helfen. Es wird aber auch gezeigt, wie Lernen Spaß machen kann und dass es in Ordnung ist, wenn nicht alles so läuft, wie geplant und auch mal Fehler passieren. Außerdem stehen natürlich die Tiere ganz groß im Fokus. Sie bringen Ruhe, wenn die Kinder aufgeregt sind und unterstützen sie. Dafür müssen aber auch die Kinder gut auf die Tiere und ihre Signale achten.
Für Kinder ab 8 Jahren ist es eine sehr schöne Freundschaftsgeschichte mit vielen Tieren, die sie meist schon ganz alleine lesen können. Aber auch für jüngere Grundschulkinder ist dieser Juli-Band beim Vorlesen toll, denn es zeigt, wie Schule Spaß machen kann und wie wichtig und schön es ist, Freunden zu helfen.

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Veröffentlicht am 11.08.2025

Faszinierende Dystopie mit virtuellen Welten

Cryptos
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„Cryptos“ von Ursula Poznanski stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste. Jetzt im Urlaub bin ich endlich dazu gekommen, das Buch zu lesen.
Jana ist Designerin alternativer, virtueller Welten, in denen ...

„Cryptos“ von Ursula Poznanski stand schon eine Weile auf meiner Wunschliste. Jetzt im Urlaub bin ich endlich dazu gekommen, das Buch zu lesen.
Jana ist Designerin alternativer, virtueller Welten, in denen die Menschen Zuflucht vor der harten Realität finden. Die meisten Menschen verbringen nur wenige verpflichtende Minuten in der echten Welt, denn die ist durch Klimakatastrophen weitgehend zerstört. Jana erschafft friedliche Welten, doch als es in einer ihrer Welten zu immer mehr Ausfällen kommt und ein echter Mord passiert, muss sie herausfinden, was dahinter steckt.
Ich war direkt total fasziniert von der Idee, die in dem Buch steckt: alternative, virtuelle Welten - mal Fantasy, mal historisch, paradiesisch oder wie die Hölle. Die Umsetzung ist fantastisch, denn jede Welt, die Jana betritt, ist total greifbar. Obwohl sie manche Orte nur ganz kurz aufsucht, war alles ganz klar vor meinen Augen.
Der Plot ist - wie bei der Autorin nicht anders zu erwarten - spannungsvoll, temporeich, mit interessanten Wendungen. Ich konnte das Buch nicht weglegen.
Auch die Charaktere sind super angelegt. Jana, anfangs noch etwas naiv dem System gegenüber, wird immer stärker und mutiger, beginnt zu hinterfragen und stellt sich natürlich auf die richtige Seite. Ihre Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind größtenteils eher Randfiguren, aber dennoch interessant.
Ich bin wirklich froh, dieses Buch endlich gelesen zu haben und werde mir auf jeden Fall noch einmal die anderen Bücher von Ursula Poznanski, die ich noch nicht kenne, anschauen. Bisher hat sie mich immer begeistert. Wer also Lust auf eine gut durchdachte Dystopie mit Bezügen zu virtuellen Welten und Gesellschaftskritik hat, sollte „Cryptos“ unbedingt lesen.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Süße Sommer-Liebesgeschichte

The summer we kissed
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„The Summer We Kissed“ von Eva Des Lauriers stand schon einige Zeit auf meiner Wunschliste und als ich es in der Stadtbücherei entdeckt habe, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Es ist eine süße Highschool-Geschichte, ...

„The Summer We Kissed“ von Eva Des Lauriers stand schon einige Zeit auf meiner Wunschliste und als ich es in der Stadtbücherei entdeckt habe, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Es ist eine süße Highschool-Geschichte, die mich manchmal an meine eigene Jugend erinnert hat.

Natalia und Ethan waren lange beste Freunde. Doch nach einem Kuss in der Prom-Nacht ist nichts mehr wie es war. Die beiden gehen sich den ganzen Sommer über aus dem Weg. Erst beim Senior Sunrise treffen sich Natalia und Ethan wieder. Dort verfassen alle zukünftigen Seniors ganz persönliche Briefe an sich selbst, in denen sie schreiben sollen, was sie tun würden, wenn sie mutig wären. Doch einige der Briefe werden vom Wind verweht und Ethan und Natalia tun sich zusammen, um sie wieder einzusammeln.

Natürlich hätte ich den beiden am liebsten immer wieder zugerufen: Redet einfach miteinander. Aber es sind Teenager; ehrlich sein und wirklich reden, kann da verdammt schwierig sein, daran kann ich mich noch allzu gut erinnern. Außerdem würde dann nicht eine so schöne Sommerliebesgeschichte entstehen.

So gibt es viele Missverständnisse zwischen den beiden, die immer wieder dazu führen, dass sich Ethan und Natalia voneinander entfernen. Aber irgendwie werden sie doch auch wieder zueinander geführt und es gibt so viele schöne Momente zwischen den beiden, mit Erinnerungen an die Vergangenheit, Ehrlichkeit und Mut, zu sich selbst zu stehen.

Auch das Highschool-Setting der Geschichte hat mir gefallen. Natürlich werden hier ein paar äußerliche Klischees bedient, aber viele der Figuren sind dann doch vielschichtiger als man zunächst annehmen könnte. Klar ist die Geschichte ein wenig kitschig, aber genau das hat mir ganz gut gefallen.

„The Summer We Kissed“ hinterlässt einfach ein positives Gefühl, denn es zeigt, wie wichtig Freundschaft neben Liebe ist. Empfehlung für alle Jugendlichen ab 14 Jahren und all jene, die sich gern an ihre Jugendzeit erinnern.

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Veröffentlicht am 09.08.2025

Schöne Geschichte für das Herz zum Vorlesen

Thua und ihr Elefant
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Manchmal sind es ganz unscheinbare Bücher, die meinen Kindern und mir besonders gut gefallen. Diesmal war es die Geschichte „Thua und ihr Elefant“ von Randal P. Harris, die uns richtig gut gefallen hat.

Thua ...

Manchmal sind es ganz unscheinbare Bücher, die meinen Kindern und mir besonders gut gefallen. Diesmal war es die Geschichte „Thua und ihr Elefant“ von Randal P. Harris, die uns richtig gut gefallen hat.

Thua ist ein junges Mädchen, das beobachtet, wie zwei Männer einen Elefanten quälen und gleichzeitig auch noch gemein zu armen Menschen sind. Kurzerhand beschließt sie, den Elefanten zu befreien. So beginnt eine kleine Reise durch Chiang Mai und die Umgebung, bei dem Thua und ihr Elefant auf viele verschiedene Menschen trifft, die ihnen meist helfen.

Es gibt viele witzige Szenen, wenn Thua und ihr Elefant vor den beiden Männern abhauen, aber auch bewegende und spannende Momente. Durch einige thailändische Aussprüche und Szenen, in denen die thailändische Kultur eine Rolle spielt, spürt man beim Lesen sehr gut, dass die Geschichte in einem anderen Land spielt. Das hat uns wirklich sehr gefallen.

Die Geschichte spricht auch durchaus ernste Themen wie die Situation von Elefanten in Thailand oder arme Kinder und Schulbildung an. Dabei bleibt es allerdings kindgerecht, sodass man das Buch sehr gut auch schon jüngeren Kindern im Grundschulalter vorlesen kann.

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