Profilbild von LizzyCurse

LizzyCurse

Lesejury Star
offline

LizzyCurse ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit LizzyCurse über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.05.2021

Rom in den swinging Sixties? Ja, bitte

Imperator
0


Rom in den Swinging Sixties: Die Zutaten - Paparazzi, Paläste, Morde, garniert mit ein paar verrückten Imperatoren und einer gehörigen Portion Mystik.

Anna Savareses Mutter wurde vor einem Jahr in Rom ...


Rom in den Swinging Sixties: Die Zutaten - Paparazzi, Paläste, Morde, garniert mit ein paar verrückten Imperatoren und einer gehörigen Portion Mystik.

Anna Savareses Mutter wurde vor einem Jahr in Rom ermordet. Der Tatverdächtige war ihr Vater. Doch Anna zweifelt: war er es wirklich? Sie geht auf Spurensuche in Rom und gerät dabei in die Paparazziszene, Morde geschehen. Die Suche nach der Wahrheit führt Anna und den jungen Fotografen Spartaco durch Filmstudios, Paläste, verruchte Bars und verlassene Villen. Gleichzeitig versucht der Privatdetektiv Gennaro Palladino den Tod eines wahnsinnigen Malers aufzuklären. Alle drei geraten dabei in einen Strudel der Macht, den sie nicht mehr kontrollieren können. Denn die Imperatoren planen einen Umsturz.

Ich kenne (und liebe!) die erste Staffel des Hörbuches, welches „Imperator“ zugrunde liegt. Ich bin unheimlich froh, dass Kai Meyer entschieden hat, zum Hörbuch auch noch einen Roman zu machen. Er hat das Material zudem in fähige Hände gegeben: Lisanne Surborg war ein bis dato mir unbekannter Name. Ich bin froh, dass sie meinen Buchpfad jetzt gekreuzt hat. Denn sie hat das Hörbuchskript von Kai Meyer in das passende Gewand der 60er Jahre gekleidet, ohne ausschweifend zu werden oder sich in Details zu verlieren. Ich konnte mir die Straßen und Gassen Roms, die alten Villen und die Via Veneto vor mir sehen. Ich war mit Anna und Spartaco unterwegs!

Anna gefiel mir von Anfang an sehr gut. Abklärt und tough, immer mit der Kamera bewaffnet und auf der Suche nach guten Bildern und der Wahrheit. Sie erschien mir aber auch nicht zu hart, nicht zu unnahbar. Sie hatte Angst, zeigte Unsicherheit unter ihrer Fassade. Gerade durch diese Mischung sammelte sie bei mir einige Pluspunkte. Spartaco ist der reiche Sprössling, der sich den kommunistischen Ideen verschrieben hat, jedenfalls scheint er anfänglich so. Er ist ein kleiner Rebell, der sich Nachts auf die Jagd nach ungeschönten Fotos der Stars und Sternchen macht. Dadrum geht es nämlich im Kern. Um die verruchte Welt der High Society, um die brüchige Fassade des scheinbar so glamourösen Filmgeschäfts damals und darum, dass einige mit dem Staatswesen so gar nicht zufrieden waren. Das machen sich finstere Mächte zunutze. Und das zusammen genommen ergibt eine hochspannende Mischung.

Ich wurde in das Buch reingesogen. Von Anfang an legt „Imperator“ ein schnelles Tempo vor, ohne seine Figuren zu vernachlässigen. Das Tempo macht Spaß. Ich war bei den Ermittlungen von Anna dabei. War dabei wie sie den Schleier immer weiter zur Seite zog und mir einen Blick dahinter ermöglichte. Im Vergleich zum Hörspiel empfand ich diese investigativen Vibes sogar noch ein bisschen stärker.

Zum Ende hin musste ich mich anschnallen. Spannung und Geschwindigkeit zogen noch einmal merklich an, ohne mich jedoch aus dem Wagen zu schmeißen, sprich mich zu verlieren. Emotional war ich immer dabei. Ich empfand es zudem als clever, nicht jedes Geheimnis zu erklären. Für mich war es bei diesem Format überhaupt nicht störend. Es hat viel eher das Mystische des Romans betont. Manche Rätsel sollten ungelöst bleiben, damit der Trick nicht zu offensichtlich wird.

Fazit? Imperator macht einfach Laune und besticht nicht zuletzt durch das ungewöhnliche Rom-Paparazzi-Setting. Jedem, der Spannung und Nervenkitzel gepaart mit coolen Charakteren sucht, kann ich den Roman ans Herz legen.

Imperator ist der erste Band einer auf drei Bücher angelegten Reihe. Der nächste Band soll 2022 erscheinen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.03.2021

Besonders!

Das Flüstern der Bienen
0

Melancholisch, hoffnungsvoll, traurig, süß und witzig und voller kleiner und großer Wunder – ich glaube, es ist zu sehen, wie tief ich mit diesem Buch mitgefühlt habe und wie stark der Protagonist mein ...

Melancholisch, hoffnungsvoll, traurig, süß und witzig und voller kleiner und großer Wunder – ich glaube, es ist zu sehen, wie tief ich mit diesem Buch mitgefühlt habe und wie stark der Protagonist mein Herz berührt hat. Denn das hat er – das hat er wirklich.



Der Roman ist eine Erinnerung – und diese Erzählstruktur bringt es mit sich, dass eben nicht schön und entspannt nach der Reihe erzählt wird. Der Leser springt im Leben des eigentlichen Protagonisten und der Erinnerung von ihm an Erzählungen an die Zeit davor hin und her und verliert trotzdem nicht den roten Faden, der sich klar mit Simonopio und seinen Bienen und seiner Gabe der Voraussicht durch das gesamte Buch zieht – das ist eine Gabe, die die Autorin so gut einzusetzen weiß und die neben anderen Dingen das Buch für mich zu einem kleinen Juwel macht. Ihr Schreibstil liest sich so flüssig und samtig wie guter Honig, und sie versteht es, den Leser zu fesseln und um den Finger zu wickeln.



Das Buch spielt Anfang des 20. Jahrhunderts in Mexiko – Simonopio wird als Baby von einer Nana gefunden, über und über mit Bienen bedeckt. Er geht eine Symbiose mit ihnen ein, die im Buch nicht näher erläutert wird, die die Figuren mit anfänglichem Entsetzen, später mit zunehmendem Gleichmut hinnehmen. Gerade weil es nicht näher erläutert wird, hat das Buch für mich eine mystische Komponente und die Bienen werden spielend zu einem wichtigen Teil der Geschichte wie die menschlichen Figuren.



Was hat mich nun so fasziniert? Es ist unglaublich schwer zu beschreiben: Simonopio und die Figuren um ihn herum, besonders der kleine Sohn des Hacienda-Besitzers Francisco, strahlten so viel Wärme und Lebensfreude aus, sie wirkten echt und real und mussten auf hartem oder leichtem Weg die Lektionen des Lebens lernen. Ich habe ihre Angst, ihre Trauer, ihre unbändige Lebensfreude und die feinen Misstöne des Zusammenlebens gespürt und die Dramatik, die das Leben manchmal schreibt, am heftig klopfenden Herzen gefühlt. Es war einfach so berührend, es fällt mir unglaublich schwer, es in andere Worte zu kleiden. Das Buch hält so viele Wahrheiten bereit, erhebt aber nicht den mahnenden Finger, nein, so nicht. Mir kamen Gedanken in den Sinn, die nur zwischen den Zeilen stehen: Gedanken über Vergebung, Freundschaft, Abschied, Verlust und lose Fäden, die am Ende wieder verknüpft werden.



Sofia Segovia hat für mich ein tolles Setting erschaffen, ich fühlte mich zuhause auf der Hacienda zwischen den Orangenbäumen und Zuckerrohrfeldern, in der sengenden Hitze und dem Geruch nach Honig. Und das ist das wichtigste.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.02.2021

Fantastischer Auftakt mit viel schwarzem Humor

Tinte & Siegel
0

Tinte und Siegel von Kevin Hearn

(Rezensionsexemplar)

Es ist aber auch Pech, dass alle Schüler von Al MacBharrais über kurz oder lang das zeitliche segnet. Mögen die Umstände auch noch so banal sein ...

Tinte und Siegel von Kevin Hearn

(Rezensionsexemplar)

Es ist aber auch Pech, dass alle Schüler von Al MacBharrais über kurz oder lang das zeitliche segnet. Mögen die Umstände auch noch so banal sein – das ist schlecht für den Ruf. Gesegnet mit einem formvollendeten Schnurrbart und einem Händchen für Magie arbeitet Al als Siegelmagier in Schottland. Mit Tinte und Siegeln bemüht er sich, uns vor den magischen Wesen zu bewahren, insbesondere vor Feenwesen, die alles andere als nett sind. Zu allem Übel ist Al verflucht – jeder, mit dem er spricht, verspürt über anstatt ein wenig Sympathie einen unbändigen Zorn auf ihn – was ihn dazu zwingt, sich mit einer Sprach-App verständlich machen zu müssen.

Okey, das war mein erster Ausflug in die Welt des Eisernen Druiden – Denn dieser erste Band ist ein Ableger der Reihe „Der Eiserne Druide“ (was ich erst später festgestellt habe, aber der Lesefreude keinen Abbruch beschert).

Ich wusste nicht, auf was ich mich einlassen – und gerade diese unerwartete Achterbahnfahrt hat für so viel Nervenkitzel und plötzliche Auflacher gesorgt, dass ich sie nicht mehr zählen kann.
Al – scheinbar ein eleganter Herr in den Sechzigern und Besitzer einer Druckerei – mischt in Wahrheit Tinte an, sammelt Ingredienzien und zeichnet Siegel, um Feenwesen zu jagen, die unerlaubt aus dem Feenreich übergewechselt sind – dabei stößt er auf die Fährte eines florierenden Feenwesenhandels und auf einen Hobbgoblin, den ich am Ende extrem ins Herz geschlossen habe. Buck ist kein niedliches Feenwesen – er ist frech, vorlaut, unflätig, hat keinerlei Benehmen und fordert Al, der ihn notgedrungen in seine Dienste nimmt, immer wieder verbal heraus – und sorgt so für jede Menge Chaos, Spaß und herrlich viel Unordnung. Allein die Gespräche zwischen Al und dem Hobb sind so witzig und sarkastisch, dass ich manchmal einfach nur laut rausprusten musste. Ich mochte das Gespann sehr!

Erzählt wird aus Al’s Perspektive – und wie er die Welt sieht – abgeklärt, mit einer Prise Sarkasmus und eingeschliffenen Gewohnheiten – ist er eine Figur, die mir ans Herz gewachsen ist. Seine Schicksalsschläge und Begegnungen sorgen für die nötige Charaktertiefe, damit ich ihm gern in sein Abenteuer folgte und mit ihm mitfieberte.

Ich gebe es zu – Anfangs hatte ich so meine kleineren Differenzen mit dem Schreibstil: Der Autor setzt eher auf Dialoge – so kann es auch schon mal passieren, dass man die erzählende Schreibe Seitenweise kaum zu Gesicht bekommt. Das war für mich zum Teil anstrengend, da ich ständig das Gefühl hatte, das Spotlight sei nur auf die gerade erzählenden Personen gerichtet, ich aber auch gerne etwas von der Umgebung mitbekommen hätte – doch ich war ein paar Seiten später schon wieder im Sattel.

Ich wurde total überrascht von dem Buch, vom Setting und von den herrlich zum Teil kurios und außergewöhnlich gezeichneten Figuren. Ich hätte am liebsten auch so einen frechen Hobbgoblin zum Freund, der mir das Leben gründlich durcheinanderwirbelt. In diesem Sinne vergebe ich gerne 4,5 Sterne und werde mich mal dem Eisernen Druiden zuwenden, solange ich auf den zweiten Tinte-und -Siegel-Band warte.

tinteundsiegel

inkandseal

kevinhearne

hobbitpresse

bücherliebe

büchersüchtig

bookaddict

booksofinstagram

booksofinstagramgermany

booklove

urbanfantasy

scottland @hobbitpresse


  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2021

Tolle Verqickung von Magie und Mechanik

Diebe der Nacht
0

Diebe der Nacht von Thilo Corzilius

Die Herbstgänger scheinen eine Truppe fahrender Schauspieler zu sein, das einzige Kuriosum an ihnen ihr mechanisches Theater, mit dem sie von Stadt zu Stadt ziehen ...

Diebe der Nacht von Thilo Corzilius

Die Herbstgänger scheinen eine Truppe fahrender Schauspieler zu sein, das einzige Kuriosum an ihnen ihr mechanisches Theater, mit dem sie von Stadt zu Stadt ziehen und die Menschen unterhalten. Doch in Wahrheit sind sie eine Diebesbande: „Wenn wir nur dreist genug sind, stehlen wir die gesamte Ruhende Welt“ ist ihr Motto. Doch Talmos, der Anführer der Herbstgänger, holen seine Altlasten ein und bringen den Rest der Truppe in höchste Gefahr. Es wird Zeit für ihren größten Coup.

„Mit einem Kuss auf die Stirn und einem Gebet auf den Lippen“ schafft diese zusammengewürfelte Truppe Dinge, an die der Leser nicht im Entferntesten denkt. Das hat mir schon auf den ersten paar Seiten imponiert. Sie halten zusammen, sind nicht auf den Mund gefallen, sind mutig und frech.

Glin, der junge Dieb und Talmos’ Mündel ist der Protagonist der Geschichte. In seine Gefühls- und Gedankenwelt erhält der Leser während des Buches den größten Einblick, und er gerät trotz seiner Schläue immer wieder in brenzlige Situationen und macht Fehler, die ihn menschlich und greifbarer scheinen lassen. Zum Glück. Jeder Mensch hat Fehler, und dem Plot aus seinen Augen zu folgen hat mir wirklich Spaß gemacht. Ich hätte jedoch gern mehr Charakterbuilding auch abseits des Protagonisten gehabt. Thilo Corzilius ist nicht zimperlich was seine Figuren betrifft, was ich eigentlich begrüße, wenn es in die Story passt. Aber hier hatte ich das Gefühl, die Charaktere kaum kennen gelernt zu haben, bevor sie sich von der Bühne verabschiedet haben.
Der Antagonist ist dem Autor jedoch richtig gut gelungen. Seine Handlungen haben ihn zu einer Figur gemacht, die ich so richtig schön hassen konnte, die jedoch auch einen Background und somit die Plastizität hatte. Die anderen Charaktere hat man hauptsächlich durch Rückblenden kennen gelernt.

Die Ruhende Welt und vor allen Dingen die Stadt Mosmerano glänzen durch ihr italienisches Flair. Ein Labyrinth aus Masken und Lichter und dunklen Glamour, so kam es mir jedenfalls vor. Schade nur, dass die Welt und die Orte nur angerissen wurden, da der Umfang des Buches nicht mehr Platz geboten hat, um die Welt genauer zu erkunden. So kam mir der Plot bisweilen gehetzt vor. Ich wäre gern noch länger an manchen Locations geblieben und hätte sie auf mich wirken lassen.

Die Spannungskurve steigert sich im Verlauf des Buches, spätestens ab der Mitte waren auch meine Gedanken vom Wunsch nach einem bestimmten Gut beseelt und ich fieberte mit Glin und seiner Truppe. Ab da war ich mehr in der Geschichte gefangen.

Die Verquickung von Mechanik und Magie ist Thilo wirklich gut gelungen. Ohne große Erläuterungen lässt er seine Leser einfach erleben, was eine chemistische Lampe ist oder wie das mechanische Theater funktioniert. Dass Magie und Mechanik nicht nur nebeneinander, sondern miteinander funktionieren, war an diesem Buch wirklich außergewöhnlich gut gelöst und hat bei mir für viel Staunen gesorgt. Mein Liebling war übrigens Schönheit, eine wunderbare intelligente mechanische Grille - ich mag auch so eine auf meiner Schulter sitzen haben!

Trotzdem bleibt ein Wermutstropfen. Ich hatte das ganze Buch über das Gefühl, als wäre die Welt riesengroß, die Stadt fantastischer, als es die Seiten eigentlich vermuten lassen und die Figuren tiefer, als sie mir aus den Seiten entgegen lächeln. Oft blieb die Welt nämlich pastellartig blass. Ich konnte sie sehen, aber nicht richtig greifen. Der letzte Funken fehlte, was mich während der Lektüre ein bisschen geärgert hat. Im Endeffekt hätten dem Roman „Diebe der Nacht“ 150 Seiten mehr gut getan.

Fazit? Ein toller Ganovenroman, mit einem Schauspieler, der mehr drauf hat als nur Taschenspielertricks. Ich mochte das Buch wirklich trotz der Kritik, aber für mich hat der letzte Funken gefehlt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.01.2021

Tolles Debüt, das mit überzeugenden Figuren aufwartet

Feuer & Schatten
0

Zens Welt gerät aus den Fugen, als er ein nächtliches Gespräch in der Feuergilde, seiner Heimat seit vielen Zyklen, belauscht. Er muss fliehen, verfolgt von Häschern, die seinen Tod wollen. Plötzlich kämpft ...

Zens Welt gerät aus den Fugen, als er ein nächtliches Gespräch in der Feuergilde, seiner Heimat seit vielen Zyklen, belauscht. Er muss fliehen, verfolgt von Häschern, die seinen Tod wollen. Plötzlich kämpft er nicht mehr nur gegen seine Feinde und um sein eigenes Leben, sondern auch um das Leben seiner Freunde und um das Schicksal eines ganzes Reiches.


Empfohlen wurde mir dieses Schmuckstück von Laurasgardenof_books. Du weißt nicht wie dankbar ich dir bin ;) Mit „Feuer und Schatten“ liefert Kai Herrdum sein Debüt ab - und was für eins. Das Debüt-Label habe ich „Feuer und Schatten“ auf keiner Seite angemerkt. Kai muss den ersten Band der „Andral Chroniken“ nicht vor anderen großen deutschen Fantasyplayern verstecken.

Er hat mich schon mit seinem Prolog gepackt - das stilistische Mittel, das er nutzt um dem Prolog einen Rahmen zu geben, hat mich erstaunt und gepackt. Er zeigt schon zu Beginn, dass er mit der Sprache spielen kann, dass sie ihm gehorcht - und dieses hohe sprachliche Level behält er über die gesamten 560 Seiten bei.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt: Da hätten wir Zen, den Lehrling der Feuergilde, der kurz vor seiner Prüfung steht. Seido, ein Magier der Wassergilde, der nach Anerkennung strebt und große Ziele vor Augen hat und schließlich Thoran Leinenhand, Wachhauptmann, Vater und Freund, und den Überlebenden, Taubenfreund und Stadtstreicher: Ihre Wege überkreuzen sich, das ist wahr, aber keiner der Protagonisten ist nur Mittel zum Zweck um die Handlung voran zu bringen. Ich habe sie alle lieb gewonnen und fieberte mit ihnen. Mein Herz klopfte und ich hoffte und bangte (ja, selbst um die Taube!).

Die Geschichte stellte sich als überraschend erwachsen heraus. Alle Protagonisten sind „angekommen“, haben zu Anfang ein Ziel vor Augen und einen klaren Blick auf die Welt. Genau das, was ich bei manch anderen Büchern vermisse. Keine Sorge, die Figuren geraten in genügend Schwierigkeiten für drei Leben ;) Das Beziehungsgeflecht der Figuren war dementsprechend nicht mit einer rosaroten Brille versehen.

Kais Stil und die Figuren haben mich durch das Buch getragen. Durch düstere Gänge und dichte Wälder, an den Rand großer Seen und durch enge Gassen und durch viele spannende Szenen. Der Autor sorgte dafür, dass ich oft atemlos an den Seiten klebte, fluchte und an den Nägeln knabberte.

Was bleibt mir zu sagen, außer dass ich vom zweiten Band, der im Mai erscheinen soll, viel erwarte und viele Fragen an das Buch habe. Habe ich mich in das Buch verliebt? Ja! <3

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere