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Veröffentlicht am 17.06.2019

Und ein ungutes Gefühl bleibt ...

Dry
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Dry von Neal Shusterman

Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr. Könnt ihr euch das vorstellen? Ich jedenfalls nicht. Ein paar Tage lang, nach der Lektüre dieses Buches, sah ich den ...

Dry von Neal Shusterman

Kein Wasser. Nicht heute. Nicht morgen. Vielleicht nie mehr. Könnt ihr euch das vorstellen? Ich jedenfalls nicht. Ein paar Tage lang, nach der Lektüre dieses Buches, sah ich den Wasserstrahl, der aus dem Hahn klar und reichlich sprudelte, mit anderen Augen – bis sich die Gewöhnung einstellte. Es ist nur ein Buch, der Grundplot vorstellbar, ein paar Mal umgesetzt in Literatur und abendfüllenden Fernsehformaten – aber ein wenig ungutes Gefühl wird von nun an für immer bleiben.

Als Alyssa den Hahn aufdreht, kommt plötzlich kein Wasser mehr. Die Behörden geben durch, dass die Bevölkerung Ruhe bewahren soll. Sie arbeiteten an einer Lösung des Problems. Keine Panik. Jede Familie hat seine eigene Art und Weise mit dem Problem umzugehen. Keltons ist im Überlebensmodus – schließlich ist sie für den Zusammenbruch bestens gerüstet. Und Kelton ist hinzukommend noch verknallt in Alyssa, dessen Hilfe sie wohl oder Übel benötigt, als ihre Eltern verschwinden und sie sich um ihren kleinen Bruder kümmern muss.

Ich kenne Neal Shusterman von dystopischen Reihen ebenso wie realistischen Büchern. Er ist vielfältig und richtig gut in den Büchern, die ich bisher von ihm gelesen habe. Trotzdem zögerte ich bei Dry ein wenig, da mir der Plot bekannt vorkam. Ich habe mich für das Buch entschieden und es keine Sekunde bereut.

Man kann von Sekunde eins mit den Charakteren mitfühlen. Ich war seit dem „Tap – Out“an Alyssas und Keltons Seite, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Gerade weil Shusterman seine beiden Hauptdarsteller so differenziert voneinander vorgestellt hat, war ich für beide erst mal Feuer und Flamme. Dieses Feuer begleitete mich auf den gresamten restlichen Seiten. Das hat Shusterman wirklich gut hinbekommen. Später – im Verlauf des Buches – werden andere Charaktere mit anderen Zielen eingeführt und gestalten den Roman spannender. Als ob er nicht schon spannend genug wäre!

Action kommt in diesem Buch wahrlich nicht zu kurz. Shusterman beschreibt rasante Szenen und Auseinandersetzungen so, dass ich mich wirklich mittendrin fühlte. Es war ein wahres Leseerlebnis. Allein die Titel der einzelnen Kapitel gibt dir das Gefühl, dass schon viel zu viel Zeit vergangen ist und dass die Charaktere endlich auf Wasser treffen müssen. Sonst – dir zerrinnt die Zeit zwischen den Fingern – du versuchst zurückzurechnen – wann haben sie das letzte Mal etwas getrunken? So geht es das ganze Buch lang – und ich bin jedenfalls durch das Buch geprescht, da ich unbedingt wissen musste, wer lebt und wer stirbt.

Alles in allem ein Buch mit einem bekannten Plot. Nimm der Gesellschaft ein Grundbedürfnis und die Zivilisation bricht von einem Tag auf den anderen zusammen. Doch die Geschichte, die er darum strickt und aufregend und unglaublich griffig. Ich habe dieses Buch wirklich genossen. Aus diesem Grund vergebe ich wohlverdiente fünf Sterne.

Veröffentlicht am 04.06.2019

In wilder Hoffnung

Elias & Laia - In den Fängen der Finsternis
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Elias und Laia – In den Fängen der Finsternis von Sabaa Tahir

Imperator Marcus überzieht das Land mit Krieg und Blut, während sein Blutgreif versucht, die Unschuldigen zu schützen und gleichzeitig ihre ...

Elias und Laia – In den Fängen der Finsternis von Sabaa Tahir

Imperator Marcus überzieht das Land mit Krieg und Blut, während sein Blutgreif versucht, die Unschuldigen zu schützen und gleichzeitig ihre Schwester – das letzte lebende Mitglied ihrer Familie und Ehefrau des Imperators vor Schaden zu bewahren. Wägrendessen versuchen Laia und ihr Bruder, den Nachtbringer aufzuhalten. Eines wird ihr dabei klar. Auf Elias kann sie sich immer weniger verlassen, denn er ist nun an die Zwischenstatt – das Geisterreich – als Seelenfänger gebunden.

Das vorliegende Buch ist der dritte Band der Reihe um Elias und Laia. Ich empfehle die vorherige Lektüre der ersten beiden Bände unbedingt (euch entgeht sonst etwas ;) ), da man dann die Zusammenhänge besser versteht als wenn das Buch allein steht. Es werden noch mehr Bände folgen.
Ich bin mit ziemlich hohen Erwartungen an dieses Buch herangegangen, da ich die beiden Vorgänger ziemlich intensiv gelesen und wirklich genossen habe. Ich habe mitgefiebert und war vollkommen begeistert, als im zweiten Band neue Perspektiven eingeführt wurden. Zum Glück hat Tahir diese gesplittete Erzählweise auch für diesen Band beibehalten.

Ich empfand den Einstieg als eher getragen, nicht sehr rasant. Aber ich musste mich auch erst wieder in der Welt und in den Köpfen der einzelnen Figuren zurecht finden. Es dauerte ein paar Seiten, ehe ich die Puzzlestücke wieder zusammengefügt hatte. Die Lektüre des letzten Bandes ist nun doch schon einige Zeit her.
Die Handlung wurde im Großen und Ganzen aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt. Laia, Elias und Helena – wobei ich Helenas Perspektive wirklich am faszinierendsten fand, allein schon weil sie so zerrissen zwischen dem Wohl ihrer Schwester und dem Wohl des Volkes – wunderbar in den ersten Bänden aufgebaut, zeigt Helena in diesem Band, was sie drauf hat. Go Helena! Ich mochte sie wirklich. Im Gegensatz zu ihr blieb Laia beinahe ein bisschen blass in ihrem Kampf gegen den Nachtbringer. Jedenfalls in der ersten Hälfte des Buches. Auch ihr Bruder blieb ein bisschen ab vom Schuss. Ich hoffe, er kommt im nächsten Band wirklich zum Tragen, bekommt eine größere Rolle. Aber in der zweiten Hälfte des Buches trat auch sie mehr in den Vordergrund und traf einige Entscheidungen, die die Geschichte voran bringen. Auch eine mehr oder weniger überraschende Wende in ihrem Plot ließ mich an den Seiten kleben ;)
Elias veränderte im Laufe des Buches seine Ziele, was ich nun wieder unglaublich stark fand. Weg von den Menschlichen, kleinen Zielen hin zu den Höheren. Dabei musste er natürlich einiges aus der Welt der Sterblichen aufgeben – ziemlich gut gemacht.
Die Spannung baute sich in diesem Band nur langsam auf. Wie gesagt, der Anfang wirkte ein wenig getragen und slow, war jedoch steigerungsfähig – und mündete dann mit dem Zusammenlaufen der POVs in einem wirklich explosiven Finale. Da kam ich gänzlich auf meine Kosten. Toll gemacht!

Alles in allem habe ich diesen Band – im Englischen „A Reaper at the gate“ – genauso genossen wie die vorherigen. Ich habe mitgelitten, mitgelacht und mitgegrinst – aber ganz so stark wie die ersten Bände war der Dritte nicht. Deshalb vergebe ich 4,5 Sterne – in wilder Hoffnung auf den nächsten Band.

Veröffentlicht am 02.06.2019

Gute Ansätze

Die Töchter von Ilian
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Jenny-Mai Nuyen – Die Töchter von Illian

Ein Becher, eine Flöte, ein Spiegel und eine Sternenscheibe. Die Vier magischen Artefakte bestimmen das Schicksal einer ganzen Welt. Werden sie verschenkt, steigert ...

Jenny-Mai Nuyen – Die Töchter von Illian

Ein Becher, eine Flöte, ein Spiegel und eine Sternenscheibe. Die Vier magischen Artefakte bestimmen das Schicksal einer ganzen Welt. Werden sie verschenkt, steigert das ihre Macht. Werden sie behalten, schwächt die Macht ab. Doch die Artefakte sind verschollen. Die junge Zwergin Walgreta, die von den weisen Frauen abgelehnt wurde, und der Elf Fayanu wollen diese Artefakte nun wieder entdecken und begeben sich aus dem Grund gemeinsam auf die Suche.

Das vorliegende Buch ist ein Einzelband aus der Feder von Jenny-Mai Nuyen. Ich kenne ihre Bücher nun schon seit vielen Jahren und habe jedes mit Genuss gelesen. Aus diesem Grund war mein Anspruch an diesen Roman – ihr erster bei Fischer-Tor – besonders hoch.
Die ersten Seiten versprachen ein grandioses Leseerlebnis – voller Magie und tiefen Charakteren, die zu begeistern wissen. Ich liebe Jennys feingliedrige Sprache, mit der sie Welten um den Leser webt, wie ein Spinnennetz. Ich war von den ersten Kapiteln vollkommen gefangen, erzählt sie doch wundervoll farbenprächtig von Walgreta und ihrer Rückreise zu den Zwergen.
Dass sich hinter Walgreta eine vielschichtige Persönlichkeit verbirgt, erfährt der Leser erst ein wenig später. Sie muss sich erst entblättern, was ich persönlich ziemlich gut finde. Walgreta ist ein Charakter, den man nicht unbedingt lieben muss. Sie hat recht egoistische Motive, die dennoch verständlich sind – jedenfalls zu Beginn bin ich ihrem Weg gern gefolgt.
Durch den Elf Fayanu kommt der Love-Interesst von Walgreta ins Spiel. Fayanu hat schon eine durchaus Romanfüllende Vergangenheit hinter sich und ist dadurch gezeichnet – und hat dadurch auch nicht unbedingt die berste Meinung von seiner Rasse. Durch die heftige Liebesgeschichte, die sich zwischen Fayanu und Walgreta entspinnt, haben beide auch einen „Grund“ nach den Artefakten zu suchen. Jedoch sind beide bei ihrem Aufbruch noch recht naiv und unwissend. Der mir liebste Charakter war übrigens die Gans „Fledermaus“ – ich fand ihre sarkastischen gackernden Einwürfe so herrlich – ich wünschte, sie hätte in der Geschichte eine tragendere Rolle gespielt.
Wie es sich für ein High-Fantasy-Buch gehört, wurde eine große Welt entworfen. Einige Orte davon bereist und viele Schlachten geschlagen. Moment mal – gehört? Nun ja, da kann man geteilter Meinung sein. Ich zumindest hätte mich durchaus damit begnügt, tiefer in die unterschiedlichen Rassen einzutauchen und Walgreta und Fayanu auf ihrer Reise zu begleiten und den Gefahren zu trotzen. Denn ich hatte das Gefühl, da hatte Jenny beim Schreiben wirklich Spaß, das Spiel mit den Wörtern liegt ihr und ich habe vor allem ihre Beschreibungen sehr genossen. Die Schlachten hingegen (und ich mag gut angelegte Schlachten!) erschienen mir irgendwie zu leblos. Ich ertappte mich dabei, wie ich recht anteilnahmslos darüber hinweglas, besonders als sie irgendwann überhandnahmen. Schade! So mochte ich auch das Menschenvolk nicht besonders.

Jennys Ideen, die hinter diesem Roman stehen, sind wirklich grandios. Schenken, statt behalten oder stehlen oder erobern. Die Gender-Frage eines bestimmten Protagonisten. Das in einem Fantasy-Buch verarbeitet zu sehen, hat mein Herz erfreut.
Was mich wiederum gestört hat, waren die philosophischen Anklänge, die Jenny mit hat einfließen lasse. Philosophie finde ich in so weit gut, wenn sie auch richtig ausgearbeitet wird. Hier hatte ich aber das Gefühl, sie wird nur kurz berührt, um sie dann wieder fallen zu lassen.

Alles in allem ein Buch, das spaltet und mich hilflos mit der Bewertung zurücklässt. Die Grundstruktur des Buches war wunderbar, die Sprache so schön und melodisch wie ich sie von Jenny kenne, die Charakter widerborstig und eigen. Auch das mag ich sehr. Andererseits kam mir das Buch unausgereift an manchen Stellen vor und der Abschluss war mir einfach zu plötzlich. Auch einige Entwicklungen und Mittel fand ich persönlich nicht wirklich gut.
Ich vergebe 3,5 Sterne für „Die Töchter von Illian“.

Veröffentlicht am 03.05.2019

Zweischuss

Die Powder-Mage-Chroniken 2: Schicksalswende
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Feldmarschall Tamas führt eine Invasion an – die katastrophal endet. Gefangen hinter den feindlichen Linien muss er seine Armee zurückführen. In Adro, der Hauptstadt, wünscht sich Inspektor Adamant nichts ...


Feldmarschall Tamas führt eine Invasion an – die katastrophal endet. Gefangen hinter den feindlichen Linien muss er seine Armee zurückführen. In Adro, der Hauptstadt, wünscht sich Inspektor Adamant nichts sehnlicher, als seine Frau zu retten. Taniel – Tamas‘ Sohn – wird von einem Gott bedroht, der vor nichts Halt macht …

Vor mir liegt der zweite Band der Powder Mage Trilogie. Ein Zwischenband. Bei dieser Reihe empfehle ich dringend, den ersten Band vorher zu lesen. Einiges wird zwar im Verlaufe des Buches erklärt, doch wirklich genießen kann man den zweiten Band nur mit Kenntnis des ersten – denn dort werden alle relevanten Personen eingeführt und soweit aufgebaut, dass sie zumindest mir ans Herz gewachsen sind. Und das war für mich wichtig.

Zugegeben, ich war vom ersten Band sehr überrascht – durchweg positiv. Er hat mir richtig gut gefallen, obwohl ich eigentlich an solche militärischen Bücher eher vorsichtig heran gehe. Aber in diesem Fall hielt sich die Wage wirklich gut zwischen Schlachten, Intrigen und Charakterentwicklung. Folglich hatte ich hohe Ansprüche an den zweiten Band. Nun, er konnte sie erfüllen.

Mein Lieblingscharakter – Taniel Zweischuss – hatte es am Anfang ziemlich schwer. Immerhin hat er einen Gott verletzt. Das ist die eine Seite. Mit seiner neuen Macht klar zu kommen, ist etwas gänzlich anderes. Diese Mühsal fand ich gut thematisiert vom Autor. Taniel ging nicht so einfach wieder zur Tagesordnung über. Wie könnte er das auch? Von daher fand ich die ersten Seiten charaktertechnisch betrachtet richtig gut. Auch Tamas hat einige Probleme und Adamant ist in Adro auch nicht viel besser dran.
Der ständige Perspektivwechsel puscht das Buch ungemein. Ich wollte beständig wissen, wie es weiter geht, wie sich der Kampf entwickelt oder wie diese Episode endet. Folglich war ich auch in jeder freien Minute am Lesen.
Zugegeben. Manchmal wurde mir der Militärteil doch etwas viel. Ein großer Teil des Buches spielt sich nun mal im Lager ab. Doch ich wurde entschädigt durch Adamants Abenteuer in Adro, die immer wieder spannende Auflockerung darstellten.

Spannend war das vorliegende Buch allemal. Die Begeisterung, die ich für den ersten Teil empfand, musste ich jedoch erst suchen. Schließlich habe ich sie gefunden – und ich litt und lachte wieder genauso mit den Charakteren wie schon vor einigen Monaten.
Vor allen Dingen liegt der Fokus hier auf dem Stolz der Figuren, den Fehlern, die sie im Laufe ihres Lebens begangen haben und ihrem Mut – und diese Fokussierung hat mich persönlich wirklich begeistert.

Gerne vergebe ich für dieses Buch 4,5 Sterne und freue mich schon auf den

Veröffentlicht am 08.04.2019

So spannend und so atmosphärisch!

Die dreizehn Gezeichneten - Die Verkehrte Stadt
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Was soll man zu einem Buch schreiben, von dem ich schon im Voraus wusste, dass es mich zum Weinen und zum Lachen bringen würde? Dass ich mit samt des ersten Bandes in weniger als einer Woche verschlungen ...

Was soll man zu einem Buch schreiben, von dem ich schon im Voraus wusste, dass es mich zum Weinen und zum Lachen bringen würde? Dass ich mit samt des ersten Bandes in weniger als einer Woche verschlungen hatte? Je näher das Ende der „Verkehrten Stadt“ rückte, desto wehmütiger und panischer wurde ich. Nur noch hundert Seiten und dann würde ich ein Jahr warten müssen, bis ich den dritten und abschließenden Teil in den Händen halten dürfte. Ich musste loslassen. Musste mich von guten Freunden verabschieden, obwohl sie mir eigentlich noch so viele Geschichten erzählen könnten, obwohl ich noch so viel von ihnen erfahren möchte! Ihr kennt das Gefühl? Gut, dann wisst ihr annährend, wie ich diesem Buch gegenüberstehe.


Doch lasst uns am Anfang beginnen: Mit dem Inhalt.

Die Rebellion hatte Erfolg. Sygna ist frei von dem aquinzischen Einfluss: Die einzige Stadt, in der geheimnisvolle Zeichen gewirkt werden. Doch die letzte Schlacht ist noch lange nicht geschlagen. Und auch im Herzen der Stadt brodelt es. Außerdem lauert unaussprechliches in der Tiefe …

Allerhand also, mit dem sich unsere Freunde dieses Mal herum schlagen dürfen.


Der vorliegende Band ist der zweite Band einer Trilogie. Es empfiehlt sich im vorliegenden Fall, wirklich den ersten gelesen zu haben. Ich habe mich dazu entschlossen, und habe es nicht bereut. So konnte ich viel tiefer in die Charaktere eintauchen und von Anfang an mit den Charakteren lieben und hassen. Und das war auch nur gut so ;) Die Geschichte wird auch diesmal aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, was die Dynamik der Geschichte noch mehr anheizt.


Der Beginn schlug mich natürlich erst mal wieder in seinen Bann. Besonders habe ich mich gefreut, Ismayl als ersten Charakter wieder zu sehen, da ich ihn im ersten Band besonders ins Herz geschlossen hatte. Is ist jedoch als Spion in Naronne – auf aquinzischer Seite – in der Hoffnung in den Aufzeichnungen etwas über die Urzeichen heraus finden zu können. Das führt natürlich zu einigen brenzligen Situationen! Auch Rufin hat in Ignaz Körper überlegt – unser aller Lieblingsbösewicht, den ich schon beim ersten Auftritt in dem Buch ungespitzt un den Boden hätte rammen können. Ich hasse ihn – und trotzdem haben die Vögte es geschafft, dass man sich sogar ein wenig in dieses Ekelpaket herein versetzten konnte. Das hat Seltenheitswert bei mir ;) Generell entdeckt man bei so vielen Figuren neue Facetten. Sie entwickeln sich stetig weiter – und da ist es egal ob man Dawyd und Elisabeda an die Front begleitet oder mit Killiana, Jendra und den Zwillingen um die Rechte der Gleichwerker oder eine neue Ordnung in Sygna streitet. Ich habe jeden einzelnen Abschnitt genossen. Die Autoren haben es geschafft, jeden einzelnen Charakter überzeugend zu gestalten, sio dass mir keine Perspektive schwächer erschien als die andere.

Im Laufe der Handlung spitzte sich der Spannungsbogen immer mehr zu. Ich hatte das Gefühl, er folgt einer Herzlinie mit kleinen Spitzen (bei denen ich auf der Couch oder im Bett saß und am Daumennagel kaute, weil ich nicht wusste, wohin mit meiner Nervosität). Ihr seht also, das Buch hat mich da abgeholt, wo mich das erste zurückgelassen hat, mich aufgeladen und ungebremst ging die rasante Fahrt weiter.


Ich habe auch richtig mitgefiebert, wer denn nun alles ein Zeichen bekommen hat und wer nicht und auf welcher Seite es gelandet ist. Auch die Darstellung von der Stadt Naronne und der Menschen, die in ihr leben, hat mich begeistert.


Natürlich könnte man auch Fehler an dem Buch finden. Vielleicht kleine Längen in der Mitte? Aber das wäre für mich Körnerpickerei. Mich hat das Buch schlicht und einfach in Atem gehalten und gefesselt und zum Lachen gebracht. Das sind die Emotionen, die ein gutes Buch bei mir wecken soll. Punkt. Ich freue mich schon darauf, wieder nach Sygna abtauchen zu können im nächsten Jahr und lasse fünf Punkte da.