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Veröffentlicht am 20.08.2018

Immer für eine Überraschung gut

Das Kupferversprechen - Von Göttern und Drachen
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Kupferkatze wird sie genannt. Und genauso rasch wie eine Katze bringt sie sich auch in Schwierigkeiten. Wydrin von Kreuzhafen ist berühmt für ihre Diebestouren. Als ein Fremder auftaucht und Leute sucht, ...

Kupferkatze wird sie genannt. Und genauso rasch wie eine Katze bringt sie sich auch in Schwierigkeiten. Wydrin von Kreuzhafen ist berühmt für ihre Diebestouren. Als ein Fremder auftaucht und Leute sucht, die gemeinsam mit ihm in den Untergrund der Zitadelle eindringen, ist ihre Neugier und Abenteuerlust sofort geweckt. Gemeinsam mit dem Söldner Sebastian dringen sie in die altehrwürdigen Hallen ein, und erwecken dabei etwas, dass lieber weiter geschlummert hätte.

Der Klappentext dieses Bundle-Ebooks brachte mich schon beim Überfliegen zum Lachen. Für mich stand fest, dass dieses Buch nicht lange auf meinem Stapel der ungelesenen Bücher wird ausharren müssen – und tatsächlich – ich verbrachte einige Stunden voller guter, amüsanter und abenteuerlicher Unterhaltung mit der Kupferkatze.

Zunächst einmal zum Aufbau – das Buch besteht aus mehreren Episoden. Und so legte die Autorin auch die Geschichte an. Sie verfolgt zwar eine rote Linie, die sich durch alle Episoden zieht, doch jede einzelne von ihnen hat ihren eigenen Höhepunkt und ihre eigene Spannungsspitze. Das war für mich zuerst ein bisschen ungewöhnlich, doch ich hatte mich sehr schnell damit angefreundet. Vor allen Dingen ersparte sich die Autorin damit langes vorgeplänkel, das oft viekl zu ausschweifend ausfällt und stieg gleich in die Geschichte ein. Immerhin musste straight auf den Höhepunkt zugesteuert werden. Ich fand es erfrischend anders und wirklich gut gelöst. Durch die Episodenstruktur konnten auch galant lange Reisen oder Zeitsprünge gemacht werden.

Die Charaktere haben mich vorzüglich unterhalten. Ganz gleich ob die Kupferkatze, die ihr loses Mundwerk nicht halten kann, Sebastian, der Söldner, hinter dem mehr steckt, als man auf den ersten Blick vermutet oder Frith, der junge Lord, der Rache für seine getötete Familie nehmen will. Keiner von ihnen trat auf der Stelle, sie wuchsen an ihren Aufgaben, an ihren Verlusten – und sie wuchsen mir so ans Herz! Ich bestritt gerne mit ihnen Abenteuer!

Abenteuer? Ja Abenteuer! Denn Abenteuer gibt es in der Welt zuhauf zu bestehen. Mutet die erste Episode noch an, wie eine typische Queste, finden wir uns in der Zweiten schon weitaus komplexeren Aufgaben gegenüber gestellt. Ich hatte das Gefühl, die Autorin lernte mit den einzelnen Episoden und baute ihre Welt Schritt für Schritt aus. Und solch eine Lernkurve beobachten zu können, hat mir immens viel Freude bereitet.

Was bleibt mir noch zu sagen? Außer, der Tatsache, dass ich mich auf den nächsten Band genauso freue, wie ich den ersten verschlungen habe. Wer rasante Abenteuer und glaubwürdige Charaktere liebt, findet in „Das Kupferversprechen“ die richtige Lektüre.

Veröffentlicht am 20.08.2018

Von Barden und Steinen

Die Prophezeiung des magischen Steins
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Ein Meisterwerk der alten Elben in der Hand eines 16-jährigen Lehrlings? Dafydd kann es selbst kaum glauben, dass er der Träger des singenden Steines sein soll. Er – der Lehrling des Barden Palatin! Und ...


Ein Meisterwerk der alten Elben in der Hand eines 16-jährigen Lehrlings? Dafydd kann es selbst kaum glauben, dass er der Träger des singenden Steines sein soll. Er – der Lehrling des Barden Palatin! Und doch befindet er sich bald darauf auf dem größten Abenteuer seines Lebens – gemeinsam mit bunt zusammengewürfelten Gefährten. Können sie das Land retten? Und noch viel wichtiger – kann Dafydd das Herz von Prinzessin Livia erobern?

Das vorliegende Buch ist das dritte, welches ich von Stephen M. Rother lese. Zuvor tauchte ich schon in die beiden Königschroniken-Bände ein. Diese richteten sich eher an das erwachsene Publikum, während die Prophezeiung des magischen Steines ab 12 Jahren ist. Merkt man das? Ja, ich habe es an verschiedenen Bausteinen gespürt. Die Handlung wies nicht die Komplexität auf, die ich bei den Königschroniken vorfand. Auch die Wortwahl war deutlich einfacher, wenngleich nicht weniger farbenfroh gehalten – und die Charaktere deutlich bunter gezeichnet. Hat mich das gestört? Die Frage kann ich mit einem deutlichen nein beantworten.
Der Beginn des Romans zog mich gleich in seinen Bann. Er wartete mit einer ordentlichen Prunkt, Stahlrittern scheppernden Kettenhemden auf. Welches Abenteuerherz schlägt bei einem solchen Anfang nicht auch deutlich höher? Frohen Mutes ließ ich mich also auf das Buch ein und wurde nicht enttäuscht. Die Welt, die Rother zeichnet, beginnt farbenfroh, hält aber genauso Eiseskälte und düstere Burgen bereit – ist also abwechslungsreich und lädt zum Erforschen ein.
Manchmal liefen mir Bausteine aus dem Herren der Ringe über den Weg. Als sich die Gefährten fanden, fühlte ich mich stark an Bruchtal und den Rat der Elben erinnert. Aber schließlich braucht nicht nur ein kleiner Hobbit Wegweiser und Beschützer, sondern auch ein Bardenlehrling. Auch im weiteren Verlauf der Handlung stieg mir der vertraute Ring-Duft in die Nase.
Die Gefährten präsentierten sich mir bunt zusammengewürfelt und manchmal recht schrullig und sarkastisch. Da hat Rother seinen Schalk spielen lassen und dem Buch durch die Charaktere eine gute Portion Humor verliehen. Und diese Leichtigkeit, dieser Sarkasmus, das sehe ich sehr gerne bei Jugendbüchern.
Dafydd hatte ich sofort ins Herz geschlossen – und die anderen Charaktere mochte ich nicht weniger. Auch der Schauplatzwechsel und die verschiedenen Perspektiven trugen zum Lesevergnügen bei. Ich konnte mich nur schwer entscheiden, welcher Figur ich denn nun im Moment lieber folge – und genau so soll es sein. Ich bin der Typ, den die Charaktere größtenteils durchs Buch führen müssen – und das haben sie bei dem vorliegenden Werk geschafft.
Der Wehrmutstropfen lag in der Spannung verborgen. Sie blieb durchgehend auf einem soliden Level, aber ich hätte mir einige Spitzen gewünscht.

Aus diesem Grund vergebe ich sehr gerne gute 4 Sterne und lege das Buch jedem Abenteurer ans Herz.

Veröffentlicht am 12.08.2018

Ernster Hintergrund

Palace of Silk - Die Verräterin
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Endlich Frankreich – Endlich frei! So ist Reas Gefühlslage, als sie endlich das Festland erreicht und sich bei ihren Freunden von den englischen Strapazen erholt. Doch dann wird sie an den französischen ...

Endlich Frankreich – Endlich frei! So ist Reas Gefühlslage, als sie endlich das Festland erreicht und sich bei ihren Freunden von den englischen Strapazen erholt. Doch dann wird sie an den französischen Hof gerufen und anstatt Zeit mit ihrem Bruder und auf der Suche nach einem schönen normalen Job zu verbringen, beginnt der ganze Strudel erneut …

Der zweite Band schließt recht nahtlos an den ersten an, sie wirken beinahe wie aus einem Guss – was ich bei dieser Buchreihe sehr begrüße. Die Bücher sind in rascher Folge erschienen und mit dem dritten Band abgeschlossen – perfekt also um sie in einem weg zu schmökern (ja, das soll eine Empfehlung sein).
Der Leser wird hier mit einer französischen Version des Umgangs mit Magdalenen konfrontiert. Auf den ersten Blick ist diese freier und unbeschwerter, auf den zweiten offenbaren sich doch so einige Defizite, auch im politischen Umgang ihnen. Ich habe am Anfang richtig gespürt, wie Rea ihre Freiheit genoss. Das tragen zu dürfen, was sie wollte, das tun und sagen zu können, was ihr gerade in den Sinn kam. Dazu kommend wohnte sie noch bei den drei Musketieren (Blanc, Rene und dem Comte, die in der Handlung auch einen großen Stellenwert einnehmen). All das zusammengenommen vermittelt dem Leser vor allen Dingen zu Beginn ein wunderschönes Gefühl von Geborgenheit. Rea hat immer einen Rückzugsort – und sie hat Freunde – die sie auch dringend benötigt.

Im Vergleich zum ersten Band stehen hier mehr die Beziehungen im Vordergrund – und die Emotionen vieler zerstörter Charaktere. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, nicht nur Rea, und das kommt im zweiten Band viel stärker zum Tragen als im ersten. Die Beziehung zwischen Rea und Robin wird hier noch mit einigen Komplikationen garniert (bisweilen empfand ich das Drama als ein bisschen zu stark), aber wo Robin und Rea mit Dampfwalzen, die gerade kollidiert sind, verglichen werden können, entwickelt sich die Beziehung der drei Musketiere geradezu vorsichtig und flüsterleise. So schön, so liebevoll. Die Beziehung zwischen ihnen steht für mich für das ganze Buch. Kann man eine Magdalene lieben? Wie geht das, wenn deine Gedanken nicht mehr deine eigenen sind und er jeden Gedanken kennt? Der Handlungsstrang hat für mich auf jeden Fall die zwei Dampfwalzen wieder schön ausgeglichen.

Es war deutlich zu spüren, wie sehr die Autorin das Setting (Paris!) liebt. Sie hat die verschiedenen Orte so lebendig beschrieben, dass ich mich für meinen Teil fühlte, als sei ich wirklich dort und würde durch Reas Augen sehen. Wundervoll. Gerade dadurch wird dem Buch eine richtige Wahrhaftigkeit verliehen, die über den gesamten Band hinweg bestehen bleibt. Auch die Gedankenduelle der Magdalenen haben einen schön plastischen Anstrich bekommen, sodass man auch im Kopf der Handelnden alles verfolgen kann.

Mit Madam Hive tritt übrigens ein gefährlicher Widersacher auf den Plan, aber über sie möchte ich nicht allzu viel vorweg nehmen.
Generell empfand ich das Buch ernster – auch durch den politischen Aspekt, der hier deutlich zum Vorschein kommt. Immer wieder tritt er auf die Bühne, immer wieder wird hier deutlich, dass eben noch nicht für alle Menschen gleiche Regeln gelten – und der politische Diskurs gefärbt wird von Angst und Unwissen. Das kennen wir doch irgendwoher …

Ich liebe diverse Aspekte des Buches, das einzige was mich hin und wieder ein bisschen genervt hat, war das hin und her zwischen Rob und Rea. Ich komme trotz dessen nicht umhin, dem Roman 4,5 Sterne zu geben.

Veröffentlicht am 12.08.2018

Spaciger Indiana Jones

Undying – Das Vermächtnis
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Amelia ist auf Beutezug. Endlich hat sie es geschafft, auf Gaia zu gelangen, dem Planeten, auf dem es nach ihrem Wissen am meisten Plündergut gibt. Sie hat ein Ziel – und das verfolgt sie unerbittlich. ...

Amelia ist auf Beutezug. Endlich hat sie es geschafft, auf Gaia zu gelangen, dem Planeten, auf dem es nach ihrem Wissen am meisten Plündergut gibt. Sie hat ein Ziel – und das verfolgt sie unerbittlich. Bis sie durch einen dummen Zufall auf Jules trifft, ein Junge, den sie auf der Erde wahrscheinlich gehasst hätte – aber nun sind sie zusammen auf dem Weg um unwegsame Tempel zu erforschen und Beute oder Erkenntnis zu erlangen.

„Undying“ ist der erste Band der neuen Trilogie von Amie Kaufmann und Megan Spooner. Zugegeben, ich habe hohe Erwartungen an dieses Jugendbuch gestellt – vielleicht waren sie auch ein wenig zu hoch geschraubt, da ich zumindest Amie Kaufmanns Stil teilweise aus ihren Illuminae-Werken kenne und ich insbesondere darauf gespannt war, wie sie mit einer anderen Autorin zusammenarbeitet.

Der Start in das Buch fiel mir denkbar leicht. Der Leser steckt gleich in Amelias – Mias – Haut drin und liegt mit ihr auf dem staubigen Planeten Gaia. Durch die brenzlige Situation, die es gleich zu Beginn zu meistern gilt, ist der Leser gleich bei Mia. Er fühlt mit ihr und ich war beeindruckt von dem taffen Mädchen und wie sie mit ihren Widersachern umgeht. Ich habe mich mit ihr verbunden gefühlt. Der Roman wird übrigens in wechselnden Perspektiven – einmal von Mia und dann von Jules – erzählt. Jules stellt ihren Gegenpol dar – wo Mia auf reiche Beute aus ist, will Jules erforschen und bewahren. Er sucht beweise. Das sich Gegensätze meist anziehen, war mir schon von vornherein klar – so bot die Entwicklung Lovestory keine Überraschungen für mich, obwohl sie niedlich zu lesen war. Beide haben glaubwürdige und nachvollziehbare Gründe für ihren Trip in diese fremde Galaxie – was ich den Autoren auch hoch anrechne. Immerhin ist es nicht selbstverständlich, nachvollziehbare Charaktere zu schaffen.

Die Autoren versuchen jedoch auch sehr viel Emotionen über die Introspektive zu vermitteln. So kommt es auch schon mal vor, dass Mia im inneren Monolog mit sich selbst feststeckt – und das zog sich mit der Zeit leider für mich – da sich die Figuren auch des Öfteren mal im Kreise drehen.

Die Spannungskurve steigt langsam aber stetig an, mit einigen Spitzen, die ich dem Buch auch zugestehen muss. Der Diebstahl, den ich hier nicht näher ausführen möchte, und die Fallen im Tempel haben die Autoren gekonnt eingesetzt. Auch der bissige Humor von Mia trägt den Leser förmlich über die Seiten hinweg.

Ich hatte dennoch das Gefühl, dass ich den Figuren immer „einen Schritt“ voraus war. Wenn ich mir dachte, jetzt könnte etwas schief gehen, stürzten sie ins Chaos. Wenn ich der Meinung war, dass die Handlung genau an der Stelle neue Figuren gebrauchen könnte, tauchten urplötzlich neue Feinde auf. Das war bisweilen etwas mühsam. Man könnte jetzt dagegen argumentieren, dass dies nur ein Jugendbuch sei – ich habe jedoch auch schon spannende Bücher aus diesem Genre gelesen, die nicht so vorhersehbar waren.

Generell fehlte der Handlung meiner Meinung nach die Würze und der Kick. Sie bewegt sich auf seichten Gewässern und ich wartete immer wieder darauf, dass die Autoren noch ein bisschen tiefer graben. Stattdessen mutete der Roman über weite Strecken wie ein spaciger Verschnitt von Indiana Jones an – ohne wirklich detailreich zu erzählen, was denn nun gerade spacig ist. Latent hatte man das Gefühl auf einem anderen Planeten zu sein – vor allem durch die Sauerstoffmasken, die die Figuren acht Stunden pro Tag tragen mussten – aber das richtige Wow-Erlebnis blieb leider auf der Strecke.

Der Roman kann ein Einstieg in die Science-Fiction sein, ich selbst bin nicht der große SF-Leser, und trotzdem war es mir ein bisschen zu wenig. Ich hatte kein Rump-Steak erwartet, aber mein Hühnchen war dann doch nur ein bunter Salat. Ich kann es für all jene empfehlen, die die Light-Version von Science Fiction mögen und eine gut ausgebaute Romanze nicht verschmähen. Ich selbst vergebe 3,5 Sterne für das Buch.

Veröffentlicht am 23.07.2018

Fantasy im 16. Jahrhundert

Witchborn
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Witchborn: Königin der Düsternis von Nicholas Bowling

Elisabeth I und Mary Stuart streiten um die Krone Englands. Mitten in den herrschaftlichen und religiösen Wirren kann die junge Alyce nur knapp jenen ...

Witchborn: Königin der Düsternis von Nicholas Bowling

Elisabeth I und Mary Stuart streiten um die Krone Englands. Mitten in den herrschaftlichen und religiösen Wirren kann die junge Alyce nur knapp jenen entkommen, die sich die Hexenjagd auf die Fahne geschrieben haben. Denn Alyce hat magische Kräfte, die sie weder beherrschen noch verstehen kann. Und unwillentlich wird sie zum Spielball mitten im Kampf um die englische Krone.

Bei „Witchborn“ handelt es sich um einen fantastischen Roman, der im London des 16. Jahrhunderts spielt. Mich persönlich hat das Cover angesprochen, ebenso wie das Setting. Ein London-Roman über Hexen steht definitiv auf Meiner TBR-Liste!

Der Einstieg fiel mir leicht. Spannend erzählt fand ich mich schnell zurecht. Das Buch beginnt wirklich mit einem Paukenschlag, da das Dorf, in dem Alyce wohnte, in Brand gesteckt wird. Der Hexenwahn greift um sich, treibt Auswüchse und lässt Blüten an den ungewöhnlichsten Orten erblühen. Das spürte ich in diesem Roman ganz deutlich – ein Lob an den Autor.
Doch ist die junge Alyce wirklich ein Charakter mit dem ich durch dick und dünn gehen konnte? Sie ist klug und gewitzt und mir gefiel es wie sie gemäß ihrer Rolle als Frau im 16. Jahrhundert sich in London bewegte, aber trotzdem Akzente setzte. Ich mochte sie, aber wirkliche Freunde wurden wir um der Wahrheit Genüge zu tun im Buch eher nicht. Da gefiel mir Solomon, der mit einer Schauspieltruppe durchs Land reist, wesentlich besser. Zu ihm fand ich spielend leicht Zugang und wäre mit Freuden gemeinsam mit seiner Truppe durchs Land gestreift. Der Junge hat mir wirklich Spaß gemacht, vor allen Dingen, da er Alyce auch aus mancher brenzligen Situation gerettet hat (für all jene, die starke Frauenfiguren haben – sie gibt ihm so manche Rettungsaktion doppelt und dreifach zurück). Und die Dialoge zwischen Alyce und ihm reizten mich das ein oder andere Mal wirklich zum Grinsen.

Die Magie in dem Buch basiert auf der Magie des Volksglaubens. Strohpuppen, Nekromantie, Zaubersprüche und Kräuterkunde werden hauptsächlich eingesetzt (und verfolgt). Also keine Novation, aber das hatte ich bei diesem Jugendbuch auch nicht erwartet. Der Autor baut auf dem auf, an das das Volk zur damaligen Zeit glaubte, und zeichnet ein glaubwürdiges Bild der Magie in all seinen Formen.

Auch der Spannungsaufbau war gut. Es gab einige Spitzen im Spannungsbogen, wogegen ich das Finale und die Auflösung als zu hastig empfand. Generell konnte mich der Roman aus diversen Gründen nicht wirklich fesseln. Es fiel mir nicht schwer, das Buch zur Seite zu legen um mich anderweitig zu beschäftigen – und so sollte ein gutes Buch nicht sein. Manche Abschnitte waren ziemlich zäh und dehnten sich aus wie ein Kaugummi, wogegen andere durch ein gutes Tempo glänzten. Insgesamt hatte ich das Gefühl, es fiel dem Autor schwer durchgehend das selbe Erzähltempo beizubehalten – Schade! Genug Potential hätte der Plot definitiv gehabt. Mir ist aufgefallen, dass er spannende Fäden im Sand verlaufen oder zu abrupt enden ließ, insbesondere in der Mitte des Buches.

Bowling wollte möglichst viele faszinierende Settings im Buch behandeln, wie den Palast oder den Tower (über den ja die grusligsten Legenden kursieren). Durch seinen Schreibstil gelingt es ihm Atmosphäre zu erzeugen! Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass der Plot durchaus ein paar Seiten mehr zu füllen vermocht hätte. Er springt mir zu rasch von einem Ort zum nächsten.

Insgesamt bleibt ein toller London-Roman in der Zeit der Tudors, der den historisch interessierten Leser durchaus zu unterhalten weiß. Ich vergebe 4 Sterne.