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Veröffentlicht am 03.05.2025

Überraschend gut

The Surviving Sky (Die Rages-Trilogie 1): Eine epische Science-Fantasy
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Das … war ein überraschendes Buch! Überraschend gut und überraschend innovativ für mich. Eine Mischung aus Dystopie, Science-Fiction, Ökofantasy und Ansichten, deren teilende Kraft im Buch erst überwunden ...

Das … war ein überraschendes Buch! Überraschend gut und überraschend innovativ für mich. Eine Mischung aus Dystopie, Science-Fiction, Ökofantasy und Ansichten, deren teilende Kraft im Buch erst überwunden werden muss.

Doch von vorn - worum geht es in diesem bizarren Abenteuer?
Die Menschen haben sich in den Himmel geflüchtet. Dort ist ihr Refugium - Eine aus Pflanzen und Magie, Technik und Tradition erschaffene Zivilisation. Die Menschen teilen sich in Architekten - die die Pflanzenmagie beherrschen - und Nicht-Architekten - was zu Spannungen führt. Unter ihnen lauert der Dschungel und alles verschlingende Erdstürme. Doch da geht eine Dschungelexpedition gewaltig schief. Parallel dazu beginnt die botanische Himmelsinsel zu sinken.

Zunächst einmal das Magiesystem in diesem Buch - ist richtig cool. Die Architekten können trajezieren - sie können das Wachstum von Pflanzen manipulieren und etwas erbauen. Das fängt bei Treppenstufen an und geht bis hin zu monumentalen Bauwerken, auf denen die Bevölkerung lebt. Dass ihnen das viel Macht verleiht, geht damit einher. Wie selbstverständlich Rao diese Magie mit in den Alltag einflechtet, ist ziemlich genial. Ich habe trotzdem etwas gebraucht, um das Magiesystem zu durchdringen. Die Magie ist verwoben mit hinduistischen Traditionen und Ritualen und Begrifflichkeiten, ohne das die gesamte Thematik vom Urschleim noch mal erklärt wird - was für mich erfrischend war, basiert die meiste SFF-Literatur doch auf der Westlichen Welt.

#thesurvivingsky wird aus zwei Perspektiven erzählt. Ahilya ist eine Archäologin, die immer wenn Flaute herrscht und die Stürme schweigen, in den Dschungel hinabsteigt und die Vergangenheit erforscht. Doch dann geht eine Expedition gewaltig schief. Ihr Mann, Iravan, ist ein hochrangiger Architekt. Die beiden haben sich einst geliebt, doch mittlerweile kriselt es in ihrer Ehe und sie sind sich beide nicht mehr sicher, was sie dem jeweils anderen gegenüber fühlen. Ob ihre Karrieren wichtiger sind und sie sich auseinandergelebt haben oder ob sie sich trotz allem noch lieben. Dieser Plotstrang nimmt viel Raum ein, er ist zentral für den Fortgang der Geschichte und mit der gesamten Magie- und Untergangsthematik eng verwoben. Das hat mich zu Beginn zweifeln lassen. Würde ich es als so spannend empfinden, einem streitbaren Ehepaar ein ganzes Buch hindurch zu folgen? Bei dem die Emotionen hochkochen und die sich auch in ihren Zielen unterscheiden? Zu meinem Erstaunen musste ich feststellen - ja, die beiden haben mich bis auf wenige Abschnitte prächtig bei Laune gehalten und durch das Buch begleitet.

Und das war auch gut so. Mir hat das Hirn so manches mal geraucht, wenn es um die Details der Trajektion, die hierarchischen Strukturen oder die komplexen übergeordneten Zusammenhängen ging. Aber die beiden haben mich bei der Hand genommen, obwohl ich auch sagen muss, dass ich keinen der zwei in meinen engeren Kreis aufgenommen habe.

Über die Länge des Romans hinweg hätte ich mir ein paar kleine Ausflüge auf der Himmelsinsel selbst gewünscht - und ich hoffe, dass die kleinen Details im zweiten Band mehr in den Fokus rückt.

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Konnte mich leider nicht berühren

The New Recruit 1
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Woo Seung-hyun hat seine erste Praktikumsstelle bei einer renommierten Werbeagentur ergattert - sie soll ihm Halt und Sinn geben, wenn da nicht sein Vorgesetzter Kim Jong-chang wäre. Der ist durch und ...

Woo Seung-hyun hat seine erste Praktikumsstelle bei einer renommierten Werbeagentur ergattert - sie soll ihm Halt und Sinn geben, wenn da nicht sein Vorgesetzter Kim Jong-chang wäre. Der ist durch und durch ein Workaholic. Zunächst kann er mit dem unsicheren Praktikanten nichts anfangen - aber dann …

Ich gebe es zu, das schnucklige Cover hat mich schon ein bisschen angefixt. Und die Story klang auch ganz cool. Seung-hyun mochte ich nach ein paar Kapiteln. Er ist eine Figur, die im Umgang mit anderen in der Arbeitswelt anfangs noch unsicher und vorsichtig ist, fachlich jedoch wirklich etwas drauf hat. Das bringt ihn nicht nur einmal in unbequeme Situationen - und erweckt gleichzeitig eben auch die Aufmerksamkeit von Kim, seinem Vorgesetzten. Das Verhältnis der beiden wird im Laufe des ersten Bandes enger - die Story fokussiert sich auf die beiden auf das Verhältnis zueinander und auf ihr Verhältnis zur Arbeit in der Agentur. Beide sind ehrgeizig und zielstrebig - und das verbindet sie. Gleichzeitig bekommt der Leser einen Einblick in die Arbeitswelt - ich hatte den Eindruck, dass sie ziemlich hierarchisch geprägt ist.

Der Zeichenstil ist ziemlich nüchtern gehalten und spielt, obwohl er farbig ist, nur mit wenigen Farben in einem Panel. Insbesondere im Bürosetting verlieh das dem Manhwa einen distanzierten Anstrich, in den ich mich nicht so richtig hineinfinden konnte. Natürlich verstärkte diese nüchterne Farbgebung die Atmosphäre von Strebsamkeit in einer renommierten großen Agentur. Für mich blieben dabei nur leider die beiden Protagonisten genauso blass und unnahbar für mich.

Näher gekommen sind die beiden sich in diesem BoysLove eigentlich über die Arbeit und stereotype Situationen.

Bei mir hat der Manhwa leider nur bedingt gezündet. Schade! Alle, die mit Büroromanzen und Spicy-Szenen etwas anfangen können, sollten mal einen Blick darauf werfen. Ich werde die Reihe aber nicht weiter verfolgen.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Düsterer Einstieg

3 Body Problem 01
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Wer kennt die SciFi Reihe rund um das 3 Body Problem von Cixin Liu?

Ehrlich, ich habe schon viel darüber gehört, auf Instagram gesehen oder im Buchladen in der Hand gehabt. Aber trotz latenten Interesse ...

Wer kennt die SciFi Reihe rund um das 3 Body Problem von Cixin Liu?

Ehrlich, ich habe schon viel darüber gehört, auf Instagram gesehen oder im Buchladen in der Hand gehabt. Aber trotz latenten Interesse hat es nie dafür ausgereicht, dass das Buch mit zu mir nach Hause wandern durfte - weil ich nicht der passionierte SciFi Leser bin und mich in die Welten erst mal reindenken muss. Das hat mich immer abgeschreckt.

SplitterManga+ hat nun die Comic Adaption der Erfolgsreihe nach Deutschland gebracht (in 10 Bänden abgeschlossen). Was gäbe es also für einen besseren Einstieg in die Welt?

Bevor wir in die Welt entlassen werden, werden wir zunächst durch einen Brief von Cixin Liu begrüßt - der uns erst mal einordnet. Er sagt selbst, dass sein Werk bisweilen so abstrakt und utopisch ist, dass es besser als Comic dargestellt wirkt als in Romanform.

Der erste Band bewegt sich noch in der realen Welt - als Einstieg sozusagen. Er wird mehr von dem Crime- und Scienceplot bestimmt, als das die ScienceFiction Elemente groß zum Tragen kommen - was ich sehr begrüßt habe. Ich habe einen LowLevel-Einstieg lieber!

Der Crimeplot beschäftigt sich mit dem Selbstmord dutzender Wissenschaftler, die nicht mehr an die eigene Profession geglaubt haben. Wang Miao, ein Ingenieur, wird von den Ermittlern hinzugezogen, da er eine Einladung von „Frontier of Science“ erhalten hatte, den gemeinsamen Nenner der suizidalen Wissenschaftler.

Ich habe schon auf den ersten paar Dutzend Seiten bemerkt, dass die Geschichte sehr komplex und das Verhältnis der Charaktere untereinander spannungsgeladen ist und viel Zündstoff bietet. Das hat Cixin Liu sehr gut angelegt. Besonders ins Auge sticht hierbei das Verhältnis von Wang und Kommissar Shi, die sich gegenseitig immer wieder Wortgefechte liefern und vor allen Dingen Shi Wang durch seinen provozierenden Charakter immer wieder zu Höchstleistungen antreibt.

Die SciFi Elemente blitzen immer wieder durch - und ich bin schon gespannt auf die Expansion in den nächsten Bänden. Ich hoffe, die ursprüngliche Struktur bleibt zum Teil erhalten. Crime und SciFi verstehen sich unter der Feder des Autors ziemlich gut. Die Themen Physik und Wissenschaft und die immer wieder kehrenden Neujustierung von physikalischen Systematiken stehen thematisch im Vordergrund.

„3 Body Problem“ ist ein düsterer Roman - natürlich ist die Manhua-Adaption ebenfalls ziemlich düster und in weiten Teilen distanziert. Mir wurde es ein bisschen zu viel mit den düsteren Panels - aber das ist persönliche Geschmacksache.

Ich vergebe vier Sterne für die düstere Manhua-Adaption von Cixin Lius modernem Klassiker, die bei mir die Hemmschwelle für den Einstieg in seine Welt erheblich herabgesetzt hat.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Jeder Schurke braucht einen Helden

Thousand Autumns. Buch 1
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Jeder Schurke braucht einen Helden.

Tja, was soll ich sagen - ich war neugierig auf das chinesische Light Novel von einer sehr populären Autorin im asiatischen Raum. Es ist übrigens einer der ersten ...

Jeder Schurke braucht einen Helden.

Tja, was soll ich sagen - ich war neugierig auf das chinesische Light Novel von einer sehr populären Autorin im asiatischen Raum. Es ist übrigens einer der ersten Light Novels, die im Programm eines Publikumsverlags erscheinen, der keine Mangasparte hat.

Es hat mich stark an „Tiger & Dragon“ erinnert, dem Drama, das Anfang der 2000er aus dem asiatischen Raum zu uns hinüber schwappte. Sowohl die Kampfkunst als auch die Dialoge. Ich mochte den Film damals.

Die Hauptfiguren sind beide sehr starke Charaktere, aber auf denkbar gegensätzliche Weise. Shen Qiao ist der Anführer einer Kampfkunstschule, er hat ein reines Herz. Doch sein Leben ändert sich, als er nach einem Kampf nur schwer verletzt überlebt und all seine erworbene Stärke verliert. Yan Wushi findet ihn - und nimmt ihn mit an die Huanyue-Schule, doch nicht etwa mit der ehrenvollen Absichten. Er will ihn gesund pflegen - und sein reines Herz verderben. Shen hat zu allem Überfluss sein Gedächtnis verloren und Yan gibt sich als sein Meister aus …

Aber halt, ganz so einfach ist es nicht. Es entwickelt sich trotz der angekündigten BoysLove Prämisse zunächst in eine andere Richtung. Schon nach wenigen Dutzend Seiten sucht sich Shen allein seinen Weg durch das altertümliche China auf der Suche nach alter Stärke. So manches mal werden ihm auch Wegbegleiter oder Gegner zur Seite gestellt.

Meng Xi Shi webt sehr viel historischen Input mit ein - interessant, keine Frage! Aber wenn ihr mich jetzt nach Details fragen würdet, ich würde nichts mehr wissen. Es war faszinierend, so viel über die Geschichte Chinas zu erfahren. Doch ohne tiefere Vorkenntnis bleibt nicht allzu viel haften. Ich kann mir aber vorstellen, dass der geschichtliche Inhalt - so aufgearbeitet - im asiatischen Raum Erfolge feiert. Für mich war er einfach zu dicht.

Der Schreibstil hat dafür gesorgt, dass ich schnell im Buch voran kam. Einfach, flüssig und manchmal sarkastisch. Insbesondere die Dialoge zwischen Shen und Yan fand ich sehr amüsant. Die beiden waren wie Feuer und Wasser, die aufeinander prallen. Auch die Beschreibungen von Landschaft und Städten sorgten bei mir für Kopfkino. Andererseits war ich immer nur der Beobachter von der Seitenlinie aus. Die tiefgehende Auseinandersetzung mit der Handlung hat mir gefehlt. Warum ist Wushi beispielsweise so wie er ist? Solche Sachen haben mich einfach nicht erreicht.

Der erste Band ist prachtvoll aufgemacht. Ich war hin und weg. Artwork im Mangastyle, eine farbige Karte. Ein Namenverzeichnis, ein Glossar, ein Grußwort der Autorin, Anmerkung der Übersetzerin, Fußnoten im Fließtext, wo der westliche Leser darüber stolpern könnte - kurzum: Der Verlag hat wirklich alles getan, um uns den Einstieg ins Buch so einfach wie möglich zu machen!

Fazit? Es gibt viele Aspekte, die ich wirklich gut fand. Insbesondere das Magiesystem hat mich begeistert, weil ich es aus vielen Animeserien wiedererkannt habe. Doch richtig begeistern konnte mich „Thousand Autums“ nicht. Der letzte Funke hat für mich gefehlt.

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Veröffentlicht am 11.04.2025

Ein Genremix, der mich begeistert

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton

„Die größten Errungenschaften waren schon immer mit den größten Risiken verbunden. (…) Beginne deinen Countdown, Abi. In vier Tagen haben wir entweder ...

Der letzte Mord am Ende der Welt von Stuart Turton

„Die größten Errungenschaften waren schon immer mit den größten Risiken verbunden. (…) Beginne deinen Countdown, Abi. In vier Tagen haben wir entweder die Welt verändert oder sind bei dem Versuch zu Grunde gegangen.“

Über diese Prämisse musste ich schmunzeln. Denn der durchaus skurrile Satz bedeutet zwei Dinge:
Erstens - wir haben es mit einem typischen Turton zutun - skurril, rätselhaft und neuartig. 2. Den Figuren bleibt nicht viel Zeit, die Karre aus dem Dreck zu ziehen. Beste Voraussetzungen also für ein richtig cooles Buch. Ich mag Turtons nebulösen Stil eh, er lässt den Leser bis zum Schluss im Unklaren. Von daher habe ich auch nicht erwartet, allzu viel sofort zu verstehen. Und tatsächlich. Ich fand mich in einem Dorfidyll wieder, wurde an die Hand genommen, lernte die Bewohner und ihre Rollen kennen, traf die Wissenschaftler - und war auf einmal mitten drin.

Stuart Turton gibt dem Leser nur Häppchenweise Informationen über das Dorf und die Insel - und vor allen Dingen, was es damit auf sich hat. Warum geistert ein Nebel um die Insel? Und was geschieht des Nachts? Und Mittendrin - während wir Antworten auf diese durchaus wichtigen Fragen suchen, geschieht ein grausamer Mord, der eigentlich gar nicht sein darf, denn auf der Insel gibt es keine Verbrechen. Wir müssen von da an also mit zwei „Messern“ jonglieren (mir persönlich hat das viel Spaß gemacht!).

Die Dorfbewohnerin Emory bekommt den Auftrag, Ermittlungen über den Mord anzustellen. Zur Seite stehen ihr dabei ihre Tochter Clara und ihr Vater Seth - sie haben alle drei nicht das beste Verhältnis zueinander, doch die Zeit drängt. Für mich waren die Diskrepanzen, die unter den Dreien herrschten, das Salz in der Suppe. Es würzte die Beziehung und verlieh den Figuren Substanz. Ihre unterschiedlichen Ziele und Träume und Rachegelüste.

Der Ich-Erzähler war für mich das Highlight. Ich will gar nicht zu viel vorweg nehmen. Aber den Ich-Erzähler erst mal auszumachen und herauszufinden, wer und was er eigentlich ist, hat mir schon mal viel Spaß gemacht. Generell stellen sich zu Beginn viele Fragen, die erst im Laufe der Zeit beantwortet werden - und die wieder neue Fragen um die Existenz und die Daseinsberechtigung der Lebensformen aufwerfen. Manchmal tönten für mich auch deutliche politische Stimmen durch die Zeilen.

Ich habe auch immer wieder gern auf die Karte und das Personenverzeichnis am Anfang zurückgegriffen!

Turton hatte Mut zur Lücke. Manchmal jagten wir förmlich durch die Stunden und Tage, die uns noch blieben. Auf der einen Seite fand ich den Stilbruch über weite Strecken cool - ich hatte wirklich zu tun, dass ich mitgekommen bin und alle Informationen verarbeiten konnte. Auf der anderen Seite hätte ich mir ein paar mehr Infos gewünscht.

Ein dystopischer Endzeitkrimi, der Laune macht! 4,5 Sterne

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