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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2019

Was für ein Show-Down! Lest diese Dilogie!

Dark Age 2: Hoffnung
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Wer sich mein Bücherregal anschaut, merkt relativ schnell, dass sich ein riesengroßer Fan von Sabine Schulter und ihren Geschichten bin. Der erste Teil von Dark Age hat mir gut gefallen und mich unterhalten, ...

Wer sich mein Bücherregal anschaut, merkt relativ schnell, dass sich ein riesengroßer Fan von Sabine Schulter und ihren Geschichten bin. Der erste Teil von Dark Age hat mir gut gefallen und mich unterhalten, aber er hat mich nicht unbedingt Nächte durchlesen lassen. Der Auftakt war in jedem Fall so gut, dass ich unbedingt die Fortsetzung lesen wollte. Diese hat mich wieder vollends überzeugt. In meinen Augen war sie stärker als der erste Teil und tausend prozentig lesenswert.

Die Charaktere sind zwar die gleichen, dennoch ist erst einmal die Grundstimmung eine andere. Liz hat am Ende des ersten Teils herausgefunden, dass sie eine mächtige Quelle ist und dass sie ihren ehemaligen Partner Samuel verloren hat. In Trauer versunken zieht sie sich erst einmal zurück – auch vor Nick. Auch wenn sie noch die gleiche ist, hat sie andere Fähigkeiten und wirkt noch tougher. Ich mochte diese Liz sehr.

Dadurch dass in dem Buch der Fokus auf den Charakteren und ihren Entwicklungen liegt, kann der Leser schnell das Gefühl die Personen noch besser zu kennen. So ging es mir zumindest mit Liz, Nick und einigen Nebencharakteren. Jeder hat hier seine eigene, individuelle Persönlichkeit und gegebenenfalls auch die ein oder andere Macke. Es ist so herrlich, dass die Personen nicht perfekt sind und so auch im realen Leben existieren könnten – bis natürlich auf die Magie.

Gefühlt gab es in diesem Teil mehr überraschende Wendungen, sodass ich ihn als spannender empfunden habe. Es gab genug Aspekte, bei denen ich spekulieren sowie miträtseln konnte und bei manchen lang ich sogar richtig. Die ein oder andere Entwicklung hätte ich so jedoch nicht erwartet, was ich richtig gut fand. Bei Büchern liebe ich einfach Überraschungen.

Alles, was ich vielleicht noch im ersten Teil ein kleines bisschen vermisst habe, habe ich in der Fortsetzung bekommen. Es gab eine spannende Handlung, viele Emotionen und tolle Charaktere. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert und musste einfach erfahren, wie es weitergeht. Eine geniale Geschichte, der ich gerne wieder die volle Punktzahl gebe. Ich habe mich in Liz, Nick und die ganze Truppe verliebt. Von mir aus hätte es gerne noch mehr Teile geben können.

Veröffentlicht am 11.06.2019

Shades of Grey nur ohne Fesselspielchen

The Mister
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Irgendwie war "Shades of Grey" unterhaltsam geschrieben und es hat immerhin so viele Gesprächsthemen geliefert, dass es überall im Munde war. Daher war ich gespannt darauf, den neuen Roman von E.L. James ...

Irgendwie war "Shades of Grey" unterhaltsam geschrieben und es hat immerhin so viele Gesprächsthemen geliefert, dass es überall im Munde war. Daher war ich gespannt darauf, den neuen Roman von E.L. James zu lesen bzw. in meinem Fall dieses Mal zu hören. Das Positive an diesem Hörbuch ist, dass es mit 16,5 Stunden ungekürzt den gesamten Roman wiedergibt und der Leser keine Übergänge oder Nebenhandlungen verpasst. Das war für mich leider auch schon der einzige positive Aspekt.

Die Geschichte startet mit einem sehr reichen Mann namens Maxim, der gerade einen Adelstitel geerbt hat, ein wahrer Womanizer ist und ansonsten ein guter DJ, ein Model, Fotograf und Komponist ist. Die weibliche Hauptrolle Alessia ist aus Albanien geflohen, spricht kaum englisch, hatte noch nie eine Beziehung und arbeitet nun als Putzfrau. Die beiden Hauptcharaktere könnten also schon nicht unterschiedlicher sein. Alleine schon die Eckdaten zeigen einige Parallelen zu den anderen Büchern der Autorin. In meinen Augen waren die Gemeinsamkeiten zu viel und die Geschichte hatte hier zu wenig neue Seiten. Es fühlte sich häufig so an, als ob die Personen nur neue Namen und Berufe haben, aber ansonsten sind die Rollenverteilungen und die Charakterzüge ziemlich gleich.

Maxim ist einfach nur perfekt. Er kann nahezu alles und ist extremst selbstbewusst. Er wollte nie eine längerfristige Beziehung haben und hatte aufgrund seiner vielen Beruf auch immer ein ausreichendes Angebot an Frauen. Da stellte sich mir schnell die Frage, was er dann so an seiner Putzfrau findet. Hier kann er nach der ersten Begegnung nicht mehr aufhören an sie zu denken. In meinen Augen passt das nicht zu der Gestaltung des Charakters.

Alessia ist außergewöhnlich naiv. Sie kommt aus Albanien und da kann es schwer sein sich an ein anderes Land zu gewöhnen. Ich kann mir gut vorstellen, dass England moderner als Albanien ist, aber hier wird ihre Herkunft teilweise fast schon barbarisch dargestellt. Sie ist an einer Stelle begeistert, dass Maxim mit geschlossenem Mund kauen kann. In einer anderen Szene ist sie fasziniert von einer Kreditkarte und nennt sie eine Wunderkarte. So unterentwickelt ist Albanien auch nicht, dass man dort keine Manieren oder keine normalen Zahlungsmöglichkeiten kennt.

Die Handlung startet insgesamt sehr langsam. Gefühlt passiert in der ersten Hälfte nicht viel außer kleinen Dialogen und häusliche Szenen, in den Alessia Maxims Wohnung putzt. Nach der Hälfte passiert etwas mehr, aber Spannung hat sich hier nicht sonderlich stark aufgebaut. Die Geschichte zieht sich, vor allem weil es hier zu viele sprachliche Wiederholungen gibt. Manche Sätze werden wortwörtlich zwei oder drei Mal in kurzer Zeit wiederholt. Das sorgt nicht dafür, dass der Roman fesselnder wird.

Leider endet hiermit meine Kritik nicht. Ein weiterer Punkt gilt der Sprecherin. Maxims Sprecher ist gut gewählt und hat eine angenehme Stimme. Alessias Sprecherin hat allerdings eine sehr kindliche Stimme. Dies passt zwar zu einigen Charakterzügen wie beispielsweise der Naivität und der Unerfahrenheit. Jedoch ist diese zum Teil zu jung und gerade bei den Schlafzimmerszenen ist eine solche Stimme eher unpassend sowie störend.

Mich konnte das Hörbuch und damit eingeschlossen die Handlung nicht überzeugen. Es war zu vorhersehbar und es fehlte eine fesselnde Handlung. Die Charaktere wirkten auf mich nicht authentisch und die Beziehung sich den beiden war einfach nur überstürzt. Ich würde hier gerne mehr positive Aspekte nennen, aber in meinen Augen gibt es diese schlichtweg nicht.

Veröffentlicht am 07.06.2019

Ein perfektes 5-Sterne-Menü!

The Opposite of You
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"Ich war Chefin meiner eigenen Küche. Ich war Unternehmerin. Meine ursprünglichen Träume hatte ich ein wenig anpassen müssen, war aber wieder aufgestanden und hatte mir neue Träume erschaffen. Mir neue ...

"Ich war Chefin meiner eigenen Küche. Ich war Unternehmerin. Meine ursprünglichen Träume hatte ich ein wenig anpassen müssen, war aber wieder aufgestanden und hatte mir neue Träume erschaffen. Mir neue Ziele gesetzt. Und ich war auf dem besten Weg, sie zu erreichen. Warum fühlte es sich nur so an, als würde ich es mir zu leicht machen?"

Normalerweise gehe ich bei einer Rezension erst einmal etwas sachlicher vor, aber das Buch hat mich einfach nur begeistert. Es war echt eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Es gibt hier authentische Charaktere, Tiefgang, Gefühle und amüsante Dialoge. Alle meine Wünsche an das Buch wurden erfüllt, wenn nicht sogar mehr als erfüllt. Stellt euch also darauf ein hier ein Loblied von mir zu hören.

Vera ist die Erzählerin der Geschichte. Sie hat ein paar schwierigere Jahre hinter sich, musste ihre Lebensziele komplett überdenken und versucht nun mit einem Foodtruck neu anzufangen. Eigentlich wollte sie immer Chefin in einer Restaurantküche sein, also genau das, was Killian aktuell ist. Er ist total gegensätzlich zu ihrem sonnigen Gemüt und überhaupt nicht begeistert, als sie gegenüber von seinem Restaurant den Foodtruck hinstellt.

Die Dynamik zwischen den beiden ist von anfang an spannend. Ich konnte mir beide Sichtweisen sehr gut vorstellen und warum die Charakter so reagieren. Es ist keine Liebe auf der ersten Blick, sondern eher eine Abneigung. Hier wird teilweise harte Kritik und das ein oder andere unfreundliche Wort ausgewechselt. Warum soll man jemandem, den man nicht kennt und der eine potenzielle Bedrohung für das eigene Geschäft ist, freundliche Worte schenken? Der Start passte hier also ziemlich gut und wirkte echt. Noch interessanter war es dann, mitzuerleben, wie sich die Dynamik ändert und die beiden sich näher kennenlernen.

Ich liebe selber auch gutes Essen und das Kochen. Es ist neben dem Lesen eine zweite Leidenschaft von mir. Es war hier genial, dass beides kombiniert wurde. Die Rezepte werden schon häufiger genannt, aber nehmen nicht überhand und ich konnte mir die einzelnen Kompositionen sehr gut vorstellen. Ich hatte hier köstliche Bilder vor Augen und hätte am liebsten auch direkt am Foodtruck meine Bestellung aufgegeben. Stellt euch beim Lesen also auf das ein oder andere Magenknurren ein.

Neben den Hauptpersonen gibt es auch einige Nebencharaktere, die hier bereits eine starke Persönlichkeit haben. Mich hat es sehr gefreut, als ich gesehen habe, dass diese Charaktere in den nächsten Bänden ihre Geschichte erzählen dürfen. Im zweiten Band wird es mit Veras bester Freundin Molly weitergehen, die wir hier schon als Künstlerin und kecke Person kennengelernt haben. Ich freue mich schon ungemein auf ihr Buch.

Falls es noch nicht deutlich geworden sein sollte, mich hat das Buch einfach nur begeistert. Wenn ihr also eine wunderschöne Liebesgeschichte lesen wollt oder einfach nur eine gute Inspiration für das nächste Kochevent sucht, dann lest unbedingt dieses Buch.

Veröffentlicht am 22.05.2019

Viele wichtige Themen, die leider ungünstig adressiert werden

Elite
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"Aber so funktioniert das ja an einem Ort wie hier. Gerüchte werden zu Geschichten. Geschichten werden zur Wahrheit. Und wir richten unser Leben nach den Lügen aus, die wir glauben - zumindest so lange, ...

"Aber so funktioniert das ja an einem Ort wie hier. Gerüchte werden zu Geschichten. Geschichten werden zur Wahrheit. Und wir richten unser Leben nach den Lügen aus, die wir glauben - zumindest so lange, bis die eigentliche Realität überwältigend wird. Und was dann?"

Eine Highschool voller privilegierten Schülern und ein Außenseiter, der mit einem Eishockey-Stipendium an diese Schule wechselt... Das klang für mich sehr nach der Serie Gossip Girl. Darüberhinaus noch eine Schülerin, die sich für Gleichberechtigung einsetzt... Das hörte sich zudem nach dem notwendigen Tiefgang an, um einen gehaltvollen Jugendroman zu kreieren. Alle Zutaten für ein spannendes Leseerlebnis waren somit gegeben.

Mit dem Beginn des Buches startet auch ein neues Schuljahr. Für James ist hier auch einiges neu, sodass der Leser aus seiner Sicht viele notwendige Informationen bekommt. Für Jules ist es nur ein weiteres Schuljahr und bei ihr merkt man deutlich, dass sie bereits die anderen Schüler sowie Lehrer kennt und auch schon eine Vorgeschichte hat. Bei ihr wäre eine kleine Einleitung hilfreich gewesen, weil sich so Zusammenhänge erst spät erschließen.

Die Geschichte wird aus James und Jules Sicht erzählt, jedoch gibt es auch noch zwei weitere Charaktere, die hier viel Raum einnehmen und dadurch auch viele andere Themen adressieren. So wird hier nicht nur alltäglicher Sexismus, Diskriminierung und Klassenunterschiede sondern auch Homosexualität oder Vergewaltigungen angesprochen. In meinen Augen sind dies alles äußerst wichtige Themen, die nie genug verdeutlicht werden können. Hier fand ich jedoch die Darstellung häufig nicht glaubwürdig und zu oberflächlich. Ich hätte mir hier manches Mal gewünscht, dass weniger Themen und diese dafür detaillierter angesprochen würden.

James beispielsweise setzt sich dafür ein, dass die Mädchen nicht nur als sexuelle Objekte sondern als Individuen betrachtet werden. Ebenfalls eine wichtige Botschaft - vor allem in einem Jugendroman. Unrealistisch wird sein Engagement dadurch, dass er sich gleichzeitig mit Freunden umgibt, die Mädchen besonders so betrachten und hier lange Zeit nichts sagt. Hier ist der Gedanke leider nicht zu Ende gedacht.

Über die Vielzahl an Themen ist mir auch die emotionale Ebene zu kurz gekommen. Ein Einzelschicksal ist immer einprägsamer als eine generalisierte Aussage. Da die Aussagen nicht so persönlich adressiert wurden, konnte ich wenig mitfühlen und hatte häufig das Gefühl nur ein Bericht oder eine Ansammlung von Appellen zu lesen. Das hat so weit geführt, dass ich vor allem im Mittelteil beim Lesen gelangweilt und nur noch das Buch weitergelesen habe, um vielleicht irgendwann noch positiv überrascht zu werden. Eine positive Überraschung gab es hier leider nicht für mich.

Insgesamt enthält das Buch viele wichtige Gedankengänge, die hier jedoch eher dürftig umgesetzt sind. Im Genre der Jugendromane gibt es da leider viele Bücher, die mit dieser Thematik besser umgehen und die ich bevorzugen würde. Ein unterhaltsamer, tiefgründiger Roman im Stil von "Gossip Girl" war es in meinen Augen nicht.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Manchmal ist weniger mehr

The Ivy Years - Wenn wir vertrauen
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Aus den vorherigen Reihen ist mir Bella ans Herz gewachsen. Ich mochte, wie locker sie mit ihren Eishockey-Jungs umgeht und wie sie sich auch für Graham eingesetzt hat. Bevor ich auch nur die erste Seite ...

Aus den vorherigen Reihen ist mir Bella ans Herz gewachsen. Ich mochte, wie locker sie mit ihren Eishockey-Jungs umgeht und wie sie sich auch für Graham eingesetzt hat. Bevor ich auch nur die erste Seite gelesen hatte, hatte sie somit schon einige Sympathiepunkte gesammelt. Rafe ist ein neuer Charakter in diesem Buch, sodass er nicht in den Genuss von Vorschusslorbeeren kam.

Mit freudiger Erwartung habe ich somit das Buch aufgeschlagen und bin in Bellas Geschichte eingetaucht. So glücklich und sympathisch, wie sie mir zuvor schien, war sie dann zunächst doch nicht. Obwohl ich sie schon kannte, habe ich lange keinen Zugang zu ihr gefunden. Hier wird versucht sie deutlich vielschichtiger darzustellen und sie hinterfragt sehr stark ihr eigenes Verhalten. Generell ist das ein guter Wesenszug, aber der hat hier zum Teil zu mehr Widersprüchen geführt.

Bei Rafe ist es ähnlich. Auch er soll komplex sein, aber viele Informationen erhält der Leser erst sehr spät, sodass er zunächst einmal Rafes Reaktionen einfach nicht verstehen kann. Die Widersprüche beziehungsweise diese Wissenslücken haben dazu geführt, dass ich mich mit dem ersten Drittel sehr schwer getan habe. Als ich dann einen Zugang zu den Personen gefunden hatte, sind sie mir auch deutlich sympathischer geworden und ich habe ihr tatsächliches Kennenlernen sowie Miteinander ausgesprochen gerne gelesen.

Ein weiterer Kritikpunkt an diesem Band ist die Vielzahl der Themen. Ich mochte es sehr, dass bei den bisherigen Büchern der Reihe einzelne Themen, mit denen man sich sonst vielleicht nicht so detailliert auseinander setzt, angesprochen wurden. Hierzu zählen für mich Coreys Behinderung oder auch Grahams Outing. Bisher wurde eigentlich immer ein großes Thema für ein Buch gewählt. In diesem Teil gibt es einen solchen Fokus nicht. Es werden zwar auch viele ernste Themen angesprochen, jedoch werden sie nur am Rande behandelt. Es war außerdem eine so große Vielzahl, dass einzelne Themen nur mit wenigen Sätzen abgehandelt werden, obwohl sie eigentlich viel mehr Beachtung verdient hätten. Ich hätte mir hier sehr gewünscht, dass weniger gesellschaftliche Probleme und diese dafür detaillierter angesprochen werden.

Insgesamt hatte ich somit nach ein paar Startschwierigkeiten echt Spaß beim Lesen der Geschichte. Wenn ich jedoch dieses Buch mit den anderen Teilen der Reihe vergleiche, dann ist es deutlich schwächer und dann haben mir die anderen Bände mehr zugesagt.