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Insel der RattenMit Insel der Ratten entwirft Jo Nesbø eine düstere Zukunftsvision, die erschreckend nah anknüpft. Nach einer Pandemie ist die gesellschaftliche Ordnung zusammengebrochen. Gewalt und das Recht des Stärkeren ...
Mit Insel der Ratten entwirft Jo Nesbø eine düstere Zukunftsvision, die erschreckend nah anknüpft. Nach einer Pandemie ist die gesellschaftliche Ordnung zusammengebrochen. Gewalt und das Recht des Stärkeren bestimmen den Alltag. Während die Reichen versuchen, sich auf einem autarken Flugzeugträger vor dem Chaos zu retten, kämpfen die übrigen Menschen ums nackte Überleben.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen der Jurist Will Adams und der Unternehmer Colin Lowe, enge Freunde. Als Wills Familie Opfer brutaler Gewalt wird und Colins Sohn Brad als Anführer der Bande eine zentrale Rolle dabei spielt, entwickelt sich ein Streit, der auf eine unausweichliche Konfrontation zusteuert. Durch Rückblicke und wechselnde Perspektiven wird nach und nach deutlich, wie es zu dieser Situation gekommen ist.
Für mich persönlich war das Buch auf jeden Fall an vielen Stellen viel zu brutal. (Geschmackssache!) Die Darstellung von Gewalt, insbesondere gegenüber Frauen, ist detailliert und heftig. An vielen Stellen war es für mich wie ein Splatter und gefühlt wurde nur Gewalt beschrieben. Gleichzeitig wurde dieses nicht reflektiert oder aufgelöst. Dadurch bleiben einige emotionale Momente hinter ihrem eigentlichen Potenzial zurück. Da ich diesen Autor schon länger im Auge hatte und etwas von ihm lesen wollte, war ich etwas enttäuscht.
Trotz dieser Schwächen ist Insel der Ratten eine fesselnde und erschreckend realistische Gesichte. Wer spannende Endzeitgeschichten mit gesellschaftskritischen Themen mag, wird hier bestens unterhalten.