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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.01.2026

Provokant, dunkel und fesselnd

Woman Down
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Als die Autorin Petra Rose sich nach einem Shitstorm in eine gemütliche Hütte am See zurückzieht, um einen neuen Roman zu schreiben, klopft eines Tages Detective Nathaniel Saint an ihre Tür. Petra traut ...

Als die Autorin Petra Rose sich nach einem Shitstorm in eine gemütliche Hütte am See zurückzieht, um einen neuen Roman zu schreiben, klopft eines Tages Detective Nathaniel Saint an ihre Tür. Petra traut ihren Augen kaum, denn dieser Mann ist das Ebenbild ihrer neuesten Romanfigur. Die beiden beginnen ein Spiel, bei dem der Leser Herzklopfen bekommt.

Was ich direkt loswerden möchte: Dieses Buch mit "Verity" zu vergleichen ist meiner Meinung nach "Woman Down" gegenüber nicht fair. Verity war für mich ein absolutes Highlight und dementsprechend hohe Erwartungen hatte ich, nach diesen Ankündigungen. Und ich denke, dass die gemischten Reaktionen auch daher kommen. Unabhängig betrachtet hat mir persönlich Woman Down jedoch sehr gut gefallen.

Ich bin locker leicht in die Geschichte gestartet, getragen von Hoovers wunderbaren Schreibstil. Petra war mir zu beginn nicht sehr sympathisch, doch ihre Figur war sehr gut und umfangreich gezeichnet. Auch das Setting mit der Hütte am See und den seltsamen Vermietern hat gut ins Bild gepasst.

Die Spannung lässt nicht lange auf sich warten und wird konstant immer wieder aufgebaut, ohne dass es langweilig wird. Dabei ist die Handlung für mich absolut sinnvoll und die Spannung wird geschickt in das Geschehen eingebunden, sodass sie nicht aufgesetzt wird. Romantik & Spice kommen definitiv nicht zu kurz und alles zusammen ergibt für mich die perfekte Mischung aus Spannung & Romantik. Die Beziehung der beiden Hauptfiguren ist moralisch fragwürdig, abgründig und teilweise schockierend, aber die Autorin schafft es, dass man nachvollziehen kann, wie Petra sich fühlt und wieso sie selbst diese Entscheidungen trifft.

Ein kleines bisschen enttäuscht war ich vom Ende, ich hatte beim Lesen andere Möglichkeiten erwartet und hätte gedacht, dass dafür auch Potenzial da war. Ich hatte irgendwie das Gefühl, die Autorin hat sich nicht mehr getraut, den ganz großen Schock einzubringen. Trotzdem gibt es Plot Twists, während der Geschichte und am Ende.

Mich hat die Geschichte gefesselt und ich würde sie empfehlen. Für mich ein gelungenes Comeback von Colleen Hoover, bei dem sie sich selbst treu geblieben ist.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Schonungslos direkt

Half His Age
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Waldo ist 17, geht zur Schule und hat nicht nur mit sich selbst, sondern mit den Unbequemlichkeiten des Lebens zu kämpfen: Ihre junge Mutter ist geistig und meist auch körperlich abwesend, das ...

Waldo ist 17, geht zur Schule und hat nicht nur mit sich selbst, sondern mit den Unbequemlichkeiten des Lebens zu kämpfen: Ihre junge Mutter ist geistig und meist auch körperlich abwesend, das Geld ist knapp, und das Leben in der weißen Unterschicht irgendwie unfair. Nur gefüllte Warenkörbe und körperliche Nähe können Waldos inneres für kurze Zeit beruhigen. Als sie zu beginn des Schuljahres ihren neuen Lehrer Mr. Korgy kennenlernt, entfesselt er eine Seite in ihr, die wild, leidenschaftlich und besessen ist. Mr. Korgy schätzt ihr Schreibtalent und gibt Waldo das Gefühl, gesehen zu werden. Es gibt nur ein Problem: Seine Frau und sein Kind.

Der Schreibstil ist unglaublich flüssig, leicht und trägt den Leser schonungslos ehrlich durch diese wilde Geschichte. Er lässt einen total in die Gedanken von Waldo abdriften, man kann sich gut in sie hineinversetzen. Die Autorin nutzt Wörter, die man aus Romanen nicht gewohnt ist und genau das macht es so echt, weil es die Protagonistin treffend beschreibt. Zeitweise auch zum schmunzeln oder stutzen, wenn Dinge genau so direkt ausgesprochen werden, wie sie nun mal sind.
Auch die Storyline kommt nicht zu kurz, man kann die Entwicklungen der Protagonisten verfolgen, während sie sich selbst treu bleiben.

Ein fesselnder Roman über Klassenunterschiede, unbequeme Wahrheiten, Obsession und das Streben nach einem besseren Leben. Die Monologe bringen eine Nähe zu Waldo, dass ich das Gefühl hatte, sie persönlich zu kennen. Ihre schonungslos ehrlichen Gedanken machen diese Geschichte einzigartig und fesselnd.

Eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Spannendes Thema

Verlorenes Herz (The Last Bloodcarver, Band 1)
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Nhika ist eine Heartsooth, jemand, der andere durch Berührung heilen oder schädigen kann. In der Stadt in der sie lebt sind ihresgleichen verpönt und gelten als gefährlich, daher muss sie sich als letzte ...

Nhika ist eine Heartsooth, jemand, der andere durch Berührung heilen oder schädigen kann. In der Stadt in der sie lebt sind ihresgleichen verpönt und gelten als gefährlich, daher muss sie sich als letzte überlebende ihrer Familie stets bedeckt halten. Sie schlägt sich allein durch, ist nicht wirklich glücklich und fühlt sich, als sei sie allein auf dieser Welt. Als sie durch einen schicksalhaften Tag die Kinder einer Reichen Familie trifft, ändert sich für sie alles. Sie soll dabei helfen, einen Mordfall aufzuklären und bringt sich dadurch selbst in Gefahr.

Die Grundidee dieser Geschichte hat mir extrem gut gefallen! Die Mischung aus medizinischem Wissen und Fantasie ist einfach super spannend! Nhika ist eine sympathische Hauptperson, die ihre Ecken und Kanten hat. Sie ist bereits in jungen Jahren vom Leben gezeichnet und wird von der Autorin sehr gut dargestellt, ich mochte sie mit jeder Seite mehr.
Der Schreibstil ist locker, an manchen jedoch Stellen etwas verwaschen, dass ich mit der Logik erst nicht ganz mitgekommen bin. Die Gabe von Nhika wird nicht direkt umfassend erklärt, man wird eher in die Geschichte geworfen, ohne wirklich zu wissen was passiert. Trotzdem lernt man schnell und versteht sowohl Nhikas Herausforderungen, als auch was sie so besonders macht.

Im Mittelteil hat die Spannung für mich etwas nachgelassen, da fiel es mir kurzzeitig schwer, dranzubleiben. Die Liebesgeschichte konnte mich nicht so ganz erreichen, für mich stand Nhikas Gabe immer im Vordergrund. Trotzdem war der Twist dann überraschend und die Handlung gegen Ende wieder spannend. Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der animiert, das nächste Buch zu kaufen - trotzdem bin ich recht zufrieden mit dem Ende.

Eine spannende Story mit einem Hauch Romantik und einer starken Protagonistin mit außergewöhnlicher Gabe :)

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Emotionen, Kleinstadt Feeling und Spannung

Harpers Ferry. Lose Me Once
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Vor 1,5 Jahren ist Emery aus ihrer Heimatstadt "Harpers Ferry" geflohen. Weg von ihrer Großmutter, bei der sie aufgewachsen ist. Weg von der wundervollen Gemeinschaft, in der jeder auf jeden aufpasst. ...

Vor 1,5 Jahren ist Emery aus ihrer Heimatstadt "Harpers Ferry" geflohen. Weg von ihrer Großmutter, bei der sie aufgewachsen ist. Weg von der wundervollen Gemeinschaft, in der jeder auf jeden aufpasst. Aber vor allem weg von ihrer großen Liebe Luke, der ein dunkles Geheimnis bewahrt, von dem niemand weiß. Nicht einmal Luke weiß, dass Emery sah, was er getan hat. Als sie nun in ihrer Heimat zurückkehrt, weil ihre geliebte Großmutter verstorben ist, muss sie sich nicht nur den alten Gefühlen für Luke stellen, sondern auch jener verhängnisvollen Nacht...

Ich konnte dieses Buch kaum aus der Hand legen. Bereits die ersten Seiten haben mich mit dem angenehmen und sehr flüssigen Schreibstil sofort in ihren Bann gezogen. Und auch Emery war mir als Protagonistin sehr sympathisch! Genau wie Luke, der ein bisschen geheimnisvoll aber sehr anziehend wirkt (Ja, er könnte der perfekte Book Boyfriend sein). Beide zusammen teilen einen guten Humor, der mich bei der ein oder anderen Konversation zum Schmunzeln gebracht hat.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt: Die Gegenwart von Emery und die Vergangenheit aus Lukes Sichtweise. Dadurch bekommt man als Leser einen umfassenden Einblick in die Geschichte der beiden und hat das Gefühl, sie wirklich zu kennen und auch die Emotionen nachfühlen zu können. Beide Erzählstränge laufen dann irgendwann zusammen und ergeben ein klares Bild - mega! Die Dorfgemeinschaft in Harpers Ferry hat mein Herz erobert, es ist wirklich ein super schönes Setting, man würde am liebsten hinziehen. Und natürlich die Emotionen von Luke und Emery, ich finde man hat richtig die Liebe zwischen ihnen spüren können. Ich wollte beide zwischendurch schütteln oder in den Arm nehmen, so sehr konnte mich die Geschichte erreichen. Es ist eine Lovestory, die sehr authentisch und real beschrieben wird, die Chemie stimmt zwischen den beiden.

Natürlich kommt auch die Spannung nicht zu kurz. Sie baut sich über das Buch hinweg langsam auf, zwischendurch weiß man nicht, wem man trauen kann und stellt alles gelesene in Frage. Ich wollte so sehr an das Guten in den Figuren denken, doch manchmal hab ich echt gezweifelt. Am Ende gibt es ein paar spannende Plot Twists, die das ganze Rund machen.

Eine tolle Liebesgeschichte in einem heimeligen Setting mit einem netten Anteil Suspense und einem runden Ende: was will man mehr?

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Veröffentlicht am 09.12.2025

Gute Idee, leider schwach umgesetzt

The Nightmare Before Kissmas
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Die Grundidee des Buches hat mich sofort angesprochen: Feiertage als königliche Dynastien zu inszenieren, die miteinander in Beziehung stehen, eröffnet eine originelle, fast märchenhafte Welt. Auch der ...

Die Grundidee des Buches hat mich sofort angesprochen: Feiertage als königliche Dynastien zu inszenieren, die miteinander in Beziehung stehen, eröffnet eine originelle, fast märchenhafte Welt. Auch der lockere Schreibstil und die immer wieder eingestreuten Gruppenchats sorgen dafür, dass sich die Geschichte insgesamt leicht lesen lässt und zwischendurch angenehm aufgelockert wird.

Trotzdem hatte ich während des Lesens manchmal Schwierigkeiten mit den Figuren und der Gewichtung innerhalb der Handlung. Coal steht sehr stark im Mittelpunkt, was dazu führt, dass die anderen Charaktere wie Iris, Kris oder Hex vergleichsweise blass bleiben. Ich hätte mir hier mehr Tiefe und eigene Handlungsräume der Nebenfiguren gewünscht. Zudem war Coals Verhalten für mich nicht immer leicht einzuordnen – er schwankt zwischen sensibel und großzügig, gleichzeitig aber auch impulsiv und teilweise sehr vereinnahmend. Dadurch fiel es mir schwer, die Liebesgeschichte wirklich nachzuvollziehen; sie fühlte sich weniger wie ein langsames Annähern an, sondern eher wie eine sehr schnelle, direkte Fixierung. Das Wort "Besessen" viel oft und auch recht zu Beginn der Lovestory, das hat mich ein bisschen abgeschreckt. Die Spicy Szenen sind sehr ausführlich und ziehen sich über mehrere Seiten, das muss man mögen.

Auch die magische Struktur der Welt blieb für mich an einigen Stellen etwas vage bzw. leider schlecht erklärt. Die Frage, wie genau Feiertage, Magie und die „normalen Menschen“ miteinander verbunden sind, wird nur bruchstückhaft und sehr unglaubwürdig erklärt. Dadurch ging für mich etwas von der möglichen Tiefe des Weltenbaus verloren, obwohl das Konzept an sich großes Potenzial hat. Ebenso hatte ich Schwierigkeiten, Santa als Figur einzuordnen, da seine Darstellung recht düster und machtorientiert ist, was die ansonsten fröhlich-winterliche Atmosphäre teilweise überschattet.

Trotz dieser Punkte bietet das Buch eine außergewöhnliche Idee, lebendige Dialoge und einen leichten, teilweise humorvollen Erzählfluss. Wer nach einer ungewöhnlichen Weihnachtsgeschichte sucht, die klassische Wohlfühlmomente mit einer etwas dunkleren Note verbindet, könnte hier durchaus fündig werden.

Insgesamt ein Buch mit einer spannenden Grundidee, bei dem für mich jedoch manche Aspekte der Figurenzeichnung und des Weltenbaus noch etwas unausgereift wirkten.

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