Profilbild von Luise43

Luise43

Lesejury Profi
offline

Luise43 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Luise43 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.05.2026

Beklemmend, intensiv und leider viel zu kurz

Ins fahle Herz des Sommers
0

Als Fan von Andreas Eschbach und Dystopien war „Ins fahle Herz des Sommers“ für mich ein Muss – auch wenn sich die gut fünf Stunden Laufzeit im Vergleich zu seinen anderen Romanen fast wie eine Kurzgeschichte ...

Als Fan von Andreas Eschbach und Dystopien war „Ins fahle Herz des Sommers“ für mich ein Muss – auch wenn sich die gut fünf Stunden Laufzeit im Vergleich zu seinen anderen Romanen fast wie eine Kurzgeschichte anfühlen.
Eschbach entwirft hier ein erschreckend greifbares Szenario: Ein durch die Klimaerwärmung verglühtes Europa, entvölkert und von einer rätselhaften Seuche gezeichnet. Wir begleiten Fausto, der in einem verlassenen französischen Dorf ausharrt und nur im Schutz der Vollmondnächte Vorräte sammelt. Die Stimmung ist meisterhaft eingefangen – einsam, heiß und hoffnungslos. Als eine mysteriöse junge Frau auftaucht, die der Hitze trotzt, nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Mein Fazit:
Die Geschichte hat mich sofort eingesaugt. Matthias Koeberlin liest, wie gewohnt, auf absolutem Top-Niveau. Einziger Wermutstropfen: Das Ende fühlte sich für mich etwas abrupt an. Gerade als ich vollends in dieser Welt versunken war, war es auch schon vorbei. Dennoch eine klare Empfehlung für Genre-Fans!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Sprecher
  • Thema
  • Cover
Veröffentlicht am 02.05.2026

Gefangen in den eigenen vier Wänden

Das Signal
0

Ursula Poznanski hat mich mal wieder absolut nicht enttäuscht! In ihrem neuen Werk „Das Signal“ begleiten wir Viola Decker, die nach einem schweren Unfall im eigenen Haus nicht nur ein Bein, sondern auch ...

Ursula Poznanski hat mich mal wieder absolut nicht enttäuscht! In ihrem neuen Werk „Das Signal“ begleiten wir Viola Decker, die nach einem schweren Unfall im eigenen Haus nicht nur ein Bein, sondern auch ihre Erinnerung verloren hat.
Wieder zurück daheim beginnt ein psychologisches Verwirrspiel: Ihr Mann Adam engagiert eine Pflegerin, doch Viola fühlt sich weniger betreut als vielmehr überwacht. Als ständig Dinge verschwinden, die sie für ihren Alltag braucht, beginnt sie, ihre Umgebung heimlich zu tracken – und gerät in eine gefährliche Abwärtsspirale aus Misstrauen.
Mein Fazit:
Man erlebt die Geschichte hautnah aus Violas Perspektive mit. Ihr zunächst winziger Radius vergrößert sich langsam, genau wie die Spannung. Die Wendungen sind clever durchdacht, auch wenn das Ende für mich einen Tick zu gewollt wirkte. Dennoch: Ein super Einstieg in die Welt von Poznanski!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Ein purpurnes Abenteuer zwischen den Sternen

Erde 13
0

"Erde 13“ von Andreas Langer ist ein packendes Science-Fiction-Abenteuer, das mich von der ersten Seite an abgeholt hat. Die Geschichte rund um Levi und Gwendolin (beide ca. 10 Jahre alt) ist perfekt auf ...

"Erde 13“ von Andreas Langer ist ein packendes Science-Fiction-Abenteuer, das mich von der ersten Seite an abgeholt hat. Die Geschichte rund um Levi und Gwendolin (beide ca. 10 Jahre alt) ist perfekt auf die Zielgruppe zugeschnitten. Besonders hervorzuheben sind die wunderschönen Illustrationen von Alina Brost – mein einziger kleiner Wermutstropfen: Ich hätte mir sogar noch mehr davon gewünscht!
Der Plot startet direkt emotional: Levi und seine Mutter erwachen aus dem Kälteschlaf, wohlwissend, dass sie fast alle geliebten Menschen zurücklassen mussten. Als bei der Landung auf dem neuen Planeten die Hitzeschilde versagen, findet sich eine kleine Gruppe in einer Rettungskapsel mitten in einem purpurnen See wieder. Ohne Ausrüstung beginnt ein echtes Survival-Abenteuer in einer Welt voller unbekannter Flora und Fauna. Es ist eine Freude, den Planeten durch die Augen der beiden jungen Entdecker zu erkunden. Es wird stellenweise richtig spannend und gefährlich! Ein toller Auftakt, der Lust auf mehr macht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.05.2026

Krieg in seiner grausamsten, ehrlichsten Form

TINTE und SCHWERT, Sonderedition
0

Mit "Die Verwandlung", dem Auftakt seiner Reihe "Tinte und Schwert", ist Matthias Soeder ein meisterhafter historischer Roman gelungen. Er entführt uns in die Abgründe des Dreißigjährigen Krieges und lässt ...

Mit "Die Verwandlung", dem Auftakt seiner Reihe "Tinte und Schwert", ist Matthias Soeder ein meisterhafter historischer Roman gelungen. Er entführt uns in die Abgründe des Dreißigjährigen Krieges und lässt uns das Schicksal von Jacob Wolffen hautnah miterleben. Jacob, ein eigentlich friedfertiger junger Mann mit dem Wunsch, Priester zu werden, verliert durch die Brutalität von Söldnern alles. Sein Weg vom traumatisierten Bauernsohn zum Schanzknecht und schließlich zum Schreiber vor den Toren Pilsens ist von einem einzigen Ziel getrieben: Rache.
Besonders brillant ist der Wechsel der Perspektiven:
-Jacob: Sein innerer Konflikt zwischen tiefem Glauben und dem brennenden Wunsch nach Vergeltung ist greifbar.
-Anna: Durch sie erleben wir die düstere Realität der Hexenverfolgungen und die Unterdrückung der Frau – historisch belegt und oft schwer zu ertragen.
-Heinrich von Hohenfels: Ein skrupelloser Adliger, dessen Gier nach Ruhm über Leichen geht.
Soeder beschönigt nichts. Das "dreckige Geschäft" Krieg wird hier in all seinem Elend, Schmerz und Dreck gezeigt. Dank der exzellenten Recherche fühlt sich das Buch trotz der Spannung eines Thrillers wie eine Zeitreise an. Ein absolutes Highlight für Fans historischer Romane – ich warte sehnsüchtig auf die Fortsetzung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.04.2026

Wichtiges Thema mit etwas zu viel Drumherum

Hazel sagt Nein
0

"Hazel sagt Nein" von Jessica Berger Gross war ein Buch, dem ich mit großer Vorfreude entgegenblickte. Um es vorwegzunehmen: Es hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es meine spezifischen Erwartungen ...

"Hazel sagt Nein" von Jessica Berger Gross war ein Buch, dem ich mit großer Vorfreude entgegenblickte. Um es vorwegzunehmen: Es hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn es meine spezifischen Erwartungen an die Thematik nicht ganz erfüllen konnte.
Die Ausgangslage ist klassisch: Familie Blum sucht in Maine das ländliche Idyll und den beruflichen Neustart. Doch der Traum wird jäh erschüttert, als Tochter Hazel am ersten Schultag ein absolut unanständiges Angebot vom Schulleiter erhält. Ihr entschlossenes "Nein" tritt eine Lawine los, die das Leben der gesamten Familie verändert.
Besonders gut gefallen hat mir, dass die Kapitel die Perspektiven der verschiedenen Familienmitglieder beleuchten. Die Autorin schreibt sympathisch und packend. Mein Kritikpunkt ist jedoch die Fülle: Für mein Empfinden wollte die Autorin zu viele Nebenthemen gleichzeitig behandeln, wodurch der nötige Raum für die Tiefe fehlte. Zudem wirkte die weitere Entwicklung der Handlung auf mich stellenweise etwas unglaubwürdig. Trotz dieser Schwächen ist es ein absolut lesenswertes und wichtiges Buch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere