guter historischer Roman
Zitat: Herbst 1618: Der Dreißigjährige Krieg hat gerade begonnen, da bricht für Jacob Wolffen schon die Hölle los. Brutale Söldner entführen den Priesteranwärter und zwingen ihn in den Schanzdienst. Als ...
Zitat: Herbst 1618: Der Dreißigjährige Krieg hat gerade begonnen, da bricht für Jacob Wolffen schon die Hölle los. Brutale Söldner entführen den Priesteranwärter und zwingen ihn in den Schanzdienst. Als seine Familie getötet wird, schwört Jacob Rache an dem sadistischen Leutnant Heinrich von Hohenfels. Ein Mann des Glaubens wird zum Werkzeug der Blutjustiz.
Jacob Wolffen, eigentlich für ein Leben im Dienste Gottes bestimmt, findet sich in der brutalen Mansfelder Armee wieder. Er wird Zeuge unsagbarer Grausamkeiten und erkennt, dass er nur überleben kann, wenn er seine inneren Ideale opfert. Die Verzweiflung und der brennende Hass treiben ihn an. Er muss sich "verwandeln" – vom sanftmütigen Kleriker zum entschlossenen Krieger, um die Mörder seiner Familie zur Strecke zu bringen.
Sein Ziel ist der ehrgeizige und skrupellose Offizier Heinrich von Hohenfels, dessen Karriere im Chaos des Krieges steil bergauf geht. Heinrich, aufgewachsen mit dem Zwang, die marode Grafschaft seines Vaters durch militärischen Erfolg zu retten, sieht in Mansfelds Heer eine Chance auf unermesslichen Reichtum – und er schreckt vor keinem Verbrechen zurück.
Dieser Historischer Roman (Band 1 der Reihe »Tinte und Schwert«) stellt Jacob vor ein existentielles Dilemma: Dürfen Todsünden begangen werden, wenn das Motiv göttliche Gerechtigkeit ist? Unterstützt wird Jacob von der jungen Heilerin Anna Dillenberger, die in der belagerten Stadt Pilsen selbst gegen den Hexenwahn und die Willkür der Besatzer kämpft. Anna lehrt Jacob, dass Klugheit und List oft mächtiger sind als rohe Gewalt und dass der Verrat von Geheimnissen eine ganze Armee vernichten kann.
Die Geschichte entfaltet sich vor der Kulisse des Dreißigjährigen Krieges – von den Hexenprozessen in Würzburg über die Schlachten Böhmens bis hin zur blutigen Erstürmung Pilsens durch General Mansfeld. Für Fans von packender historischer Spannung, die sich fragen, wie weit ein Mensch für Rache gehen würde, ist Matthias Soeders Roman eine Pflichtlektüre. Wer bereits die Detailtreue und den Sog von »Der Landsknecht: Kriegstrommeln« von Thomas Wedhorn oder das intensive historische Drama von »Der Silberbaum« von Sabine Ebert liebte, wird von dieser Reihe nicht enttäuscht.
Mir hat das Buch sehr gefallen, es sind viele Namen zu verarbeiten, aber im Anhang findet man dazu eine kleine Übersicht, das gefällt mir sehr gut. Auch das Cover und die Gestaltung des Buches gefallen mir sehr gut. Lässt sich auch angenehm lesen. Ich finde das Buch sehr authentisch und realistisch. Aufwendig recherchiert, viele historische Fakten sind im Roman zu finden.
Mit „Tinte und Schwert“ durchlebte ich die Schrecken und Wirren des 30jährigen Krieges.
Auf Teil 2 bin ich schon sehr gespannt.