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Frosch31

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Buch für eine zweite Chance

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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Ich hatte mich sehr gefreut an der Leserunde zu dem Buch teilzunehmen. Der Klappentext hat sich auch toll angehört, aber irgendwie kam ich nicht so ganz in die Geschichte rein. Zuerst dachte ich, dass ...

Ich hatte mich sehr gefreut an der Leserunde zu dem Buch teilzunehmen. Der Klappentext hat sich auch toll angehört, aber irgendwie kam ich nicht so ganz in die Geschichte rein. Zuerst dachte ich, dass es daran liegt Band 1 nicht gelesen zu haben und mir dadurch einige Infos fehlen, aber das war es nicht. Die fehlenden Infos konnte ich mir zusammenreimen. Das erste Drittel war mir zu langatmig und dann alles irgendwie zu durcheinander. Einfach zu viele falsche Fährten und Wirrungen oder auch zuviele Stränge, ich weiß es nicht. Das Thema wurde von vielen Seiten angegangen und auch manche Nebensächlichkeiten beleuchtet. Die einzelnen Stränge wurden zwar mit der Zeit wunderbar miteinander verknüpft und die Spannung wurde trotz einiger Längen kontinuierlich gesteigert. Aber vielleicht war mir der spannungsgeladene Teil einfach zu kurz oder zu spät.

Die Autorin hat allerdings einen schönen Schreibstil. Ich möchte auch nicht verhehlen, dass das Buch ausgezeichnet recherchiert und sehr emotional geschrieben ist - eigentlich kein Buch für schwache Nerven und genau das Genre das ich gerne lese und liebe.



Manchmal gibt es aber einfach Bücher die man zur "falschen" Zeit liest - dies scheint hier der Fall gewesen zu sein und ich werde dem Buch zu gegebener Zeit eine zweite Chance geben und es noch einmal lesen.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Interessante Zeitreise

Der Wille der Gräfin
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Eine Buch(serie) die bestimmt polarisieren wird. Für die einen zu seicht und zu wenig Spannung, für die anderen ein Schwelgen in alten Zeiten; es kommt bestimmt auch auf das Alter der Leser an. Die etwas ...

Eine Buch(serie) die bestimmt polarisieren wird. Für die einen zu seicht und zu wenig Spannung, für die anderen ein Schwelgen in alten Zeiten; es kommt bestimmt auch auf das Alter der Leser an. Die etwas Älteren werden bei der Lektüre bestimmt an frühere "Adeligen-Groschen-Romane" und an Bücher von Hedwig C.-M. erinnert werden, die Jüngeren werden diesen Roman als schnelle und seichte Zwischenlektüre ohne Tiefgang einordnen wollen.

Ich (ich bin selbst so ein Mittelding zwischen den Zeiten) habe diesen Roman als sehr interessant und lebendig empfunden. Die Autorin, von der dies mein erster Roman ist, hat eine schöne fließende und glaubwürdige Geschichte vor dem inneren Auge auferstehen lassen - natürlich war viele Vorhersehbar, und es schreit geradezu nach Fortsetzung - aber der Schreibstil hat mir für die Geschichte überaus gut gefallen. Es war alles sehr gut recherchiert. Angefangen bei den verschiedenen Örtlichkeiten bis zum Aufbau und vor allem der Rangordnung innerhalb der Dienerschaft in Adeligen Häusern der damaligen Zeit. Eine äußerst interessante Zeitreise mit starken und gleichzeitig fein gezeichneten Charakteren die Lust auf eine Fortsetzung machen.

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Veröffentlicht am 04.03.2026

Und doch eine Bücherfrau

Die Bücherfrauen von Listland. Der Duft des Strandhafers
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Auch Band 2 der Dilogie kommt mit einen ähnlich anmuteten und wunderschönen Cover daher - etwas romantisch und fast etwas kitschig in der Farbgebung, aber nur wer noch nie einen Sonnenauf-/Sonnenuntergang ...

Auch Band 2 der Dilogie kommt mit einen ähnlich anmuteten und wunderschönen Cover daher - etwas romantisch und fast etwas kitschig in der Farbgebung, aber nur wer noch nie einen Sonnenauf-/Sonnenuntergang an der Nordsee erlebt hat empfindet dies so. Fakt ist, dass sie genau so sind. Aber auch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen sind, wie schon in Band 1, wieder sehr realistisch und zugleich sehnsuchtsvoll. Man spürt das Kennen und die Sehnsucht der Autorin zu dieser Region.

Im Gegensatz zu Band 1 habe ich hier zu den Protagonisten gleich einen viel tieferen Zugang gefunden - in Band 1 sind mir vor allem Anna März zu steif und unnahbar geradezu fremd geblieben. Hier war sie für mich viel herzlicher und zugänglicher.
Aber vor allem die Figur von Martje mit all ihren Ängsten, Unsicherheiten, ihren teils unlogischen Handlungen und depressiven Phasen wurde sehr überzeugend und authentisch dargestellt - auch wenn man denken mag, dass derartiges in dieser Zeit nicht (mehr) möglich war, wurde alles gut durchdacht dargestellt.

Natürlich ist es ein Wohlfühlroman und das Ende war vorhersehbar, aber bis dahin wurde ich mit einigen Überraschungen wieder sehr gut unterhalten. Der gesamte Schreibstil war wieder sehr flüssig.
Durch die schönen kurzen Kapitel konnte man sehr strukturiert von einer Zeitebene auf die andere wechseln was dem Buch unheimlich an Tiefe gegeben hat.

Ich denke schon, dass man diesen Band alleine für sich lesen wird können, doch würden dann ein paar Ungereimtheiten zurückbleiben.

Ich würde für diese Dilogie eine eindeutige Leseempfehlung abgeben und empfehle aber beide Bände nacheinander zu lesen um ein schönes und abgerundetes Bild von den Bücherfrauen vom Listland zu erhalten, denn schließlich hat sich ja auch Martje - zwar spät - zu einer von Ihnen entwickelt.

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Veröffentlicht am 25.02.2026

Fortuna oder Sfortuna?

Villa Rivolta
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Villa Rivolta ist eine ruhige, fast schon poetische Geschichte über eine Kinderfreundschaft die die Jahrzehnte überdauert, über Seelenverwandtschaft aber auch über italienisches Lebensgefühl der Nachkriegszeit; ...

Villa Rivolta ist eine ruhige, fast schon poetische Geschichte über eine Kinderfreundschaft die die Jahrzehnte überdauert, über Seelenverwandtschaft aber auch über italienisches Lebensgefühl der Nachkriegszeit; incl. der Zerrissenheit des Landes. Vor allem ist es aber die Geschichte einer überaus starken Frau ihrer Zeit gepaart mit italienischer Leichtigkeit. Violeta, diese starke Frau, die als gleichmütig, sogar gleichgültig galt, obwohl sie es nicht ist - sie dachte nur am Anfang schon das Ende mit. Für mich der stärkste Satz dieses "Epos" welches unheimlich fein gezeichnet ist.



Die Geschichte von Violeta als sfortuna und Piero der scheinbar immer fortuna ist. Ein durchaus gesellschaftspolitischer Roman welcher soziale, kulturelle und wirtschaftliche Themen dieser Zeit aus italienischer Sicht aufzeigt: Mit tiefen Einblicken in die Firmengeschichte von Iso Rivolta die mir bis dahin gar nicht bekannt war - klar, man kennt eine Isetta, aber die Geschichte dazu? - Nein (bis zum lesen des Buches nicht).

Für mich seit langem eine überaus berührende Geschichte mit tiefen Einblicken aber leider mit einem etwas unerwarteten Ende. Trotzdem absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Ungeschönte Wahrheiten

TINTE und SCHWERT, Sonderedition
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Ich war gespannt auf diesen historischen Roman über den 30-jährigen Krieg. Und - bereits vorweg - die Anspannung wurde belohnt.
Der Autor hat es in einem schonungslosen, authentischen, dramatischen, ...

Ich war gespannt auf diesen historischen Roman über den 30-jährigen Krieg. Und - bereits vorweg - die Anspannung wurde belohnt.
Der Autor hat es in einem schonungslosen, authentischen, dramatischen, lebendigen aber sehr empathischen Schreibstil geschafft eine ausgewogene Symbiose der fiktiven Geschichte des Jacob Wolffen mit historisch belegten Fakten zu schaffen.

Die Figur des Jacob Wolffen wird sehr realistisch und detailliert mit all seinen inneren Kämpfen gegen und für das System der Kirche sowie der militärischen und adeligen/weltlichen Macht und der unterschiedlichen Standesdünkel herausgearbeitet und zieht sich wie ein roter Faden (ähnlich der Darstellung auf dem Cover) durch die ganze bisherige Geschichte. Der Autor nimmt bei sämtlichen Figuren, egal ob sympathisch oder unsympathisch, kein Blatt vor den Mund - es wird keineswegs alles als heiter Sonnenschein dargestellt, sondern durchaus etwas brutal und dadurch einfach nachvollziehbarer und echter; aber die Zeiten damals waren einfach anders, schwerer aus unserer heutigen Sicht, und wenn der Autor, der einen sehr flüssigen Schreibstil hat, alles beschönigen würde, würde es dem Buch an Atmosphäre und Tiefgang fehlen.

Man merkt der Geschichte einfach an, dass sich der Autor intensiv mit dem historisch belegten Hintergrund beschäftigt hat. Natürlich kommt ihm hier zugute, dass er aktives Mitglied einer entsprechenden historischen Gruppe ist und zusätzlich auf praktische Erfahrungen zurückgreifen kann.
Das einfache Leben mit Hunger/Dreck/Arbeit/Verzweiflung und die Schlachten mit allen Schrecken werden sehr bildhaft beschrieben. Auch hat er es verstanden anschaulich aufzuzeigen wie weit Menschen gehen (können) und wie sie (meist seitens der Kirche) manipuliert wurden.

Man wird ab der ersten Seite direkt ins Geschehen hineingezogen - egal ob in das gemächliche aber beschwerliche Leben oder in die teils brutalen Schlachten.

Für diesen ersten Teil der Trilogie möchte ich eine klare Leseempfehlung aussprechen und freue mich schon auf Band 2 und 3.

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