Ich war nie ein großer Fan von Alice im Wunderland, zumindest vom Ursprünglichen nicht wirklich. Aber der Klappentext von Maja Köllinger machte mich einfach neugierig…
Alice fühlt sich in der Punkszene am Wohlsten. Bunte Haare, ausgeflippte Klamotten und zwei verrückte Freundinnen. Eine weitere Partynacht beginnt und diese soll ganz anders verlaufen. Als sie einem seltsam aussehenden Tier nachläuft und in ein dunkles Loch fällt, beginnt ein Wettlauf um die Zeit….
In die ersten zwei Kapitel von „Madness“ rein zu kommen war nicht schwer. Der leichte Humor und die ausgeflippten Charaktere machen es einem sehr leicht. Bei den ersten Kapiteln im Wunderland tat ich mich persönlich etwas schwer, weil es viele Beschreibungen gibt und auch die Handlung sich kurzzeitig etwas zieht. Alice macht es dem Leser auch nicht so leicht, da sie wirklich zu Beginn ein schwieriger Charakter ist. Irgendwie so kalt, unnahbar und etwas arrogant.
Doch die Autorin gab mir immer wieder kleine Spannungsleckerchen und plötzlich startete ein Abenteuer, dass wirklich beeindruckend ist. Diese Welt „Wunderland“ zeichnet sich durch Uhren, technische Feinheiten und Kupfer aus, und auch die Landschaft ist so aufgebaut. Ob der bekannte Grinser, die weise Raupe oder in dem Fall der Hutmacher Elric. Man trifft auf alte Bekannte in neuem Stil. Aber die Story ist der Hammer!
Die Spannung steigt langsam, aber stetig und bis man erst mal begreift, welche Auswirkungen das alles hat, treibt das Adrenalin den Körper schon zu Herzrasen und Zittermomenten. Es geht rasant und prickelnd zu! Ich konnte das Buch ab der Hälfte nicht mehr aus der Hand legen!!!
Elric hat mein Herz im Sturm erobert! Durch seine schelmische Art, das Funkeln in seinen Augen und sein gutes „Herz“, aber vor allem durch seine Beständigkeit und diese Ausstrahlung voller Ruhe hat er mich ab der ersten Begegnung in den Bann gezogen.
Erzählt wurde „Madness – Das Land der tickenden Herzen“ aus der Sicht von Alice. Das Buch ist in sich abgeschlossen und ein Einzelband.
Die Schreibweise von Maja Köllinger mag sprachlich noch nicht ganz rund sein, ist dafür aber flüssig und sehr malerisch in den Beschreibungen. Dafür konnte die Handlung mich total mitreißen und mit einer Sache hat sie mich vollkommen überwältigt:
Die Emotionen.
Anfangs noch starr und sehr kalt, begannen die Protagonisten Gefühle, die sie zum Teil garnicht zeigen dürften, zu entdecken, ja förmlich zu leben, dass mich die Flut der Empfindungen umgerissen hat. Die Intensität dabei war ergreifend. In den traurigsten Momenten sind mir bittere Schluchzer entkommen, die meine Seele gequält haben und selbst in den schönen, romantischen oder glückseligen Situationen traf mich das Gefühl so stark, dass ich nur reagieren konnte. Gänsehaut, feuchte Augen, Bauchkribbeln und ein breites Grinsen… das volle Programm. Hut ab!
Und das Ende verlangt dem Leser nochmal alles ab. Es ist brutal und ernsthaft gefährlich für das Herz!
Durch dieses Buch bin ich nun Fan der neuen Welt von Alice im Wunderland!