Starker Auftakt mit kleinen Schwächen
Of Ice and Fire - EissonneAls ich vor kurzem in der Buchhandlung meines Vertrauens stöbern war, bin ich zunächst über dieses Buch gestolpert, weil die Autorin den gleichen Vornamen hat wie ich. Dann habe ich es in die Hand genommen ...
Als ich vor kurzem in der Buchhandlung meines Vertrauens stöbern war, bin ich zunächst über dieses Buch gestolpert, weil die Autorin den gleichen Vornamen hat wie ich. Dann habe ich es in die Hand genommen und mich sofort in die Aufmachung verliebt, denn mal im Ernst, wie wunderschön ist dieses Buch bitte? Erst danach kam ich dazu mir den Inhalt anzuschauen und habe deshalb beschlossen der Geschichte eine Chance zu geben.
Ich fand den Einstieg etwas holprig und sprunghaft. Nicht durch den Schreibstil, denn dieser ist wunderbar verständlich und lässt sich toll lesen, sondern eher durch die Zeit- und Ortssprünge. Gerade die ersten Kapitel, von Embers Flucht zur Steilwand oder ihre Zeit direkt vor ihrer Zwangsheirat, lasen sich gut und gerne als würde man nach jedem Blinzeln plötzlich wo ganz anders sein und ich hätte mir gewünscht, dass wir einige der Szenen, die Ember geistig nacherzählt, wirklich miterlebt hätten. Gerade was ihre Entscheidung betrifft, ihren Bruder zu ersetzen ging es mir gerade dadurch etwas zu schnell, gleiches gilt für ihre Zuneigung zu ihrer Familie, besonders zu ihrem Zwillingsbruder.
Trotzdem empfand ich Ember als tolle, starke und eigensinnige Protagonistin, die verzweifelt versucht ihre Familie zu retten. Sie mag nicht immer die klügsten Entscheidungen treffen – wer von uns tut das schon? – aber, sie hat Mut und beweist immer wieder ihr großes Herz. Ich konnte sie toll nachvollziehen und habe es genossen sie auf ihrem Weg durch eine frauenfeindliche Welt zu begleiten, und doch nagt es an mir, dass ich den Eindruck habe, dass charakterlich noch Luft nach oben besteht. Bei gewissen Emotionen, gerade der Verlust ihres Bruders, die Trennung von ihrer Großmutter, Schwester und Mutter, ihre Angst, bevor die Prüfungen beginnen, sind zwar alle da, aber für mich nicht ausgearbeitet genug. Was wirklich schade ist, denn im Gegensatz dazu sind ihr Misstrauen, ihre Frucht, aber genauso die Anziehung zu Issolas sowie ihre Zerrissenheit Thorbjörn betreffend total überzeugend.
Das Worldbuilding ist unfassbar faszinierend, facettenreich und kann überzeugen. Ich liebe die Ansätze der Vermischung von Drache und Technik, diese gegensätzliche Welt der unterdrückten Frauen, den Kampf ums Überleben sowie die nordischen Elemente. Dadurch, dass ich den Start etwas holprig fand, habe ich etwas gebraucht um diese Welt lieben zu lernen, doch nach der letzten Seite wollte ich einfach nur das es weitergeht. Auch der Plottwist war herrlich unerwartet und ich absolut bereit zu erfahren, wie Embers und Issolas Geschichte weitergeht. Ich brauche also ganz dringend den nächsten Band!
Fazit
Nach kleinen Startschwierigkeiten habe ich ganz schnell angefangen "Eissonne" lieben zu lernen und werde der Reihe auf jeden Fall treu bleiben.
Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.