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Lynn253

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2025

Spannend und emotional

Heir of Illusion
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Ich bin hellauf begeistert von Madeline Taylors "Heir of Illusion". Die Geschichte spielt in einer faszinierenden Welt, verfügt über einen tollen Spannungsbogen und abwechslungsreiche Charaktere. 

Zunächst ...

Ich bin hellauf begeistert von Madeline Taylors "Heir of Illusion". Die Geschichte spielt in einer faszinierenden Welt, verfügt über einen tollen Spannungsbogen und abwechslungsreiche Charaktere. 

Zunächst einmal beinhaltet die Fantasy-Welt für mich über alles, was eine solche braucht. Es gibt verschiedene Reiche, unterschiedliche Gottheiten, begabte Fae und eindrucksvolle Magie. Gleichzeitig gibt es einige neue Elemente. Die Götter, beispielsweise, sind nicht ganz so, wie man sie sonst kennt. Beispielsweise haben sie Erben, was mir so noch nicht so gegent ist.

Und auch das Magiesystem beinhaltet spannende Elemente. Die Protagonistin, Ivy, kann sich beispielsweise unsichtbar machen oder ein Abbild ihrer selbst erzeugen. Insgesamt erhielt die Welt für mich genau die richtige Menge an Details, um spannend, aber nicht überwältigend zu wirken.

Der Schreibstil war für mich flüssig und angenehm zu lesen, und das Verhältnis zwischen Beschreibung und wörtlicher Rede erschien mir ausgewogen. Mir hat auch sehr gut gefallen, wie Szenen gestaltet wurden. Ich konnte mir sowohl die Welt und Umgebung gut vorstellen, wie auch die Emotionen von Ivy. Verzweiflung, Hoffnung, Schuldgefühle und das vorsichtige Mut-fassen waren sehr einfühlsam geschildert. Überhaupt war Ivy ein faszinierender Charakter voller Gegensätze - stark und verletzlich, offen und geheimnisvoll, hart und doch mitfühlend.

Die Handlung war abwechslungsreich und durchweg spannend - inklusive einiger Plot-Twists.

Und auch das Cover passt für mich auch gut zum Roman - ansprechend gestaltet, geheimnisvoll und mit einem geheimnisumwobenen Schwert.

Insgesamt war "Heir of Illusion" für mich ein beeindruckender Fantasy-Roman mit einer spannenden Welt und starken Figuren.

Veröffentlicht am 02.11.2025

Fesselnde Geschichte

House of the Beast
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In „House of the Beast“ schafft Michelle Wong eine fesselnde Geschichte, die in einer zugleich düsteren und faszinierenden Fantasy-Welt spielt. Von der ersten Seite an hat mich der Roman in seinen Bann ...

In „House of the Beast“ schafft Michelle Wong eine fesselnde Geschichte, die in einer zugleich düsteren und faszinierenden Fantasy-Welt spielt. Von der ersten Seite an hat mich der Roman in seinen Bann gezogen: Der Einstieg ist emotional, die Handlung spannend aufgebaut und der Sprachstil flüssig und angenehm zu lesen.

Szenen und Stimmungen waren sehr eindrücklich beschrieben, sodass ich als Leser wirklich gut in diese Welt eintauchen konnte und sehr mit der Protagonistin, Alma, mitgefiebert habe. Man begleitet sie von früher Kindheit an bis ins junge Erwachsenenalter - mit einigen Zeitsprüngen dazwischen. Diese waren für mich gut gewählt, sodass man durchweg das Gefühl hatte, alles Wichtige mitzubekommen. Und die Lücken wurde im weiteren Lauf der Geschichte sehr geschickt mit einzelnen, zentralen Erinnerungen aus diesen Zeitfenstern gefüllt.
Almas Charakterentwicklung hat mir sehr gut gefallen; sie wirkt glaubwürdig und vielschichtig. Gleichzeitig hätte ich mir an manchen Stellen gewünscht, dass konkrete Aspekte ihrer inneren Entwicklung noch etwas deutlicher in den Vordergrund getreten wären.
Auch die weiteren Charaktere waren sehr interessant. Vor allem waren sie (überwiegend) komplex, was mir immer gut gefällt - nicht nur gut oder böse, sondern vielschichtig. Sie haben eigene Sorgen und Wünschen, die nicht immer auf Anhieb gut ersichtlich sind.

Auch die Welt, die hier erschaffen wurde, war sehr spannend. Ich hätte mir lediglich an einigen Stelle ein wenig mehr Kontext gewünscht.

Der Schluss - inklusive überraschender Wendung - hat mir gut gefallen. Mir erschien das Ende gleichzeitig traurig und hoffnungsvoll; und es sich irgendwie “echt” angefühlt.

Insgesamt ist "House of the Beast" ein eindrucksvoller Roman mit einer faszinierenden, düsteren Welt, komplexen Figuren und einer berührenden Geschichte.

Veröffentlicht am 13.10.2025

Interessanter Ansatz, der sein Potential nicht ausschöpft

The Witch Collector
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Ich bin ehrlich gesagt etwas zwiegespalten. Die Welt, die in dem Roman aufgebaut wird, ist wirklich faszinierend, die Charaktere interessant und die Handlung an sich spannend. Dennoch konnte die Geschichte ...

Ich bin ehrlich gesagt etwas zwiegespalten. Die Welt, die in dem Roman aufgebaut wird, ist wirklich faszinierend, die Charaktere interessant und die Handlung an sich spannend. Dennoch konnte die Geschichte mich nicht so ganz in den Bann ziehen.

Zuerst einmal zum Worldbuilding: es gibt verschiedene Reiche, Götter und Legenden und ein super spannendes Magiesystem, in dem beispielsweise sogenannte "Witch Walker" mithilfe traditioneller Gesänge Magie wirken. Trotz der spannenden Details hatte ich lange das Gefühl, diese Welt nicht richtig greifen zu können. Einen großen Teil der Hintergrundgeschichte zu den Göttern und ihren Kriegen erfährt man beispielsweise erst in der Mitte der Geschichte - und dafür dann komplett auf einmal. Andere Dinge dagegen haben sich mir bis zum Schluss nicht erschlossen. Beispielsweise tragen magisch begabte Menschen Runen auf der Haut, je mehr Runen desto stärker die Macht. Aber welche funktionelle Rolle spielen die Runen - und hat man erst das Ausmaß der Macht und dementsprechend Runen oder andersherum? So ist es für mich ein interessantes Detail, dass aber irgendwie nicht ganz in den Rahmen der Geschichte integriert war.

Auch die Charaktere sind an sich interessant. Die Protagonistin, Raina, ist mutig, eigensinnig und stellenweise auch etwas wankelmütig, was für mich nicht immer ganz zusammengepasst hat. Zusätzlich zu Rainas Perspektive wird auch aus der von Alexus, dem Witch Collector erzählt. Er ist stark, mutig, klug, freundlich, gutaussehend. Für mich hat stand sein ausgeglichenes Wesen im Kontrast zu seiner traumatisierenden Vergangenheit - ich hätte eigentlich erwartet, dass das, was er erlebt hat, mehr Spuren hinterlassen würde.

Und womit ich ebenfalls hadere, ist eine der Prämissen der Geschichte. Und zwar kommt der Witch Collector regelmäßig in die Dörfer und nimmer talentierte Hexen mit, welche dann den König und das Reich beschützen. Vor acht Jahren hat er Rainas Schwester mitgenommen. Und dafür hasst sie ihn inbrünstig, plant ihn und den König, dem er unterstellt ist, zu töten, um ihre Schwester zurückzubekommen. Für mich klingt ihr Vorhaben nach einem recht hanebüchenen Plan, zudem verstehe ich das Ausmaß ihres Hasses nicht. Außer ihr schein sonst niemand im Dorf ein Problem mit der Tradition zu haben scheint. Ihr Hass legt sich dann recht schnell, sobald die den (attraktiven) Witch Collector gesehen hat. Naja...

Anmerken möchte ich noch, dass die Geschichte stellenweise ziemlich brutal war. Gleich am Anfang werden ganze Dörfer abgeschlachtet und niedergebrannt, auch Menschen, die zunächst fliehen oder sich verstecken fallen der Gewalt zum Opfer. Damit hatte ich in dem Maße nicht so ganz gerechnet.

Insgesamt bleibt die Geschichte trotz interessanten Ansatzes hinter meinen Erwartungen zurück. Ich bin noch unsicher, ob ich den zweiten Band lesen werde.

Veröffentlicht am 06.09.2025

Bewegende Familiengeschichte

Das Flüstern der Marsch
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Was für eine bewegende Geschichte! Ich wollte eigentlich nur kurz reinlesen und habe am Ende fast das gesamte Buch am Stück gelesen.

Kurz zum Inhalt: Mona reist kurz vor dem 80. Geburtstag ihres Opas ...

Was für eine bewegende Geschichte! Ich wollte eigentlich nur kurz reinlesen und habe am Ende fast das gesamte Buch am Stück gelesen.

Kurz zum Inhalt: Mona reist kurz vor dem 80. Geburtstag ihres Opas in der Marsch. Doch als sie ankommt, ist ihre Oma Annemie einfach weg. Keine Spur von ihr, die Familie sucht, die Polizei such - nichts. Zurückgelassen hat sich all ihre Sachen und jede Menge unbeantworteter Fragen. In einem zweiten Erzählstrang, etwa 30 Jahre vorher, macht sich Freya in Hamburg auf die Suche nach ihrem Bruder, der ebenfalls plötzlich verschwunden ist. Und im dritten Erzählstrang lernt man schließlich noch einmal 30 Jahre früher die junge Annemie kennen, die einem beengten Zuhause in der Marsch aufwächst.

Es ist eine Geschichte über Familien und Familiengeheimnisse, über das Mutter-Sein, das Tochter-Sein, das Selbst-Sein. Es werden verschiedene Themen aufgegriffen, die teilweise ziemlich heftig sind - dysfunktionale Familiendynamik, Misshandlung, Vernachlässigung, Entmündigung, Sexismus und Suizid. Mich hat das beim Lesen mitgenommen, und ich bin nicht sicher, ob eine Triggerwarnung nicht angebracht wäre.
Erzählt wird aus der Sicht mehrerer sehr unterschiedliche Charaktere, zu unterschiedlichen Zeiten: 1964/5, 1994/5, 2024. Die Frauen stehen an ganz unterschiedlichen Punkten im Leben, trotzdem spiegeln sich ihre Sorgen teils über Generationen hinweg. Anschaulich gemacht wird auch, wie sich das Verständnis von Familie und Erziehung im Laufe der Zeit entwickelt hat. Vor allem die Erziehung, die Annemie erlebt; die traumatischen Erlebnisse als junge Erwachsene und der daraus resultierende Umgang mit ihren eigenen Kindern war teilweise schwer zu ertragen. Trotzdem - und auch gerade deshalb - war es für mich eine sehr bewegende Geschichte. Nicht immer schwarz-weiß, sondern aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Vor allem Emotionen wurden für mich sehr schön rübergebracht, und mit einem besonderen Erzählstil anschaulich beschrieben. Zudem fand ich auch die Beschreibung der Marsch gelungen, die Besonderheit diese Landschaftsstrichs wird eindrücklich eingefangen im Einklang mit der Geschichte dargestellt.

Außerdem bleibt die Geschichte spannend. Die Frage nach Annemies Verschwinden beantwortet sich erst ganz zum Schluss. Zusätzlich ist man als Leser stets dabei, die unterschiedlichen Figuren und Handlungsstränge einzuordnen und in Relation zueinander zu setzten.
Am Anfang des Romans habe ich mich zunächst mit etwas vielen Charakteren auf einmal konfrontiert gefühlt und konnte sie nicht so ganz einordnen. Es gibt keine Einweisung in die Beobachtungsposition des Lesers, man wird direkt ins Geschehen geworfen. Nach erster Verwirrung hat das Rätseln dann aber definitiv für mich zum Spannungsbogen beigetragen.

Auch das Cover passt für mich wunderbar zum Buch - ruhig, nachdenklich, ein bisschen melancholisch, ein bisschen poetisch.

Insgesamt für mich eine sehr berührende Geschichte!

Veröffentlicht am 16.08.2025

Fesselnde Geschichte mit toller Charakterentwicklung

Heir of Storms
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Das Cover von "Heir of Storms" mit wirbelnden Wellen und zuckenden Blitzen verspricht eine spannende, magische Geschichte - und ich wurde nicht enttäuscht. Es handelt sich um eine fesselnde Geschichte ...

Das Cover von "Heir of Storms" mit wirbelnden Wellen und zuckenden Blitzen verspricht eine spannende, magische Geschichte - und ich wurde nicht enttäuscht. Es handelt sich um eine fesselnde Geschichte mit überraschenden Wendungen und lebhaften Charakteren. Ein magisches Turnier findet statt, bei dem es um den Kampf um die Kronen des Reiches geht. Gleichzeitig geht es in der Geschichte auch um den Aufbau von Freundschaften, komplizierte Familienverhältnisse und den Umgang mit Widersachern und anderen Hindernissen. Das Ganze findet in einer faszinierenden, detailreich beschriebenen Welt statt. Es gibt verschiedene Völker mit komplexer Geschichte, prunkvolle Höfe, komplizierte Herrschaftsgefüge und ausgeklügelte Bräuche. Auch das Magiesystem war spannend und gut erklärt. Beim Orientieren innerhalb der Geografie der Geschichte fand ich auch die Karte im Innern des Buches hilfreich.

Auch der Schreibstil war für mich sehr gelungen. Szenen wurden gekonnt aufgebaut, Situationen und Orte konnte ich mir gut vorstellen. Gleichzeitig wurde spannend erzählt und auch Emotionen gut vermittelt. Vor allem die Innenwelt von Protagonistin Blaze war sehr nahbar geschildert. Mit außergewöhnlichen magischen Fähigkeiten ausgestattet hat sie bei ihrer Geburt ein verhängnisvolles Unwetter heraufbeschworen, das viele Menschen ihr Leben kostete. Seitdem scheinen ihre Kräfte versiegt zu sein. Trotzdem wird sie als Unheilbringerin ausgegrenzt, gefürchtet und verachtet. Diese traumatischen Erfahrungen wurden greifbar, wie auch die Trauer um und Liebe zu ihrer verstorbenen Mutter. Auch ihre Selbstvorwürde und der Hader mit den Umständen ihrer Geburt wurden sehr gut veranschaulicht. Zudem macht Blaze eine spannende Charakterentwicklung durch. Es war sehr schön zu sehen, wie sie ihre eigene Stärke findet und an Selbstvertrauen gewinnt.

Zusätzlich zu Blaze gibt es auch sehr sympathische Nebencharaktere, beispielsweise Blazes Großmutter, ihren Zwilling oder ihren kleinen Bruder, wie auch die Königin Hydra.

Insgesamt eine fesselnde Geschichte mit tollen Charakteren!