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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.05.2025

Eine Geschichte, die Mut macht

Alice und das Blau des Wassers
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Ausgerechnet an ihrem neunundvierzigsten Geburtstag, der auch gleichzeitig ihr Hochzeitstag ist, muss Alice eine schreckliche Wahrheit schmerzlich erfahren. Ihr Mann Michael hat ein Verhältnis mit ihrer ...

Ausgerechnet an ihrem neunundvierzigsten Geburtstag, der auch gleichzeitig ihr Hochzeitstag ist, muss Alice eine schreckliche Wahrheit schmerzlich erfahren. Ihr Mann Michael hat ein Verhältnis mit ihrer Kollegin und die erwartet ein Kind von ihm. Völlig geschockt von dieser Tatsache, die sie wie ein Blitz aus heiterem Himmel trifft, zieht sie sich in sich zurück und lässt das Leben ungelebt an sich vorbeiziehen. Einsam verbringt sie ihre Tage im Schockzustand in ihrem Einfamilienhaus in Hamburg, aus dem Michael noch am gleichen Tag ausgezogen ist, bis ihre Tochter sie auf die Idee bringt durch einen Haustausch und dem damit verbundenen Luftwechsel, neue Kraft zu schöpfen. Und so verbringt Alice ein halbes Jahr auf einer Kanalinsel, lernt Menschen kennen, die ihr eine andere Sicht auf das Leben vermitteln und bekommt neuen Lebensmut und Abstand zu den frustrierenden Geschehnissen, macht sich Gedanken über sich und ihr vergangenes Leben, übernimmt Verantwortung.
‘Alice und das Blau des Wassers‘ von Katja Keweritsch ist ein Roman, der lebensnah mit authentischen Charakteren eine Geschichte erzählt, wie sie des Öfteren in unserer Gesellschaft passiert. Sie setzt sich auseinander mit verantwortlichem Handeln in einer Ehe, mit dem Abhängigkeitsverhältnis in einer Partnerschaft und dem Neuanfang nach dem Scheitern. Das sind schwere Themen, die die Autorin in eine lesenswerte, berührende Geschichte gepackt hat und Mut macht, hoffnungsvoll in eine erfüllte Zukunft zu blicken.

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Veröffentlicht am 02.05.2025

Auf der Suche nach Antworten

Tage wie Salzwasser
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Atlanta ist eine sehr rationale Frau, die mitten im Leben steht und die sich ihre Welt mit Hilfe ihrer mathematischen Begabung und der Vorliebe für Zahlenreihen erklärt. In einen alarmierenden Schockzustand ...

Atlanta ist eine sehr rationale Frau, die mitten im Leben steht und die sich ihre Welt mit Hilfe ihrer mathematischen Begabung und der Vorliebe für Zahlenreihen erklärt. In einen alarmierenden Schockzustand versetzt sie die Nachricht vom Tod, einem Suizid, ihres stets fröhlichen Lebensgefährten Malte, während sie am Bahngleis stehend ihn im einfahrenden ICE erwartet. Sie bricht zusammen, muss versorgt werden. Auf dem Nachhauseweg kollidiert sie mit Enza. Aufopferungsvoll kümmert sich Enza um die Gestürzte, bemüht sich, ihr die notwendige Hilfe zu geben, denn Atlanta ist schwanger, erwartet ein Kind von Malte und befindet sich in einer verzweifelten Situation.
Enza wird ihrer schwerkranken Mutter einen Wunsch erfüllen und macht sich auf den Weg nach Sizilien, zu den Wurzeln ihrer Familie. In einer Art Kurzschlussreaktion schließt sich Atlanta ihr an. Es beginnt eine Reise für zwei Menschen, die sich völlig fremd sind und die sich erhoffen, Antworten auf wesentliche Fragen, die die Ereignisse des Alltags ihnen stellte, zu bekommen.
Sita Maria Frey erzählt in ihrem Roman ‘Tage wie Salzwasser‘ eine zu Herzen gehende Geschichte, die vom Chaos bohrender Gedanken bestimmt ist und gleichzeitig zwei völlig verschiedene Charaktere auf eine Tour schickt, die Wege für sich suchen, dem Leben einen Sinn zu geben und verloren gegangene Ideale zu hinterfragen. Sie werden vertraut gemacht mit sehr verschiedenen Lebensmodellen, die die Vielfalt von Lebensträumen widerspiegelt.
Lesenswert!

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Vererbtes Trauma

Die Frauen hinter der Tür
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In ‘Die Frauen hinter der Tür‘ von Roddy Doyle, dem irischen Schriftsteller und Drehbuchautor – ausgezeichnet mit dem Booker Prize -, erzählt der Autor die Geschichte von Paula Spencer, einer Frau, deren ...

In ‘Die Frauen hinter der Tür‘ von Roddy Doyle, dem irischen Schriftsteller und Drehbuchautor – ausgezeichnet mit dem Booker Prize -, erzählt der Autor die Geschichte von Paula Spencer, einer Frau, deren Leben von häuslicher Gewalt und schwerem Alkoholismus geprägt war. Nun in den Anfangsjahren der Pandemie fühlt sie sich frei und unabhängig. Sie lebt allein, trifft ab und zu einen Mann, der sie versteht, mit dem sie sich unterhalten kann. Ihre vier Kinder sind erwachsen, führen ihren eigenen Haushalt. Sie hat einen Job, der ihr Spaß macht und sie ernährt. Eines Tages steht ihre älteste Tochter Nicola vor ihrer Tür, das Kind, welches stets Stärke und Selbstbewusstsein verkörperte, die die Hürden des Alltags scheinbar spielend meistert. Sie will ihre Familie verlassen, die perfekte Vorzeigefamilie. Das ist die Ausgangssituation, in welcher sich ein schmerzhaftes, ehrliches Mutter Tochter Gespräch entwickelt, das einen Konflikt, der bereits über Generationen existiert, in den Mittelpunkt stellt. Dabei verschieben sich stets die Grenzen zwischen den beiden Frauen, zwischen Mutter sein und hilfesuchender Tochter.
Roddy Doyle zeichnet ein schonungslos ehrliches Bild einer Frau, die in ihrem Leben das Schuldbekenntnis allein für sich in Anspruch nimmt, die ihre Unsicherheit immer wieder zur Schau stellt, in dem Gespräch allerdings eine Chance sieht, ihre Mutterrolle gegenüber der starken, selbstsicher auftretenden Tochter anzunehmen und zu vertreten. Schlagfertige Wortwechsel geben der Geschichte eine gewisse Würze, verleihen diesen doch recht schweren Themen eine kaum zu glaubende Einfachheit. Paulas Gedanken widerspiegeln ein Bild der Gegensätze, in dem sie ihre fürsorgliche, liebende Seite sehr schnell in die Opferrolle verwandelt.
Ein lesenswerter Roman, der unter die Haut geht!

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Veröffentlicht am 25.04.2025

Denkanstöße für mehr Vitalität

Radikal besser.
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Frederik G Pferdt, erster Innovativchef bei Google, reist den Leser mit seinem Sachbuch ‘Radikal besser‘ raus aus der müden Komfortzone, gibt Denkanstöße für mehr Vitalität und bereitet damit einen Weg ...

Frederik G Pferdt, erster Innovativchef bei Google, reist den Leser mit seinem Sachbuch ‘Radikal besser‘ raus aus der müden Komfortzone, gibt Denkanstöße für mehr Vitalität und bereitet damit einen Weg für mannigfaltigere Lebensfreude mit einem optimistischeren Ausblick in die Zukunft. Die Aufforderung neugierig zu bleiben, ist ein wichtiger Schritt in die Kreativität, den Alltag bunt und intelligent zu gestalten, ihn anzunehmen und nach den eigenen Bedürfnissen auszubauen, Neues auszuprobieren, ohne Scheu vor dem Versagen. Der Entdeckergeist steckt in jedem von uns. Er will gebraucht werden, um positive Emotionen zu wecken, dem Lebensgefühl eine Chance zu geben, den eigenen Platz im Leben innovativ zu nutzen, zu strukturieren, ihn aufzubauen.
Ein wirklich lesenswertes Buch, das den Entdeckergeist in uns weckt.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Kindgöttin in Nepal

Kumari
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In Nepal ist es eine uralte Tradition die nach strengen Regeln im Alter von zwei bis vier Jahren auserwählte Kindgöttin in ihrem Tempel, den sie allerdings nur so lange bewohnt wie ihre Kindlichkeit vorhanden ...

In Nepal ist es eine uralte Tradition die nach strengen Regeln im Alter von zwei bis vier Jahren auserwählte Kindgöttin in ihrem Tempel, den sie allerdings nur so lange bewohnt wie ihre Kindlichkeit vorhanden ist, zu besuchen und ihr damit die Ehre zu erweisen. Zum höchsten Fest des Landes, dem Dasain Opferfest, erwartet der König voller Ungeduld seinen Sohn zurück in der Heimat, der für sehr lange Zeit im Ausland gelebt hat. Er ist mit den verbotenen Lehren des Mao Tsetung vertraut, die so gar nicht mit dem Wunsch seines Vaters ihn als Thronfolger zu sehen, in Einklang zu bringen ist.
Der Roman ‘Kumari‘ von Philip Krömer basiert auf wahren historischen Ereignissen, die in einer Fiktion sprachgewaltig verarbeitet werden. Man muss sich auf den Schreibstil einlassen und erfährt viel über die Tradition des Landes, seine Kultur und den Drang der Menschen nach einem freieren Leben.

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