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Veröffentlicht am 11.03.2025

Exzessiver Drang nach Befreiung

Der ewige Tanz
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Anita Berber war anders. Ihr unbändiger Drang sich auszuprobieren, an die Grenzen zu gehen und darüber hinaus, führte sie in die Welt des Künstlerdaseins mit all seinen Herausforderungen, wo der Glanz ...

Anita Berber war anders. Ihr unbändiger Drang sich auszuprobieren, an die Grenzen zu gehen und darüber hinaus, führte sie in die Welt des Künstlerdaseins mit all seinen Herausforderungen, wo der Glanz im Rampenlicht allzu oft von einer verhängnisvollen Schattenseite begleitet wird. Drogen, Alkohol und sexuelles Ausprobieren forderten ihren Tribut. Bereits mit neunundzwanzig Jahren verstarb sie an den Folgen einer Tuberkuloseerkrankung.
Steffen Schröder lässt uns Leser in seinem Roman 'Der ewige Tanz' teilhaben an der wilden, tabulosen Zeit der goldenen Zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts. Die Menschen dürstenden nach immer neuen Sensationen, spektakulären Darbietungen, um sich abzulenken von den entbehrungsreichen Kriegsjahren und den Neuanfang der Weimarer Republik zu spüren. Anita Berber lieferte ab, gab sich ungezwungen und befreit vom engen Korsett bürgerlicher Vorstellungen. Der Autor gestattet uns durch seine bildhafte Sprache tief in das Geschehen einzutauchen, welches als gedankliche Rückblende der Protagonistin selbst dargestellt ist.
Leicht und flüssig fliegt man über die Zeilen. Für Liebhaber jener Zeit ist das Buch eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 09.03.2025

Verändertes Lebensgefühl

Wie du mich ansiehst
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Johanna ist in den Vierzigern und bemerkt an sich zunehmend äußere Alterserscheinungen, mit denen sie sich nicht arrangieren kann. Sie stellt fest, dass die Blicke der Männerwelt sie nicht mehr erreichen, ...

Johanna ist in den Vierzigern und bemerkt an sich zunehmend äußere Alterserscheinungen, mit denen sie sich nicht arrangieren kann. Sie stellt fest, dass die Blicke der Männerwelt sie nicht mehr erreichen, an ihr vorbeigleiten. Ihr Erscheinungsbild scheint durch eine tiefer werdende Zornesfalte auf der Stirn geprägt zu sein, welche zunehmend als anwachsender Störfaktor von ihr wahrgenommen wird. Ihrer fünfzehnjährigen Tochter gegenüber betont sie in Gesprächen stets, dass die inneren Werte den Menschen prägen und letztendlich zählen. Entgegen dieser geäußerten Meinung unterzieht sie sich Schönheitsbehandlungen, die in der Familie zum heiß diskutierten Thema werden.
Eva Lohmann befasst sich in ihrem Roman 'Wie du mich ansiehst' mit dem Thema altern auf eine sympathische und kluge Art, welche Gefühle und Handlungen es auslösen kann und wie die unmittelbare Umgebung auf Eingriffe, die dem vermeintlichen Schönheitsideal folgen, reagiert. Dabei setzt sie geschickt gegensätzliche Meinungen der Generationen in Szene.
Diese leise erzählte Geschichte wirft Fragen auf, mit denen sich unsere moderne Gesellschaft intensiv beschäftigt, dabei mitunter den Reiz der Erfahrungen zunehmenden Alters außer Acht lässt und oberflächliche Erscheinungsbilder höher bewertet.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Aufbegehren gegen das Wegsehen

Bright Young Women
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Jessica Knoll platziert in ihrem Roman 'Bright Young Women' zwei mutige Frauen in den Mittelpunkt des Geschehens, die gegen vorherrschende gesellschaftliche Regeln aufbegehren und damit nicht nur ihr eigenes ...

Jessica Knoll platziert in ihrem Roman 'Bright Young Women' zwei mutige Frauen in den Mittelpunkt des Geschehens, die gegen vorherrschende gesellschaftliche Regeln aufbegehren und damit nicht nur ihr eigenes Leben in große Gefahr bringen, sondern obendrein durch ihr eigenmächtiges Handeln in den Fokus der Rechtsstaatlichkeit gelangen, welches schließlich mit ausgeprägten patriarchalen Befindlichkeiten kollidiert. Die Geschichte ist fiktional einer wahren Begebenheit nachempfunden, die sich Ende der siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts in den USA zugetragen hat. Aus verschiedenen Erzählperspektiven und Zeiträumen nähert sich die Autorin der Festsetzung eines brutal agierenden Serienmörders, ohne seinen Namen zu nennen, um den Opfern ein Denkmal zu setzen, ihnen eine Stimme zu geben.
Pamela, eine der Protagonistinnen, ist in der Lage, den Verdächtigen einer bestialischen Mordserie im Haus einer studentischen Verbindung zu identifizieren. Allerdings gerät ihre Glaubwürdigkeit bei der Polizei in Schieflage durch eine Aussage, die sie versucht zu korrigieren. Die Ermittlungen geraten daraufhin ins Stocken durch Verschweigen von Indizien, weshalb Pamela gemeinsam mit Tina, die vor Jahren ihre Freundin auf ähnliche Weise verlor, auf Verbrecherjagd geht.
Der Roman zeigt sich durch seine Darstellung frauenfeindlicher Verhaltensweisen in Verbindung mit einem kritischen Blick auf Meinungen aus der Bevölkerung zum vorliegenden Fall äußerst gesellschaftskritisch.

Meine Rezension habe ich mit div. Online Buchhandlungen und Book-Communities verlinkt.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Szenen aus dem Alltag

Deckung wie ein Boxer
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In seinem Gedichtband 'Deckung wie ein Boxer' nimmt Andie G. Schmitt Szenen aus dem Alltag genauer unter die Lupe. Dabei fängt er den Augenblick gekonnt, rhetorisch geschickt, in einer modernen, klaren, ...

In seinem Gedichtband 'Deckung wie ein Boxer' nimmt Andie G. Schmitt Szenen aus dem Alltag genauer unter die Lupe. Dabei fängt er den Augenblick gekonnt, rhetorisch geschickt, in einer modernen, klaren, allgemein verständlichen Sprache ein und lässt dabei viel Freiraum zur eigenen Interpretation. Die Vielfalt der angesprochenen Themen laden ein zum Lächeln, präsentieren sich melancholisch, geben Zuversicht, sind unerbittlich ehrlich, gehen auf Entdeckungsreise in vertraute, menschliche Verhaltensmuster und tummeln sich in urbanen Lebensräumen.
Die Lyrik der eingefangenen Momente erwacht in einer Lebendigkeit, die begeistert.

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Veröffentlicht am 07.03.2025

Auf der Suche nach den eigenen Wurzeln

Sommervogelflug
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Lilly ist eine junge Frau, die nach einer schweren Krebserkrankung erfahren muss, dass sie bei Adoptiveltern aufgewachsen ist. Bitter enttäuscht darüber, dass sie so lange in Unwissenheit gelebt hat, begibt ...

Lilly ist eine junge Frau, die nach einer schweren Krebserkrankung erfahren muss, dass sie bei Adoptiveltern aufgewachsen ist. Bitter enttäuscht darüber, dass sie so lange in Unwissenheit gelebt hat, begibt sie sich an Hand der wenigen ihr zur Verfügung stehenden Informationen auf die Suche nach den eigenen Wurzeln und hofft, diesen auf der Insel Elba näher zu kommen. Auf einer Schmetterlingsfarm lernt sie die äußerst introvertierte Valentina kennen, die ihr einen Job gibt. Doch Lilly verschweigt zunächst den wahren Grund ihrer Reise. Erst während der Geburtstagsfeier von Valentina lüften sich lang gehütete Geheimnisse.
Eva Floris schreibt sehr warmherzig und berührend in ihrem Roman 'Sommervogelflug' eine Geschichte, die von Enttäuschung, Traurigkeit aber auch Hoffnung und Versöhnung geprägt ist. Die Autorin vermittelt eine bunte Vielfalt an Informationen über die Welt der Schmetterlinge. Sie lässt uns eintauchen in pittoreske Landschaften der Insel Elba. Man spürt förmlich beim Lesen die wohlig warmen Sonnenstrahlen auf der Haut, hört die Wellen des Meeres rauschen und atmet den Wohlgeruch der Umgebung ein. Die Vielschichtigkeit der angesprochenen Themen sind unterhaltend verarbeitet, bereiten auf eine ganz eigene Art besonderen Lesegenuss, den ich sehr gern weiterempfehle.

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