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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.12.2025

Die Suche nach der Wahrheit – ein gefährliches Spiel

Safe Space
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Nach dem gefeierten Debüt „Happy End“ legt Sarah Bergsetn mit „Safe Space“ einen weiteren Thriller vor, der die Leserinnen und Leser in die düstere Welt der forensischen Psychologie entführt. Die junge ...

Nach dem gefeierten Debüt „Happy End“ legt Sarah Bergsetn mit „Safe Space“ einen weiteren Thriller vor, der die Leserinnen und Leser in die düstere Welt der forensischen Psychologie entführt. Die junge Psychologin Anna tritt ihre neue Stelle in der JVA Weyer an, wo sie mit gewalttätigen Straftätern arbeitet, um deren Vergangenheit und Taten zu analysieren. Doch hinter ihrer beruflichen Fassade verfolgt Anna ein eigenes, brisantes Ziel: Sie sucht einen Mann, der ihr Antworten zu ihrer eigenen Vergangenheit liefern kann – Antworten, die die Wahrheit ans Licht bringen sollen.

Was zunächst wie ein kalkulierter Plan wirkt, entwickelt sich für Anna zu einer psychischen Zerreissprobe. Die Grenzen zwischen Beruf und persönlicher Mission verschwimmen, und bald weiss sie nicht mehr, wem sie vertrauen kann – oder ob der gesuchte Mann überhaupt in der JVA einsitzt. Die Spannung steigt, als sich die vermeintliche Kontrolle in ein gefährliches Spiel aus Misstrauen und Angst verwandelt.

Der Einstieg in die Geschichte erfolgt rasant, ohne langatmige Vorrede – ein Aspekt, der sofort fesselt. Anna ist getrieben von der Suche nach der Wahrheit, doch ihre eigenen Dämonen lassen sie nicht los. Diese innere Zerrissenheit führt dazu, dass sie sich zunehmend in Trauer und Angst verliert, obwohl ihr Ziel klar vor Augen steht. In der Mitte des Buches wiederholen sich einige Situationen, was den Lesefluss bremst und die Handlung streckenweise in die Länge zieht. Gegen Ende jedoch nimmt die Geschichte wieder Fahrt auf, überrascht mit Wendungen und zieht die Lesenden in einen packenden Showdown, bei dem nichts mehr so ist, wie es scheint.

Sarah Bergsetns Schreibstil bleibt lebendig und atmosphärisch dicht. Sie versteht es, psychologische Spannung aufzubauen und die Abgründe der menschlichen Seele auszuloten. Auch wenn „Safe Space“ nicht die Intensität des Debüts erreicht, bietet der Thriller solide Unterhaltung für alle, die psychologische Spannung lieben.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.10.2025

The Final Wife - Ein Krimi, der nicht bis zum Ende trägt

The Final Wife
4

The Final Wife von Jenny Blackhurst

In einer frostigen Nacht wird Detective Rebecca Dance zu einem Tatort in den idyllischen Cotswolds gerufen – einem Ort, der für seine Ruhe bekannt ist, nun jedoch durch ...

The Final Wife von Jenny Blackhurst

In einer frostigen Nacht wird Detective Rebecca Dance zu einem Tatort in den idyllischen Cotswolds gerufen – einem Ort, der für seine Ruhe bekannt ist, nun jedoch durch einen brutalen Mord erschüttert wird. Der angesehene Schönheitschirurg Luke Whitney wurde erstochen aufgefunden, und seine Ehefrau Anna gesteht die Tat ohne Umschweife. Was zunächst nach einem klaren Fall aussieht, wirft schnell Fragen auf: Denn Annas Aussage und die Spuren am Tatort erzählen nicht dieselbe Geschichte.

Jenny Blackhurst gelingt es, die Leser:innen direkt zu Beginn in die Handlung hineinzuziehen. Der Einstieg ist rasant und vielversprechend – ein Mord, ein Geständnis, doch die Wahrheit scheint sich hinter einem dichten Schleier zu verbergen. Ist Anna wirklich die Täterin oder versucht sie, jemanden zu schützen?

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zugänglich und ermöglicht ein flüssiges Leseerlebnis. Allerdings fehlt es stellenweise an Tiefe – sowohl in den Beschreibungen als auch in der Entwicklung der Handlung. Möglicherweise liegt dies an der deutschen Übersetzung, die dem Original nicht ganz gerecht wird.

Die Erzählstruktur, die zwischen verschiedenen Perspektiven – insbesondere denen von Anna und Rebecca – wechselt, bringt zunächst Dynamik und Spannung in die Geschichte. Auch Rückblenden in die Vergangenheit sorgen für interessante Einblicke. Doch etwa zur Hälfte des Buches verliert die Handlung an Tempo und Intensität. Einige Entscheidungen der Figuren wirken wenig nachvollziehbar und konstruiert, was der Geschichte gegen Ende leider die emotionale Wucht nimmt.

Insgesamt bietet The Final Wife eine spannende Grundidee mit einem starken Auftakt, doch die Umsetzung bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Atmosphäre und das Potenzial sind da – nur gelingt es dem Roman nicht ganz, diese bis zum Schluss überzeugend auszuspielen

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 03.09.2025

Mad Woman – Ein literarisches Echo häuslicher Gewalt

Madwoman
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Wie wird man zur perfekten Mutter und Ehefrau – jenem Idealbild, das gesellschaftlich glorifiziert und doch selten hinterfragt wird? In Mad Woman entwirft die Autorin ein vielschichtiges Porträt einer ...

Wie wird man zur perfekten Mutter und Ehefrau – jenem Idealbild, das gesellschaftlich glorifiziert und doch selten hinterfragt wird? In Mad Woman entwirft die Autorin ein vielschichtiges Porträt einer Frau, die versucht, diesem Anspruch gerecht zu werden und dabei an den Narben ihrer Vergangenheit zerbricht.

Im Zentrum steht Clove, eine junge Mutter zweier Kinder, die sich bemüht, das Bild der hingebungsvollen Hausfrau zu verkörpern. Ihre Kindheit war geprägt von Gewalt und Angst: Ein tyrannischer Vater, eine unterdrückte Mutter – bis diese in einem Moment der Verzweiflung zur Täterin wurde. Clove flieht aus diesem zerstörerischen Umfeld und schwört sich, ihren eigenen Kindern ein Leben in Sicherheit und Liebe zu ermöglichen. Doch der Alltag als Mutter ist fordernd, ihr Ehemann emotional abwesend, und die Last der Verantwortung zunehmend erdrückend.

Ein Brief ihrer inhaftierten Mutter wird zum Wendepunkt – und zum Auslöser einer inneren Reise, die Vergangenheit und Gegenwart miteinander verwebt. Die Autorin nutzt Rückblenden nicht nur als narrative Technik, sondern als Spiegel für Cloves psychische Verfassung. Die Übergänge zwischen Erinnerungen und Realität sind bewusst fließend gehalten, was den Lesenden tief in Cloves emotionale Welt eintauchen lässt.

Sprachlich überzeugt Mad Woman durch einen klaren, atmosphärischen Stil, der Cloves Innenleben eindrucksvoll reflektiert. Die bildhafte Sprache und der einfach gehaltener Schreibstiel schaffen Nähe und Verständnis. Einige Aspekte – etwa Cloves ausgeprägter Gesundheitswahn oder bestimmte Entscheidungen – wirken dramaturgisch etwas überzeichnet und stellen die Glaubwürdigkeit punktuell infrage.

Das Finale hingegen kommt überraschend schnell: Nach einem sorgfältigen Aufbau der Handlung und Charakterentwicklung wirken die letzten Ereignisse überstürzt, manche Reaktionen bleiben emotional unausgereift. Dennoch gelingt es dem Roman, ein starkes Statement zu setzen.

Mad Woman ist mehr als eine persönliche Geschichte – es ist ein literarischer Beitrag zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit häuslicher Gewalt und ihren langfristigen Folgen. Ein bewegendes Werk, das berührt, aufrüttelt und zum Nachdenken anregt.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Thema
Veröffentlicht am 17.04.2025

Vergangene Geheimnisse, tödliche Wahrheit – ein fesselnder Kriminalfall

Ostseedämmerung
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Der 20. Fall der sympathischen Kriminalkommissarin Pia Korittki und ihres Kollegen Broders hat es erneut in sich.

In einem beschaulichen Dorf entdecken zwei Kinder zufällig ein altes Artefakt aus der ...

Der 20. Fall der sympathischen Kriminalkommissarin Pia Korittki und ihres Kollegen Broders hat es erneut in sich.

In einem beschaulichen Dorf entdecken zwei Kinder zufällig ein altes Artefakt aus der Wikingerzeit. Dieser sensationelle Fund wirft ein neues Licht auf einen anderthalb Jahre zurückliegenden Vermisstenfall. Eine junge Studentin, die damals an der archäologischen Ausgrabung beteiligt war, sollte das wertvolle Stück nach Kiel bringen – doch weder sie noch das Artefakt kamen je dort an. Der Fall landete auf dem Schreibtisch der Lübecker Polizei und wird nun wieder aufgenommen. Was ist damals wirklich geschehen? Und wie konnte eine junge Frau einfach spurlos verschwinden?

Nachdem ihre Leiche in einem nahegelegenen Waldstück entdeckt wird, steht fest: Die Studentin ist keineswegs freiwillig verschwunden – sie wurde kaltblütig ermordet und wie Müll verscharrt.

Ein neuer, packender Fall für Pia Korittki beginnt. Die Ermittlungen richten sich auf die Bewohner des Dorfes sowie das damalige Ausgrabungsteam. Bald wird klar: Hinter harmlosen Fassaden verbergen sich dunkle Geheimnisse.

Eva Almstädts neuester Krimi überzeugt erneut mit einem fesselnden Plot und einer atmosphärischen Erzählweise. Ihr klarer, flüssiger Schreibstil sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Ein weiteres gelungenes Werk, das die Messlatte für spannende Regionalkrimis erneut hochlegt. Ich freue mich schon jetzt auf den nächsten Band!

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  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.03.2025

Zwischen Schuld und Vergessen: Ein Thriller voller Überraschungen

Die Tochter des Serienkillers
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Der zweite Band von Alice Hunter, Die Tochter des Serienkillers, erzählt die fesselnde Geschichte von Jenny, die ein scheinbar gewöhnliches Leben mit ihrem Mann Mark und ihren zwei Kindern in einem ruhigen ...

Der zweite Band von Alice Hunter, Die Tochter des Serienkillers, erzählt die fesselnde Geschichte von Jenny, die ein scheinbar gewöhnliches Leben mit ihrem Mann Mark und ihren zwei Kindern in einem ruhigen Vorort von Denver führt. Zusammen mit ihrem Geschäftspartner betreibt sie eine gut laufende Tierarztpraxis und genießt die Normalität ihres Daseins. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich eine düstere Realität: Vor ihrer Haustür häufen sich Tierkadaver und Jenny hat regelmäßig Blackouts, während derer sie keinerlei Erinnerung an ihre Handlungen hat. Als Olivia, eine Bewohnerin des Ortes und Marks ehemalige Affäre, nach einem Kneipenbesuch spurlos verschwindet, wächst in Jenny der Verdacht, dass sie selbst für das Verschwinden verantwortlich sein könnte. Sie fragt sich, ob ihre Vergangenheit ans Licht gekommen ist – die Vergangenheit, die sie als Tochter eines berüchtigten Serienmörders ausweist.

Die Geschichte beginnt mit einem eindrucksvollen Cliffhanger und zieht den Leser unmittelbar ins Geschehen. Im Verlauf der Handlung wird Jennys bewegte Vergangenheit offengelegt, die ihre Gegenwart prägt. Geheimnisse und Intrigen dominieren die Erzählung, da jede Figur etwas zu verbergen scheint. Jenny gerät zunehmend in Selbstzweifel und wird von der Angst getrieben, während ihrer Blackouts möglicherweise schwere Fehler begangen zu haben. Als Mark ihr Vertrauen in sie immer mehr verliert, nimmt sie die Ermittlungen um Olivias Verschwinden selbst in die Hand.

Alice Hunters Schreibstil ist, wie bereits im ersten Band, äußerst fesselnd und flüssig, wodurch die Seiten förmlich dahinfliegen. Die Spannung bleibt durchgehend erhalten, und der Leser fiebert mit Jenny mit, während er ihre bewegende Kindheit und deren Verbindung zu ihren Blackouts näher kennenlernen möchte. Trotz der insgesamt gelungenen Handlung wirken einige Ereignisse und Charaktere etwas unterentwickelt, was das Potential für stärkere Akzente mindert. Insbesondere die Ehe zwischen Jenny und Mark erscheint an manchen Stellen unverständlich oder unlogisch. Dennoch übertrifft dieser Band in vielerlei Hinsicht den ersten Teil, und die Fortsetzung "Die Schwester des Serienkillers" verspricht eine ebenso gute Lektüre.

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  • Cover
  • Spannung