Zwischen Selbstfindung und Alltag: Ein Roman von Genevieve Novak
No Hard FeelingsEin auf und ab der Gefühle "No Hard Feelings" ist der Debütroman von Genevieve Novak.
Penny ist in ihren Zwanzigern und sollte diese Zeit eigentlich in vollen Zügen geniessen. Wäre da nicht Max, ihr ...
Ein auf und ab der Gefühle "No Hard Feelings" ist der Debütroman von Genevieve Novak.
Penny ist in ihren Zwanzigern und sollte diese Zeit eigentlich in vollen Zügen geniessen. Wäre da nicht Max, ihr Freund-nicht-Freund, ihre besten Freundinnen, die ihr Leben voll im Griff haben – Annie wird Partnerin bei der Kanzlei und Bec ist verlobt und wird bald heiraten – und dann gibt es noch ihren Job mit ihrer nervigen Chefin, die sie tagtäglich tyrannisiert. Warum ist das Leben manchmal so?
Penny versucht mit aller Kraft, die Dinge zu ändern, sich mehr im Job und ihren Aufgaben zu investieren, mit Max wieder eine feste Beziehung einzugehen und sich mit ihren Freundinnen gleichzustellen, was Job oder auch die Liebe angeht. Eine kurze Zeit hat sie es auch geschafft, eine gute Balance zu finden, als Max doch wieder in das alte Muster "Freundschaft Plus" zurückfallen will. Das wirft Penny, wie schon die Male davor, aus der Bahn und bringt sie wieder an einen Tiefpunkt. Wie kann sie ihr Leben oder sich selbst ändern? Diese Fragen gehen ihr seit Jahren nicht aus dem Kopf, und sie versucht wiederholt, bei einer Psychologin Hilfe zu suchen. Was am Anfang schwierig erscheint – sich mit sich selbst, ihren Gefühlen und der Selbstwahrnehmung auseinanderzusetzen – kann im weiteren Verlauf der Geschichte einen guten Beitrag leisten.
Das Buch ist charmant und witzig geschrieben, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Man kann die Höhen und Tiefen von Penny gut nachvollziehen und sich gut in sie und ihre Situationen einfühlen, da man sicher bereits selbst einen Max, eine tyrannische Chefin oder unterschiedliche Lebenswege in einer Freundschaft erlebt hat. Zudem finde ich es sehr positiv, dass das Thema, sich psychologische Hilfe zu holen, behandelt wird. Es sollte kein Tabu mehr sein, und es würde vielen Menschen helfen, wenn wir offener über psychische Erkrankungen in der Gesellschaft sprechen würden.
Die wiederkehrenden Höhen und vor allem die zahlreichen Tiefen sowie das anhaltende Selbstmitleid von Penny haben mich persönlich etwas gestört. Meiner Meinung nach hat dies die Geschichte in die Länge gezogen, da sich diese Episoden ständig wiederholten. Dadurch wurde der Schwung der Geschichte gedämpft. Ich hätte mir von der Hauptprotagonistin mehr Stärke und weniger Resignation gewünscht.
Trotzdem ist dies ein ehrlicher Roman, der tiefgehende und realitätsnahe Themen behandelt. Genevieve Novak hat einen gelungenen Roman verfasst, der perfekt in unsere heutige Zeit passt.