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Veröffentlicht am 05.04.2026

Fesselnde Reise in die Nachkriegszeit

Im Schatten der Ruinen
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Berlin steht noch in der Schockstarre des beendeten Weltkriegs. Die Bevölkerung kämpft in den Ruinen der Stadt ums Überleben, was aufgrund des Schwarzmarktes und den damit einhergehenden Wucherpreisen ...

Berlin steht noch in der Schockstarre des beendeten Weltkriegs. Die Bevölkerung kämpft in den Ruinen der Stadt ums Überleben, was aufgrund des Schwarzmarktes und den damit einhergehenden Wucherpreisen für Lebensmittel immer herausfordernder wird. Eine ehemalige Wehrmachtseinheit geht hier immer skrupelloser vor, um scheinbar die Vorherrschaft an dem lukrativen Markt zu gewinnen. Der amerikanische Captain Matthew Wallet wurde abberufen, die Ordnung in der Stadt wiederherzustellen. Er nutzt die Ortskenntnis und den Mut des zwölfjährigen Heiner für seine Zwecke und kann erste Erfolge feiern, aber Heiner ist plötzlich untergetaucht und sowohl Matthew, als auch die Mutter Klara machen sich große Sorgen...

Ich mag spannende Geschichte mit einem gut recherchierten historischen Hintergrund, so dass ich mich sehr auf den Thriller "Im Schatten der Ruinen" vom deutschen Autor Peter Klisa gefreut habe. Er erzählt die Geschichte in einem temporeichen und sehr bildreichen Schreibstil, der die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führt. Der Spannungsbogen wird über die Ereignisse der besonderen Zeit und den Ermittlungen am pulsierenden Schwarzmarkt sehr gut aufgebaut und über die packenden Ermittlungsarbeiten stets auf einem hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich ein sehr spannendes und immer komplexer erscheinendes Szenario, welches das Buch für mich zu einem echten Page-Turner machte. Die historischen Fakten wirken sehr gut recherchiert und Peter Klosa gelingt es aus meiner Sicht hervorragend, die Angst und Verzweiflung der Zeit einzufangen und in die Story zu integrieren. Das Ganze konnte mich bis zum fulminanten Finale, welches durchaus die Hoffnung auf einen möglichen Nachfolger weckt, in den Bann ziehen.

Insgesamt bietet "Im Schatten der Ruinen" für mich ein aufregendes Abtauchen in die dunkle Zeit Deutschlands, wobei mich die interessant gezeichneten Protagonisten, die clever aufgebaute Story und das Erzähltalent des Autors in erster Linie überzeugen konnten. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Gruppentherapie

Narbenmädchen
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Die fünfzehnjährige Lara hat Probleme und zur Ablenkung beginnt sie sich zu ritzen. Da sich die Vorfälle häufen und ihre Beine zunehmend vernarben, soll ein Kuraufenthalt in einer speziellen Klinik für ...

Die fünfzehnjährige Lara hat Probleme und zur Ablenkung beginnt sie sich zu ritzen. Da sich die Vorfälle häufen und ihre Beine zunehmend vernarben, soll ein Kuraufenthalt in einer speziellen Klinik für Heilung sorgen. Lara hat aber auch schon gleich neue Klingen mitgebracht und ist wenig überzeugt von dieser Therapie. Die Psychologin dringt nicht zu ihr durch und so steht sie kurz vor der Einlieferung in eine geschlossene Anstalt. Da lernt sie Neo und Finn kennen, zwei Jungs in ähnlichem Alter, nur mit anderen Problemen. Untereinander entstehen tiefgehendere Gespräche und Lara fühlt sich erstmals verstanden...

Die deutsche Autorin Lilly Bogenberger hat mit "Narbenmädchen" einen ehrlichen und bewegenden Jugend-Roman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte von Lara in einem bildreichen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der sehr passend zum Thema wirkt. In den sehr authentisch geschilderten Erlebnissen begegnet der Leser mehreren Jugendlichen mit unterschiedlichen Schicksalsschlägen und deren Versuch, diese in den Griff zu bekommen. Der psychologische Ansatz der Klinik ist eher die Hilfe zur Selbsthilfe, was manche Jugendliche überfordert und so nicht zum Ziel führt. Bei anderen aber wirkt gerade das gemeinsame Erleben der neuen Situation und der fortlaufende Austausch mit Höhen und Tiefen zum gewünschten Effekt zur möglichen Bewältigung der persönlichen Krise. Lilly Bogenberger gelingt es aus meiner Sicht dabei sehr gut, die verschiedenen Probleme der Protagonisten in den Fokus zu stellen, ohne Effekthascherei zu betreiben und gleichzeitig den steinigen Weg aufzuzeigen, der notwendig ist, um wieder ins Leben zurückzufinden.

Insgesamt ist "Narbenmädchen" ein für mich gelungener Jugend-Roman, der gerade auch jüngeren Lesern Mut machen soll, über eigene Probleme zu sprechen und Hilfe anzunehmen. Als sehr gut empfand ich die Auflistung unterschiedlicher Anlaufstellen für psychische Probleme Jugendlicher im Anhang des Buches, der mir zeigt, dass das Thema für die Autorin wichtig ist und sie gerne auch Hilfestellung geben will. Für mich ist der Roman daher auch lesenswert, so dass ich ihn gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Tolle Idee, aber sehr langatmig erzählt

Die Geister von La Spezia
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Die magisch begabte Ermittlerin Pat erhält den Auftrag nach den Umständen des scheinbar bei einem Seeunglück verunfallten Manns der bekannten Autorin Mary Shelley zu recherchieren. Warum soll Percy so ...

Die magisch begabte Ermittlerin Pat erhält den Auftrag nach den Umständen des scheinbar bei einem Seeunglück verunfallten Manns der bekannten Autorin Mary Shelley zu recherchieren. Warum soll Percy so besessen von der See gewesen sein, obwohl er gar nicht schwimmen konnte? Pat versucht die Fragezeichen um den rätselhaften Tod zu lüften, indem sie mit den Menschen aus dem näheren Umfeld gemeinsam in die Vergangenheit abtaucht und so zur Zeugin der damaligen Geschehnisse wird. Dabei stößt sie auf interessante Details, die nach und nach Licht ins Dunkel bringen...

Das aus meiner Sicht sehr gelungene Cover hat meine Aufmerksamkeit geweckt und der verheißungsvolle Klappentext ließ mich gespannt in das fantastische Abenteuer vom deutschen Autor Oliver Plaschka starten. Er erzählt die Geschichte in einem literarisch ansprechenden Schreibstil, der mir mit vielen Bildern seine spezielle Welt lebendig vor Augen führt. Probleme hatte ich allerdings zunächst mit den vielen Protagonisten und deren Verbindungen. Die zusätzlichen Zeitsprünge machten es mir nicht einfacher dem Geschehen zu folgen, so dass gerade zu Anfang ein gewisses Durchhaltevermögen gefragt war, das Buch nicht zur Seite zu legen. Die Charaktere wurden im Verlauf vertrauter, aber die eher ruhig verlaufenden Ereignisse, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, ließen bei mir nie so richtig die Funken überspringen. So konnte mich die sicherlich clever inszenierte Story bis zum Finale nie so richtig packen und das große Lesevergnügen blieb aus.

Insgesamt kann "Die Geister von La Spezia" sicherlich mit dem Erzählstil von Oliver Plaschka als wertvoll betrachtet werden, aber ich hatte mir einen fesselnderen Verlauf erhofft. Es handelt sich sicherlich nicht um einen schlechten Fantasy-Roman, nur kann ich ihn aufgrund meiner Leseerfahrung nicht wirklich weiterempfehlen und bewerte ihn daher mit drei von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe

Flut aus schwarzem Stahl
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Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: ...

Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: tätowierte Krieger auf schwarzen Langschiffen, die einem alten, längst totgeglaubten Kult folgen. Diese brutale Streitmacht hinterlässt Verwüstung und kündigt einen Konflikt an, der das gesamte Reich erschüttern könnte. Die Kriegerin Thera Schwarzspeer wird ausgesandt, die Bedrohung zu untersuchen und ihr entgegenzutreten.

Der britische Autor Anthony Ryan hat mich mit seinen epischen Fantasy Sagen wie der "Rabenschatten-Trilogie" oder der "Draconis Memoria-Reihe" bereits erfolgreich in fremde Welten entführt, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in seine neue Serie gestartet bin. Der Erzählstil ist kraftvoll und detailreich, jedoch auch fordernd. Ryan nimmt sich Zeit für den Aufbau seiner Welt und Figuren, was dazu führt, dass der Einstieg vergleichsweise langsam verläuft. Diese Ruhephase dient jedoch als Fundament für die spätere Entwicklung der Geschichte, die zunehmend an Tempo und Intensität gewinnt. Besonders hervorzuheben ist die dichte und atmosphärische Weltgestaltung. Die raue Landschaft, das kalte Meer und die von religiösen Vorstellungen durchdrungene Gesellschaft erzeugen eine glaubhafte, oft beklemmende Stimmung. Die Welt wirkt dabei weder überladen noch künstlich, sondern vielmehr organisch gewachsen. Der Einfluss nordischer Mythologie ist deutlich spürbar, ohne dass der Roman in Klischees verfällt.

Insgesamt ist "Flut aus schwarzem Stahl" ein anspruchsvoller und vielschichtiger Auftakt, der sich deutlich an Leser richtet, die epische und eher düstere Fantasy schätzen. Der Roman verlangt Geduld, entwickelt dafür aber eine große erzählerische Wucht und legt den Grundstein für eine umfangreiche Saga. Ich freue mich auf den nächsten Band, empfehle den Auftakt gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Große Emotionen in fünf Kurzgeschichten

Der Fluss der Zeit
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Der Autor Pascal Mercier war mir bisher noch kein Begriff. Es handelt sich um das Pseudonym des Schweizer Philosophen Peter Bieri, unter dem er Romane veröffentlichte, die seine philosophischen Erkenntnisse ...

Der Autor Pascal Mercier war mir bisher noch kein Begriff. Es handelt sich um das Pseudonym des Schweizer Philosophen Peter Bieri, unter dem er Romane veröffentlichte, die seine philosophischen Erkenntnisse mit viel psychologischer Tiefe wiedergaben. Für seine werke wurde Bieri mehrfach ausgezeichnet und in dem vorliegenden Buch sind fünf Kurzgeschichten aus seiner Feder vereint.

Alle fünf Geschichte haben die Gemeinsamkeit, die Gefühlswelt der jeweiligen Protagonisten in den Vordergrund zu stellen. So kann sich in "Die Übergabe" der Besitzer einer Immobilie, die sich schon lange im Familienbesitz befindet nicht so wirklich trennen. Es fällt ihm wahnsinnig schwer loszulassen und die Spannung zwischen dem Erwerber und Verkäufer wird sehr gut wiedergegeben. Auch in der zweiten Kurzgeschichte geht es um die Emotionen, die ein großzügiges Geschenk auslöst. Sowohl der Schenker als auch der Beschenkte fühlen sich in ihrer Rolle nicht wohl und zeigen, dass einer vermeintlich wohlwollende Tat durch Zweifel nicht den gewünschten Effekt erzielen kann.

Auch die drei weiteren Einblicke sind von ruhiger Natur und zielen lediglich auf die ausgelösten Gefühle ab. Pascal Mercier gelingt es aber aus meiner Sicht beeindruckend, den Geschichten in den jeweils gut zwanzig Seiten so viel Tiefe zu verleihen, dass sie dazu einladen innezuhalten und das Gelesene auch wirken zu lassen. Ich habe mir daher mit dem durchaus kompakten Buch auch Zeit gelassen, was ich auch im Nachgang als sehr passend empfinde.

Insgesamt ist "Der Fluss der Zeit" eine aus meiner Sicht sehr gelungene Sammlung kurzer vielsagender Geschichte, die es ermöglichen dem Alltag zu entfliehen und das Ganze auf sich wirken zu lassen. Gerade hier kann man sagen, "In der Kürze liegt die Würze", da man mehrfach auf eine Auflösung hinfiebern kann. Ich empfehle die Anthologie sehr gerne weiter und bewerte sie mit guten vier von fünf Sternen.

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