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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.04.2026

Tolle Idee, aber sehr langatmig erzählt

Die Geister von La Spezia
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Die magisch begabte Ermittlerin Pat erhält den Auftrag nach den Umständen des scheinbar bei einem Seeunglück verunfallten Manns der bekannten Autorin Mary Shelley zu recherchieren. Warum soll Percy so ...

Die magisch begabte Ermittlerin Pat erhält den Auftrag nach den Umständen des scheinbar bei einem Seeunglück verunfallten Manns der bekannten Autorin Mary Shelley zu recherchieren. Warum soll Percy so besessen von der See gewesen sein, obwohl er gar nicht schwimmen konnte? Pat versucht die Fragezeichen um den rätselhaften Tod zu lüften, indem sie mit den Menschen aus dem näheren Umfeld gemeinsam in die Vergangenheit abtaucht und so zur Zeugin der damaligen Geschehnisse wird. Dabei stößt sie auf interessante Details, die nach und nach Licht ins Dunkel bringen...

Das aus meiner Sicht sehr gelungene Cover hat meine Aufmerksamkeit geweckt und der verheißungsvolle Klappentext ließ mich gespannt in das fantastische Abenteuer vom deutschen Autor Oliver Plaschka starten. Er erzählt die Geschichte in einem literarisch ansprechenden Schreibstil, der mir mit vielen Bildern seine spezielle Welt lebendig vor Augen führt. Probleme hatte ich allerdings zunächst mit den vielen Protagonisten und deren Verbindungen. Die zusätzlichen Zeitsprünge machten es mir nicht einfacher dem Geschehen zu folgen, so dass gerade zu Anfang ein gewisses Durchhaltevermögen gefragt war, das Buch nicht zur Seite zu legen. Die Charaktere wurden im Verlauf vertrauter, aber die eher ruhig verlaufenden Ereignisse, wenn auch aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, ließen bei mir nie so richtig die Funken überspringen. So konnte mich die sicherlich clever inszenierte Story bis zum Finale nie so richtig packen und das große Lesevergnügen blieb aus.

Insgesamt kann "Die Geister von La Spezia" sicherlich mit dem Erzählstil von Oliver Plaschka als wertvoll betrachtet werden, aber ich hatte mir einen fesselnderen Verlauf erhofft. Es handelt sich sicherlich nicht um einen schlechten Fantasy-Roman, nur kann ich ihn aufgrund meiner Leseerfahrung nicht wirklich weiterempfehlen und bewerte ihn daher mit drei von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Gelungener Auftakt einer neuen Fantasy-Reihe

Flut aus schwarzem Stahl
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Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: ...

Im Zentrum der Geschichte steht das Reich Ascarlia, das von den geheimnisvollen Schwesternköniginnen regiert wird. Ihre Herrschaft scheint gefestigt, doch aus dem Norden nähert sich eine bedrohliche Invasionsmacht: tätowierte Krieger auf schwarzen Langschiffen, die einem alten, längst totgeglaubten Kult folgen. Diese brutale Streitmacht hinterlässt Verwüstung und kündigt einen Konflikt an, der das gesamte Reich erschüttern könnte. Die Kriegerin Thera Schwarzspeer wird ausgesandt, die Bedrohung zu untersuchen und ihr entgegenzutreten.

Der britische Autor Anthony Ryan hat mich mit seinen epischen Fantasy Sagen wie der "Rabenschatten-Trilogie" oder der "Draconis Memoria-Reihe" bereits erfolgreich in fremde Welten entführt, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in seine neue Serie gestartet bin. Der Erzählstil ist kraftvoll und detailreich, jedoch auch fordernd. Ryan nimmt sich Zeit für den Aufbau seiner Welt und Figuren, was dazu führt, dass der Einstieg vergleichsweise langsam verläuft. Diese Ruhephase dient jedoch als Fundament für die spätere Entwicklung der Geschichte, die zunehmend an Tempo und Intensität gewinnt. Besonders hervorzuheben ist die dichte und atmosphärische Weltgestaltung. Die raue Landschaft, das kalte Meer und die von religiösen Vorstellungen durchdrungene Gesellschaft erzeugen eine glaubhafte, oft beklemmende Stimmung. Die Welt wirkt dabei weder überladen noch künstlich, sondern vielmehr organisch gewachsen. Der Einfluss nordischer Mythologie ist deutlich spürbar, ohne dass der Roman in Klischees verfällt.

Insgesamt ist "Flut aus schwarzem Stahl" ein anspruchsvoller und vielschichtiger Auftakt, der sich deutlich an Leser richtet, die epische und eher düstere Fantasy schätzen. Der Roman verlangt Geduld, entwickelt dafür aber eine große erzählerische Wucht und legt den Grundstein für eine umfangreiche Saga. Ich freue mich auf den nächsten Band, empfehle den Auftakt gerne weiter und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Große Emotionen in fünf Kurzgeschichten

Der Fluss der Zeit
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Der Autor Pascal Mercier war mir bisher noch kein Begriff. Es handelt sich um das Pseudonym des Schweizer Philosophen Peter Bieri, unter dem er Romane veröffentlichte, die seine philosophischen Erkenntnisse ...

Der Autor Pascal Mercier war mir bisher noch kein Begriff. Es handelt sich um das Pseudonym des Schweizer Philosophen Peter Bieri, unter dem er Romane veröffentlichte, die seine philosophischen Erkenntnisse mit viel psychologischer Tiefe wiedergaben. Für seine werke wurde Bieri mehrfach ausgezeichnet und in dem vorliegenden Buch sind fünf Kurzgeschichten aus seiner Feder vereint.

Alle fünf Geschichte haben die Gemeinsamkeit, die Gefühlswelt der jeweiligen Protagonisten in den Vordergrund zu stellen. So kann sich in "Die Übergabe" der Besitzer einer Immobilie, die sich schon lange im Familienbesitz befindet nicht so wirklich trennen. Es fällt ihm wahnsinnig schwer loszulassen und die Spannung zwischen dem Erwerber und Verkäufer wird sehr gut wiedergegeben. Auch in der zweiten Kurzgeschichte geht es um die Emotionen, die ein großzügiges Geschenk auslöst. Sowohl der Schenker als auch der Beschenkte fühlen sich in ihrer Rolle nicht wohl und zeigen, dass einer vermeintlich wohlwollende Tat durch Zweifel nicht den gewünschten Effekt erzielen kann.

Auch die drei weiteren Einblicke sind von ruhiger Natur und zielen lediglich auf die ausgelösten Gefühle ab. Pascal Mercier gelingt es aber aus meiner Sicht beeindruckend, den Geschichten in den jeweils gut zwanzig Seiten so viel Tiefe zu verleihen, dass sie dazu einladen innezuhalten und das Gelesene auch wirken zu lassen. Ich habe mir daher mit dem durchaus kompakten Buch auch Zeit gelassen, was ich auch im Nachgang als sehr passend empfinde.

Insgesamt ist "Der Fluss der Zeit" eine aus meiner Sicht sehr gelungene Sammlung kurzer vielsagender Geschichte, die es ermöglichen dem Alltag zu entfliehen und das Ganze auf sich wirken zu lassen. Gerade hier kann man sagen, "In der Kürze liegt die Würze", da man mehrfach auf eine Auflösung hinfiebern kann. Ich empfehle die Anthologie sehr gerne weiter und bewerte sie mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Literarische Reise ins Nordmeer

Jenseits der Wintersonne
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Schon mit 17 Jahren zieht es die norwegische Autorin Veronica Skotnes aufs Wasser. Sie heuert als Crewmitglied eines Schoners auf der Nordsee an und kann so die erforderlichen Erfahrungen sammeln, um dann ...

Schon mit 17 Jahren zieht es die norwegische Autorin Veronica Skotnes aufs Wasser. Sie heuert als Crewmitglied eines Schoners auf der Nordsee an und kann so die erforderlichen Erfahrungen sammeln, um dann ihren Traum zu leben. Mittlerweile lebt sie auf einem eigenen Segelboot und hat die unwirtschaftliche und sehr einsame Region des Nordmeeres als ihr Traumziel auserkoren. Hier bereist sie die vielen kleinen Inseln und versucht dort die Atmosphäre und die alten Traditionen einzufangen und zu erleben.

Veronica Skotnes beschreibt ihre Reisen in einem literarischen und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der mich als Leser immer wieder vor Ort wähnte. Gerade ihre gefühlvollen und bildreich skizzierten Erzählungen lassen die Region vor Augen erscheinen und ihre bewundernswert offene und mutige Einstellung ist es zu verdanken, viele Informationen gerade vergangener Generationen zu erfahren und für die NAchwelt festzuhalten. Die Atmosphäre dieses doch immer weiter von Menschen verlassenen Teils der Erde ist rau, aber sehr herzlich. Die wenig Verbliebenden, die den Kampf um Fischquoten und der sterbenden und immer mehr kommerzialisierten Fischindustrie noch strotzen, erzählen stolz von ihren Traditionen und auch ehemals blühenden Zeiten. Es kommt schon eine melancholische Stimmung auf, die Veronica Skotnes hervorragend einfängt und über die einzigartige und fast unberührte Natur einen ausgleichenden Gegenpol schafft.

Insgesamt ist "Jenseits der Wintersonne" aus meiner Sicht ein mehr als gelungener und besonderer Reisebericht, der in erster Linie mit dem Ziel und der unglaublich authentischen Erzählweise der Autorin überzeugen kann. Das Buch gibt die Gelegenheit dem Alltag zu entfliehen und gleichzeitig Inspiration in eine Welt aus Meer, Wind und endlosen nordischen Landschaften einzutauchen. Ich empfehle es daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Bewegende Familiengeschichte

Ein weites Leben
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Die fünfköpfige Familie MacBride lebt in Westaustralien auf einer großen Schaffarm. Ein tragischer Unfall verändert das Leben der fünf von einem Tag au den anderen. Der Vater und der älteste Sohn sterben ...

Die fünfköpfige Familie MacBride lebt in Westaustralien auf einer großen Schaffarm. Ein tragischer Unfall verändert das Leben der fünf von einem Tag au den anderen. Der Vater und der älteste Sohn sterben und der jüngste Sohn wird schwer verletzt. Er kehrt nach längerer Karenzzeit wieder nach Meredith Downs zurück und gemeinsam versuchen sie die Farm weiter zu betreiben. Ein weiterer Schicksalsschlag trifft die Familie dann, welcher das Leben der drei verbleibenden MacBrides nochmals massiv bestimmen wird.

Die australische Autorin M.L. Stedman hat mit ihrem Debütroman "Das Licht zwischen den Meeren", das 2013 erschien bereits auf sich aufmerksam gemacht, so dass ich mit viel Vorfreude und einer großen Erwartungshaltung in ihr neues Werk gestartet bin. Sie erzählt die Geschichte der MacBrides in einem bildreichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell ins entlegene Australien entführte und mir die Geschehnisse lebendig vor Augen führte. M.L. Stedman gelingt es aus meiner Sicht sehr gut, die Gefühle und Gedanken der Protagonisten einzufangen und ihnen auch einen entsprechenden Raum zu geben um der Geschichte eine Tiefe zu verleihen. Sie spricht dabei ein gesellschaftliches Tabu-Thema an, ohne mit Klischees zu arbeiten, so dass es sehr passend in die Familiengeschichte eingewoben wird. Mich hat die Familien-Saga bis zum Finale berührt.

Insgesamt ist "Ein weites Leben" ein ruhiger, aber auch sehr tiefgründiger Roman, der mich mit interessant gezeichneten Protagonisten, einer moralischen Auseinandersetzung eines selten behandelten Themas und dem Erzähltalent der Autorin mehr als überzeugen konnte. Wer also gefühlsbetonte Geschichten mit Herzschmerz und Emotionen mag, dem sei der Roman ans Herz gelegt. Meine Bewertung fällt mit den vollen fünf von fünf Sternen entsprechend positiv aus.

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