Profilbild von MaddinLiest

MaddinLiest

Lesejury Star
offline

MaddinLiest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit MaddinLiest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.12.2021

Der blutige Erzengel von Paris

Stadt der Mörder
0

Die Stadt Paris wird im Jahre 1924 von einem blutigen Verbrechen erschüttert. Die Leiche des sechzehnjährigen Clement Faucogney ist grausam entstellt und der Täter scheint alles Skrupel über Bord geworfen ...

Die Stadt Paris wird im Jahre 1924 von einem blutigen Verbrechen erschüttert. Die Leiche des sechzehnjährigen Clement Faucogney ist grausam entstellt und der Täter scheint alles Skrupel über Bord geworfen zu haben und in einen Wahn gefallen zu sein. Julien Vioric wird mit den Ermittlungen vertraut und er macht sich auf die Suche nach dem Mörder. Dabei stößt er auf die junge Lysanne, die sich auf der Suche nach ihrer Schwester befindet. Es entwickelt sich eine lose Bindung, die die beiden in den Kreis der Surrealisten führt, welche zu dieser Zeit ihre rebellischen Weltansichten nach außen tragen. Kommt der Täter aus den Reihen dieser gesellschaftsabtrünnigen Vereinigung?

Die Autorin Britta Habekost hat mit "Stadt der Mörder" einen aus meiner Sicht bemerkenswerten Kriminalroman veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem stellenweise schon poetischen und dennoch sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führte. Der Spannungsbogen wird mit dem rätselhaften und zugleich grausamen Mord an dem sechzehnjährigen Jungen aufgebaut und über die Ermittlungen in dem düsteren Paris auf einem hohen Niveau gehalten. Besonders gut gefallen haben mir die Schilderungen aus dem Leben der Surrealisten, welche damals schon mutig und sehr gesellschafts-kritisch aufgetreten sind. Die historischen Hintergrundinformationen wirken sehr gut recherchiert und die ganze Geschichte wirkt dadurch sehr authentisch. Es entwickelt sich eine komplexe und spannende Geschichte, deren fulminantes Finale mit einer nachvollziehbaren und für mich sehr gelungenen Auflösung aufwarten kann.

Insgesamt ist "Stadt der Mörder" aus meiner Sicht ein mehr als gelungener historischer Kriminalroman, der mich mit einem bisher selten thematisierten Schwerpunkt, einer spannenden Storyline und dem Erzähltalent der Autorin überzeugen konnte. Da ich das Buch für äußerst lesenswert halte, empfehle ich es sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2021

Schmerzliche Emotion

Eifersucht
0

Der erfolgreiche norwegische Autor Jo Nesbo hat sich mit seiner kleinen Sammlung von emotionalen Kurzgeschichten dem Thema der Eifersucht zugewandt. Das Gefühl, oder der Gedanke von Unsicherheit, Angst ...

Der erfolgreiche norwegische Autor Jo Nesbo hat sich mit seiner kleinen Sammlung von emotionalen Kurzgeschichten dem Thema der Eifersucht zugewandt. Das Gefühl, oder der Gedanke von Unsicherheit, Angst und Besorgnis, der Partner oder eine bedeutende Person könnte einem dritten gegenüber Zuneigung gezeigt haben, kann einen Menschen zu irrationalen Handlungen treiben. Genau dieser These geht Jo Nesbo mit seinen kleinen aber raffiniert konzipierten Geschichten nach, denn schließlich ist die Eifersucht das häufigste Motiv für einen Mord.

Ich habe bereits einige Thriller aus der Feder des Autors gelesen und war nun sehr gespannt, ob ihm der sicherlich gar nicht so einfache Drahtseilakt gelingt, auf deutlich weniger Seiten eine fesselnde Story mit einer überraschenden und überzeugenden Auflösung zu schreiben. Aus meiner Sicht schafft er es in allen sieben Kurzgeschichten, einen guten Spannungsbogen aufzubauen, in die Gedanken und Gefühle der Protagonisten einzutauchen und am Ende einen Wow-Effekt zu erzeugen. Er zeigt dabei, dass sich das Gefühl der Eifersucht in allen Schichten der Gesellschaft anzutreffen ist. So begleiten wir einen Kommissar, einen Taxifahrer, einen Müllmann oder gar einen Auftragsmörder, als sie ein Teil eines Eifersuchtsdramas werden. Eine spannende Auseinandersetzung mit dem immer wieder aktuellen Thema in der Kriminalszene, die von dem ansprechenden und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil Jo Nesbos getragen werden. Mein Highlight in dem Buch war die längste Geschichte, die mit über 100 Seiten fast die Hälfte des ganzen Werks ausmacht und mit "Eifersucht" auch den Buchtitel trägt.

Insgesamt ist "Eifersucht" aus meiner Sicht eine sehr gelungene Anthologie von packenden Geschichten, die mit einer raffinierten Storyline und dem Erzähltalent des Autors überzeugen können. Ein empfehlenswertes Buch, welches ich gerne mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2021

Tödliche Gratwanderung

Mord am Watzmann
0

Zunächst sieht alles nach einem tragischen Bergunfall aus. Ein Urlauber-Ehepaar hat sich trotz anbahnenden Gewitters an die Überschreitung des Watzmanns gewagt und das mit dem Leben bezahlt. Aber war es ...

Zunächst sieht alles nach einem tragischen Bergunfall aus. Ein Urlauber-Ehepaar hat sich trotz anbahnenden Gewitters an die Überschreitung des Watzmanns gewagt und das mit dem Leben bezahlt. Aber war es wirklich nur ein Unfall, oder hatte jemand beim Absturz der Beiden nachgeholfen? Der Bergpolizist Simon Perlinger nimmt sich der Sache an und beginnt mit den Recherchen, da er ahnt, dass nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Schnell stößt er durchaus auf einige Personen, die ein Motiv gehabt haben könnten, denn die beiden Opfer hatten nicht nur Freunde. Wird Simon Perlinger das Rätsel vom Watzmann lösen?

Das Cover und der Titel haben direkt meine Neugierde geweckt. Ich selbst habe mich vor zwei Jahren an die Überschreitung des Watzmanns gewagt und es war ein wirklich unvergessliches Erlebnis. Einen Kriminalroman mit dieser tollen Kulisse musste ich einfach lesen. Der Autor Felix Leibrock erzählt die Geschichte in einem lebendigen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell wieder in die Berchtesgadener Bergwelt entführt hat. Er erzeugt in dem Buch die besondere Atmosphäre, die von der Region und dem außergewöhnlichen Berg ausgeht. Der Spannungsbogen wird über den tragischen Absturz des Ehepaars sehr gut aufgebaut und über die Ermittlungen mit den einhergehenden Wendungen auf einem hohen Niveau gehalten. Die Vielzahl an Motiven und potentiellen Tätern ermöglicht dem Leser immer wieder eigene Überlegungen bezüglich der Auflösung anzustellen, um dann im Finale wahrscheinlich doch noch überrascht zu werden. Das gut nachvollziehbare Finale rundet den Kriminalroman aus meiner Sicht gelungen ab.

Insgesamt ist "Mord am Watzmann" ein für mich mehr als gelungener Regionalkrimi, der mit einer fantastischen Kulisse, einer durchdachten Story, dem Erzähltalent des Autors und einem wohldosierten Lokalkolorit zu überzeugen weiß. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.11.2021

Guter Thriller mit düsterer Atmosphäre

Waldeskälte
0

Als in dem kleinen Schweizer Bergdorf Eigerstal ein junges Mädchen spurlos verschwindet, wird die Ermittlerin der Interpol Valerie Ravelli von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Vor über 20 Jahren ...

Als in dem kleinen Schweizer Bergdorf Eigerstal ein junges Mädchen spurlos verschwindet, wird die Ermittlerin der Interpol Valerie Ravelli von ihrer eigenen Vergangenheit eingeholt. Vor über 20 Jahren ereignete sich in dem Dorf ein ähnlicher Vorfall, bei dem drei junge Mädchen verschwanden und nur eines zurückkehrte, nämlich Valerie Ravelli. Sie lässt sich freistellen, um die Ermittlungen in Angriff zu nehmen und hofft auch Antworten auf die Ereignisse ihrer Jugend zu finden. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, da die widrigen Wetterverhältnisse zur Eile mahnen...

Der Autor Martin Krüger hat mich mit seiner Reihe um die Oberkommissarin Marie Winter und dem exzentrischen BKA-Hauptkommissar Daniel Parkov bereits mehr als begeistert, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk gestartet bin. Er erzählt die Geschichte in den für ihn typischen temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in die Schweizer Bergkulisse entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem vermissten Mädchen direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die Ermittlungen mit den Rückblenden in die Vergangenheit auf einem hohen Niveau gehalten. Besonders gut gelingt es Martin Krüger eine düstere und bedrohliche Atmosphäre aufzubauen, die immer wieder für zusätzliche Spannungs-momente sorgt. Das fulminante Finale nimmt dann noch einmal deutlich an Fahrt auf und schließt den Thriller aus meiner Sicht gut nachvollziehbar und gelungen ab.

Insgesamt sorgte "Waldeskälte" bei mir für einige packende Lesestunden, auch wenn das Buch aus meiner Sicht nicht ganz an die Reihe um Winter und Parkov heranreichen konnte. Dies ist aber Jammern auf hohem Niveau, so dass ich den Thriller dennoch sehr gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.11.2021

Gegen alle Widerstände

Die vier Winde
0

Elsa Martinelli wächst in einer angesehen und wohlhabenden Familie auf. Leider entspricht ihr Erscheinungsbild nicht den Anforderungen dieser Gesellschaftsebene, so dass ihre Eltern sie gerne im Hintergrund ...

Elsa Martinelli wächst in einer angesehen und wohlhabenden Familie auf. Leider entspricht ihr Erscheinungsbild nicht den Anforderungen dieser Gesellschaftsebene, so dass ihre Eltern sie gerne im Hintergrund halten. Als Elsa mit all ihrem Mut dieser Erniedrigung entfliehen will, stürzt sie sich in eine überhastete und von den Eltern nicht tolerierte Affäre. Als sie dann auch noch ihre Schwangerschaft verkündet wird sie aus der Familie verbannt und steht vor einem Neuanfang in ihrem Leben. Der Kindsvater lebt auf einer Farm, auf der sie von nun an arbeiten und leben wird. Eine Dürre zwingt das Land immer mehr in die Knie und macht das Leben auf dem Land zunehmend beschwerlicher. Die mittlerweile zweifache Mutter steht vor einer sehr schweren Entscheidung, soll sie die neu gewonnene Familie verlassen, um den Kindern eine neue Chance zu ermöglichen...

Ich habe schon so viel positives von den Romanen der erfolgreichen Autorin Kristin Hannah gehört und gelesen, konnte mir bisher aber noch keine eigenes Bild von ihr machen. Ich bin daher mit viel Neugier und einer hohen Erwartungshaltung in ihr neues Werk gestartet. Sie erzählt die ergreifende Geschichte der mutigen und couragierten Elsa Martinelli in einem bildreichen und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse gut vor Augen führte. Die Hauptprotagonistin wird sehr gut charakterisiert und ihr ereignisreiches Leben authentisch in Szene gesetzt. Immer wieder wird ihr Schicksal auf ein Neues erschüttert, aber sie kämpft sich mit dem Mute der Verzweiflung durch und erobert so im Laufe des Buches das Herz des Lesers. Das beeindruckende Finale und der reale Hintergrund des Romans haben mich noch einige Zeit nachdenklich zurückgelassen. Die historischen Hintergründe wirken aus meiner Sicht sehr gut recherchiert und runden das Werk gelungen ab.

Insgesamt hat mich "Die vier Winde" von Kristin Hannah beeindruckt. Eine emotionale Reise in die Vergangenheit, die das Leben einer mutigen und starken Frau aufzeigt und vom Erzähltalent der Autorin bemerkenswert ungesetzt wurde. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere