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Veröffentlicht am 06.11.2021

Kurz aber oho

Wenn die Stille schreit
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Tim lebt mit seiner hochschwangeren Frau in einem abgelegenen Landhaus. Besorgt nehmen die beiden zur Kenntnis, dass sich ein Schneesturm angesagt hat und dass sich zwei entflohene und gefährliche Häftlinge ...

Tim lebt mit seiner hochschwangeren Frau in einem abgelegenen Landhaus. Besorgt nehmen die beiden zur Kenntnis, dass sich ein Schneesturm angesagt hat und dass sich zwei entflohene und gefährliche Häftlinge in der Gegend aufhalten sollen. Nichts desto trotz muss Tim ins Büro, um seinen geplanten Rückzug aus der eigenen Firma voranzutreiben, so dass er im Anschluss mehr Zeit für seine junge Familie hat. Bei seiner Rückkehr hat bereits schwerer Schneefall eingesetzt und am Telefon bestätigt ihm seine Frau, dass alles in Ordnung ist. Bei seinem Eintreffen kurze Zeit später, beginnt für Tim allerdings ein Albtraum...

Ich habe bereits schon einige Thriller aus der Feder des Autors Roman Klementovic gelesen und es gelingt ihm aus meiner Sicht immer wieder, ein beängstigendes Szenario zu schaffen, in dem sich der Spannungsbogen auf einem sehr hohen Niveau befindet. Ich bin daher mit sehr viel Vorfreude und einer gewissen Neugier in sein neues Projekt "Wenn die Stille schreit" gestartet, da es sich um eine Kurzgeschichte handelt. Ich war gespannt, ob und wie es Roman Klementovic schafft, auf deutlich weniger Seiten eine ähnlich düstere und packende Atmosphäre zu schaffen. Um es vorweg zu nehmen, dies gelingt ihm hervorragend, die Seiten flogen nur so an mir vorbei, und der Thriller hatte mich von Beginn an in denn Bann gezogen. Das klassische Spannungs-Szenario eines abgelegenen Hauses ohne Kontakt zur Außenwelt wird hervorragend umgesetzt und doch ist es bei weitem keine gewöhnliche Kopie bekannter Geschichten, denn wie ich es aus den vorherigen Büchern des Autors kenne, kann er mit einer überraschenden und wirklich genialen Auflösung glänzen.

"Wenn die Stille schreit" ist ein Thriller für einen Abend, an dem man Lust hat, sich ein wenig zu gruseln. Das enorme Tempo im Buch und das Erzähltalent von Roman Klementovic machen das Buch aus meiner Sicht zu einem absoluten Page-Turner, der nur einen Makel hat, er ist zu schnell zu Ende. Ein klare Leseempfehlung gibt es von mir und natürlich auch die verdienten fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 06.11.2021

Eine mutige Rebellin

Die Edelweißpiratin
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Im Jahre 1933 geht es der dreiköpfigen Familie Kühem den Umständen entsprechend gut. Was ihnen aber überhaupt nicht gefällt ist, der immer weiter zunehmende Einfluss der nationalsozialistischen Partei, ...

Im Jahre 1933 geht es der dreiköpfigen Familie Kühem den Umständen entsprechend gut. Was ihnen aber überhaupt nicht gefällt ist, der immer weiter zunehmende Einfluss der nationalsozialistischen Partei, so dass es in ihrer großen Wohnung zu kommunistischen Treffen kommt. Der Vater, Peter Kühem, muss dies mit Haftaufenthalten bezahlen, die ihn sogar als Moorsoldaten ins Haftlager bringen. Die Mutter Gertrud muss daher schnell lernen, mit ihrer kleinen Mucki allein klar zu kommen und den Mut nicht zu verlieren. Der Job als Apothekerin hält die Beiden über Wasser, aber als Gertrud die Stelle aufgrund der politischen Gesinnung verliert, spitzt sich die Lage zu...

Mit "Die Edelweißpiratin" hat die Autorin Michaela Küpper aus meiner Sicht einen bewegenden historischen Roman beschrieben. Sie erzählt die Geschichte in einem bildreichen und gut zu lesenden Schreibstil, der mir die Geschehnisse der damaligen Zeit lebendig vor Augen führte. Die historischen Hintergründe wirken auf mich sehr gut recherchiert und bilden einen guten Rahmen für die bewegende und auf realen Ereignissen beruhende Geschichte. Dabei thematisiert Michaela Küpper das mutige und couragierte Auftreten junger Menschen gegen die drohende Gefahr des Nationalsozialismus. Die Protagonisten werden für mich dabei sehr gut charakterisiert, so dass sie beim Lesen schnell Sympathiepunkte sammeln konnten und so die Geschichte noch erlebbarer machten. Immer wieder begibt sich die heranwachsende Mucki in große Gefahr und man muss als Leser ständig befürchten, dass sie dem Machtapparat und dem Verrat zum Opfer fällt. Dies sorgt wiederum für die Spannungsmomente, die den Roman ausmachen und einen guten Einblick in die dunklen Stunden der deutschen Geschichte gewähren.

Insgesamt ist "Die Edelweißpiratin" aus meiner Sicht ein gelungener historischer Roman, der mit seinem realen Hintergrund auf eine beeindruckende Bewegung junger Menschen im Nationalsozialismus hinweist und den Leser noch lange nachdenklich zurücklässt. Die Autorin setzt dies mit ihrem Erzähltalent sehr gut um, so dass ich das Buch gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 27.10.2021

Ein neuer packender Fall für Julia Schwarz

Verloschen: Thriller
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Die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird von ihrem Freund und Kriminalkommissar Florian Kessler zu einem Tatort gerufen. Das Opfer ist eine junge Frau, die der Täter äußerst perfide drapiert hat. Ihr wurden ...

Die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz wird von ihrem Freund und Kriminalkommissar Florian Kessler zu einem Tatort gerufen. Das Opfer ist eine junge Frau, die der Täter äußerst perfide drapiert hat. Ihr wurden die Ohren abgetrennt und andere angenäht. Was will der Täter mit dieser makabren Inszenierung bezwecken? Deuten die fehlenden Ohren des Opfers auf ein weiteres Opfer hin? Die Ermittlungen werden mit Hochdruck betrieben, aber selbst die Todesursache ist zunächst unklar. Die Spuren sind noch sehr dünn, als eine zweite Leiche gefunden wird, und es ist allen klar, dass es auf einen Wettlauf mit der Zeit hinausläuft...

Die Thriller der sehr erfolgreichen Autorin Catherine Shepherd begeistern mich immer wieder. So bin ich auch dieses mal wieder mit viel Vorfreude in den sechsten Fall um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz gestartet und nach wenigen Seiten war mir klar, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Catherine Shepherd erzählt die Geschichte in einem von ihr gewohnten temporeichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell in den kniffligen Fall gezogen hat. Der Spannungsbogen wird mit dem ersten Opfer klassisch aufgebaut und über die ereignisreichen Ermittlungen, die von überraschenden Wendungen und vielen Verdächtigen geprägt sind, auf einem hohen Niveau gehalten. Dem Leser bieten sich immer wieder Möglichkeiten, selbst über den Täter oder die Tathintergründe zu spekulieren, um dann in dem fulminanten Finale doch noch von der clever konzipierten Auflösung überrascht zu werden. Wieder einmal ein packender Page-Turner, dessen einziger Makel ist, das er viel zu schnell wieder beendet ist,

Insgesamt ist "Verloschen" von Carherine Shepherd aus meiner Sicht die rundum gelungene Fortsetzung einer tollen Thriller-Reihe, die mit sympathischen Protagonisten, schwer durchschaubaren Fällen und dem Erzähltalent der Autorin überzeugt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 24.10.2021

Ein Lesehighlight

Diese Frauen
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Los Angeles wird von einer Mordserie heimgesucht, die das Los Angeles Police Department aber wenig zu interessieren scheint. Die Opfer waren bis auf eine Ausnahme Prostituierte, und da hält sich das Engagement ...

Los Angeles wird von einer Mordserie heimgesucht, die das Los Angeles Police Department aber wenig zu interessieren scheint. Die Opfer waren bis auf eine Ausnahme Prostituierte, und da hält sich das Engagement der Gesetzeshüter doch deutlich zurück. Nichts desto trotz beeindruckt es die Menschen entlang der Western Avenue, wo die Taten stattgefunden haben. Die Frauen vor Ort, deren Leben oft von Geburt an vorbestimmt war, machen sich berechtigte Sorgen. Wie können sie sich Gehör verschaffen? Wer nimmt sie ernst? Durch Zufall stößt Detective Esmeralda Perry, die eigentlich bei der "Sitte" ermittelt, auf die Spur des Täters. Sie hört sich die Stimmen auf der Western Avenue an und nimmt sie ernst...

Die amerikanische Autorin Ivy Pochoda hat aus meiner Sicht mit "Diese Frauen" einen beeindruckenden und tiefgehenden Roman geschrieben, der mich von der ersten Seite an fesseln konnte. Sie erzählt die Geschichte in einem intensiven und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der das Buch für mich schnell zu einem Page-Turner machte. Grundsätzlich thematisiert Pochoda die klassische Tätersuche nach einem Mörder, geht dabei aber deutlich über das normale Maß hinaus und stellt die Opfer bzw. ihr Umfeld in den Vordergrund. Das Buch ist in 5 Teile gegliedert, jeweils geschildert aus der Sicht einer Frau aus dem besagten Viertel. Geschickt werden ihre Geschichten miteinander verbunden, indem sich die Wege kreuzen und so die Lösung des Ganzen immer näher kommt. Der Spannungsbogen wird auf einem ständig hohen Niveau gehalten und dies nicht allein aufgrund der Tätersuche sondern auch über die beklemmende und sehr authentisch wirkende Milieustudie, die mich auch noch im Nachgang beschäftigt hat. Es entwickelt sich eine dramatische Geschichte mit einem erschütternden und für mich zugleich überraschenden Finale, welches aus meiner Sicht passender nicht hätte sein können.

Insgesamt ist "Diese Frauen" für mich eines der Lesehighlights in diesem Jahr. Die Autorin Ivy Pochoda konnte mich mit ihrem Roman äußerst positiv überraschen, da es ihr gelungen ist, in ihrem Buch einen enormen Tiefgang mit einer spannenden und fesselnden Geschichte zu kombinieren. Für mich eine absolute Leseempfehlung, welche ich gerne mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 20.10.2021

Die Muse und der Künstler

Mord als Kunst
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Patti und Carla verbringen ihren Urlaub im Süden Frankreichs. Durch Zufall treffen sie auf den Maler Yves Honore, der Patti schnell die Augen verdreht und eine stürmische Affäre mit ihr beginnt. Carla ...

Patti und Carla verbringen ihren Urlaub im Süden Frankreichs. Durch Zufall treffen sie auf den Maler Yves Honore, der Patti schnell die Augen verdreht und eine stürmische Affäre mit ihr beginnt. Carla fühlt sich vernachlässigt und informiert daraufhin den Verlobten Pattis in den USA über die Liaison ihrer Freundin. Das Drama nimmt seinen Lauf, als dieser dann ebenfalls in die Provence nachreist. Vier Wochen später wird Carla vermisst und Commissaire Lucie Girard nimmt die Ermittlungne auf. Sie stößt auf eine Mauer von Lügen und Intrigen, deren Überwindung ihr gesamtes Einfühlungsvermögen und ihren Spürsinn erfordert...

"Mord als Kunst" ist der mittlerweile zwölfte Band um die sympathische Ermittlerin Lucie Girard. Der Autor konnte mich mit den vorherigen Teilen schon begeistern, so dass ich mit viel Vorfreude in den neuen Fall gestrtet bin. Er erzählt die Geschichte wieder in seinem sehr lebendigen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell wieder in die 70er und in den Süden Frankreichs entführt hat. Der Spannungsbogen wird nach und nach aufgebaut und über die Geschehnisse um die Künstlerkommune und dem clever inszenierten Konstrukt aus Lügen und Intrigen auf einem hohen Niveau gehalten. Die spannende gut nachvollziehbare Auflösung rundet den Krimianlroman gelungen ab. Den besonderen Charme verleiht dem Buch natürlich die Hauptprotagonistin Lucie Girard, die im Kreis der oberflächlich agierenden Charaktere, mit ihrer Menschenkenntis zu brillieren weiß.

Insgesamt ist "Mord als Kunst" eine aus meienr Sicht sehr gut gelungene Fortsetzung einer besonderen Krimi-Reihe, die mit dem Charme der 70er Jahre, der charmanten Lucie Girard und dem Erzähltalent des Autors zu überzeugen weiß. Ich empfehle den Roman gerne weiter und bewerte ihn mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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