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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2021

Großes Erzähltalent

Krass
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Ralph Krass ist ein Machtmensch und es gefällt ihm sein Umfeld mit seinem scheinbar unbegrenztem Selbstbewusstsein zu gestalten. So geraten auch seine Assistentin Lidewine und sein Sekretär Dr. Jüngel ...

Ralph Krass ist ein Machtmensch und es gefällt ihm sein Umfeld mit seinem scheinbar unbegrenztem Selbstbewusstsein zu gestalten. So geraten auch seine Assistentin Lidewine und sein Sekretär Dr. Jüngel in den Kreis der Protagonisten, deren Leben er gerne mit seinem Handeln und Vermögen bestimmt. Aber sein "Konstrukt" ist nicht davor gefeit, auch angegriffen oder gar zerstört zu werden. Erst durch die Reflektion weiterer Personen wird dem Hauptprotagonisten sein wahres Leben schonungslos vor Augen geführt.

Ich war sehr gespannt auf das neue Werk des erfolgreichen Autors Martin Mosebach, der bereits mit vielen Literatur-Preisen ausgezeichnet wurde, sowie Mitglied mehrerer Akademien der Sprache und Künste ist. Von Beginn an nötigte mir der aus meiner Sicht anspruchsvolle, aber auch wunderschöne Schreibstil den höchsten Respekt ab. Ich verlor mich ein wenig in den Zeilen und geriet quasi in einen Lesesog. Die Geschichte des wenig sympathischen aber interessant gezeichneten Ralph Krass nimmt im Verlauf des Buches dann immer mehr Konturen an und erhält gerade durch die Reflektionen im zweiten und dritten Teil des Romans zunehmenden Tiefgang. Die Handlung des Buches konnte mich nicht immer fesseln, aber das Erzähltalent des Martin Mosebachs strapazierte in diesen Phasen mein Durchhaltevermögen nicht zu sehr.

Insgesamt ist "Krass" ein aus meiner Sicht anspruchsvoller Roman, der aber gerade aufgrund des wortgewaltigen Talents des Autors mehr als lesenswert ist. Sicherlich ist die volle Konzentration erforderlich, aber wer es weiß ein Buch in Ruhe zu genießen, wird seine Freude an "Krass" haben. Ich empfehle es daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Durch die Hintertür

The Backdoor Link
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Sarah Beck ist mehr durch einen Zufall in die digitale Welt gelangt und hat dort ihr großes Talent entdeckt. Schnell wird sie in der Hackerszene zum absoluten Star und sowohl Unternehmen als auch große ...

Sarah Beck ist mehr durch einen Zufall in die digitale Welt gelangt und hat dort ihr großes Talent entdeckt. Schnell wird sie in der Hackerszene zum absoluten Star und sowohl Unternehmen als auch große Institutionen fürchten ihre Kompetenz ohne auch nur eine Spur zu ihrer Identität zu finden. Um ihre Vergangenheit im Dunklen zu lassen entschließt sie sich in einer Notsituation, ihr Wissen der IT-Abteilung von Europol zur Verfügung zu stellen. Als plötzlich alles aus dem Ruder zu laufen droht, muss Sarah reagieren. Sie setzt alles auf eine Karte und legt sich mit scheinbar übermächtigen Gegnern an...

Mit "The backdoor link..." hat der Autor Roland Hebesberger einen aus meiner Sicht packenden und unglaublich temporeichen Thriller geschrieben. Angeregt von vielen guten Bewertungen seiner zwei vorherigen Bücher bin ich mit einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk gestartet. Sehr schnell hat mich Roland Hebesberger mit seinem außergewöhnlich temperamentvollen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil in den Bann gezogen. Gekonnt wird gleich im Prolog der Spannungsbogen aufgebaut und über das dramatische Schicksal der Hauptprotagonistin mit all ihren Verstrickungen auf einem hohen Niveau gehalten. Es fiel mir im Verlauf immer schwerer das Buch zur Seite zu legen, da die interessant gezeichnete Sarah Beck und die vielen überraschenden Wendungen bei mir einen Suchtfaktor auslösten. Das fulminante Finale kann ebenfalls überzeugen und auf die möglichst baldige Fortsetzung hoffen.

Insgesamt ist "The backdoor link..." für mich ein überzeugender und absolut fesselnder Thriller, der mit seinem hohen Tempo, viel Action, einer komplexen Story und dem Erzähltalent des Autors zu überzeugen weiß. Ich kann den Freunden der Spannungsliteratur das Buch nur wärmstens empfehlen und den Thriller folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen bewerten.

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Veröffentlicht am 14.03.2021

Das zweite Leben

Der Tausch – Zwei Frauen. Zwei Tickets. Und nur ein Ausweg.
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Es ist alles bis auf das kleinste Detail vorbereitet. Claire will an diesem Tag ihrem Leben eine neue Richtung verleihen, indem sie ihren charismatischen und zugleich gewalttätigen Mann verlässt. Ein bis ...

Es ist alles bis auf das kleinste Detail vorbereitet. Claire will an diesem Tag ihrem Leben eine neue Richtung verleihen, indem sie ihren charismatischen und zugleich gewalttätigen Mann verlässt. Ein bis vor kurzem für sie noch völlig unvorstellbarer Moment nimmt Formen an und steht kurz bevor, als eine plötzliche Planänderung ihr Vorhaben scheitern lässt. In ihrer Not und Verzweiflung trifft sie am Flughafen auf Eva. Sie schlägt Claire aus dem Nichts ein Ticket-Tausch vor, der die beiden Frauen jeweils in ein neues Leben katapultieren soll. Claire stimmt zu und kurze Zeit später steht sie in Kalifornien zwar vor ihrer zweiten Chance, aber der vermeintliche Segen, stellt sich anders dar als gedacht und birgt für Claire sogar große Gefahren...

Aufgrund vieler positiver Bewertungen bin ich mit einer hohen Erwartungs-haltung in den Thriller "Der Tauch" von Julie Clark gestartet. Die Autorin erzählt die Geschichte in einem lebendigen und sehr gut zu lesenden Schreibstil, der den Leser schnell in die Welten der beiden Haupt-protagonistinnen entführt. Beide haben mit einem schwierigen Schicksal zu kämpfen und die scheinbar perfekt Lösung eines Ticket-Tausches stellt sich als verhängnisvoll heraus. Geschickt springt die Julie Clark zwischen den Erzählsträngen der beiden Akteurinnen und lockert das Geschehen über die Perspektivwechsel weiter auf. Der Spannungsbogen wird über die Handlung gut aufgebaut und über die gesamte Länge des Thrillers auf einem hohen Niveau gehalten. Das spannende Finale kann dann aus meiner Sicht mit einer überraschenden und überzeugenden Auflösung punkten.

Insgesamt hat mir "Der Tausch" von Julie Clark als Thriller sehr gut gefallen. In erster Linie überzeugte mich die clever konzipierte Geschichte um die zwei starke Frauen, die ihrem Leben eine neue Richtung geben wollen und das Erzähltalent der Autorin. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Der Sinn des Lebens

Aus der Mitte des Sees
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Lukas hat sich für das Leben eines Mönchs in einer Benediktinerabtei entschieden. Er lebt seit Jahren dort und war sich eigentlich sicher, eine gute Wahl getroffen zu haben. Im Umfeld der vielen eher alten ...

Lukas hat sich für das Leben eines Mönchs in einer Benediktinerabtei entschieden. Er lebt seit Jahren dort und war sich eigentlich sicher, eine gute Wahl getroffen zu haben. Im Umfeld der vielen eher alten Mitbrüder hat er sich in erster Linie mit Andreas angefreundet, der sogar noch etwas jünger ist. All dies wird aber in Frage gestellt, als Andreas den Orden verlässt, um eine Familie zu gründen. Lukas ist zu diesem Zeitpunkt Ende dreißig und überdenkt sein Leben. Ist er in der Abtei richtig aufgehoben? Erschwerend ist für ihn eine Begegnung mit einer attraktiven Frau, die als Gast die Abtei besucht. Er bemerkt eine Verbindung zu ihr und sieht gleichzeitig bei seinem glücklichen Bruder Andreas was das Leben noch bereit halten kann...

Der Autor Moritz Heger hat mit "Aus der Mitte des Sees" einen aus meiner Sicht berührenden und stillen Roman geschrieben. Er erzählt die Geschichte von Bruder Lukas in einem bildreichen und sehr ansprechenden Schreibstil, der oftmals poetisch anmutet. Das Buch und der Hauptprotagonist haben mich beim lesen in einen Sog gezogen, der spannender war, als so mancher Kriminalroman. Die Lebensfrage mit den so gegensätzlichen Möglichkeiten bereiten Lukas große Zweifel. Für welche Seite soll er sich entscheiden? Muss er zu seiner einst getroffenen Entscheidung stehen oder soll er der Verlockung des Lebens nachgehen? Seinen Gedanken folgt er am liebsten beim und im nahegelegenen Vulkansee, der ihm nach der Klausur des Eingeschlossenen ein Gefühl von Freiheit vermittelt. Er lässt dort seinen Gedanken freien Lauf und genießt die Tiefe und Kälte des Sees und eigentlich ist ihm von Anfang an klar, dass an diesem Ort sein weiteres Leben entschieden wird...

"Aus der Mitte des Sees" hat mich berührt und der Autor vermag es aus meiner Sicht hervorragend mit Worten umzugehen. Ein Roman, der sich mit dem Sinn des Lebens beschäftigt und äußerst lesenswert ist. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 07.03.2021

Unruhe auf dem Brezelfest

Festbierleichen
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Das alljährliche Brezelfest steht an und ganz Speyer freut sich auf die besonderen Tage. Ein Schatten wirft sich aber im Vorfeld über das große Fest, in einem Erpresserschreiben wird damit gedroht, das ...

Das alljährliche Brezelfest steht an und ganz Speyer freut sich auf die besonderen Tage. Ein Schatten wirft sich aber im Vorfeld über das große Fest, in einem Erpresserschreiben wird damit gedroht, das Bier zu vergiften. Kriminalhauptkommissar Frank Achill nimmt mit Hilfe seines Freundes Andre Sartorius die Ermittlungen auf und die Beiden versuchen dem Erpresser noch rechtzeitig das Handwerk zu legen. Gelingt ihnen der Wettlauf mit der Zeit? Was hat die Erpressung mit zwei abgetrennten Fingern zu tun? Ein spannender Kriminalfall nimmt seinen Lauf...

"Festbierleichen" ist mittlerweile der dritte Band um das sympathische Team mit Kriminalhauptkommissar Frank Achill und dem Stadtführer Andre Sartorius. Die ersten beiden Bände haben mir schon ausgesprochen gut gefallen, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in den neuen Fall gestartet bin. Der Spannungsbogen wird direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die ereignisreichen Ermittlungen auf einem hohen Niveau gehalten. Besonders gut gefällt mir aber an der Reihe der Mix aus raffiniert konzipierter Kriminalgeschichte, sympathischen Protagonisten, spannender Handlung und einer guten Prise Humor. Auch die Weiterentwicklung der Personen ist richtig gut gelungen, so dass sich eine packende Geschichte entwickelt, die mich das Buch kaum noch aus der Hand legen ließ.

Insgesamt ist "Festbierleichen" aus meiner Sicht die tolle Fortsetzung einer fesselnden Krimi-Reihe, die mit sympathischen Protagonisten, einem angenehm dosierten Lokalkolorit und dem Erzähltalent des Autors überzeugt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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