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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.06.2025

Leichter und unterhaltsamer Kriminalroman

Das Teufelshorn
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Isabel Flores ist auf das heimische Mallorca zurückgekehrt, da sie ihr letzter Fall als spanische Kommissarin emotional zu sehr in Beschlag genommen hat. Sie genießt die malerische Umgebung und leitet ...

Isabel Flores ist auf das heimische Mallorca zurückgekehrt, da sie ihr letzter Fall als spanische Kommissarin emotional zu sehr in Beschlag genommen hat. Sie genießt die malerische Umgebung und leitet eine Ferienhausvermittlung. Eines Tages verschwindet aber ein sechsjähriges Mädchen spurlos und die Ermittler bitten Isabel aufgrund ihrer gemachten Erfahrung bei der Suche zu helfen. Obwohl sie dies eigentlich nicht mehr wollte, holt sie ihr Ehrgeiz wieder ein und beginnt mit den Recherchen. Kurze Zeit später wird ein älterer Mann auf der Insel ermordet und wo sie gerade einmal ermittelt, versucht sie auch hier zu unterstützen. Stehen die beiden Fälle vielleicht sogar in Verbindung?

Die britische Autorin Anna Nicholas hat mit "Das Teufelshorn" aus meiner Sicht einen spannenden und unterhaltsamen Kriminalroman in malerischer Kulisse veröffentlicht. Sie erzählt die Geschichte in einem leicht zugängigen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mich schnell auf die spanische Insel entführte. Der Spannungsbogen wird mit dem vermissten Mädchen gut aufgebaut und über die immer komplexer werdenden Ermittlungsarbeiten auf einem für mich hohen Niveau gehalten. Die ermittelnde Hauptprotagonistin wird interessant und sehr sympathisch charakterisiert, so dass es Spaß macht, sie auf ihrer Suche nach dem kleinen Mädchen und dem Mörder des älteren Mannes zu begleiten. Geschickt bindet Anna Nicholas die herausragende Kulisse, in der sie mittlerweile selber wohnt, in die Story ein, was dem Buch auch seinen Charme verleiht. Das Ganze konnte mich bis zum spannenden Finale in den Bann ziehen und die gut nachvollziehbare Auflösung rundet alles gut ab.

Insgesamt ist "Das Teufelshorn" ein aus meiner Sicht gelungener Regionalkrimi, der sich idealerweise als Urlaubslektüre anbietet. Das Buch konnte mich mit einer durchdachten Story, einer mehr als charmanten Ermittlerin und einem wohldosierten Lokalkolorit überzeugen, so dass ich es gerne weiterempfehle und mit guten vier von fünf Sternen bewerte.

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Real und beängstigend

Echokammer
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Kurz vor den norwegischen Parlamentswahlen rücken Gerüchte über einen möglicherweise bevorstehenden Terror-Anschlag immer mehr in den Fokus. Das Ermittler-Duo Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen ...

Kurz vor den norwegischen Parlamentswahlen rücken Gerüchte über einen möglicherweise bevorstehenden Terror-Anschlag immer mehr in den Fokus. Das Ermittler-Duo Liselott Benjamin und Martin Tong versuchen mit allen Mitteln die Hintergründe aufzudecken, um den Anschlag noch rechtzeitig verhindern zu können. Es deutet darauf hin, dass die Terroristen über das Gift Rizin verfügen und durchaus gewillt sind, dieses auch einzusetzen. Der laufende Wahlkampf wird ebenfalls immer härter ausgefochten und die politischen Zerwürfnisse scheinen die Terror-Gruppe zu motivieren. Kann ein schrecklicher Anschlag verhindert werden? Der Wettlauf mit der Zeit ist eröffnet.

Der preisgekrönte norwegische Spannungsautor Ingar Johnsrud hat mit "Echokammer" den Auftakt einer verheißungsvollen Polit-Thriller-Reihe veröffentlicht. Ich bin mit einer hohen Erwartungshaltung in das Buch gestartet und wurde nicht enttäuscht. Johnsrud erzählt die Geschichte in einem äußerst temperamentvollen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der mit vielen kurzen Kapiteln arbeitet und mit den damit jeweils verbundenen Perspektivwechseln für ein hohes Tempo sorgt. Der Spannungsbogen wird mit dem Aufkommen der realen Terror-Gefahr gut aufgebaut und über die schwierigen und mit vielen Wendungen versehenden Ermittlungsarbeiten auf einem stets hohen Niveau gehalten. Es entwickelt sich eine immer komplexer werdende Story, bei der es mit zu Anfang noch recht schwer fiel, den Überblick zu behalten. Im Laufe der Geschichte fügen sich die einzelnen Erzählstränge aber dann zu einem Ganzen und der Unterhaltungswert steigt zunehmend. Das Ganze konnte mich bis zum fulminanten Finale in den Bann ziehen, wo dann eine gut nachvollziehbare Auflösung den Fall gelungen abschließt und ein kleiner Cliffhanger Lust auf den nächsten Band macht.

Insgesamt ist "Echokammer" aus meiner Sicht ein packender Polit-Thriller, der den zunehmenden Rechtsruck in den europäischen Parlamenten thematisiert und mit dem Blick hinter die politischen Fassaden für ein erschreckend real erscheinendes Bild sorgt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 19.05.2025

Spannung am Gardasee

Was am Ufer lauert
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Nachdem ihr Vater gerade erst wieder zurückgekehrt ist, will die Journalistin Gianna Pitti die Bitte ihres Vaters nicht ablehnen, geheime Informationen in Empfang zu nehmen. Zur Übergabe kommt es aber ...

Nachdem ihr Vater gerade erst wieder zurückgekehrt ist, will die Journalistin Gianna Pitti die Bitte ihres Vaters nicht ablehnen, geheime Informationen in Empfang zu nehmen. Zur Übergabe kommt es aber nicht, stattdessen findet Gianna die Leiche einer älteren Frau im Meer. Bei ihr entdeckt sie die Hülle einer CD-Rom mit der Beschriftung "Die Geheimnisse Winston Churchills". Gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Onkel macht sie sich nun auf die Suche nach dem Täter und der Vergangenheit Churchills, die mit der Gardasee-Region anscheinend zusammenhängt...

Der erfolgreiche Autor Lenz Koppelstätter konnte mich bereits mit seinen Kriminalromanen um den sympathischen Ermittler Commisario Grauner begeistern, so dass ich nun sehr gespannt auf sein neues Projekt vom Gardasee war. "Was am Ufer lauert" ist bereits der zweite Band aus der Reihe, aber ich hatte zu keiner Zeit Verständnisprobleme, so dass das Buch auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden kann. Koppelstäätter erzählt die Geschichte in seinem lebendigen und sehr flüssig zu lesenden Schreibstil, mit dem er den Leser schnell in die Gardasee-Region entführt. Der Spannungsbogen wird mit der toten Frau und dem Geheimnis um Churchills Vergangenheit sehr gut aufgebaut und über die anschließenden Ermittlungen auf einem guten Niveau gehalten. Die Story wirkt gut durchdacht und konnte mich bis zum Finale, welches den fall mit einer gut nachvollziehbaren Auflösung abrundet, in den Bann ziehen.

Insgesamt ist "Was am Ufer lauert" ein gelungener Regionalkrimi, der mit einer guten Mischung aus Lokalkolorit und Spannung überzeugen kann, aber aus meiner Sicht nicht ganz an das Niveau der Südtirol-Kriminalromane um Commisario Grauner heranreichen kann. Ich empfehle das vorliegende Buch durchaus als soliden Kriminalroman und bewerte ihn mit guten vier von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Von Liebe, Kunst und Vernunft

Wut und Liebe
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Der Künstler Noah und die Angestellte Camilla leben ein tristes aber verliebtes Leben. Dies erfüllt aber nicht Camilas Lebenstraum, sie denkt, dass das Leben mehr zu bieten haben muss als harte Arbeit ...

Der Künstler Noah und die Angestellte Camilla leben ein tristes aber verliebtes Leben. Dies erfüllt aber nicht Camilas Lebenstraum, sie denkt, dass das Leben mehr zu bieten haben muss als harte Arbeit für kargen Lohn. So verlässt sie trotz der anhaltenden Liebe Noah und sucht sich einen reichen Mann, um das Leben in vollen Zügen zu genießen. Aufgrund ihres Charmes und ihres Aussehens ist sie auch schnell fündig geworden, aber das große Lebensglück will sich auch trotz des nun reichlich vorhandenen Geldes nicht wirklich einstellen. Gleichzeitig kämpft Noah um seine große Liebe und ist durchaus bereit, dafür seine Grenzen auszutesten...

Der Schweizer Autor Martin Suter hat mich schon mit vielen seiner Romane oder Kriminalgeschichten begeistern können, so dass ich mit viel Vorfreude und einer hohen Erwartungshaltung in sein neues Werk gestartet bin. Er erzählt die Geschichte in seinem gewohnt professionellen und aus meiner Sicht sehr schönen Schreibstil, der uns in die Welt der beiden Liebenden Noah und Camilla eintauchen lässt. Geschickt spielt er mit deren Gefühlen zueinander und den Vorstellungen vom perfekten Leben. Gerade das vermeintlich zu erstrebende Lebensglück führt die beiden Protagonisten in eine Situation, in der sie sich selbst hinterfragen und testen, wie weit sie bereit sind zu gehen. Dadurch entsteht eine Spannung, die vom klassischen Muster eines Kriminalromans abweicht und sich eher nach und nach auf eine Eskalation hinsteuert. Die wirklich toll erzählte Geschichte konnte mich bis zur letzten Seite voll und ganz in den Bann ziehen.

Insgesamt hat Martin Suter für mich mit "Wut und Liebe" wieder einmal bewiesen, dass er besondere Bücher schreiben kann, die aus der MAsse herausstechen und dennoch entspannt für Unterhaltung sorgen. Ich empfehle den Roman daher sehr gerne weiter und bewerte ihn dementsprechend mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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Veröffentlicht am 07.05.2025

Spannung aus Zons

Das Geheimnis der toten Mädchen: Thriller
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Im Jahre 1506 bekommt es Bastian Mühlberg mit einem rätselhaften Verschwinden einer scheinbar ermordeten jungen Frau zu tun. Die Leiche wird kurze Zeit später im Fluss wiedergefunden, allerdings stark ...

Im Jahre 1506 bekommt es Bastian Mühlberg mit einem rätselhaften Verschwinden einer scheinbar ermordeten jungen Frau zu tun. Die Leiche wird kurze Zeit später im Fluss wiedergefunden, allerdings stark gezeichnet und blutleer. Wer kann ein Interesse daran haben, die Totenruhe des Opfers zu stören? Bastian steht mit seinen Recherchen noch völlig am Anfang, als ein weiterer Mord geschieht...

In der Gegenwart hat Kriminalkommissar Oliver Bergmann gleich zwei Todesfälle aufzuklären, die scheinbar in Verbindung stehen. Eine junge Frau wird im Keller des Stadtarchivs tot aufgefunden und der Archivar selbst stirbt kurze Zeit später an einem Stromschlag. Die Verbindung scheint klar, aber einen richtigen Reim kann sich das Ermittlerteam nicht machen, so dass sie weiterhin im Dunklen tappen. Sind weitere Morde zu befürchten?

Die deutsche Autorin Catherine Shepherd hat mich mit ihren drei Serien immer wieder begeistern können, so dass ich mich auf ihr neues Werk sehr gefreut habe. Sie erzählt die Geschichte in ihrem gewohnt temporeichen und hervorragend zu lesenden Schreibstil, der mich schnell wieder nach Zons entführte. Das Besondere an dieser Reihe sind die parallelen Handlungsstränge zu unterschiedlichen Zeiten, aber am selben Ort. So wird der Spannungsbogen in beiden Geschichten direkt zu Beginn des Buches gut aufgebaut und über die jeweiligen ereignisreichen Ermittlungen auf einem hohen Niveau gehalten. Gerade die Zeitsprünge zwischen den Kapiteln und die immer wiederkehrenden Cliffhanger machen das Buch für mich zu einem absoluten Page-Turner. Die Stränge stehen zwar für sich, sind aber über eine magisch wirkende Verbindung miteinander verwoben und konnten mich bis zu den beiden Finals in den Bann ziehen.

"Das Geheimnis der toten Mädchen" ist aus meiner Sicht die gelungene Fortsetzung einer besonderen Thriller-Reihe, die zwei Zeitebenen verbindet, interessante Fälle zu bieten hat und natürlich vom Erzähltalent der Autorin lebt. Ich empfehle das Buch daher sehr gerne weiter und bewerte es folgerichtig mit den vollen fünf von fünf Sternen.

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