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Veröffentlicht am 20.12.2024

Ein sehr persönlicher Fall

Zorn – Der Fall Schröder
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„Der Fall Schröder“ ist der bereits vierzehnte Fall für Zorn und Schröder, der Kult-Thriller-Serie, die jedoch an mir bis dato vorübergegangen ist. Aber einmal ist immer das erste Mal und so steige ich ...

„Der Fall Schröder“ ist der bereits vierzehnte Fall für Zorn und Schröder, der Kult-Thriller-Serie, die jedoch an mir bis dato vorübergegangen ist. Aber einmal ist immer das erste Mal und so steige ich ganz unvoreingenommen mit Buch 14 ein. Ausgerechnet! Dieser Fall ist schon etwas anders angesiedelt, denn hier spielt Schröder die Hauptrolle. Ungewollt zwar, aber doch.

Ein Suizid wird von der Tochter des Toten gemeldet, daraufhin schickt Schröder den Kollegen Brettschneider vorbei. Kurz danach werden sie zu einem kaltblütigen Mord gerufen, ein weiteres Opfer folgt wenig später.

Bald übernimmt Zorn notgedrungen die Leitung der Ermittlungen, denn Schröder ist seltsam unbeteiligt, ist meist nicht erreichbar, dann meldet er sich krank, er scheint irgendwie neben sich zu stehen. Zorns Ehefrau Frieda, die sich gerade auf Reha befindet, ist seine Vertraute und ihm auch jetzt eine große Stütze.

Zorn ist schon ein Unikum, er ist ein wenig schräg, mit seinem Gezetere macht er seinem Nachnamen alle Ehre, seine Nerven liegen mitunter ganz schön blank. Nun, ich lerne ihn aber auch anders kennen - als liebenden Ehemann und Vater. Dieser Zorn gefällt mir schon wesentlich besser. Sei es drum – er ist in einer Ausnahmesituation, denn er macht sich schon Sorgen um Schröder, der ihm auch privat ein Freund ist.

Neben den Ermittlungen sind es die Rückblenden auf damals, die – je weiter man liest – ganz schön an die Nieren gehen. Diese zweite Erzählebene berichtet von dem Kind Schröder und von seinem Freund.

Wie gesagt – ich kenne die Vorgängerbände nicht, werde sozusagen in diesem sehr persönlichen Fall ins kalte Wasser bzw. in die Serie geschmissen. Schuldig oder nicht schuldig – das ist hier die Frage. Es geht um Freundschaft und um noch sehr viel mehr. Geht es auch um Rache?

Die Story ist spannend, die Ermittlungen sind zuweilen schon hart an der Grenze des gerade noch Möglichen. Zorn war mir in seiner Bärbeißigkeit gelegentlich ein Stück drüber, gemocht habe ich dann doch die etwas schrägen Kommentare. Nicht alle, denn er brüllt des Öfteren ganz schön rum. Schröders Erlebnisse als 12jähriger machen mich zunehmend fassungslos. Bei den heutigen Ermittlungen steht er eher neben sich, sein heller Kopf hat hier Pause. Also, werde ich beim nächsten Fall wieder dabei sein. Nicht nur, um Schröder wirklich kennenzulernen, auch wegen Stephan Ludwigs kurzweiligem Schreibstil, denn er hat mich durchgehend ans Buch gefesselt.

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Veröffentlicht am 17.12.2024

Wie ein weihnachtlicher Feenstaub

Das Wunder der Tannenbäume
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Die sechzehnjährige Anneliese hat seit jeher ihrem Vater im Wald geholfen. So auch heute, auch ihr jüngerer Bruder Kasper ist dabei, als Vater verunglückt. Die Not war schon immer groß und nun muss die ...

Die sechzehnjährige Anneliese hat seit jeher ihrem Vater im Wald geholfen. So auch heute, auch ihr jüngerer Bruder Kasper ist dabei, als Vater verunglückt. Die Not war schon immer groß und nun muss die kleine Familie zusehen, wie sie über die Runden kommt. Kasper ist zu jung, um in Vaters Fußstapfen als Holzfäller zu treten und so ist es Anneliese, die sich nach Arbeit umsieht - jedoch vergeblich. Die Dorfbewohner sind der Familie Holl nicht gerade wohlgesonnen, seit Johannes seine Marva geehelicht hat. Dass sie keine Einheimische ist, lassen die Dörfler sie nur zu deutlich spüren.

Anneliese lässt sich davon nicht unterkriegen, sie sammelt Brennholz, das sie am Markt verkaufen will. Das Geschäft läuft eher schleppend und zu allem Überfluss sind sie auch hoch verschuldet. Mutter wird krank, sie stirbt - und nun sind Anneliese und Kasper auf sich gestellt.

Wir sind mitten im Winter, die Vorräte gehen langsam zur Neige, Anneliese verwertet alles, auch findet sie im Wald ein Bäumchen, das nicht so recht wachsen will. Kurzerhand nimmt sie es mit, schmückt es mit allem, was der Wald so hergibt, hängt Äpfel und Nüsse dran. Die Krönung sind die kleinen Figuren, die Kasper schnitzt – Engel, kleine Herzen, Pferde und all das, was sich aus Holz formen lässt. Das Bäumchen ist ihr Trost und kurz entschlossen nimmt sie es mit auf den Markt. Frau von Anweil, die Frau des Bürgermeisters, ist davon ganz entzückt. Sie gibt gleich mal etliche dieser geschmückten Tannenbäume in Auftrag und damit nicht genug, wird Anneliese auch den großen Baum für den Freiburger Marktplatz liefern und schmücken. Es scheint aufwärts zu gehen, zumal ihr Finken, der Geldeintreiber, im Nacken sitzt und sie nun den fälligen Betrag zusammenbekommen dürfte. Und - wir werden später auch bei Hofe zugange sein. Der Großherzog plant ein opulentes Fest, bei dem ein riesiger, festlich geschmückter Baum nicht fehlen darf. Anneliese trägt für diesen Weihnachtsbaum die Verantwortung, Kosten spielen keine Rolle. Es bleibt nicht aus, dass sie – die kleine Bauerstochter – Neid und Missgunst erweckt. Sie hat hier genug Widersacher, aber auch einige wenige Freunde, die ihr wohlgesonnen sind.

„Das Wunder der Tannenbäume“ besticht allein schon durch sein einladendes Äußeres. Aber nicht nur damit, nein. Es ist die Geschichte einer bitterarmen Familie, die trotz ihrer harten Arbeit nicht wirklich vorankommt. Wir sind im Schwarzwald anno 1815. Claudia Romes entführt ihre Leser in eine Zeit, in der jeder Stand unter sich bleibt. Die Eltern sind es, die ihre Kinder standesgemäß verheiraten, Liebe spielt dabei keine Rolle. Ein Mädchen aus einfachen Verhältnissen wird höchstens als Dienstmagd oder als Gespielin der Herren geduldet, ansonsten bleibt man unter sich.

Es ist ein warmherziges Buch, es ist eine zauberhafte Geschichte um eine junge, starke Frau, die es nie leicht hatte im Leben, die immer für ihre Lieben da ist und für sie kämpft. Eine bittersüße Liebesgeschichte ist es auch - ob sie auch um ihre Liebe kämpfen wird?

Im Nachwort geht die Autorin der Entstehungsgeschichte und der Tradition um diesen geschmückten Baum nach. Schon die Germanen holten sich Tannenzweige ins Haus, sie beschreibt die Symbolkraft und noch so einiges mehr – ein runder, ein stimmiger Abschluss dieser zauberhaften Geschichte, die ich gerne gelesen habe und die ich gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit nicht missen möchte.

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Veröffentlicht am 13.12.2024

Simon Dorn und Lea Wagner ermitteln

Dorn. Hotel der Angst
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Der Auftakt zu Jan Becks neuer Thriller-Reihe um den Kriminalpsychologen Simon Dorn ist gelungen. Nichts anderes habe ich erwartet, denn ich kenne doch so einiges von dem Autor und bin noch nie enttäuscht ...

Der Auftakt zu Jan Becks neuer Thriller-Reihe um den Kriminalpsychologen Simon Dorn ist gelungen. Nichts anderes habe ich erwartet, denn ich kenne doch so einiges von dem Autor und bin noch nie enttäuscht worden. Also, mit „Zimmer 103“ geht es los mit dem doch sehr kauzigen Dorn, der nicht mehr Polizist ist und den doch das Ungewisse um die nicht gelösten Mordfälle nie losgelassen hat.

Und da ist Karla Hofbauer vom Cold Case Management am Bundeskriminalamt Wien, die seit Jahren auf der Jagd nach einem Teufel in Person ist. Ihre Suche führt sie nach Hamburg. „Ich steige gerade durchs Tor der Welt und bin fallweise verhindert“ hört Dorn ihre Mailbox ab. Eine durchaus kryptische Nachricht, auch Karlas Hinweis auf eine Krone, die ihr auf der Stirn steht, ist so gar nicht zu verstehen. Die letzten Takte ihres Lebens bestimmt jedoch dieser Teufel - aus, vorbei.

Dorn und Karla haben seit Jahren im Verborgenen zusammengearbeitet. Wie sie sich genau gefunden haben, erschließt sich mir nicht, hier hätte ich mir schon mehr Aufklärung gewünscht. Ich vermute, dass sie beide im BK Wien Kollegen waren. Nun, Karla ist regelmäßig zu ihm nach Bad Gastein ins Dornwald gefahren - ein altes, nicht mehr betriebenes Hotel, in das Dorn sich zurückgezogen hat. Nach privaten Schicksalsschlägen hat er den Polizeidient quittiert und verlässt seitdem diesen heruntergekommenen Koloss nicht mehr. Die beiden haben sich alter, ungelöster Fälle angenommen. Ganz vorne dabei waren es mehrere Opfer, die mit immer gleichen Symbolen gekennzeichnet aufgefunden wurden. Hier war und ist ein Serientäter am Werk, so viel steht fest. Einer, der stets unerkannt entkommt.

Und nun ist es die junge, sehr eigenwillige Wiener Ermittlerin Lea Wagner, die sich auf Karlas Spuren begibt und die so auch auf Dorn stößt, der ihr Engagement jedoch nicht so gerne sieht. Lea lässt nicht locker, sie ist der quirlige Gegenpol zu Dorn, der nicht nur Cold Cases bearbeitet, der auch im Ort mit mächtigen Widersachern zu kämpfen hat. Lea ist zielstrebig und wagemutig, sie lässt sich durch nichts und niemanden aufhalten. Was sie sich einmal in den Kopf gesetzt hat, zieht sie durch, das muss auch Dorn irgendwann einsehen. Ihm merkt man sein gelebtes Leben schon an, nicht umsonst zieht er sich komplett zurück in seine Welt. Das Dornwald bietet ihm Schutz, zugleich jedoch bietet seine Lebensweise genug Platz für Spekulationen und diversen Anschuldigungen.

Und natürlich muss der Serienmörder gestoppt werden. Dies geschieht vor dem Hintergrund des einstigen Grandhotels, beim Lesen entstehen viele Bilder im Kopf. Da das Abgründige des Täters und dort das Unheimliche, das Verfallene des Dornwald, das auch das „Zimmer 103“ beherbergt. Dieser Schauplatz ist in vielerlei Hinsicht perfekt für das Morbide, für den Verfall.

Bleibt Karlas Tod ungesühnt? Wird der Serientäter je gefunden? Lange sieht es nicht gut aus, trotzdem Lea alles gibt. Dabei geht sie nicht nur über ihre Grenzen, nein, auch bleibt sie Dorn gegenüber ganz schön hartnäckig. Was treibt diesen Unbekannten an, nach welchen Kriterien sucht er seine Opfer aus? Es geht um Schuld, um Rache, um Vergeltung. Gefühlt sind es eher Rückschläge, die sie jedoch nicht aufhalten können. Mysteriös und düster geht es zu, die Spannung wird durchweg gehalten, das Ende dann zeigt das überraschende, lange nicht sichtbare Warum der Morde auf.

Der Auftakt der neuen Thriller-Reihe ist gelungen und hat mich neugierig gemacht auf DORN und sein Dornwald, in dem es bestimmt noch so mach Unheilvolles zu entdecken gibt.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Ein prall gefülltes Füllhorn an Eindrücken und noch sehr viel mehr

Über allen Bergen
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„Wo waren sie jetzt nochmal genau? Wo auf der Karte, die seine Mutter am Abend vor der Abreise in ihrem Zimmer ausgebreitet hatte, an welchem Punkt der grob nachgezeichneten Strecke? Er war verwirrt.“ ...

„Wo waren sie jetzt nochmal genau? Wo auf der Karte, die seine Mutter am Abend vor der Abreise in ihrem Zimmer ausgebreitet hatte, an welchem Punkt der grob nachgezeichneten Strecke? Er war verwirrt.“

Der 12jährige Vadim, Spross einer russisch-jüdischen Familie, ist mit einer Schwester unterwegs von Paris, das wegen des drohenden Krieges immer unsicherer wird, hinauf in ein abgelegenes Tal, das an der Grenze zur Schweiz liegt. Und nun hält der Zug, zwei Stationen zu früh. Eine Lawine macht die Strecke unpassierbar. Nur gut, dass der Mann, der ihn abholt, hier auf ihn wartet, denn Lawinenabgänge sind nichts ungewöhnliches, sodass er dementsprechend früher losgegangen ist.

Vincent? sagt der Mann zu ihm. Nun, an diesen Namen muss Vadim sich erst noch gewöhnen, denn von nun an ist er Vincent und die gute Bergluft ist es, die ihm, dem Asthmatiker, gut tut. Er kann wieder frei atmen.

Für Vincent ist alles neu, alles ungewohnt. Er kommt im tiefsten Winter an, solch meterhohe Schneemassen kennt er nicht. Die Familie, die ihn aufnimmt, begegnet ihm liebevoll und warmherzig, auch die Dorfbewohner zeigen ihm ihre Welt, bald fühlt er sich heimisch, er entdeckt jeden Tag Neues. Er lernt, mit der Natur zu leben.

Sehen, schmecken, riechen, fühlen, hören – mit allen Sinnen nimmt er sein Umfeld in sich auf und wir, die Leser, mit ihm. Der Übergang vom Winter in den Frühling, der Wechsel der Jahreszeiten ist so eindringlich, so intensiv beschrieben – es ist ein prall gefülltes Füllhorn an Eindrücken. Vincent zeichnet gerne, er braucht allerdings lange, bis er die Welt da draußen nachbilden kann, denn diese für ihn so ungewohnten Dimensionen vereinnahmen ihn zunächst komplett. Die Berge ringsum, die Pflanzen und die Tierwelt sind so vielfältig, er sieht die Gegenstände in Farben, er spürt Verlust und Neugeburt – er erlebt so fast ein Jahr im Wandel der Zeit.

Neben den so eindrucksstarken Bildern der Berge, die sich um den aus Vincents Sicht fernen Mont Blanc gruppieren, sind es die vielfältigen Naturbeschreibungen und das einfache Leben in dem abgelegenen Bergdorf, die diesen Roman so lesenswert machen. Hier helfen alle zusammen, auch die Kinder packen mit an. Jeder hat seine Aufgabe, denn sie wissen um die Kraft der Dorfgemeinschaft.

Vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges beschreibt Valentine Goby das Leben auf einem Bergdorf. Trotzdem sie hart arbeiten müssen, sind sie zufrieden und zwischendurch genießen ihre kleinen Fluchten vom Alltag. „Über allen Bergen“ ist ein ganz besonderes Buch, eine wundervoll erzählte Geschichte, die mich begeistert, aber auch nachdenklich zurücklässt. Absolut lesenswert.

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Veröffentlicht am 08.12.2024

Bekker & Meislow zum Dritten

Tote Frauen lieben ewig
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Charly Bekker und Stella Meislow von der Ständigen Mordkommission werden zu einem rätselhaften Todesfall gerufen. Kaum angekommen, blicken sie in das bläulich angelaufene Gesicht einer Frau, deren Augen ...

Charly Bekker und Stella Meislow von der Ständigen Mordkommission werden zu einem rätselhaften Todesfall gerufen. Kaum angekommen, blicken sie in das bläulich angelaufene Gesicht einer Frau, deren Augen weit aufgerissen sind und deren Zunge dick hervorquillt. Todesursache scheint Erhängen zu sein, was nicht zuletzt das tief in ihren Hals eingegrabene Seil zeigt. Aber nicht genug damit, wurde das Opfer auch gebrandmarkt. Ein scharlachroter Buchstabe auf ihrem Dekolleté - ein acht Zentimeter großes, ins Fleisch eingebrannte „A“ - sticht ihnen geradezu in grotesker Weise ins Auge. Ein absolut verstörender Anblick. Nicht lange danach wird eine weitere, ähnlich zugerichtete Tote, aufgefunden.

Geht es hier um Rache? Um Eheprobleme? Denn auch das zweite Opfer hatte einen vergleichbaren Hintergrund, sie lebten getrennt von ihren Ehemännern. Und warum wurden die Frauen gebrandmarkt? Sollten sie an den Pranger gestellt werden? Und wenn ja, warum? Die Zeit drängt, denn wie es aussieht, handelt der Täter in Serie und es steht zu befürchten, dass er erneut zuschlagen wird.

Daneben geht es um Bela Rottenbach, einem verurteilten Mörder, an dessen Schuld sowohl Stella als auch Charly erhebliche Zweifel haben. Auch kommt der unbekannte Täter gelegentlich kurz zu Wort, diese Einschübe werden kursiv dargestellt.

Charly und Stella sind zwei komplett unterschiedliche Charaktere. Beide sind sie scharfsinnig, beide sind sie gut in ihrem Job, beide lassen sie sich nicht beirren, sie bleiben dran, lassen nicht locker. Stella ist eher zurückhaltend und doch sofort zur Stelle, wenn es die Situation erfordert, an ihr spürt man auch eine Spur von Schüchternheit, während Charly mir hier zu forsch, ja zu barsch, zu direkt ist. In ihrer polternden Art ist sie nicht zu bremsen, sie geht jeden sofort an, auch grundlos. Den herzensguten Menschen, der sie laut Beschreibung sein sollte, versteckt sie gut hinter ihrem Rambo-Getue. War sie mir in den Büchern zuvor durchaus sympathisch, hat sich dies nun ins Gegenteil verkehrt. Gut, sie wird im Laufe der Story ein Stück weit handzahmer, was ihrem Charakter beileibe nicht abträglich ist.

Gunnar Schwarz zieht seine Leser sofort ins Geschehen, er präsentiert den ersten Mordfall, lässt auch in die abstrusen Gehirnwindungen des Unbekannten blicken, er sorgt für Spannung ab den ersten Zeilen. Ziemlich lange bin ich ratlos, habe so einige Vermutungen und bin am Ende dann doch verblüfft. Kontrollzwang. Dieses Thema zieht sich durchs Buch, die Story ist gut konstruiert und logisch aufgebaut, sie ist durchweg spannend erzählt, sodass ich das Buch erst dann weglegen konnte, nachdem alles aufgeklärt wurde. Lediglich Charly hat mein Lesevergnügen etwas beeinträchtigt, ansonsten hat der Autor wie gewohnt abgeliefert.

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