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Veröffentlicht am 28.10.2023

Geschichten und Rezepte im Schwäbischen

Schwaben. Meine kulinarische Heimat
2

Matthias F. Mangold lädt ein zu einer kulinarischen Reise durch Schwaben und erzählt gleich mal von sich. Der Unterfranke hat in jungen Jahren ins Schwäbische nei’gschmeckt und ist kulinarisch hängengeblieben. ...

Matthias F. Mangold lädt ein zu einer kulinarischen Reise durch Schwaben und erzählt gleich mal von sich. Der Unterfranke hat in jungen Jahren ins Schwäbische nei’gschmeckt und ist kulinarisch hängengeblieben.

„Schwaben. Meine kulinarische Heimat“ bringt Rezepte mit den Menschen und deren Produkte aufs Beste zusammen. Von Alb-Linsen und Bauernbrot mit Ziegenmilch, einem Weinbaubetrieb bis hin zur Spitzengastronomie spannt Mangold einen interessanten Bogen. Ganz besonders hat es mir die Schäferin angetan, die die Familientradition aufrecht erhält. Noch viel mehr dieser Geschichten gewähren einen aufschlussreichen Einblick von der täglichen Arbeit bis hin zum Produkt. Erwähnen möchte ich noch den Messerschmied und seine informativen Zeilen über die Messer, die man ein Leben lang hat - von der Pflege bis hin zum richtigen Schliff.

Neben den aufschlussreichen Gesprächen findet man Rezepte - gut nachzukochen bzw. nachzubacken wie etwa Kässpätzle, Schupfnudeln und Maultaschen, mal mit Kalbfleisch und mal als Veggie-Variante oder auch was mit Birnen wie das Hutzelbrot und die Ofenschlupfer. Lamm- und Schweinegerichte, Zwiebelkuchen, Zwiebelrostbraten und als Nachtisch dann Nonnenfürzle oder ein Träubleskuchen sind nur einige der gschmackigen Speisen, die Appetit machen. Was ich besonders schätze ist, dass die Zutaten einfach zu besorgen sind und man das meiste eh zuhause hat. Jedem Rezept sind mindestens zwei Seiten gewidmet – eine fürs Rezept und eine fürs Foto.

Das schön aufgemachte Buch bietet an der vorderen und hinteren Innenseite je eine Übersichtskarte mit den einzelnen Stationen. Zu den Gesprächen und den Rezepten gesellen sich Fotos von der Landschaft, von den Betrieben und auch von denen, die ihre Produkte vorstellen. Adressen der einzelnen Betriebe und Rezeptregister bilden den Abschluss.

Ein Buch für Köche und Genießer. Schon ein wenig darin blättern macht Laune und Lust auf mehr. Es sind alltagstaugliche Rezepte, vermengt mit interessanten Geschichten über schwäbische Genüsse.

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Veröffentlicht am 27.10.2023

Der eiskalte Killer

Die eiskalte Kammer: Thriller
2

„Die eiskalte Kammer“ aus der Feder von Catherine Shepherd ist der mittlerweile achte Thriller um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz.

„Wir ermitteln weiter...“ Wie oft schon hat sie dies seit dem Verschwinden ...

„Die eiskalte Kammer“ aus der Feder von Catherine Shepherd ist der mittlerweile achte Thriller um die Rechtsmedizinerin Julia Schwarz.

„Wir ermitteln weiter...“ Wie oft schon hat sie dies seit dem Verschwinden ihrer Schwester von einem Polizisten gehört und doch fehlt nach wie vor jede Spur von ihr.

In den frühen Morgenstunden wird eine Frau leblos in ihrem Auto gefunden. Wie es scheint, hat sie den Aufprall gegen eine Straßenlaterne nicht überlebt. Die Autopsie jedoch stellt fest, dass ihr Todeszeitpunkt schon sehr viel länger zurückliegt. Es wird noch krasser – ihre Leiche wurde in tiefgefrorenem Zustand hinters Steuer gesetzt. Wie sich bald herausstellt, ist diese junge Frau seit zwei Jahren spurlos verschwunden und nicht nur das, bald tauchen weitere Vermisste auf. Allesamt wurden sie über längere Zeit tiefgekühlt. Wer steckt dahinter? Wer will sich dieser Leichen entledigen?

Nicht nur diese eisigen Fälle fordern der Rechtsmedizinerin Julia Schwarz alles ab, auch ihre viermonatige Tochter Sophia braucht sie. Gut, dass sich ihre Eltern nur zu gerne um ihre süße Enkelin kümmern, denn auch Florian Kessler, Julias Lebenspartner und stolzer Vater, hat mit diesen Todesfällen mehr als genug zu tun. Die Opfer waren sich nicht nur äußerlich ähnlich, auch ihr Umfeld lässt darauf schließen, dass ein Serienkiller am Werk ist.

Catherine Shepherd hat es wiederum geschafft, mich komplett ahnungslos zu halten. Neben den fieberhaften Ermittlungen bekomme ich auch Einblicke in die geradezu krankhafte Welt des Täters. So etliche detaillierten Beschreibungen machen mich fassungslos, seine Identität bleibt dabei stets im Dunkeln. Und auch, wenn mir so einige Typen als Täter vorschweben, so ist die Aufklärung dann doch überraschend. Die rasante und äußerst wendungsreiche Story lässt zwar Raum für Spekulationen, am Ende kommt es dann aber doch ganz anders als gedacht.

Ein Thriller mit Suchtfaktor. Eine packende Story, die fesselt, die gelesen werden will.

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Veröffentlicht am 26.10.2023

Schlau wie ein Fuchs…

Der Mentor
2

…und unbesiegbar, so fühlt er sich. Das Abschlachten der Füchsin erlebe ich hautnah. Spüre Ekel und kann doch nicht wegsehen, bin schockiert und zutiefst entsetzt und doch gebannt, kann mich dem Geschehen ...

…und unbesiegbar, so fühlt er sich. Das Abschlachten der Füchsin erlebe ich hautnah. Spüre Ekel und kann doch nicht wegsehen, bin schockiert und zutiefst entsetzt und doch gebannt, kann mich dem Geschehen nicht entziehen. Ich muss dem Jäger folgen.

Nach einem schweren Unwetter werden in einem Waldstück zwei Frauenleichen an die Oberfläche geschwemmt. Die Heidelberger Ermittler Jakob Krohn und Yeliz Demir werden vom LKA München unterstützt, wobei die Fallanalytikerin Nova Winter sich eher sperrig zeigt. Da es bei den beiden übelst zugerichteten Leichen nicht bleibt, muss auch sie einsehen, dass eine Zusammenarbeit unvermeidlich ist.

„Der Mentor“ ist einer dieser Thriller, die ab der ersten Seite fesseln und deren Spannung nicht nachlässt. Die einzelnen Charaktere – die Guten wie die Bösen – überzeugen in jeglicher Hinsicht. Die Ermittlungen stehen stets im Vordergrund, ein wenig Privatleben gehört aber schon auch dazu, denn keiner ist ausschließlich der Arbeit verhaftet, meist vermischt sich das Private mit dem Beruflichen. Und das verlangt Nova, Yeliz, Jakob und ihren Kollegen so einiges ab. Ihre Ermittlungen führen in einen geheimen Studentenbund, außerdem mischen noch einige andere Gestalten gehörig mit.

Für die einen ist es eine Jagd, angetrieben von „Freiheit durch Wagemut“. Für die anderen ist es ein Wettlauf auf Leben und Tod. Man spürt den Geist des Mentors, der sie in seinem grausamen, in seinem unerbittlichen Spiel lenkt. Wer ist dieser geheimnisvolle Mentor, der seine Jäger dirigiert? Diese Frage wabert immer mal wieder über dem grausigen Geschehen. Irgendwann meine ich, jemanden ausgemacht zu haben und lange, ziemlich lange warte ich darauf, dass die Masken fallen. Um dann doch nach einer überraschenden Wendung wiederum ratlos dazustehen.

Svenja Diel hat einen teuflisch guten Thriller vorgelegt, der seinen Lesern starke Nerven abverlangt. Es geht brutal zur Sache, so manches Mal musste ich nicht nur schwer schlucken, ich war regelrecht schockiert ob dieser Unerbittlichkeit. Und doch möchte ich keine Zeile davon missen – die Autorin werde ich im Auge behalten. Der Blick ins abgrundtief Böse war Spannung pur.

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Veröffentlicht am 25.10.2023

Witzig-spritziges Lesevergnügen

Rauch und Schall
2

„Ideen müssen einem zufliegen…“ Ja, wenn das nur immer so wäre - Goethe steckt in einer Schreibkrise, was an und für sich nicht so tragisch wäre, wäre da nicht das Festgedicht für die Herzogin - es will ...

„Ideen müssen einem zufliegen…“ Ja, wenn das nur immer so wäre - Goethe steckt in einer Schreibkrise, was an und für sich nicht so tragisch wäre, wäre da nicht das Festgedicht für die Herzogin - es will ihm nichts gelingen, als ob alle Inspirationsquellen versiegt wären. Die Zeit drängt. In seiner Not nimmt er Christianes Rat an, die Dienste ihres Bruders Christian August Vulpius – seines Zeichens Bibliotheksregistrator – in Anspruch zu nehmen.

Der Dichterfürst und der arme Schlucker, der sich mit Lohnschreiberei über Wasser hält - Charles Lewinsky hat eine durchaus originelle Konstellation ersonnen. Das Lesen dieser Seiten war ein gar amüsanter Zeitvertreib, die launige Erzählweise kam durchweg kurzweilig und äußerst beschwingt daher. Zu den beiden Akteuren Goethe und Vulpius gehören natürlich auch Christiane und August, ihr gemeinsamer Sohn und auch der Räuberhauptmann Rinaldo Rinaldini wird aufs Vergnüglichste dargeboten.

Lewinsky entführt seine Leser mit Leichtigkeit in die damalige Zeit. Historie trifft Fiktion - ein witzig-spritziges Lesevergnügen der Extraklasse.

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Veröffentlicht am 23.10.2023

Absolut spannend

Hope's End
2

„Hope´s End. Ein wahrhaft apokalyptischer Name für ein Anwesen. Vor allem wenn man bedenkt, was dort geschehen ist.“ Und es sind schreckliche Dinge passiert in Maine im Jahre 1929. Die damals 17jährige ...

„Hope´s End. Ein wahrhaft apokalyptischer Name für ein Anwesen. Vor allem wenn man bedenkt, was dort geschehen ist.“ Und es sind schreckliche Dinge passiert in Maine im Jahre 1929. Die damals 17jährige Lenora Hope soll ihre gesamte Familie ermordet haben – Vater, Mutter, Schwester. Etwa fünfzig Jahre später wird auf Hope´s End eine neue Pflegerin gesucht und Kit, die dringend Arbeit sucht, lässt sich auf die Pflege von Lenora Hope ein, die nahezu bewegungslos auf Hilfe rund um die Uhr angewiesen ist.

Riley Sager hat einen Thriller vorgelegt, der mich nicht mehr losgelassen hat. „Du kannst niemandem trauen.“ Ja, diese Aussage kann ich nur bestätigen. Die wendungsreiche Story gibt zwar immer ein wenig mehr preis, aber doch gefühlt zu wenig, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen. Kit erzählt von sich und dem schwierigen Verhältnis zu ihrem Vater, von dem langen Leidensweg ihrer Mutter und vor allem erzählt sie von Lenora und von den wenig Verbliebenen auf Hope´s End. Ganz wohl ist ihr nicht, als sie ihren Dienst antritt, denn über Lenora Hope gab es viele Schauermärchen. Heute sitzt sie im Rollstuhl, ist bewegungsunfähig, lediglich ihre linke Hand kann sie noch einigermaßen gebrauchen. Eine Schreibmaschine leistet wertvolle Dienste - Lenora verständigt sich damit und sie beginnt, ihre Geschichte zu erzählen.

Hope´s End ist ein Herrenhaus auf den Klippen, das sich neigt, das sich irgendwann der Ozean holen wird. Nicht nur das Haus ächzt und kracht, es ist auch die gekonnt erzählte Story, die ungemein fesselt. Die Spannung ist sofort da und lässt auch nie nach. Von der ersten bis zur letzten Seite mochte ich den Thriller nicht aus der Hand legen. Die düstere Atmosphäre zieht sich durchs Buch und hat mich dermaßen in seinen Bann gezogen, dass ich die Nacht durchgelesen habe. Keiner der durchweg gut gezeichneten Charaktere ist ganz zu durchschauen, jeder weiß gefühlt mehr, als er zugibt, keinem ist zu trauen.

Es ist nicht mein erstes Buch von Riley Sager und wird auch nicht das letzte sein. Jedes seiner Bücher hat es in sich und verdient, unbedingt gelesen zu werden. Ein Lesegenuss für jeden Thriller-Fan.

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