Düster, faszinierend, manipulativ
Das Spiel des KasparKaspar Rockwell ist Kreativdirektor bei Pheelix Gamevisions, einem weltweit agierendem Tech-Unternehmen. Er ist aber noch sehr viel mehr. Ein Spieler ist er, ein Spiele-Entwickler sowieso und wer weiß, ...
Kaspar Rockwell ist Kreativdirektor bei Pheelix Gamevisions, einem weltweit agierendem Tech-Unternehmen. Er ist aber noch sehr viel mehr. Ein Spieler ist er, ein Spiele-Entwickler sowieso und wer weiß, was sich hinter seiner visionären Fassade noch verbergen mag.
Zunächst geht es darum, DICE auf den Weg zu bringen, seine engsten Mitspieler sind mit ihm am Start. Aber - hat er Mitspieler? Hat er Gegner? Wer sind sie? Sind es einzelne Personen oder hat er es mit Velocity Springplay, dem größten Konkurrenten von Pheelix Gamevisions, zu tun? Noch habe ich keinen Durchblick, auch – oder gerade weil neben diesem Spiel so einiges passiert, das ich erst sehr spät zuordnen kann.
Von Kaspar bin ich fasziniert, er scheint alle Fäden in der Hand zu halten, außerdem scheint er über genügend Vertrauen in sich und selbstredend in DICE zu verfügen, um dieses Spiel, bei dem es um dunkle Machenschaften und Intrigen zu gehen scheint, auf den Markt zu werfen.
Benjamin Leeway bringt seinen Lesern „Das Spiel des Kaspar“ in vier Akten näher. Dass es sich dabei um sehr viel mehr als ein einfach gestricktes Würfelspiel handelt, wird bald klar. Es hat lediglich einige Seiten gebraucht, bis ich „drin“ war und ich mich auf dieses Spiel eingelassen habe, dessen Spielregeln so geheim sind, dass sie einen speziellen Zugangscode für die Anleitung brauchen - zumindest macht Kaspar dies publik. Zahlt sich seine taktisch kluge, äußerst raffinierte Handlungsweise aus?
Dieser psychologische Thriller bietet ein Spiel der gefährlichen Art, der hinter die auf Hochglanz polierten Kulissen der Chefetagen blickt. Er geht weit, sehr weit, und nicht nur die Moral bleibt dabei auf der Strecke und - vertrauen sollte man tunlichst nur sich selbst. Dunkelheit, Intrige, Chaos, Enthüllung – ein wendungsreicher Wirtschaftsthriller, der mit starken Charakteren aufwartet, dessen Ende - das mir ausgesprochen gut gefällt - zu keiner Zeit vorhersehbar ist.