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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.04.2023

Ein beeindruckendes Debüt

Josses Tal
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In ihrem beeindruckenden Debüt „Josses Tal“ schildert die Autorin Angelika Rehse, eine Geschichte über das fiktive Schicksal des unehelich geborenen Josefs, während des Nazi-Regimes und über dessen Zerrissenheit ...

In ihrem beeindruckenden Debüt „Josses Tal“ schildert die Autorin Angelika Rehse, eine Geschichte über das fiktive Schicksal des unehelich geborenen Josefs, während des Nazi-Regimes und über dessen Zerrissenheit zwischen Schuld und der Sehnsucht nach Vergebung.

Inhalt:
1930: Josef ist ein uneheliches Kind und eine Schande für seinen Großvater, der ihn seine Enttäuschung mit Schlägen täglich spüren lässt. Mit seiner Mutter im Haus der Großeltern erlebt Josef eine Kindheit, die geprägt ist von Angst und Schuld, fehlender Nähe und Geborgenheit. Als er seinen Nachbarn Wilhelm kennenlernt, erfährt er zum ersten Mal in seinem Leben Freundschaft und Zuneigung. Wilhelm beschützt und fördert Josef – und nutzt dessen Arglosigkeit aus, um für ihn, der Hitler treu ergeben ist, die Bewohner im Ort auszuspionieren. Stolz auf diese Aufgabe und seine neue Uniform wird er zu einem folgsamen Gehilfen, doch dann erfährt Josef etwas, das sein bisheriges Leben aus den Fugen geraten lässt …

Meine Meinung:
Die Autorin Angelika Rehse ist im Umfeld von Heimatvertriebenen, ausgewachsen. Unter dem Eindruck der erzählten und verschwiegenen Geschichten der Generation ihrer aus Schlesien stammenden Eltern, wurde sie zu der Lebensgeschichte des unehelich geborenen Josefs, inspiriert.

Im Jahr 2004: Helen löst eine vergilbte Ansichtskarte aus der Familienchronik, die am 20. September 1945 in Lillehammer an den Bürgermeister im schlesischen Reichenbach, dem Geburtsort ihrer Großmutter, abgestempelt wurde. Auf der Karte stand: „Habe den Krieg überlebt. Den Kummer, den ich im Kreis verursacht habe, bedaure ich zutiefst. J. T.“ Helen hat Mühe Josef ausfindig zu machen, der in einem abgelegenen Tal ein Eremitendasein führt. Sie fährt zu ihm und will mehr über den Tod ihrer Urgroßmutter erfahren.

Josef ist offen und bereit, sich vor Helen zu öffnen und erzählt ihr seine Lebensgeschichte.
Als uneheliches Kind wird er 1925 geboren, von seinem Großvater aufs schändlichste misshandelt und von den Dorfkindern, verspottet und gehänselt. Als die Familie der Schande wegen 1930 ins dörfliche Dorotheenthal umzieht, wird die Lage für Josef nicht besser. Er wächst in ständiger Angst und mit Schuldgefühlen auf, bis er Wilhelm Reckzügel einen Medizinstudenten, kennenlernt. Wilhelm kann gerade mal wieder eine Prügelattacke gegen Josef abwenden und nimmt ihn kurzerhand mit zu seinen Eltern. Wilhelm lenkt seine Aufmerksamkeit voll auf Josef, fördert ihn und hat ein leichtes Spiel, ihn für die Hitlerjugend zu begeistern. Zum ersten Mal in seinem Leben, wird Josef wahrgenommen und lässt sich von Wilhelm, immer mehr manipulieren!

Josefs Mutter liegt im Sterben und erzählt endlich von seinem Vater, doch er weicht entsetzt zurück, will das nicht hören und stürmt wutentbrannt aus dem Haus. Erst bei Wilhelms Familie, kommt er zur Ruhe und seiner Vergangenheit geht er schlicht aus dem Weg. In einer schicken Uniform als Pimpf und seinem Aufstieg zum Fähnleins Führer, wird er plötzlich auch von den Dorfkindern, wahrgenommen und akzeptiert. Wilhelm, der SS Mann fordert Josef auf, die Dorfbewohner zu bespitzeln und zu denunzieren. Für Josef, mit dem Verkauf seiner Kaninchen ein leichtes Spiel, denn er kann arglos von Haus zu Haus ziehen ohne dass ein Verdacht auf ihn fällt. Mit der Zeit missfallen ihm aber Wilhelms Ansichten und seine Beobachtungen, äußert er ihm gegenüber nicht mehr ganz so offen.

Der Tag der Abrechnung von Wilhelm kommt und nimmt eine unerwartete tragische Wendung für Josef, mit der ich so nicht gerechnet hätte.

Fazit:
Der Autorin ist es mit ihrem flüssigen Schreibstil hervorragend gelungen, mich für ihre historische Zeitreise, die geschickt in fiktiven Handlungen eingebettet ist, zu begeistern. Weniger gefiel mit, dass im Laufe der Geschichte, immer wieder Fragen auftauchten, die bis zum Schluss nicht zur Sprache kamen und damit offen bleiben. Ob gewollt oder nicht, kann ich hier nicht beurteilen!
Von mir 4 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 18.04.2023

Eine Reise in die Vergangenheit

Wodka mit Grasgeschmack
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Der Autor Markus Mittmann, erzählt in seinem neuen Roman „Wodka mit Grasgeschmack“ die Geschichte über zwei erwachsene Söhne, die sich mit ihren Eltern auf die Reise nach Polen, an jene Orte, die die Eltern ...

Der Autor Markus Mittmann, erzählt in seinem neuen Roman „Wodka mit Grasgeschmack“ die Geschichte über zwei erwachsene Söhne, die sich mit ihren Eltern auf die Reise nach Polen, an jene Orte, die die Eltern noch immer „Heimat“ nennen, machen.

Inhalt:
Ein VW-Beetle, die Autobahn Richtung Osten, eine Reise zu viert, eine Familie. Erstmals seit ihrer Vertreibung wagen sich die Eltern in die Dörfer ihrer Kindheit, die Söhne dagegen in eine geheimnisvolle Welt, ein Gespinst aus Erzählungen und Vorstellungen. Die Spurensuche an Orten und in verdrängten Erlebnissen beginnt. Ob in der Enge des Autos oder bei Schweinebauch und Kraut, immer erkennbarer wird das Erinnern zum Verstehen und die Fahrt zu einer Suche nach Grenzlinien, die nur auf dieser Entdeckungsreise überschritten werden können, jetzt und nur noch ein einziges Mal. Oder nie! Eindringlich, bildhaft und voller Leben, in mitreißenden Gegensätzen, gewürzt mit entlarvendem Humor erzählt Markus Mittmann eine Geschichte von heute, wirft dabei die unausweichliche Macht der Vergangenheit mit der Gegenwart und Zukunft in einen Topf und rührt kräftig um. Eine Geschichte, die bewegt, weil sie so tief in uns verwurzelt ist.

Meine Meinung:
In diesem Generations- und Familienroman geht es um die Auswirkungen, die das Schweigen der Eltern auf ihre Nachkommen hat. Der Autor selbst, ist in einer Familie aufgewachsen, die fast ausschließlich aus Kriegsvertriebenen bestand und kennt aus persönlichen Erfahrungen, dass erst das Erinnern zum Verstehen wird.

Zuerst bleibt im Dunkeln, wer der Ich-Erzähler ist, der aber geschickt und mit feinem Humor über die stickige Enge im VW-Beetle in Richtung Osten erzählt und damit beginnt das Abenteuer ...
Die Eltern fahren nach Hause, sagen sie, zum ersten Mal seit ihrer Kindheit; die beiden Söhne fahren nach Polen, in eine geheimnisvolle Welt aus Erzählungen und Vorstellungen. Die Eltern wurden 1946 aus Schlesien vertrieben und je näher sie ihrem Ziel kommen, umso mehr Schmerzen, Wut und Enttäuschung, packt sie. Es wird eine Reise, die Wunden aufzureißen scheint, die eh nur grob verheilt waren.

Von Mutter und Vater stehen noch die Elternhäuser aus denen sie vertrieben wurden und die damals neuen Bewohner, selbst Vertriebene, leben heute noch dort. Die Erinnerungen kehren immer stärker zurück und die Mutter bricht ihr Schweigen, obwohl sie nie Einzelheiten über die Vertreibung erzählt hatte. Die Nächte vor dem Abtransport im Keller einer ausgebombten Feuerwehrschule, das Lächeln auf einem Foto, ein Sommergewitter ...

In Deutschland angekommen, sind sie zunächst nicht willkommen und der ständige Wechsel zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, lässt sie Schweigen.

Nach der Reise drängt sich vieles in den Vordergrund, auch die Familienfeiern von damals. Ein typisches Kindheitserlebnis des Ich-Erzählers waren diese fragwürdigen Zusammenkünfte, die schon nach den ersten Schnäpsen das Unterste nach oben kehrten …

Fazit:
Dem Autor ist es mit seiner authentischen Geschichte, die in die Tiefe geht und seinem flüssigen Schreibstil gelungen, mich für seinen Generations- und Familienroman, der geschickt mit den Erinnerungen an die Vergangenheit verknüpft ist, zu überzeugen. Schade finde ich nur, dass viel zu wenig über die Söhne, ausgesagt wurde.
Von mir 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 16.04.2023

Die Magie der Bücher

Die Bibliothek der Hoffnung
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Die Autorin Kate Thompson, erzählt in ihrem neuen Buch "Die Bibliothek der Hoffnung" einen packenden Roman der basiert auf der wahren Geschichte einer Londoner U-Bahn-Bibliothek im Zweiten Weltkrieg.

Inhalt:
Der ...

Die Autorin Kate Thompson, erzählt in ihrem neuen Buch "Die Bibliothek der Hoffnung" einen packenden Roman der basiert auf der wahren Geschichte einer Londoner U-Bahn-Bibliothek im Zweiten Weltkrieg.

Inhalt:
Der historische Roman »Die Bibliothek der Hoffnung« erzählt die Geschichte der U-Bahn-Station Bethnal Green in London, die während des 2. Weltkriegs für 5.000 Menschen zu einer Art Zuhause wurde.

London, 1944: In der stillgelegten U-Bahn-Station Bethnal Green suchen die Londoner Schutz vor den Fliegerbomben. Hier haben sie sich eine Art neues Leben aufgebaut, es gibt sogar ein Theater, einen Kindergarten – und eine kleine Bibliothek. Die hilfsbereite Clara Button und die rebellische Ruby Munroe haben unzählige Bücher vor den Bomben gerettet, jetzt schenken sie vor allem Frauen und Kindern Ablenkung, Wissen und Hoffnung. Doch je länger der Krieg dauert, desto härter wird die Entschlossenheit der Frauen, stark zu bleiben, auf die Probe gestellt – denn es könnte die Leben derer kosten, die ihnen am nächsten stehen.

Anrührend und hochspannend erzählt die britische Autorin Kate Thompson eine wahre Geschichte: Eine kleine Bibliothek unter den Straßen von London schenkt den Menschen die Kraft, auch in dunklen Zeiten ein Licht zu sehen. Der liebevoll recherchierte historische Roman aus der Zeit des 2. Weltkriegs wird alle Leser*innen von Antonio Iturbes »Die Bibliothekarin von Auschwitz« oder Lea Kampes »Der Engel von Warschau« begeistern.

Meine Meinung:
Die Geschichte beruht auf einem hervorragend gut recherchierten historischen Hintergrund, die ausgezeichnet mit fiktiven Handlungen, verknüpft ist. Mit dem flüssigen und atmosphärischen Schreibstil, konnte mich die Geschichte absolut fesseln und mir historische Fakten zur unterirdischen Bibliothek in London, näher bringen.
Die Gestaltung des Covers finde ich wunderschön, passend zum Titel und Inhalt.

Clara Button und die rebellische Ruby Munroe führen eine Bibliothek in einer stillgelegten U-Bahn-Station, denn sie haben unzählige Bücher vor den Bomben gerettet, die jetzt vor allem Frauen und Kindern Ablenkung, Wissen und Hoffnung schenken, während oben die Fliegerbomben, London zerstören.

Sie könnten nicht unterschiedlicher sein, die beiden Frauen Clara und Ruby, doch gemeinsam sind sie ein perfektes Team. Während um sie herum der Krieg tobt, versuchen sie mit aller Macht, die Moral der Bewohner in der U-Bahn-Station aufrecht zu erhalten. Sie
finden für jeden das richtige Buch, unterstützen schwache Frauen und versuchen Kindern durch Vorlesestunden wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern.

Ergreifend sind die Geschichten und Schicksale der Bibliothekarinnen und Bewohner der stillgelegten U-Bahn-Station Bethnal Green, deren täglicher Verluste, Schmerz und Ängste während der Angriffe über London.

Fazit:
Der Autorin ist es hervorragend gelungen, eine sehr bewegende und emotionale wahre Geschichte über die unterirdische Bibliothek im durch Bomben zerstörten London, zu erzählen. Die Magie zu Büchern, ist in jeder Zeile zu spüren. Die Protagonisten und selbst die Nebenfiguren sind im Handlungsverlauf, glaubwürdig dargestellt und an der richtigen Stelle eingebunden.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.04.2023

Kein einfacher Weg einer bemerkenswerten Frau

Die Löwin vom Tafelberg. Catharina Ustings' kühner Weg in die Freiheit
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In ihrem beeindruckenden Debüt „Die Löwin vom Tafelberg“ begibt sich die Autorin Inès Keerl, auf die Spuren der bemerkenswerten Catharina Ustings, die als einundzwanzigjährige auf einem Schiff der Vereinigten ...

In ihrem beeindruckenden Debüt „Die Löwin vom Tafelberg“ begibt sich die Autorin Inès Keerl, auf die Spuren der bemerkenswerten Catharina Ustings, die als einundzwanzigjährige auf einem Schiff der Vereinigten Ostindischen Kompanie aus ins Ungewisse segelte und am Kap der guten Hoffnung landete.

Inhalt:
Ein mitreißender Roman um Liebe, Mut und Abenteuer. 1662: Um einer Zwangsheirat zu entgehen, begibt sich die junge Catharina Ustings von Lübeck aus auf eine abenteuerliche Reise. Als Mann verkleidet versteckt sie sich auf einem Schiff der Vereinigten Ostindischen Kompanie und gelangt ans Kap der Guten Hoffnung. Doch in der brutalen Männerwelt der ersten Siedlungsjahre Kapstadts muss sie ihren Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung fortsetzen – an der Seite starker Frauen wie Krotoa, die als Urmutter Südafrikas und Begründerin der Sprache Afrikaans gilt, aber auch getragen von der Liebe.

Meine Meinung:
Die Geschichte beruht auf einem hervorragend gut recherchierten historischen Hintergrund, die mit fiktiven Handlungen, ausgezeichnet verknüpft ist. Durch den flüssigen und eleganten Schreibstil konnte mich die Geschichte von Anfang bis zum Ende absolut fesseln und begeistern. Die Gestaltung des Covers passt perfekt zum Inhalt der Geschichte.

Lübeck 1662: Auf der Flucht vor einer Zwangsheirat durch die Pflegemutter, rettet sich Catharina als Mann verkleidet auf einer abenteuerlichen Schiffsreise, als blinder Passagier.

Lange bleibt sie auf dem Schiff nicht unentdeckt und arbeitet als Schiffsjunge, bekommt es aber mit dem aufdringlichen Koosten zu tun, den Catharina sich zum Feind macht. Bei einem Sturm auf hoher See, wird das Schiff beschädigt und soll am Kaap de Goede Hoop, ausgebessert werden. Koosten bedrängt und bedroht Catharina immer mehr und ihre Verzweiflung, scheint endlos zu sein bis sie Hans trifft, der ihr auf den Kopf zusagt, dass sie eine Frau ist und Gefahr läuft, auf der Hoff erkannt zu werden und ihr dann schlimmeres passieren könnte. Ihr Ziel ist aber das holländische Batavia, doch nach seinem Heiratsantrag wägt Catharina ab, ob eine Ehe mit Hans, nicht doch der bessere Ausweg ist und stimmt zu.

Catharina stehen viele Herausforderungen im Weg, die es heißt zu besiegen, um endlich ihr Glück zu finden.
Jede Sekunde habe ich mitgefiebert, was noch alles passieren könnte und war über jede Handlung und Entscheidung von Catharina, einfach nur fasziniert.

Die Legende der Kapkolonie 1662 –mit Karte und das ausführliche Glossar, runden den historischen Teil, hervorragend ab.

Fazit:
Der Autorin ist es mit ihrem Debüt hervorragend gelungen, eine sehr bewegende und emotionale Geschichte über Catharina Ustings, zu erzählen. Die Protagonisten und selbst die Nebenfiguren sind im Handlungsverlauf, glaubwürdig dargestellt und immer an der richtigen Stelle eingebunden. Das Buch hat alles, was für mich eine fesselnde Geschichte ausmacht und die ich gerne gelesen habe. Für ein Debüt - Chapeau - besser geht‘s nicht!
Auf den zweiten Teil bin ich sehr gespannt und freue mich schon jetzt, den Weg der Catharina, weiterverfolgen zu können!
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.04.2023

Auftakt einer großen Timmendorfer-Strand-Saga

Die Frauen der Villa Sommerwind. Das Glück am Horizont.
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Die Autorin Anna Husen, erzählt in ihrem Debüt-Roman „Die Frauen der Villa Sommerwind“, eine Geschichte voller Schicksalsschläge einer jungen Frau, die ihren Weg gehen will aber trotzdem für ihre Familie ...

Die Autorin Anna Husen, erzählt in ihrem Debüt-Roman „Die Frauen der Villa Sommerwind“, eine Geschichte voller Schicksalsschläge einer jungen Frau, die ihren Weg gehen will aber trotzdem für ihre Familie viele Opfer bringen muss.

Inhalt:
Ein unerwartetes Erbe führt Henriette Hohnhold und ihre Familie 1903 nach Timmendorfer Strand: Die Villa Sommerwind, die nun den Hohnholds gehört, soll nach dem Willen von Vater Eberhart ein exquisites Hotel werden.

Vom ersten Tag an ist Henriette die rechte Hand ihres Vaters und stürzt sich begeistert in die vielfältigen Aufgaben. Doch eines Morgens macht sie eine Beobachtung, die zu einem heftigen Streit zwischen Vater und Tochter führt. Aufgelöst läuft die junge Frau davon und findet sich schließlich in Niendorf wieder, wo sich Ole, der Sohn eines Fischers, rührend um sie kümmert. Trotz des Standesunterschieds ist es Liebe auf den ersten Blick – Henriettes Vater hat allerdings längst ihre Verlobung mit einem anderen arrangiert …

Nostalgisch und lebensfroh lässt Anna Husens historische Familiensaga das Ostsee-Bad Timmendorfer Strand lebendig werden und entführt die Leser*innen zu eleganten Festen, ausgelassenen Tagen am Strand und zu einer großen Liebe, die nicht sein darf …

Meine Meinung:
Der Schreibstil ist flüssig und locker und das Buch lässt sich leicht lesen. Die handelnden Charaktere, allen voran die Hauptprotagonisten, und auch die Handlungsorte konnte ich mir gut vorstellen und hatte beim Lesen ein klares Bild vor Augen. Auch in die damalige Zeit konnte ich mich, dank des bildhaften Schreibstils gut hineinversetzen und hatte keine Probleme der Handlung zu folgen.

Der Handlungsverlauf ist gut durchstrukturiert und so manche Entscheidung, die von Henriettes Vater getroffen wurde, konnte ich nicht immer nachvollziehen. Warum er seine Tochter zu einer Ehe drängt und zwingt obwohl sie diesen Mann nicht mal liebt, fand ich schon etwas sonderbar, da ja offensichtlich eine Heirat nicht aus finanzieller Sicht notwendig war! Er als Vater und Vorbild, stellt sich in meinen Augen in ein schlechtes Licht als bekannt wird, dass er ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau hat und dann auch noch ausgerechnet mit Henriettes zukünftiger Schwiegermutter.

Zum Ende der Geschichte, findet Henriette nach vielen Herausforderungen endlich ihr Glück …

Fazit:
In ihrem Debüt gelingt es der Autorin ihre Protagonisten, mit ihren Stärken aber auch mit ihren Schwächen, in einem flüssigen Schreibstil lebendig darzustellen. Mit der historischen Familiensaga, hatte ich schöne und unterhaltsame Lesestunden.
Von mir 4 Sterne!

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